Green Care – Bauernhof statt Altenheim?

Immer häufiger tauchen alternative Wohn- & Pflegemöglichkeiten zu bestehenden Senioren- oder Altenpflegeheimen auf.

  • Ist es wirklich noch zeitgemäß seinen pflegebedürftigen Angehörigen in einem Alten- oder Seniorenheim unterzubringen?
  • Ist er dort adäquat versorgt?
  • Welche Alternativen bietet der Pflegemarkt?
  • Wo könnte sich, die mir nahestehende Person wohl fühlen?

Green Care: Pflege auf dem Bauernhof

In der nachfolgenden ZDF Dokumentation Green Care, wird ein tolles alternatives Wohnprojekt, welches auch bereits in verschiedenen EU-Ländern praktiziert wird, vorgestellt. Senioren leben mit jungen Menschen zusammen auf dem Bauernhof. Ein Umdenken, von der Singularisierung zurück zur Großfamilie. Jeder kann sich an anfallenden Aufgaben beteiligen, Wertschätzung wird gelebt, Vereinsamung vorgebeugt & Aufgaben auf dem Hof können übernommen werden, müssen es aber nicht, je nach körperlichem Allgemeinzustand. Zusätzlich betreut wird die Wohngemeinschaft von einem ambulanten Pflegedienst.

green care auf dem bauernhof

Es ist schön zu sehen, wie zufrieden die in der Dokumentation vorgestellten Menschen miteinander leben. Eine Gemeinschaft in die jeder einbringt, wozu er in der Lage ist. Aufgaben werden übernommen, die Tagesstruktur gemeinsam gestaltet & bewältigt. Menschen brauchen Aufgaben, Anerkennung & Wertschätzung.

Das Gegenteil ist häufig der Fall. Menschen vereinsamen, fühlen sich im wegstehend oder nicht mehr gebraucht, überflüssig & unnütz. Die eigentliche Familie ist nicht vor Ort, lebt entfernt, für viele Senioren ist diese Distanz nicht mehr selbständig zu bewältigen.

Jeder Tagesablauf ist der gleiche, es passiert nichts mehr. Oft sind langjährige Freunde bereits verstorben oder selbst pflegebedürftig und dadurch eingeschränkt. Man ist fortlaufend mit dem eigenen Altwerden & den damit verbundenen Problemen konfrontiert. Junge Menschen bringen frischen Wind, neue Ideen und Leben in eine Wohngemeinschaft. Man lässt sich mitreissen, motivieren, sieht einen Sinn für das Weiterleben, man wird gebraucht, ist teil eines Ganzen & nicht abgeschoben am Rande der Gesellschaft.

Nicht zu unterschätzen ist die beruhigende, ausgleichende Präsenz von Tieren. Sie werden seit Jahren in psychatrischen Einrichtungen als Therapieteil einbezogen. In der Pflege werden bereits heutzutage batteriebetriebene, sich bewegende und artikulierende Plüschtiere eingesetzt, um Patienten zu beschäftigen oder zu beruhigen.

Die Wertschätzung eines älteren Menschen, ist nach meiner Meinung, nicht gegeben, er wird wie ein Kind behandelt, nicht wie ein vollwertiger, erfahrener und vor allem erwachsener Mensch mit Wünschen & Bedürfnissen.

Ein natürlicher Umgang, wie in dieser Green Care Dokumentation gezeigt, wäre eine Möglichkeit mit mehreren Generationen und Tieren zusammenzuleben. Basierend auf Verständnis, Rücksicht und gegenseitiger Bereicherung. Senioren passen auf Kinder auf, während wir unserer Arbeit nachgehen, eine Tagesmutter wird überflüssig. Gemeinsames Kochen, der Erfahrungsaustausch von mehreren Generationen, jeder bringt sein Wissen mit ein, man lernt vom Anderen. Freizeitaktivitäten können von jüngeren Menschen anders geplant werden, es gibt jemanden der die Aufgabe des Babysitters am Abend übernimmt.

Unzählige neue Möglichkeiten bilden sich ab, wenn man vom konventionellen Weg des alleine alt werden abkommt, offen für neues ist. Für meine Generation eine nicht fremde Denkweise, wir haben fast alle aus Kostengründen bereits zu Studien- oder Ausbildungszeiten gelernt in Wohngemeinschaften zu leben, sind gewohnt uns zu arrangieren, Badezimmer & Küche zu teilen, Dinge gemeinsam oder in Absprache zu erledigen.

