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Pflegekosten und Pflegefinanzierung: Ein Leitfaden

Pflegekosten & Pflegefinanzierung


 

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. Pflegekosten im Detail
  3. Pflegefinanzierungsmöglichkeiten
  4. Sozialhilfe und Pflegekosten
  5. Pflegeversicherung
  6. Steuerliche Aspekte der Pflegekosten
  7. Fazit

Einleitung

In Deutschland wächst die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen stetig. Dabei spielen Pflegekosten und die Pflegefinanzierung eine zentrale Rolle. In diesem Artikel erhalten Sie einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Aspekte von Pflegekosten und mögliche Finanzierungsmöglichkeiten.

Pflegekosten Pflegefinanzierung

Pflegekosten im Detail

Pflegekosten setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Dazu zählen:

1. Pflegeleistungen

Pflegeleistungen umfassen alle notwendigen Maßnahmen zur Betreuung, Versorgung und Unterstützung einer pflegebedürftigen Person. Dies kann sowohl ambulant als auch stationär erfolgen.

2. Unterkunft und Verpflegung

Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung fallen bei der Inanspruchnahme einer stationären Pflegeeinrichtung an. Sie variieren je nach Anbieter und Region.

3. Investitionskosten

Investitionskosten sind die Kosten, die im Zusammenhang mit der Errichtung, Modernisierung und Instandhaltung von Pflegeeinrichtungen entstehen. Sie werden anteilig auf die Bewohner umgelegt.

Möglichkeiten der Deckung von Pflegekosten oder der Pflegefinanzierung


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Pflegekosten zu finanzieren:

1. Eigenmittel

Eigenmittel umfassen Ersparnisse, Einkommen und Vermögen des Pflegebedürftigen oder seiner Angehörigen.

2. Pflegegeld

Pflegegeld ist eine finanzielle Leistung der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung, die zur Deckung der Kosten für die häusliche Pflege verwendet werden kann.

3. Pflegesachleistungen

Pflegesachleistungen sind Leistungen der Pflegeversicherung, die direkt an den Pflegedienst gezahlt werden. Sie können alternativ oder zusätzlich zum Pflegegeld in Anspruch genommen werden.

4. Verhinderungspflege

Verhinderungspflege ist eine Leistung der Pflegeversicherung, die bei vorübergehender Abwesenheit der Pflegeperson gewährt wird.

Sozialhilfe und Pflegekosten

Reichen die eigenen finanziellen Mittel und die Leistungen der Pflegeversicherung nicht aus, um die Pflegekosten zu decken, kann Sozialhilfe in Form der Hilfe zur Pflege beantragt werden. Diese Leistung wird vom Sozialamt getragen und soll die finanzielle Lücke schließen.

Voraussetzungen für die Hilfe zur Pflege

  1. Pflegebedürftigkeit: Die Person muss in einem anerkannten Pflegegrad eingestuft sein.
  2. Bedürftigkeit: Die eigenen finanziellen Mittel und die Leistungen der Pflegeversicherung reichen nicht aus, um die Pflegekosten zu decken.
  3. Subsidiarität: Die Hilfe zur Pflege wird erst gewährt, wenn keine anderen Leistungen oder Ansprüche zur Verfügung stehen.

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist ein Zweig der deutschen Sozialversicherung und soll die finanziellen Risiken der Pflegebedürftigkeit abdecken. Sie ist in der gesetzlichen (GKV) und der privaten (PKV) Variante erhältlich. Die Leistungen der Pflegeversicherung sind:

  1. Pflegegeld
  2. Pflegesachleistungen
  3. Teilstationäre Pflege
  4. Vollstationäre Pflege
  5. Kurzzeitpflege
  6. Verhinderungspflege

Um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, muss ein Antrag bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden.

Steuerliche Aspekte der Pflegekosten für die Pflegefinanzierung


Pflegekosten können steuerlich geltend gemacht werden. Hierbei sind zwei Aspekte zu beachten:

1. Außergewöhnliche Belastungen

Pflegekosten können als außergewöhnliche Belastungen in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Dazu zählen Kosten für Pflegeleistungen, Pflegehilfsmittel und Fahrtkosten. Die steuerliche Absetzbarkeit ist abhängig von der zumutbaren Belastungsgrenze, die sich nach dem Einkommen, Familienstand und der Anzahl der Kinder richtet.

2. Haushaltsnahe Dienstleistungen

Pflegeleistungen, die in der häuslichen Umgebung erbracht werden, können als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend gemacht werden. Hierbei können 20 % der Aufwendungen, maximal jedoch 4.000 Euro pro Jahr, von der Steuerschuld abgezogen werden.

Fazit

Die Finanzierung von Pflegekosten ist ein komplexes Thema, das individuell betrachtet werden muss. Verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten wie Eigenmittel, Pflegeversicherungsleistungen und Sozialhilfe können genutzt werden, um die Kosten zu decken. Zudem sind steuerliche Aspekte zu beachten, um die finanzielle Belastung zu reduzieren. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema Pflegekosten und Pflegefinanzierung ist empfehlenswert, um im Bedarfsfall gut vorbereitet zu sein.

Zusätzliche finanzielle Entlastungsmöglichkeiten


Neben den bereits erwähnten Finanzierungsmöglichkeiten gibt es weitere Optionen, um die finanzielle Belastung bei Pflegebedürftigkeit zu reduzieren:

1. Pflege-Wohngemeinschaften

Pflege-Wohngemeinschaften sind eine alternative Wohnform, bei der mehrere Pflegebedürftige zusammen in einer Wohnung oder einem Haus leben. Hierdurch können die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Pflege geteilt werden, was zu einer finanziellen Entlastung führt.

2. Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Pflegebedürftige Personen mit einem Pflegegrad haben Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Diese können beispielsweise für Angebote der Tages- und Nachtpflege, der Kurzzeitpflege oder für ehrenamtliche Betreuungsangebote verwendet werden. Der monatliche Betrag beläuft sich auf bis zu 125 Euro.

3. Wohnraumanpassungen

Um den Verbleib in der eigenen Wohnung bei Pflegebedürftigkeit zu ermöglichen, können finanzielle Zuschüsse für Wohnraumanpassungen beantragt werden. Die Pflegekasse kann hierfür Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme gewähren.

4. Pflegerente

Eine Pflegerente ist eine private Vorsorgemöglichkeit, um zusätzliche finanzielle Mittel im Pflegefall zu erhalten. Durch regelmäßige Beitragszahlungen wird eine lebenslange Rente im Pflegefall abgesichert. Die Höhe der Rente hängt von den vereinbarten Tarifen und dem gewählten Pflegegrad ab.

Pflegekosten Pflegefinanzierung

Die Altersfinanzierung für Immobilieneigentümer


Im Rahmen der Frage, wie Pflegekosten gestemmt werden können, besteht für Immobilieneigentümer die Möglichkeit der Altersfinanzierung mittels ihrer Immobilie. 

Dabei unterscheidet man drei Möglichkeiten, wie man mit Immobilieneigentum das Alter und damit auch Pflegekosten finanziell absichern kann:

  • Immobilienverkauf und Auszug
  • Die Aufnahme von Fremdkapital mittels klassischer Immobilienfinanzierung oder einem Seniorendarlehen
  • Die Freisetzung von in der Immobilie gebundenem Eigenkapital unter gleichzeitigem Wohnenbleiben (Immobilienverrentung)

Kernaspekt bei der Immobilienverrentung

Die Immobilienverrentung ist eine Möglichkeit der Altersfinanzierung, also eine Methode zu Deckung von Versorgungslücken, die entstehen durch unzureichende Altersvorsorge oder Rentenlücken.

Im Mittelpunkt steht hierbei die Freisetzung von Eigenkapital, das in der Immobilie gebunden ist mit der gleichzeitigen Ausgestaltung eines Rechts auf Wohnenbleiben. Für Menschen, deren Fokus also auf die Pflege in den eigenen vier Wänden liegt, eignet sich die Immobilienverrentung besonders gut.

Unterschiedliche Modelle der Immobilienverrentung

Grundgeschäft bei der Immobilienverrentung ist immer der Verkauf der Immobilie. Durch den Kaufpreis (der als Einmalzahlung oder Rente gezahlt werden kann) setzt man das gebundene Kapital frei und macht es für sich nutzbar, zum Beispiel, um damit Pflegekosten zu zahlen.

Das Recht auf Wohnenbleiben kann durch die rechtssicheren und im Grundbuch einzutragenden Rechte wie Wohnungsrecht oder Nießbrauch oder aber auch die Rückmiete über einen Mietvertrag sichergestellt werden- je nach Ausgestaltung auch mit der Option, sich zukünftig nicht mehr um die Immobilie kümmern zu müssen. Gerade letzter Aspekt spielt gerade für Pflegebedürftige eine große Rolle.

Richtige Vorgehensweise bei der Immobilienverrentung

Voraussetzung, um das richtige Modell der Immobilienverrentung zu finden, ist die Erstellung einer professionellen Bedarfsanalyse, anhand der nicht nur der persönliche Bedarf, sondern auch die Gegebenheiten rund um die Immobilie geklärt werden können.

Wichtig ist hierbei die Begleitung durch einen unabhängigen Berater, der das Marktumfeld und die Sorgen und Nöte von Immobilieneigentümern, die sich in der Situation befinden, ihre Immobilie verrenten zu wollen, gut kennt und den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann.

Die Beratung bei RentePlusImmobilie ist für Immobilieneigentümer oder deren Verwandte immer kostenlos und folgt einem auf langjähriger Erfahrung beruhenden Beratungsstandard. Auf diese Weise wird Betroffenen jede bestehende Option dargelegt und wirtschaftlich gegen andere Möglichkeiten abgewägt.

RentePlusImmobilie informiert und berät und ist durch die Anbindung der Rechtsanwaltskanzlei Janine Hardi auch in der Lage, juristisch schwierige Situationen zu klären, die im Rahmen von erbschaftsrechtlichen Fragestellungen durchaus entstehen können.

Wichtige Anlaufstellen bei Fragen zu Pflegekosten & Pflegefinanzierung


Bei Fragen zur Pflegefinanzierung und den verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten können folgende Anlaufstellen hilfreiche Unterstützung bieten:

  1. Die zuständige Pflegekasse
  2. Sozialämter
  3. Unabhängige Pflegeberatungsstellen
  4. Verbraucherzentralen
  5. Angehörigengruppen und Selbsthilfeorganisationen

Eine umfassende und individuelle Beratung, durch uns als Pflegeberatung oder unseren Partner RenteplusImmobilie.de ist entscheidend, um die passenden Finanzierungsmöglichkeiten für die Pflegekosten zu finden und die finanzielle Belastung zu minimieren.


Weitere interessante Beiträge Ihrer Pflegeberatung in München, nicht nur zum Thema Pflegekosten & Pflegefinanzierung, finden Sie im Blog-Bereich in Kategorien für Sie geordnet.

Zusätzlich veröffentlichen wir regelmäßig den Podcast “Tipps für pflegende Angehörige” auf unserer Startseite der Homepage sowie allen gängigen online Podcast Plattformen. Dort finden Sie interessante Beiträge und Interviews, hören Sie doch mal rein!

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

 

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