Pflegeunterstützungsgeld | Pflegezeitgesetz | Familienpflegezeitgesetz nutzen

  • Pflegezeitgesetz
  • Familienpflegegesetz
  • Pflegeunterstützungsgeld
  • Sonderregelung
  • Definition „naher Angehöriger“
  • Sozialversicherung

Pflegezeitgesetz nutzen:

Geregelt ist, dass Sie sich, unter bestimmten Vorraussetzungen, als Arbeitnehmer für einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten ganz oder teilweise von der Arbeit befreien lassen können. Dies darf nur der häuslichen Pflege eines nahestehenden Angehörigen dienen. In einer für Sie neuen, pflegerischen akuten Situation ist geregelt, dass Sie sich auch zeitnah 10 Tage von der Arbeit befreien lassen können. Im Rahmen dessen ist eine bessere Kombination von Beruf und Pflegesituation vereinbart. Die Leistung kann in jedem Unternehmen von mehr als 15 Mitarbeitern beantragt werden. Sie müssen dafür bei ihrem Arbeitgeber, 10 Tage vor dem geplanten Beginn einen schriftlichen, formlosen Antrag einreichen.

Familienpflegezeitgesetz nutzen:

Durch das Pflegezeitgesetz ( https://www.gesetze-im-internet.de/pflegezg/ ) ist gewährleistet, dass Sie sich als pflegender Angehöriger bis zu 6 Monate, ganz oder teilweise von der Arbeit befreien lassen können um die Pflegezeit nutzen können. Sie haben hierdurch auch die Möglichkeit bis zu zwei Jahre in Teilzeit zu arbeiten, wenn Sie selbst die Pflege übernehmen. Das Pflegezeitgesetz und das Familienpflegegesetz sind ineinander verankert und lassen sich bis zu 24 Monate kombinieren. Diese können nacheinander in Anspruch genommen werden, dürfen jedoch nicht länger als 24 Monate andauern. Diese Leistung ist in Unternehmen mit mehr als 25 Mitarbeiter beantragbar. Nach Bewilligung können Sie über einen Zeitraum von 24 Monaten, Ihre wöchentliche Arbeitszeit um 15 Stunden reduzieren, um die Pflege eines nahestehenden Angehörigen zu gewährleisten. Eine zusätzliche Absicherung Ihres Lebensunterhalts kann durch ein zinsfreies Darlehen über den Bund beantragt werden. Ein Anspruch auf Lohnfortzahlung von Seiten des Arbeitgebers besteht in diesem Zeitraum nicht! Ihre notwendige Teilzeitarbeit müssen Sie 8 Wochen vor deren Beginn beim Arbeitgeber anmelden.

Pflegeunterstützungsgeld:

Diese Lohnersatzleistung der Pflegekasse, genannt Pflegeunterstützungsgeld, dient in einem Rahmen von 10 Tagen dazu, sich um die akute Situation eines pflegebedürftig gewordenen Angehörigen zu kümmern. Zeit, die bezahlt, für das Antragswesen, die Organisation, Telefonate mit Kassen, Behörden, Ärzten oder Sanitätshäuser aufgebracht werden muss.

Das Pflegeunterstützungsgeld wird in einer Höhe von bis zu 90% Ihres Monats-Nettolohns als Lohnersatzzahlung bewilligt. Diese Leistung müssen Sie selbst bei der Pflegekasse des zu pflegenden Angehörigen beantragen.

Sonderregelung:

Kümmern Sie als Arbeitnehmer um die Sterbesituation Ihres Angehörigen, in einer aussichtslosen, präfinalen Pflegesituation, können Sie, nach dem Pflegezeitgesetz, bis zu 3 Monate von der Arbeit freigestellt werden. Der Anspruch besteht, laut Bundesgesundheitsministerium auch, wenn der zu pflegende Angehörige in einem Hospiz versorgt und gepflegt wird.

Definition „naher Angehöriger“:

Geregelt ist nicht nur, dass Kinder ihre Eltern pflegen, sondern auch Eltern ihre Kinder, Geschwister, Schwiegereltern, Schwager oder Schwägerin. Bei gleichgeschlechtlichen Partnern muss eine Beziehung von einem Jahr bestehen.

Sozialversicherungspflicht:

Zur sozialen Absicherung während dieser Zeiten, hat der Gesetzgeber folgende Regelung getroffen. Die Pflegeversicherung des pflegebedürftigen bezahlt für diesen Zeitraum die Zuschüsse & Beiträge zur Sozialversicherung des Pflegenden, weiterhin gibt es im Familienpflegegesetz Regelungen, die Arbeitslosen- und Rentenbeiträge betreffend, dieses können Sie bei Bedarf im Detail unter folgendem Link nachlesen:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/gesetze/gesetz-zur-besseren-vereinbarkeit-von-familie–pflege-und-beruf-/78226

 

Weitere interessante Artikel finden Sie rechts Im Blog in verschiedenen, themenbezogenen Kategorien.

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

 

 

 

 

Sozialhilfefall durch Pflege – die Kosten steigen stark an

Sie fragen sich wie man die immensen Kosten, die durch die pflegerische Versorgung entstehen, überhaupt noch finanzieren soll? Diese Frage stellte sich auch ein Ko-Vorsitzender der Bundestagsfraktion der Linken, Hr. Dietmar Bartsch. Er fordert eine Pflegefinanzreform, zurecht!