Der im Film erwähnte ambulante Pflegedienst kann sich auf das Wesentliche im Bereich der Unterstützung in der Körperpflege konzentrieren, Haushaltstätigkeiten entfallen, werden von noch rüstigen Mitbewohnern übernommen, dies spart wertvolles Geld, Pflegegeld welches vom Gesetzgeber klar, als nur die Basis der pflegerischen Versorgung betrachtet wird, es muss immer von einem zu leistenden Eigenanteil ausgegangen werden und dieser muss zuerst einmal finanzierbar sein.

Es wird kein Dienst welcher Essen auf Rädern liefert, das in Großküchen zubereitet wird und nur einen geringen Nährwert hat benötigt. Man kocht gemeinsam frisch, baut einige Lebensmittel noch selbst an, wie in alten Zeiten, auch hier lässt sich mit einer geringen Rente einiges einsparen.

In meinen Augen eine bereichernde, attraktive Wohnform um gemeinsam alt zu werden und einer Vereinsamung vorzubeugen!

Link zur ZDF Dokumentation:

https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-bauernhof-statt-altersheim-100.html?fbclid=IwAR2CtV9ERir8ow4NGv9aLQbNM79dK0nwICcAnZc95MwTItNzn8BXWV1vYi4

Erneute Razzien in Bayern wegen Abrechnungsbetrugs

Nach wie vor versuchen Unternehmen auf dem deutschen Pflegemarkt, zum Leid der Patienten & Angehörigen sich auf deren und der Kosten der Kranken- & Pflegekassen finanziell zu bereichern.

Die Justiz hat heute in Bayern eine strukturiert vorbereitete Aktion gegen einige Unternehmen durchsetzen können. Pflegebetrug ist in diesem Umfeld nichts Neues, was auch der Justiz, nicht nur Personen die im Pflegebereich arbeiten, bekannt ist.

Ein Wirtschaftszweig in dem sich vermehrt schwarze Schafe niederlassen, dieser ist finanziell extrem lukrativ, was auch mit dem demografischen Wandel in Deutschland zusammenhängt. 

Der Patient wird basisversorgt, bezahlt Unmengen von Geld für seine Versorgung, erhält oft nicht im Ansatz die notwenige Versorgung, es wird nicht im Ansatz auf seine menschlichen Bedürfnisse eingegangen. Zeit & Wirtschaftlichkeit stehen im Vordergrund, nicht das Leben, der Mensch und seine Bedürfnisse.

Kontrollorgane des MDK (Medizinischer Dienst der Kassen) mit ihren Alibi-Instrumenten für die Kontrolle der pflegerischen Einrichtungen, bewirken selten etwas und primär nichts. 

Die Einrichtungen kennen die Prüfkriterien und sind auf Prüfungen durch dafür eingestellte Qualitätsmanager vorbereitet, welche sich um die geforderten Qualitätsstandards der Kassen kümmern. Dieses erweckt nach Aussen den Anschein, man habe es mit einem guten Pflegeunternehmen zu tun, oft wird bereits in Prospekten mit einer sehr guten Benotung durch den MDK geworben. 

Augenwischerei, wenn man die Hintergründe kennt!

Der Pflegemarkt scheint finanziell so interessant zu sein, dass selbst Ärzte dazu bereit sind, sich finanziell zu bereichern, indem sie Beteiligungen für falsch ausgestellte Diagnosen beziehen, mit Pflegediensten unter einem Hut stecken und dazu beitragen die Kranken- & Pflegekassen durch höhere Zahlungen für höhere, jedoch nicht angemessenen Pflegegrade, zu bezahlen.

Ein Netzwerk der Korruption auch in der Pflege.

Patienten die auf einen höheren Pflegegrad angewiesen wären, gehen leer aus, werden nicht adäquat beurteilt, leiden unter zu geringer pflegerischer Versorgung und andere machen sie buchstäblich die Taschen voll.

Für die Pflegekräfte führt nicht nur eine nicht angemessene Bezahlung zu Frustration, auch die Ungerechtigkeit den Patienten gegenüber und der ständige finanzielle Druck, ausgeübt von den Arbeitgebern stellt ein grosses Problem in dieser Branche dar. Dies für zu einem Pflegenotstand in Deutschland, wie wir ihn bereits erleben.

