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Green Care – Bauernhof statt Altenheim?

Was ist Green Care?


Wir erklären Ihnen im folgenden Artikel welche Vorteile sich beim Projekt Green Care auf dem Bauernhof gegenüber einem Pflegeheim ergeben.

Immer häufiger tauchen alternative Wohn- & Pflegemöglichkeiten zu bestehenden Senioren- oder Altenpflegeheimen auf.

  • Ist es wirklich noch zeitgemäß seinen pflegebedürftigen Angehörigen in einem Alten- oder Seniorenheim unterzubringen?
  • Ist er dort adäquat versorgt?
  • Welche Alternativen bietet der Pflegemarkt?
  • Wo könnte sich, die mir nahestehende Person wohl fühlen?

Green Care: Pflege auf dem Bauernhof

In der nachfolgenden ZDF Dokumentation Green Care, wird ein tolles alternatives Wohnprojekt, welches auch bereits in verschiedenen EU-Ländern praktiziert wird, vorgestellt. Senioren leben mit jungen Menschen zusammen auf dem Bauernhof. Ein Umdenken, von der Singularisierung zurück zur Großfamilie. Jeder kann sich an anfallenden Aufgaben beteiligen, Wertschätzung wird gelebt, Vereinsamung vorgebeugt & Aufgaben auf dem Hof können übernommen werden, müssen es aber nicht, je nach körperlichem Allgemeinzustand. Zusätzlich betreut wird die Wohngemeinschaft von einem ambulanten Pflegedienst.

green care auf dem bauernhof

Es ist schön zu sehen, wie zufrieden die in der Dokumentation vorgestellten Menschen des Green Care Projekts miteinander leben. Eine Gemeinschaft in die jeder einbringt, wozu er in der Lage ist. Aufgaben werden übernommen, die Tagesstruktur gemeinsam gestaltet & bewältigt. Menschen brauchen Aufgaben, Anerkennung & Wertschätzung.

Das Gegenteil ist häufig der Fall. Menschen vereinsamen, fühlen sich im wegstehend oder nicht mehr gebraucht, überflüssig & unnütz. Die eigentliche Familie ist nicht vor Ort, lebt entfernt, für viele Senioren ist diese Distanz nicht mehr selbständig zu bewältigen.

Jeder Tagesablauf ist der gleiche, es passiert nichts mehr. Oft sind langjährige Freunde bereits verstorben oder selbst pflegebedürftig und dadurch eingeschränkt. Man ist fortlaufend mit dem eigenen Altwerden & den damit verbundenen Problemen konfrontiert. Junge Menschen bringen frischen Wind, neue Ideen und Leben in eine Wohngemeinschaft. Man lässt sich mitreissen, motivieren, sieht einen Sinn für das Weiterleben, man wird gebraucht, ist teil eines Ganzen & nicht abgeschoben am Rande der Gesellschaft.

Nicht zu unterschätzen ist die beruhigende, ausgleichende Präsenz von Tieren. Sie werden seit Jahren in psychatrischen Einrichtungen als Therapieteil einbezogen. In der Pflege werden bereits heutzutage batteriebetriebene, sich bewegende und artikulierende Plüschtiere eingesetzt, um Patienten zu beschäftigen oder zu beruhigen.

Die Wertschätzung eines älteren Menschen, ist nach meiner Meinung, nicht gegeben, er wird wie ein Kind behandelt, nicht wie ein vollwertiger, erfahrener und vor allem erwachsener Mensch mit Wünschen & Bedürfnissen.

Ein natürlicher Umgang, wie in dieser Green Care Dokumentation gezeigt, wäre eine Möglichkeit mit mehreren Generationen und Tieren zusammenzuleben. Basierend auf Verständnis, Rücksicht und gegenseitiger Bereicherung. Senioren passen auf Kinder auf, während wir unserer Arbeit nachgehen, eine Tagesmutter wird überflüssig. Gemeinsames Kochen, der Erfahrungsaustausch von mehreren Generationen, jeder bringt sein Wissen mit ein, man lernt vom Anderen. Freizeitaktivitäten können von jüngeren Menschen anders geplant werden, es gibt jemanden der die Aufgabe des Babysitters am Abend übernimmt.

Unzählige neue Möglichkeiten bilden sich ab, wenn man vom konventionellen Weg des alleine alt werden abkommt, offen für neues ist. Für meine Generation eine nicht fremde Denkweise, wir haben fast alle aus Kostengründen bereits zu Studien- oder Ausbildungszeiten gelernt in Wohngemeinschaften zu leben, sind gewohnt uns zu arrangieren, Badezimmer & Küche zu teilen, Dinge gemeinsam oder in Absprache zu erledigen.

Der im Film erwähnte ambulante Pflegedienst kann sich auf das Wesentliche im Bereich der Unterstützung in der Körperpflege konzentrieren, Haushaltstätigkeiten entfallen, werden von noch rüstigen Mitbewohnern übernommen, dies spart wertvolles Geld, Pflegegeld welches vom Gesetzgeber klar, als nur die Basis der pflegerischen Versorgung betrachtet wird, es muss immer von einem zu leistenden Eigenanteil ausgegangen werden und dieser muss zuerst einmal finanzierbar sein.

Es wird kein Dienst welcher Essen auf Rädern liefert, das in Großküchen zubereitet wird und nur einen geringen Nährwert hat benötigt. Man kocht gemeinsam frisch, baut einige Lebensmittel noch selbst an, wie in alten Zeiten, auch hier lässt sich mit einer geringen Rente einiges einsparen.

In meinen Augen ist Green Care eine bereichernde, attraktive Wohnform um gemeinsam alt zu werden und einer Vereinsamung vorzubeugen!

Fazit:

Welche Alternative gibt zum Altenheim?

Senioren-WGs oder Mehrgenerationenhäuser sind eine gute Alternativen zum klassischen Wohnen im Altenheim. Diese Projekte sind oft durch gemeinnützige Vereine selbst organisiert. Senioren sind nach ihren Möglichkeiten am Alltagsleben beteiligt, helfen & unterstützen sich untereinander, Angehörige unterstützen den Alltag zusätzlich. Es ist oft ein ambulanter Pflegedienst für pflegerische und / oder medizinische Tätigkeiten organisiert.

Link zur ZDF Dokumentation:

https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-bauernhof-statt-altersheim-100.html?fbclid=IwAR2CtV9ERir8ow4NGv9aLQbNM79dK0nwICcAnZc95MwTItNzn8BXWV1vYi4


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Zusätzlich veröffentlichen wir wöchentlich im Podcast „Tipps für pflegende Angehörige“ auf unserer Startseite der Homepage sowie allen gängigen online Podcast Plattformen interessante Beiträge und Interviews, hören Sie doch mal rein!

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

2 Antworten
  1. Natalie Brandner
    Natalie Brandner sagt:

    Für meine Eltern haben wir von Anfang an einen Pflegedienst beauftragt. Gleichzeitig finde ich es sehr interessant, wie sich die Pflege von Senioren entwickelt. Mir war gar nicht bewusst, dass es mittlerweile Wohnprojekte gibt, bei denen Senioren zusammen mit jungen Menschen auf einem Bauernhof leben. Das hört sich wirklich sehr spannend an und ich würde mir das gerne mal direkt vor Ort anschauen.

    Antworten

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