Es ist zu hoffen, dass Sie, für eine eventuelle Pflegesituation, genügend Geld angespart haben, sonst droht jedem Einzelnen schnell die Gefahr ein Sozialhilfefall zu werden. Die Kosten in Deutschland, gerade in der pflegerisch stationären Unterbringung, steigen und steigen ins Unermeßliche. Gesundheitsminister Spahn hatte zu diesem Thema bereits Vorschläge zu möglichen Änderungen präsentieren wollen, bleibt diese jedoch bisher schuldig. Das Thema wird offenbar ausgesessen und verschleppt, es macht den Anschein als passiere nichts. Die Kostenexplosion steigt, es muss dringend, gerade auch aus demografischer Sicht, etwas unternommen werden, Die Regierung darf nicht untätig zusehen und dies akzeptieren. Immer mehr, von einer Pflegesituation Betroffene, momentan bereits jeder Dritte in Deutschland, sind zur Finanzierung der Pflegekosten auf Sozialhilfe angewiesen.


Man fragt sich seit der Einführung der Pflegeversicherung zurecht, weswegen man überhaupt Beiträge bezahlt. Die Pflegeversicherung bietet nur eine  Basisfinanzierung der notwendigen Versorgung, es droht im Pflegefall die Verarmung. Diese Versicherungsoption ist langfristig keine Lösung, die Leistungen daraus sind schon lange nicht mehr ausreichend.

Nach einer Studie der DAK Krankenkasse von 2019, fürchten 80% der Deutschen, nicht in der Lage zu sein, die entstehenden Pflegekosten, im eintretenden Fall noch finanzieren zu können.

Für die Politik sollte sich die Frage stellen, ob diese Versicherungsform noch angemessen, akzeptabel und legitim ist!

Es muss über ein Reduktion des Eigenanteils der Pflegekosten gesprochen werden und zu einem zeitnahen Ergebnis gekommen werden. Eine Pflegevollversicherung, in die alle einzahlen, wäre eine denkbare Lösung. Gerade im Bereich der stationären Pflege, ist diese Kostenexplosion zu beobachten. Beispielsweise kostete ein Pflegeheimplatz im Jahr 2018 in Mecklenburg-Vorpommern, laut Verband der Ersatzkassen, noch 1159,- Euro Eigenanteil, heute bereits 1540,- Euro. Im Bundesland Brandenburg ist ein Anstieg von 1372,- Euro auf 1697,- Euro durchschnittlich zu sehen. Auf Bundesebene liegt der Eigenanteil sogar bei 2015,- Euro monatlich! Führend hierbei die Bundesländer Hamburg, Bayern und Baden Württemberg. Auch in den ostdeutschen Bundesländern ist ein erschreckend rasanter Anstieg der Kosten zu verzeichnen.

Vom Pflegeheim zur Sozialhilfe

Aufgrund des Rentenniveaus, ist es nicht verwunderlich, dass dies von kaum jemandem mehr tragbar und finanzierbar ist. Jedem Dritten in Deutschland greift bereits das Sozialamt finanziell unter die Arme, es droht eine immense Altersarmut, die bereits jetzt spürbar ist.

Die Sozialhilfe im Pflegefall wird jedoch erst bewilligt, wenn Privatvermögen und Immobilien aufgebraucht oder veräußert sind. Das Lebenswerk, welches man sich ein Leben lang aufgebaut, abbezahlt hat, droht in kürzester Zeit aufgebraucht, nicht ausreichend zu sein. Geld wird von der Pflegesituation verschlungen, da die Pflegeversicherung nicht ausreichend ist.

Für diejenigen, die sich diese Kosten bewältigen lassen, ist keine Einschränkung ersichtlich, jedoch können sich immer weniger Menschen in Deutschland einen Friseurbesuch, qualitativ hochwertige oder biologisch angebaute Lebensmittel leisten. Die Pflegekosten werden zur Armutsfalle, die meisten von uns sind oder werden betroffen sein.

Woran liegt diese Kostenexplosion?

Das Lohnniveau in der Pflege ist wohl kaum der ausschlaggebende Faktor für diese Entwicklung!

Wenn man sich die Steigerung in Ostdeutschland ansieht, sind proportional die Eigenanteile der Pflegekosten um 30% gestiegen, nicht die Löhne. Der Anteil der von der Pflegeversicherung übernommen wird stagniert im Gegenzug, die Kosten für die Pflegesituation geraten ausser Kontrolle, für viele jetzt schon existenzgefährdend und unbezahlbar.

Die Linke versucht sich dagegen zu wehren, das Thema erneuet in den Vordergrund zu stellen, dies nicht hinzunehmen. Menschen die zu nicht tragbaren Konditionen in der Pflege arbeiten und Versicherte die Jahrzehnte in ein System, welches soziale Sicherheit suggeriert, einbezahlt haben scheinen gegeneinander ausgespielt zu werden!

Die nächste Bundesregierung muss dringend die Weichen stellen, dass sich umgehend in diesem Finanzierungsfeld der Pflege etwas ändert, die Zustände sind nicht mehr akzeptabel und tragbar. Großverdiener, Selbständige, Abgeordnete und Beamte müssen sich in Zukunft an der Finanzierung beteiligen.