Wem kann ich überhaupt noch vertrauen? 

Wem kann ich meinen zu pflegenden Angehörigen, bei solchen Schlagzeilen überhaupt noch ruhigen Gewissens anvertrauen?

Berechtigte Fragen, die sich ein Angehöriger stellen muss. Kontrollieren Sie die Mitarbeiter, befragen Sie Ihren Angehörigen bezüglich der Zufriedenheit, des Umgangs mit ihm, der Qualität der Mahlzeiten, der Sauberkeit in der jeweiligen Pflegeeinrichtung!

Wir beraten Sie gerne zur Auswahl einer angemessenen Wohnform, Problemen mit Pflegeeinrichtungen , Behörden, Kranken- und Pflegekassen.

Bei uns erhalten Sie Unterstützung im Antragswesen, Finanzierungs- & Entlastungsmöglichkeiten.

Kontaktieren Sie unsere Pflegeberatung, wir helfen Ihnen zuverlässig, kompetent und kostengünstig in allen pflegerelevanten Bereichen mit Herz & Verstand!

Artikel in Süddeutschen Zeitung online vom 23.10.2019

https://www.sueddeutsche.de/bayern/muenchen-augsburg-razzia-pflegebetrug-1.4652496

Sie benötigen Unterstützung für den Zuschuss für Pflegehilfsmittel & wohnumfeldverbessernde Maßnahmen?

Pflegebedürftige haben Anspruch auf Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, die zur Erleichterung derPflege oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihm eine selbständigere Lebensführung ermöglichen, soweit die Hilfsmittel nicht wegen Krankheit oder Behinderung von der Krankenversicherung oder anderen zuständigen Leistungsträgern zu leisten sind.

Die Aufwendungen der Pflegekassen für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel dürfen monatlich den Betrag von 40 Euro nicht übersteigen. Mögliche Produkte, die für Sie in diesem Rahmen erstattet werden können sind, Händedesinfektionsmittel, Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Flächendesinfektionsmittel, Mundschutz oder Einmal-Schutzschürzen. Die Leistung kann auch in Form einer Kostenerstattung erbracht werden.

Die Pflegekassen können subsidiär finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen gewähren, beispielsweise für technische Hilfen im Haushalt, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird. Die Zuschüsse dürfen einen Betrag in Höhe von 4 000 Euro je Maßnahme nicht übersteigen. Leben mehrere Pflegebedürftige in einer gemeinsamen Wohnung, dürfen die Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des gemeinsamen Wohnumfeldes einen Betrag in Höhe von 4 000 Euro je Pflegebedürftigem nicht übersteigen. Der Gesamtbetrag je Maßnahme nach Satz 3 ist auf 16 000 Euro begrenzt und wird bei mehr als vier Anspruchsberechtigten anteilig auf die Versicherungsträger der Anspruchsberechtigten aufgeteilt.

Zuschuss zur Verbesserung Ihres Wohnumfeldes

Wenn Sie auf Grund Ihre Krankheit nicht mehr sich bewegen können, haben Sie plötzlich Schwierigkeiten beim Bad, Toilette Nutzung, Treppen steigen oder Ähnliches, was bis jetzt war Selbstverständlich, können Sie mit einem Zuschuss von Krankenkasse (einmalig bis 4000€) die Wohnung umbauen.

Die Bewilligung von Zuschüssen wird immer individuell bewertet und freigegeben.

Kontaktieren Sie unsere Pflegeberatung für weitere Fragen zur Kostenübernahme durch die Pflegekasse!

Distance Caregiving – Wie pflege und organisiere ich als Angehöriger auf Distanz?

Im Alter von 40 bis 50 Jahren müssen wir täglich mit einem Anruf rechnen, dass unsere Eltern in einer pflegerischen Akutsituation sind und unsere Hilfe benötigen.

Wie lässt sich dieses mit unserem ausgelasteten Leben in einer sehr schnelllebigen Zeit noch integrieren und uns nicht noch mehr an Grenzen der Belastbarkeit stossen? Eine Frage die uns alle betreffen kann.

Unser Team der Deutschen Pflegeberatung Matheis gibt unser Möglichstes, Sie in dieser hilflosen Situation, umgehend mit Rat & Tat zu unterstützen und alles notwendige für Sie zu erklären und in die Wege zu leiten.

