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Palliativ Pflege | Das nötige Wissen für Laien

Was ist Palliativ Pflege | Palliativ Care?


Im nachfolgenden Text möchten wir ihnen die Unterstützungsmöglichkeiten der Palliativ Pflege oder Palliativ Care erklären.

  • Was versteht man darunter?
  • Zu Hause oder stationär möglich?
  • Ab wann ist ein Patient palliativ zu pflegen?
  • Gibt es ein Therapieziel?
  • Kann dieses Ziel geändert werden?
  • Bei welcher Indikation?

Man spricht in der Pflege von Palliativpflege, wenn keine Aussicht mehr auf Heilung besteht und der Patient sich am Lebensende einer Krankheitsphase befindet.

Der Fokus der Pflege richtet sich in diesem Stadium auf Selbstbestimmung, Linderung, Schmerzreduktion und Lebensqualität.

Der Patient wird im Sterbeprozeß begleitet, nach dem Prinzip:

Alles kann – nichts muss!

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  • Wann hört man auf zu heilen?
  • Wer entscheidet über diesen Prozeß?
  • Habe ich als Angehöriger ein Mitspracherecht?
  • Können Pflegekonzepte auch kombiniert werden?
  • Klare Grenze oder fliessender Übergang?Palliativ Pflege Hospiz Palliativ Care

Definition Palliativ Pflege:

Die herkömmliche Pflege des Patienten hat einen kurativen Fokus, welcher im Palliativbereich nicht mehr verfolgt wird. 

Der Patient wird in seinen letzten Stunden, Tagen oder Wochen behutsam begleitet.

Es wird, wenn verbal noch möglich, auf seine Vorstellungen und Wünsche eingegangen. Er bestimmt was noch stattfindet und was nicht. 

Eine zwingende Ernährung oder Getränkezufuhr bleibt dem Wollen des Patienten überlassen. Der begleitende Arzt setzt meistens die bisherige Medikation ab und es wird mit palliativ üblichen, lindernden, angst- und unruhelösenden Medikamenten gearbeitet. 

Die eventuelle Schmerzproblematik steht im Vordergrund und wird mit starken schmerzstillenden Medkamenten, wie Morphium, behandelt um dem Patienten keinen unnötigen Qualen auszusetzen.

Die Körperpflege wird auf ein Minimum reduziert, um den Patienten nicht unnötig zu fordern, ihn zu belasten oder anderweitig zu beeinträchtigen.

Es wird darauf geachtet, dass bei reduzierter Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, die Mundschleimhaut feucht gehalten wird und die Lippen nicht austrocknen. Dies dient alleinig dem Wohlbefinden.

Wo wird palliativ gepflegt:

Eine palliative Versorgung kann nicht nur auf speziellen Palliativ-Stationen in der Klinik erbracht werden, diese arbeiten mit erweiterten Personalschlüsseln, um Zeit für die Sterbenden zu haben. 

Unter Einbezug eines speziellen ambulanten Palliativ-Teams (SAPV-Team) zusätzlich zum ambulanten Pflegedienst kann dies auch zu Hause stattfinden.

Therapieziele der Palliativ Pflege:

Ist dieses palliative Ziel von Seiten des behandelnden Arztes besprochen, leitet dieser notwenige Schritte und Änderungen an alle an der Pflege beteiligten weiter.

Dieses Ziel kann revidiert werden, wenn es der Patientenwille ergibt oder die Indikation sich verändert bzw. verbessert.

Das Ziel ist auf die Linderung, Begleitung und Selbstbestimmung des Patienten gerichtet.

Therapiemaßnahmen der Palliativ Pflege | Palliativ Care:

Man unterscheidet unter den vier folgenden Therapiemaßnahmen.

  • indiziert
  • zweifelhaft
  • nicht indiziert
  • kontraindiziert

Nur wenn diese Maßnahmen angemessen sind, werden sie dem Betroffenen angeboten. Sind diese zweifelhaft, sollte man offen und konkret, unter Einbezug aller, an der Pflege beteiligten, darüber sprechen.

So lange es möglich ist, wird auf den Willen des Patienten eingegangen. Dies ist auch der Fall, wenn eine Chance auf Besserung bestehen würde, der Patient, krankheitsbedingt, jedoch keine Kraft und keinen Lebenswillen meht aufbringt und dies klar äußert.

Ist der Patient im Vorfeld adäquat über Risken, Problematiken und entstehende Komplikationen aufgeklärt worden, wird seine Entscheidungsfreiheit nicht weiter beeinflusst.

Dies ist nur dann möglich, wenn der Patient ansprechbar, orientiert und geistig nicht eingeschränkt ist, sonst muss ein eventueller vorhandener gesetzlicher Betreuer oder eine von Patient vorab ernannte Person (Patientenverfügung oder Patientenvollmacht) über das weitere Vorgehen entscheiden.

Gibt es im Vorfeld keine vorliegenden Vorsorgeunterlagen, gilt es den Pateintenwillen zu deuten, wenn dieser ihn nicht mehr klar oder gar nicht äußern kann.Palliativ Pflege Hospiz Palliativ Care

Therapieumsetzung der Palliativ Pflege:

Der ambulante Pflegedienst, die Pflegekräfte der Palliativstation arbeiten Hand in Hand mit Ärzten und SAPV-Team zusammen. es gibt regelmäßige Übergaben den Patientenzustand betreffend, wobei aktuelle Therapien abgewogen, geändert oder auch belassen werden.

Das Personal des SAPV-Teams oder speziell ausgebildete Pflegekräfte im Palliativbereich geben den zusätzlich Pflegenden wertvolle Tips und Tricks zur Versorgung des Betroffenen, man arbeitet zusammen in einem interdisziplinären Team.

Sollten Sie mit dieser Problmatik konfrontiert und überfordert sein, Beratung & Unterstützung benöigen, zögern Sie nicht uns telefonisch oder über das Kontaktformular auf unserer Homepage zu kontaktieren.


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Zusätzlich veröffentlichen wir wöchentlich im Podcast “Tipps für pflegende Angehörige” auf unserer Startseite der Homepage sowie allen gängigen online Podcast Plattformen interessante Beiträge und Interviews, hören Sie doch mal rein!

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

1 Antwort
  1. Laura
    Laura sagte:

    Vielen Dank für diesen interessanten Artikel in dem sie uns das Thema Palliativpflege näher bringen. Ich wundere mich nur, ob es einen gesetzten Personalschlüssel bei der Palliativbetreuung gibt. Ich möchte mich genauer über dieses Thema informieren.

    Antworten

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