Die Pflegeversicherung muss, laut Dietmar Bartsch, auf ein breiteres Fundament gestellt werden, dies wäre ein möglicher Finanzierungsbeginn, der natürlich auch weitere, angemessen hohe finanzielle Zuschüsse der Regierung erfordert.

Im rechten Teil des Blogs finden Sie zu weiteren interessanten, pflegerelevanten Themen, Beiträge nach Unterkategorien aufgeteilt.

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

 

 

Aktueller Kabinettbeschluß: Nationale Demenz-Strategie

Wir haben bundesweit aktuell 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Demographisch wird diese Zahl bis 2050 auf 2,8 Millionen steigen. Das Bundeskabinett hat hierzu zum 01.07.2020 eine nationale Demenz-Strategie beschlossen, um auf diese gravierende Problematik eingestellt zu sein.

 

Zusammen mit ausgewählten Partnern der Bundesregierung soll im September diesen Jahres noch das erarbeitete Konzept, das endlich, auf die seit langem bekannte Problematik eingehen soll, umgesetzt werden.

Da uns dieses Krankheitsbild alle angeht und jeder betroffen sein kann, wurde in einem breiten Bündnis zusammen mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Ländern und Kommunen, Verbänden des Gesundheitswesens und auch der Pflege, Sozialversicherungsträgern, Zivilgesellschaft und Wissenschaftlern herausgearbeitet, wie man dieser Problematik in Zukunft entgegen treten möchte.

Es soll ein neues Bewusstsein in allen Lebensbereichen geschaffen werden, Unterstützungsnetzwerke vor Ort, wie unsere Deutsche Pflegeberatung Matheis in München, müssen vermehrt genutzt & beworben werden. Zusätzlich benötigen wir eine bessere medizinische Versorgung, präventive Maßnahmen und mehr Gelder, die in die Forschung dieses Bereichs investiert werden. Ein Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Faktoren, kann diese Strategie erfolgreich werden lassen.


Auf folgende Zielsetzung wurde der Fokus gerichtet:

  1. Mehr Aufmerksamkeit für Menschen mit Demenz
  2. Beratung & Begleitung
  3. Netzwerke Pflege & Beruf
  4. Gesundheitsförderung für pflegende Angehörige
  5. Abgestimmte Abläufe in der Versorgung des Betroffenen
  6. Demenzsensible Krankenhäuser
  7. Forschung zur Demenz-Erkrankung

Mehr Aufmerksamkeit:

Eine bundesweite Kampagne soll sensibilisieren und zum Engagement aufrufen. Es wird die Möglichkeit geschaffen, sich als „Demenzpartner“ schulen zu lassen.

Beratung & Begleitung:

Ehrenamtliche und vor allem professionelle Beratungs- und Schulungsangebote, wie auch von unserer Beratungsagentur seit langem angeboten, sollen gerade für die schwierige, erste Phase der Erkrankung ausgebaut werden.

Netzwerke:

Es sollen Strategien von pflegenden Angehörigen, Unternehmen und den Kommunen erarbeitet werden, wie Pflege innerhalb der Familie auch mit dem Beruf vereinbart werden kann. Hierfür ist eine Regiestelle des Bundesseniorenministeriums geplant.

Gesundheitsförderung für pflegende Angehörige:

Es werden verbesserte Gesundheits- und Präventionsangebote für pflegende Angehörige geschaffen, da diese bereits massiv an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Hierfür wird aktuell ein neues Förderprogramm geprüft.

Abgestimmte Abläufe in der Versorgung der Betroffenen:

Alle Versorgungs- und Unterstützungsangebote müssen endlich ineinander greifen. Es muss interdisziplinär gedacht und gearbeitet werden, ein roter Faden zu Gunsten des Betroffenen, muss erkennbar sein. Dazu müssen Kliniken, Pflege, Ärzte und Fachärzte sowie pflegende Angehörige und Beratungsstellen nah zusammen arbeiten. Das Schnittstellenmanagement muss optimiert werden.

Demenzsensible Krankenhäuser:

Die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz müssen in die Gestaltung von Krankenhäusern mit einfliessen.

Ausgebildetes & qualifiziertes Personal muss ausreichend zur Verfügung stehen, um die arbeits- und zeitintensive Versorgung von Menschen mit Demenz in unvermeidbaren Klinikaufenthalten in den Griff zu bekommen. Diese gehen aktuell im Versorgungsbetrieb der Krankenhäuser und Kliniken unter, werden vernachlässigt und bekommen nicht die angemessene Versorgung, die sie benötigen würden. Patienten kommen oft in einem extrem verschlechterten Zustand aus den Krankenhäusern und Kliniken zurück!

Forschung zu Demenz:

Der Aufbau eines nationalen klinischen Demenzforschungsnetzwerks und eines Demenzversorgungsforschungs-Netzwerks ist geplant. Der Zugang zu Daten für Forschungszwecke soll zusätzlich erleichtert werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse sollen schneller und wirksamer für den Betroffenen in die Praxis umgesetzt werden können.


Fazit:

In unseren Augen, bleibt es abzuwarten, wie sich dies möglichst schnell in die Realität umsetzen lässt & ob erste Erfolge gegen das Problem der zunehmenden Vergesslichkeit der Bevölkerung zu erkennen sind.