Wie bekomme ich einen Pflegegrad und damit Pflegegeld von der Pflegekasse für meinen Angehörigen, welche Finanzierungshilfen sind möglich, welche Entlastungsangebote, bezogen auf Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege gibt es?

Wir kümmern uns von A – Z um Ihre Problematiken, beginnend von Sicherheitssystemen wie Hausnotruf, Pflegehilfsmitteln ( Pflegebett, Rollator, Rollstuhl, Treppensteiglifter und weitere), Inkontinenzmaterial etc., Essen auf Rädern, Wohnumfeldanpassung, direkten Beratungen telefonisch & auf Wunsch über Bildtelefonie zu Pflegethemen. Wir bieten Schulungen, Seminare & Vorträge per Email oder direkt in München vor Ort an. Ich & mein Team von Pflegeexperten möchten Sie sicher im Umgang mit Ihrem zu pflegenden Angehörigen machen, Ihnen das nötige fachliche Hintergrundwissen weitergeben und lassen Sie nicht allein im Pflegedschungel stehen. Wir geben unser Möglichstes um Ihnen die grösstmögliche Entlastung zu ermöglichen, damit Sie ruhigen Gewissens Ihrem Alltag nachgehen können.

So kann Distance Caregiving aussehen!

Uns ist bewußt, das nicht jeder nahe des Wohnorts seiner zu pflegenden Angehörigen lebt, jedoch den Wunsch hat, eine bestmögliche Lösung für die Pflege zu planen. Unsere Pflegeberatung unterstützt Sie, ohne Sie stundenlang selbst recherchieren zu lassen und wertvolle Zeit zu verschwenden!

Kontaktieren Sie uns über das Kontaktformular auf unsere Homepage oder direkt telefonisch!

passender Artikel in der Zeit online vom 18.10.2019

https://www.zeit.de/gesellschaft/2019-10/pflege-distanz-eltern-kinder-pflegebeduerftige-pendeln

Wie kann mir die Pflegeberatung beim Organisieren eines adäquaten ambulanten Pflegedienstes oder einer stationären Senioreneinrichtung helfen?

Verlassen Sie sich bei der Auswahl für ihren pflegebedürftigen Angehörigen nicht nur auf Äußerlichkeiten oder finanzielle Aspekte der Einrichtung oder des ambulanten Pflegedienstes. Ich selbst habe jahrelang für die unterschiedlichsten  Anbieter und damit auch Rechtsformen, wie gemeinnützige Vereine, Aktiengesellschaften oder Wohlfahrtsverbände gearbeitet, als Pflegefachkraft, Praxisanleiter und im Leitungsbereich als Pflegedienstleiter.

Wenn Sie sich bewußt machen, das es in der Pflege von Menschen nicht ausschliesslich humanitäre Interessen gibt, sondern dies ein riesiger, stetig wachsender Wirtschaftszweig ist, wird Ihnen klar, worauf ich hinaus will.

Bei ambulanten Pflegediensten und stationären Einrichtungen steht oft der zu erwirtschaftende Gewinn im Vordergrund, nicht der Patient, worunter durch die massiv reduzierten Pflegezeiten, Patient und Pflegekraft leiden. Stress und damit verbundene Unzufriedenheit, auch von Seiten der Angehörigen, sind keine Seltenheit.

Dieses habe ich bei Aktiengesellschaften noch ausgeprägter erlebt als beispielsweise bei Wohlfahrtsverbänden, welche durch ihr Konzept durch die ambulanten Pflegedienste und stationären Einrichtungen, ihre angeschlossenen Sozialarbeiter der unterschiedlichsten Bereiche mit abdecken und finanzieren, da diese selten, in ihren Bereichen, eigenständig Geld erwirtschaften.

Am erträglichsten fand ich die Arbeit für gemeinnützige Vereine, da diesen eine Kostendeckung ausreicht, nicht der Gewinn sondern der Patient im Vordergrund steht. Die Pflegezeiten sind ausreichender kalkuliert, die Fahrtzeiten nicht auf ein Minimum reduziert. Hiervon profitieren alle Parteien, die Mitarbeiter sind weniger gestresst, haben mehr Versorgungszeit für ihre Patienten und es kommt zu weniger Reklamationen durch die Angehörigen oder gesetzlichen Betreuer.

