Weswegen steht immer nur die Profitgier in der Pflege im Vordergrund?

Ich habe aus Eigeninteresse selbst in der Vergangenheit mehrere Monate für einen ambulanten Pflegedienst gearbeitet, welcher als Aktiengesellschaft auftritt. Es interessierte mich, wie dies, in Anbetracht der Gewinnoptimierung, in Bezug auf die Patientenversorgung funktionieren soll. Nicht der Patient steht, wie es sein sollte, im Vordergrund, sondern ausschliesslich der Gewinn, erwirtschaftet durch die Patientenversorgung.

Pflegezeiten werden auf ein Minimum reduziert, die Mitarbeiter dadurch unter massiven Zeitdruck gesetzt. Das Ergebnis, alle Beteiligten sind unzufrieden, fühlen sich wie am Fliessband abgefertigt und nur teilversorgt. Es ist schlicht keine Zeitvorgabe gegeben um auf die Bedürfnisse und Wünsche des Patienten einzugehen. Fragwürdige Prämiensysteme werden zur Mitarbeitersteuerung eingesetzt, ein hilfloser Motivationsversuch, Gewinne zu steigern, Druck aufzubauen und schlussendlich ein Grund weswegen Pflegekräfte langfristig ausbrennen und das Berufsfeld Pflege verlassen.

Es ist im letzten Jahrzehnt nicht mehr zu übersehen, das chinesische, russische und andere ausländische Investoren massiv Geld in den ambulanten und stationären Pflegemarkt pumpen, da sie sich massive Gewinne versprechen, was höchst fragwürdig ist und dringend reguliert werden muss.

Eine Empfehlung aus Sicht einer Pflege- und Leitungskraft für Angehörige, die auf der Suche nach einer angemessenen Pflegeeinrichtung sind, ist sich zu überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre sich für einen gemeinnützigen Verein zu entscheiden, dem eine Kostendeckung ausreicht und nicht der finanzielle Gewinn im Vordergrund steht.

Für mich war dies die einzige noch erträgliche Möglichkeit in diesem Bereich engagiert und meine Ideale nicht vernachlässigend zu arbeiten.

https://www.sueddeutsche.de/politik/pflege-spd-will-die-gewinne-privater-heimbetreiber-begrenzen-1.4588950

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