Es ist auf jeden Fall positiv zu bewerten, dass die Problematik von Seiten der Bundesregierung ernst genommen wird & an einer Lösung gearbeitet wird.


Wir schulen bereits seit langem, individuell, pflegende Angehörige und gehen als Pflegeberatungs-Agentur auf Ängste, Sorgen und Probleme bei der Versorgung von Menschen mit Demenz ein. Wir bieten Lösungsansätze um pflegende Angehörige, die zu Hause den grössten Teil der pflegerischen Betreuung und Versorgung übernehmen müssen, im Umgang mit dem Erkrankten Sicherheit und fachliches Grundwissen zu vermitteln.

Melden Sie sich bei uns, wenn auch Sie bereits an Ihre Belastungsgrenzen in der Versorgung stossen und professionelle Unterstützung oder Beratung, auch über moderne Kommunikationsmedien, wie Videotelefonie, benötigen.


Wir sind bundesweit für Sie da!

 


Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis in München

 

 

 

 

NEWS! Neue Regelung, corona-bedingt, zum Entlastungsbetrag von 125,- Euro

  • Betrifft Patienten mit Pflegegrad 1
  • Corona-bedingt Probleme bei Betreuung oder hauswirtschaftlicher Unterstützung
  • Vorübergehend flexibler einsetzbarer Entlastungsbetrag von 125,- Euro
  • Antrag bei der Kasse stellen
  • Jetzt auch für Nachbarn, Bekannte, Freunde Unterstützung abrechenbar

 

Sie haben einen zugestandenen Pflegegrad 1 und damit Anspruch auf den Entlastungsbetrag von monatlich 125,- Euro für eine Betreuungs- und Haushaltshilfe?

Die Kasse hat sich dazu durchgerungen aufgrund personeller Engpässe der Pflegedienste und sonstiger corona-bedingter Organisationsprobleme die Abrechnungsmöglichkeit für den Beziehenden vorübergehend flexibler zu gestalten.

Bisher konnten nur Pflegedienste mit einer Kassenzulassung diesen Betrag mit der Kasse verrechnen.

Sie haben im Moment die Möglichkeit bei der Kasse einen Antrag zu stellen, dass Ihre Kosten für eine private zusätzliche Betreuungskraft oder Haushaltshilfe, gegen Vorlage der entsprechenden Quittungen oder Rechnungen, im Rahmen von monatlich 125,- Euro übernommen werden.

Geben Sie in diesem Antrag an wer Ihnen geholfen hat (Name & Anschrift) sowie den zeitlichen Aufwand.

Wichtig ist, dass es sich zwar um einen Bekannten, Nachbarn oder Freund handeln kann, die Person jedoch nicht im selben Haushalt leben darf!

Bisher hatten Sie die Möglichkeit auch angespartes Geld, des monatlich nicht genutzten Entlastungsbetrags des Vorjahres bis zum 30.06. des laufenden Jahres aufzubrauchen, dieses wurde aktuell erweitert.

Sie können die angesparten Beträge aktuell bis zum 30.09. des laufenden Jahres aufbrauchen.

In manchen Bundesländern greift diese Regelung, wie in NRW (Nordrhein-Westphalen) auch bei höheren Pflegegraden, dies erfragen Sie bitte individuell bei Ihrer Krankenkasse.

Weitere Möglichkeiten zur Nutzung des Entlastungsbetrags können Sie detailliert in einem früheren Blogbeitrag nachlesen, anschliessend der Link:

 

Kontaktieren Sie uns bei weiteren Fragen jederzeit zu unseren Bürozeiten telefonisch oder über das Kontaktformular auf unseren Homepage.

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

 

 

Gedanken zum aktuellen Corona-Virus-Problem

Der Entschluss, diesen Text zu veröffentlichen, hat mich seit Beginn dieses Theams beschäftigt. Ich war mir bisher nicht sicher ob es sinnvoll ist, sich bei der bisherigen Informationsschwemme auch noch dazu zu äußern.

Ich bin der Meinung es ist unfassbar verantwortungslos von Seiten der Medien und auch der Politik, präventiv überhaupt keine Informationen an die Bevölkerung heraus zu geben, wie man sich durch Eigeninitiative, selbst schützen und sein Immunsystem seit Wochen stärken könnte. 

Dies wäre eine sinnvolle und beruhigende Möglichkeit dem Corona Virus und auch jedem anderen Virus oder jeder anderen Erkrankung etwas durch den eigenen Körper entgegen zu setzen.

Weswegen entsteht diese Panik überhaupt?

Sind wir so unsicher oder ist uns indirekt doch bewußt, dass wir kontinuierlich unsere Gesundheit durch mittelmäßige oder schlechte Ernährung, vorwiegend mit industriell erzeugten Lebensmitteln und zu wenig Bewegung vernachlässigen?

Entsteht diese selbstverursachte Panik, durch das Bewußtsein unseres Lebensstils, oft verbunden mit Alkohol- Drogen- und Nikotinkonsum?