Der Personalschlüssel ist oftmals das A und O.

Bei Trägern welche nicht den ausschliesslichen Profit im Vordergrund sehen, ist ihr betroffener Angehöriger sicher in besseren Händen.

Es drängen leider immer mehr Investoren aus dem Ausland auf den deutschen Pflegemarkt, da sie aus wirtschaftlichem Interesse und dem demografischen Wandel angelockt werden. Sie erfüllen oft nur die minimalsten Vorraussetzungen des Gesetzgebers, was ihnen ausreicht um auf den Markt zugreifen zu können und Gewinne abzuschöpfen.

Versuchen Sie das Gespräch zu direkt in der Pflege arbeitenden zu suchen, seien Sie feinfühlig und versuchen Sie herauszuhören, wie zufrieden die Pflegekräfte in ihrem Arbeitsbereich der jeweiligen Pflegeeinrichtung sind. Sind diese gestresst, überlastet, kurzangebunden werden sie auch in einer pflegerischen Situation nicht immer professionell auftreten und arbeiten.

Wir beraten & unterstützen Sie gerne bei der Auswahl einer für den Patienten angemessenen Wohnform oder Versorgungsmöglichkeit. 

Es gibt Online-Portale in denen zudem der jährliche Prüfbericht des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) transparent veröffentlicht ist und man sich einen groben Überblick der jeweiligen Einrichtung stationär oder ambulant machen kann.

Die Einrichtungen wissen jedoch auch vor der jeweiligen Überprüfung der Kassen von den Anforderungen & Voraussetzungen, haben entsprechend Qualitätsmanagementbeauftragte angestellt, die sich um die zu erfüllenden Rahmenbedingungen kümmern und somit kein 100% transparentes Bild der jeweiligen Einrichtung abgebildet werden kann.

Nehmen Sie weitere Beratung benötigen gerne Kontakt mit unserer Pflegeberatung auf, wir helfen Ihnen kompetent und zuverlässig weiter!

Muss der Personalmangel, laut Studie, dazu führen die Sicherheit der Patienten zu gefährden?

Das Problem des Personalproblems in der Pflege ist seit langem bekannt, nur interessierte sich die Politik bisher zu wenig für dieses Thema und es wurde nur aufgeschoben, was in vielen anderen Bereichen ja auch nichts neues ist.

Schwierig ist es in unseren Augen, wenn eine sehr grosse Gruppe in Deutschland einfach keine Lobby hat, da diese nicht wahr oder ernst genommen werden, da sie auch in Zukunft nur vereinzelt in der Lage sein werden wieder im Berufsleben teilzunehmen, primär jedoch in den Augen der Politik nur Kosten verursachen…
Der in diesem Artikel erwähnte primäre Personalmangel in der ambulanten Pflege ist darauf zurück zu führen, dass die Mitarbeiter gezwungen sind unter katastrophalen Bedingungen in der Pflege zu arbeiten, da die Patientenwohnungen nur als Gast besucht werden um dem Patienten Hilfestellung zu leisten.

Wir finden natürlich keine barrierefreien Wohnungen, sondern Wohnungen die abgenutzt, herunter gewohnt und Mobilar eines bisherigen Lebens aufweisen, zudem selten angemessen gepflegt und aufgeräumt sind, was an der Überforderung des Einzelnen, oft verbunden mit seiner Krankheit liegt.

Auch der angesprochene Personalwechsel, bei mehreren Hausbesuchen pro Tag im ambulanten Bereich lässt sich nur schwer in den Griff bekommen, ist jedoch weder neu noch etwas anderes gemessen an einem Dreischichtsystem, welches auch im Krankenhaus praktiziert wird. Realistisch sind 6-8 Pflegekräfte auf einen Monat gesehen. Es gibt Schichtwechsel die bei der Planung so gut wie möglich berücksichtigt werden, dass eine angemessene Bezugspflege umgesetzt werden kann, jedoch brauchen Pflegekräfte auch ihre Frei- bzw. Urlaubszeiten zum Ausgleich.