Warum versuchen wir nicht auf natürliche Weise, in diesen Zeiten, unseren Körper und unser Immunsystem auf Vordermann zu bekommen? Erkältungs- und Grippewellen sind nichts Neues. Zusätzlich sind wir im Herbst, Winter und Frühling noch mit zu wenig Tageslicht versorgt und unser Körper ist noch nicht wieder in der Lage, wie im Sommer durch mehr Sonnenlicht, eigenes Vitamin D3 zur Stärkung der Immunabwehr zu produzieren.

Weswegen gleichen wir dieses Defizit nicht ergänzend mit Vitamin D3-Präparaten aus und stärken unsere Immunabwehr? Vitamin C ist eine weitere Möglichkeit, Krankheiten etwas entgegen zu setzen, ganz abgesehen von viel frischen Lebensmitteln in Form von saisonalem Obst und Gemüse.

Ich denke ich bin nicht der einzige, der verstanden hat, dass man sich nur noch wenig auf Staat und Politik verlassen kann, sondern primär für sich selbst verantwortlich ist, weswegen vertrauen wir in diesem Fall auf Entscheidungen und Empfehlungen dieser Organisationen?

Wir brauchen kein weiteres, chemisch erzeugtes Medikament durch die Pharmaindustrie, wir müssen wieder lernen für uns selbst verantwortlich zu sein!

Eine mathematische Vorgehensweise der Politik, bezogen auf Risikominimierung basierend auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen, durch Schulschliessungen, meiden von Großveranstaltungen und nun noch dem Meiden sozialer Kontakte ist nur ein Weg der gegangen werden kann.

Unsere Eigenverantwortung ist das Thema. Unser Körper kann Erkrankungen bei unserem Lebensstil, stressigen Zeiten, fehlenden Ruhephasen, schlechter Ernährung kaum etwas entgegen setzen, deswegen werden wir krank.

Änderungen dieser Gewohnheiten führen auch wieder zu Genesung, jeder einzelne ist in der Lage dies zu steuern!

In diese Richtung sollte ein Appell von Seiten der Medien und Politik gehen.

Wieso haben wir einen Gesundheitsminister, wie Herrn Spahn (erlernter Beruf: Bankkaufmann), der keine Vorbild Rolle übernimmt und das Volk aufklärt? Ist er dazu nicht in der Lage? Die Lobby-Arbeit der Krankenkassen zu erledigen, darauf kann eine Gesellschaft verzichten.

Natürlich gibt es Risikogruppen, ältere Menschen, Menschen mit einer bestehenden Immunschwäche, Kinder und Schwangere, welche geschützt werden müssen, jedoch sollte das bei jeder Grippewelle oder ähnlichem der Fall sein, nicht nur im Coronafall.

Weswegen stützen wir nicht das Immunsystem der Risikogruppen, bauen dieses auf und vermitteln Sicherheit?

Weswegen wird die Gesellschaft in Unsicherheit gelassen und nicht klar erklärt, dass ältere und auch immunschwache Menschen, auch an einer herkömmlichen Grippeerkrankung oder Influenza versterben können, da diese den geschwächten Körper überfordert?

Ein Krisenmanagement muss in diesem Fall anders aussehen, wir sehen deutlich wozu diese Panikmache bisher geführt hat.

Passen Sie auf sich auf und übernehmen Sie Verantwortung für sich selbst!

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

125,- Euro Entlastungsbetrag – theoretisch gut, praktisch schlecht umzusetzen

  • Was ist der zusätzliche Entlastungsbetrag?
  • Wofür kann ich ihn einsetzen?
  • Kann er ausbezahlt werden?
  • Wer kann ihn abrechnen?

Seit 01.01.2017 haben alle Patienten mit anerkanntem Pflegegrad, zusätzlich zu ihrem Pflegegeld, den Anspruch auf 125,- Euro Entlastungsbeitrag der Pflegekasse.

Der Betrag kann monatlich, wie auch das Pflegegeld, in Anspruch genommen werden. Er ist für kleine Hilfen im Alltag gedacht, wie beispielsweise Betreuung und Aktivierung des Patienten, Einkäufe, hauswirtschaftliche Verrichtungen oder Fahrt- und Begleitdienste.

Er kann, im Vergleich zum Pflegegeld nicht anteilig ausgezahlt werden sondern ist zweckgebunden.

Der Betrag lässt sich auf dem Konto der Pflegekasse ansparen und sollte unbedingt bis zum 30.06. des Folgejahres über einen Abrechnungspartner der Kassen, wie einen ambulanten Pflegedienst, in Anspruch genommen werden, da er sonst verfällt.

Man kann den angesparten Betrag auch für die Zuzahlung für den Eigenanteil der Kurzzeitpflege anrechnen lassen, was sich anbietet, wenn sonst während des Jahres keine Unterstützung durch kleine Alltagshilfen benötigt wird.

Es ist auch möglich, wenn eine Tagespflegeeinrichtung in Anspruch genommen wird, diesen mit den Fahrt- oder Essenskosten verrechnen zu lassen.

WICHTIG:

Der Entlastungsbetrag kann nicht für die Unterstützung bei der Körperpflege genutzt werden.