Angesprochene Missverständnisse und Probleme entstehen nicht durch diese Themen, sondern durch den zeitlichen Druck der aufgebaut wird, aufgrund von sinnfreier Minutenpflege und damit von den Kassen vorgegebene Minutenkontingenten für die jeweiligen verkauften Einzelleistungen, die am Patient erbracht werden. Dazu kommt in der ambulanten Pflege, dass wir mit den irrsinnigsten Verkehrssituationen klar kommen müssen, auf dem Land und in der Stadt. Auf dem Land sind die Strecken aufgrund der Distanzen nicht in den von der Kasse vorgegebenen Fahrzeiten zu erreichen, in der Stadt haben wir Problem im Berufsverkehr zügig voran zu kommen, sind behindert von Grossveranstaltungen und Demonstration. Parkplätze müssen vor und nach jedem Patienten gesucht und gefunden werden, die Strafzettel bezahlt nicht der Pflegedienst sondern der jeweilige Mitarbeiter von seinem geringen Einkommen. Mitarbeiter sind gestresst aufgrund ständigem Einspringen, versucht durch eine zu dünne Personaldecke und kontinuierliche Mitarbeiterausfälle durch Krankheiten oder private Probleme. Der Anspruch auf acht freie Tage, bei einer Vollzeit arbeiten Pflegekraft ist oft reduziert auf drei bis vier Tage, es muss eingesprungen werden, irgendjemand muss nach den Patienten / Bewohnern sehen und die Arbeit ausführen, nicht wie in Bürojobs, wo Dinge zwar auch dringend sind aber auch einmal liegen bleiben müssen.

Die Patienten sind jedoch auf unsere Hilfe angewiesen. Das unter diesen Voraussetzungen Fehler und Probleme auftauchen ist vorprogrammiert. Die Sicherheit des Patienten eine angemessene pflegerische Versorgung zu bekommen, sollte im Vordergrund stehen!

Es ist richtig, dass viele Dinge in der Pflege nicht zu verantworten sind und grob fahrlässig gehandelt werden muss, da diese Berufsgruppe seit Jahren vernachlässigt wurde und fast ausschliesslich auf unqualifiziertes, angelerntes Personal zurück gegriffen werden muss, das keine Alternative auf dem Markt besteht.

Ein Zeichen für das Versagen der Politik seit Jahren. Patienten werden von Pflegediensten abgelehnt, was als kompetent gesehen werden muss, denn wenn es zeitlich nicht umsetzbar ist, noch mehr Patienten aufzunehmen und dadurch noch mehr Stress auf die einzelnen Mitarbeiter zu übertragen, ist dieser Schritt weg vom Gewinndenken ein richtiger. Ich kenne genügend Beispiele von Unternehmen, die unreflektiert Patienten aufnehmen, egal ob es machbar ist oder nicht, der Leidtragende ist der noch weiter gestresste Mitarbeiter, Hauptsache die Finanzen stimmen für die Geschäftsleitung.

In diesem Artikel wird eine zeitsparende digitale Dokumentation erwähnt, welche ich ebenfalls aus eigener Erfahrung kritisch sehe. Viele ältere Mitarbeiter sind mit dieser technischen Neuerung, trotz Schulung & Einweisung gnadenlos überfordert. Geräte stürzen technisch ab, Leistungen die erbracht wurden, müssen manuell eingegeben werden, Akkus halten nicht die komplette Schicht durch, Geräte synchronisieren sich nicht zuverlässig. Zusätzlich haben wir extrem viele aus dem Ausland stammende Pflegekräfte, welche sprachlich auf Barrieren stossen, Missverständnisse entstehen und dadurch erneute Probleme verursachen, die korrigiert werden müssen.

Wenn man den Arbeitstag einer Pflegekraft aufschlüsselt, ist diese zu einem Drittel im Fahrzeug unterwegs, zu einem Drittel am Patienten beschäftigt und zu einem weiteren Drittel mit der zeitraubenden Dokumentation beschäftigt. Es bleibt also kaum Zeit für den Patienten, der diese dringend benötigen würde.

Hier sollte man ansetzen und etwas ändern. die Kassen bauen immer höheren Druck bzgl. der Beratungen, Risikoeinschätzungen und Dokumentation auf, der nicht aufrecht zu erhalten ist, mit dieser Personaldecke und fast nur noch Hilfskräften in diesem Berufsfeld!

Hierzu ein passender Artikel im Spiegel Online vom 31.09.2019

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/pflege-personalmangel-gefaehrdet-laut-studie-sicherheit-von-patienten-a-1289263.html