Problematisch seit der Einführung dieses Entlastungsbetrags ist, dass ambulante Pflegedienste extrem viele Anfragen für hauswirtschaftliche Tätigkeiten bekommen, da sehr viele Patienten in Pflegegrad 1 eingradiert werden und damit Anspruch auf die damit verbundenen 125,- Euro haben. Diese können den hohen Nachfragen aus Kapazitätsgründen oft gar nicht nachkommen, da die bestehenden Patienten auch Anspruch auf hauswirtschaftliche Versorgung haben und damit bevorzugt behandelt werden. Sie finden schlicht kein Personal für diese niedrigschwelligen Tätigkeiten. Da ambulante Pflegedienste primär Pflegehilfs- und Pflegefachkräfte beschäftigen und nur wenige Hauswirtschaftskräfte, kann dies schon mal frustrierend für den jetzt Pflegegrad 1 Besitzenden sein, da er sich durch etliche Pflegedienste telefonieren muss und meistens zu hören bekommt, dass niemand Kapazitäten hat. Deswegen auch die Überschrift des Artikels; theoretisch gut – praktisch schlecht umzusetzen.

Sollten Sie Fragen zum Einsatz des Entlastungsbetrag haben, kontaktieren Sie uns auf gewohntem Weg per Telefon oder über das Kontaktformular auf unserer Homepage.

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

Neues Angehörigen Entlastungsgesetz zum 01.01.2020

Neue Regelung des Angehörigen Entlastungsgesetzes der Bundesregierung zum 01.01.2020

Einkommensgrenze unterhaltspflichtiger Kinder erst ab 100.000 Euro Jahresgehalt.

Im neuen Gesetz heisst es, dass die Sozialämter grundsätzlich von einem Jahreseinkommen unterhaltspflichtiger Kinder von unter 100.000 Euro ausgehen müssen, wenn keine Hinweise vorliegen, dass das Einkommen doch höher ist.

Hiermit enfällt die standardisierte Überprüfung der Unterhaltsverpflichtung der Kinder, wenn ein pflegebdürftiger Mensch oder sein gestzlicher Vertreter über das Sozialamt Hilfe zur Pflege beantragen muss, da die Pflegekosten für ihn, trotz Renteneinahmen, nicht finanzierbar sind.

Ein Großteil der älteren, pflegebedürftigen Patienten lehnte deswegen bisher die Unterstützung des Sozialamts ab, da sie ihren Kindern nicht finanziell zur Last fallen wollten, auch nicht durch das Offenlegen der finanziellen Verhältnisse.

Dieses Verhalten führte bisher immer wieder zu einer pflegerischen Unterversorgung des Betroffenen.

Hiermit wurde, auch für den ambulanten Pflegebereich die Möglichkeit geschaffen, bedürfnisorientierte Pflegeleistungen in Anspruch nehmen zu können und einer Unterversorgung mangels finanzieller Möglichkeiten vorzubeugen!

Der Link zum kompletten Gestzesentwurf:

https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7391369&url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk=&mod=mediathek

Erneute Razzien in Bayern wegen Abrechnungsbetrugs

Nach wie vor versuchen Unternehmen auf dem deutschen Pflegemarkt, zum Leid der Patienten & Angehörigen sich auf deren und der Kosten der Kranken- & Pflegekassen finanziell zu bereichern.

Die Justiz hat heute in Bayern eine strukturiert vorbereitete Aktion gegen einige Unternehmen durchsetzen können. Pflegebetrug ist in diesem Umfeld nichts Neues, was auch der Justiz, nicht nur Personen die im Pflegebereich arbeiten, bekannt ist.

Ein Wirtschaftszweig in dem sich vermehrt schwarze Schafe niederlassen, dieser ist finanziell extrem lukrativ, was auch mit dem demografischen Wandel in Deutschland zusammenhängt. 

Der Patient wird basisversorgt, bezahlt Unmengen von Geld für seine Versorgung, erhält oft nicht im Ansatz die notwenige Versorgung, es wird nicht im Ansatz auf seine menschlichen Bedürfnisse eingegangen. Zeit & Wirtschaftlichkeit stehen im Vordergrund, nicht das Leben, der Mensch und seine Bedürfnisse.

Kontrollorgane des MDK (Medizinischer Dienst der Kassen) mit ihren Alibi-Instrumenten für die Kontrolle der pflegerischen Einrichtungen, bewirken selten etwas und primär nichts. 

Die Einrichtungen kennen die Prüfkriterien und sind auf Prüfungen durch dafür eingestellte Qualitätsmanager vorbereitet, welche sich um die geforderten Qualitätsstandards der Kassen kümmern. Dieses erweckt nach Aussen den Anschein, man habe es mit einem guten Pflegeunternehmen zu tun, oft wird bereits in Prospekten mit einer sehr guten Benotung durch den MDK geworben. 

Augenwischerei, wenn man die Hintergründe kennt!

Der Pflegemarkt scheint finanziell so interessant zu sein, dass selbst Ärzte dazu bereit sind, sich finanziell zu bereichern, indem sie Beteiligungen für falsch ausgestellte Diagnosen beziehen, mit Pflegediensten unter einem Hut stecken und dazu beitragen die Kranken- & Pflegekassen durch höhere Zahlungen für höhere, jedoch nicht angemessenen Pflegegrade, zu bezahlen.

Ein Netzwerk der Korruption auch in der Pflege.

Patienten die auf einen höheren Pflegegrad angewiesen wären, gehen leer aus, werden nicht adäquat beurteilt, leiden unter zu geringer pflegerischer Versorgung und andere machen sie buchstäblich die Taschen voll.

Für die Pflegekräfte führt nicht nur eine nicht angemessene Bezahlung zu Frustration, auch die Ungerechtigkeit den Patienten gegenüber und der ständige finanzielle Druck, ausgeübt von den Arbeitgebern stellt ein grosses Problem in dieser Branche dar. Dies für zu einem Pflegenotstand in Deutschland, wie wir ihn bereits erleben.

Wem kann ich überhaupt noch vertrauen? 

Wem kann ich meinen zu pflegenden Angehörigen, bei solchen Schlagzeilen überhaupt noch ruhigen Gewissens anvertrauen?

Berechtigte Fragen, die sich ein Angehöriger stellen muss. Kontrollieren Sie die Mitarbeiter, befragen Sie Ihren Angehörigen bezüglich der Zufriedenheit, des Umgangs mit ihm, der Qualität der Mahlzeiten, der Sauberkeit in der jeweiligen Pflegeeinrichtung!

Wir beraten Sie gerne zur Auswahl einer angemessenen Wohnform, Problemen mit Pflegeeinrichtungen , Behörden, Kranken- und Pflegekassen.

Bei uns erhalten Sie Unterstützung im Antragswesen, Finanzierungs- & Entlastungsmöglichkeiten.

Kontaktieren Sie unsere Pflegeberatung, wir helfen Ihnen zuverlässig, kompetent und kostengünstig in allen pflegerelevanten Bereichen mit Herz & Verstand!

Artikel in Süddeutschen Zeitung online vom 23.10.2019

https://www.sueddeutsche.de/bayern/muenchen-augsburg-razzia-pflegebetrug-1.4652496

Muss der Personalmangel, laut Studie, dazu führen die Sicherheit der Patienten zu gefährden?

Das Problem des Personalproblems in der Pflege ist seit langem bekannt, nur interessierte sich die Politik bisher zu wenig für dieses Thema und es wurde nur aufgeschoben, was in vielen anderen Bereichen ja auch nichts neues ist.

Schwierig ist es in unseren Augen, wenn eine sehr grosse Gruppe in Deutschland einfach keine Lobby hat, da diese nicht wahr oder ernst genommen werden, da sie auch in Zukunft nur vereinzelt in der Lage sein werden wieder im Berufsleben teilzunehmen, primär jedoch in den Augen der Politik nur Kosten verursachen…
Der in diesem Artikel erwähnte primäre Personalmangel in der ambulanten Pflege ist darauf zurück zu führen, dass die Mitarbeiter gezwungen sind unter katastrophalen Bedingungen in der Pflege zu arbeiten, da die Patientenwohnungen nur als Gast besucht werden um dem Patienten Hilfestellung zu leisten.

Wir finden natürlich keine barrierefreien Wohnungen, sondern Wohnungen die abgenutzt, herunter gewohnt und Mobilar eines bisherigen Lebens aufweisen, zudem selten angemessen gepflegt und aufgeräumt sind, was an der Überforderung des Einzelnen, oft verbunden mit seiner Krankheit liegt.

Auch der angesprochene Personalwechsel, bei mehreren Hausbesuchen pro Tag im ambulanten Bereich lässt sich nur schwer in den Griff bekommen, ist jedoch weder neu noch etwas anderes gemessen an einem Dreischichtsystem, welches auch im Krankenhaus praktiziert wird. Realistisch sind 6-8 Pflegekräfte auf einen Monat gesehen. Es gibt Schichtwechsel die bei der Planung so gut wie möglich berücksichtigt werden, dass eine angemessene Bezugspflege umgesetzt werden kann, jedoch brauchen Pflegekräfte auch ihre Frei- bzw. Urlaubszeiten zum Ausgleich.

Angesprochene Missverständnisse und Probleme entstehen nicht durch diese Themen, sondern durch den zeitlichen Druck der aufgebaut wird, aufgrund von sinnfreier Minutenpflege und damit von den Kassen vorgegebene Minutenkontingenten für die jeweiligen verkauften Einzelleistungen, die am Patient erbracht werden. Dazu kommt in der ambulanten Pflege, dass wir mit den irrsinnigsten Verkehrssituationen klar kommen müssen, auf dem Land und in der Stadt. Auf dem Land sind die Strecken aufgrund der Distanzen nicht in den von der Kasse vorgegebenen Fahrzeiten zu erreichen, in der Stadt haben wir Problem im Berufsverkehr zügig voran zu kommen, sind behindert von Grossveranstaltungen und Demonstration. Parkplätze müssen vor und nach jedem Patienten gesucht und gefunden werden, die Strafzettel bezahlt nicht der Pflegedienst sondern der jeweilige Mitarbeiter von seinem geringen Einkommen. Mitarbeiter sind gestresst aufgrund ständigem Einspringen, versucht durch eine zu dünne Personaldecke und kontinuierliche Mitarbeiterausfälle durch Krankheiten oder private Probleme. Der Anspruch auf acht freie Tage, bei einer Vollzeit arbeiten Pflegekraft ist oft reduziert auf drei bis vier Tage, es muss eingesprungen werden, irgendjemand muss nach den Patienten / Bewohnern sehen und die Arbeit ausführen, nicht wie in Bürojobs, wo Dinge zwar auch dringend sind aber auch einmal liegen bleiben müssen.

Die Patienten sind jedoch auf unsere Hilfe angewiesen. Das unter diesen Voraussetzungen Fehler und Probleme auftauchen ist vorprogrammiert. Die Sicherheit des Patienten eine angemessene pflegerische Versorgung zu bekommen, sollte im Vordergrund stehen!

Es ist richtig, dass viele Dinge in der Pflege nicht zu verantworten sind und grob fahrlässig gehandelt werden muss, da diese Berufsgruppe seit Jahren vernachlässigt wurde und fast ausschliesslich auf unqualifiziertes, angelerntes Personal zurück gegriffen werden muss, das keine Alternative auf dem Markt besteht.

Ein Zeichen für das Versagen der Politik seit Jahren. Patienten werden von Pflegediensten abgelehnt, was als kompetent gesehen werden muss, denn wenn es zeitlich nicht umsetzbar ist, noch mehr Patienten aufzunehmen und dadurch noch mehr Stress auf die einzelnen Mitarbeiter zu übertragen, ist dieser Schritt weg vom Gewinndenken ein richtiger. Ich kenne genügend Beispiele von Unternehmen, die unreflektiert Patienten aufnehmen, egal ob es machbar ist oder nicht, der Leidtragende ist der noch weiter gestresste Mitarbeiter, Hauptsache die Finanzen stimmen für die Geschäftsleitung.

In diesem Artikel wird eine zeitsparende digitale Dokumentation erwähnt, welche ich ebenfalls aus eigener Erfahrung kritisch sehe. Viele ältere Mitarbeiter sind mit dieser technischen Neuerung, trotz Schulung & Einweisung gnadenlos überfordert. Geräte stürzen technisch ab, Leistungen die erbracht wurden, müssen manuell eingegeben werden, Akkus halten nicht die komplette Schicht durch, Geräte synchronisieren sich nicht zuverlässig. Zusätzlich haben wir extrem viele aus dem Ausland stammende Pflegekräfte, welche sprachlich auf Barrieren stossen, Missverständnisse entstehen und dadurch erneute Probleme verursachen, die korrigiert werden müssen.

Wenn man den Arbeitstag einer Pflegekraft aufschlüsselt, ist diese zu einem Drittel im Fahrzeug unterwegs, zu einem Drittel am Patienten beschäftigt und zu einem weiteren Drittel mit der zeitraubenden Dokumentation beschäftigt. Es bleibt also kaum Zeit für den Patienten, der diese dringend benötigen würde.

Hier sollte man ansetzen und etwas ändern. die Kassen bauen immer höheren Druck bzgl. der Beratungen, Risikoeinschätzungen und Dokumentation auf, der nicht aufrecht zu erhalten ist, mit dieser Personaldecke und fast nur noch Hilfskräften in diesem Berufsfeld!

Hierzu ein passender Artikel im Spiegel Online vom 31.09.2019

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/pflege-personalmangel-gefaehrdet-laut-studie-sicherheit-von-patienten-a-1289263.html

Weswegen steht immer nur die Profitgier in der Pflege im Vordergrund?

Ich habe aus Eigeninteresse selbst in der Vergangenheit mehrere Monate für einen ambulanten Pflegedienst gearbeitet, welcher als Aktiengesellschaft auftritt. Es interessierte mich, wie dies, in Anbetracht der Gewinnoptimierung, in Bezug auf die Patientenversorgung funktionieren soll. Nicht der Patient steht, wie es sein sollte, im Vordergrund, sondern ausschliesslich der Gewinn, erwirtschaftet durch die Patientenversorgung.

Pflegezeiten werden auf ein Minimum reduziert, die Mitarbeiter dadurch unter massiven Zeitdruck gesetzt. Das Ergebnis, alle Beteiligten sind unzufrieden, fühlen sich wie am Fliessband abgefertigt und nur teilversorgt. Es ist schlicht keine Zeitvorgabe gegeben um auf die Bedürfnisse und Wünsche des Patienten einzugehen. Fragwürdige Prämiensysteme werden zur Mitarbeitersteuerung eingesetzt, ein hilfloser Motivationsversuch, Gewinne zu steigern, Druck aufzubauen und schlussendlich ein Grund weswegen Pflegekräfte langfristig ausbrennen und das Berufsfeld Pflege verlassen.

Es ist im letzten Jahrzehnt nicht mehr zu übersehen, das chinesische, russische und andere ausländische Investoren massiv Geld in den ambulanten und stationären Pflegemarkt pumpen, da sie sich massive Gewinne versprechen, was höchst fragwürdig ist und dringend reguliert werden muss.

Eine Empfehlung aus Sicht einer Pflege- und Leitungskraft für Angehörige, die auf der Suche nach einer angemessenen Pflegeeinrichtung sind, ist sich zu überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre sich für einen gemeinnützigen Verein zu entscheiden, dem eine Kostendeckung ausreicht und nicht der finanzielle Gewinn im Vordergrund steht.

Für mich war dies die einzige noch erträgliche Möglichkeit in diesem Bereich engagiert und meine Ideale nicht vernachlässigend zu arbeiten.

https://www.sueddeutsche.de/politik/pflege-spd-will-die-gewinne-privater-heimbetreiber-begrenzen-1.4588950