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Hospizarbeit & Palliative Care

Ein wichtiges Thema in der Pflege alter, kranker und pflegebedürftiger Menschen ist der würdevolle Umgang mit dem Sterben und Tod.

Die Herausforderung ist es Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten und zu unterstützen, damit sie trotz eines unheilbaren Leidens selbstbestimmt und würdevoll leben und sterben können.

Im Folgenden gehen wir auf diese Versorgungsergänzungen ein und erklären diese verständlich:

  • Der Hospizgedanke und die Entstehung
  • SAPV-Team (Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung)
  • Stationäres Hospiz
  • Ambulanter Hospizdienst
  • Palliativ-Geriatrischer Dienst

Gedanke und Entstehung:

Der Grundsatz der modernen Pallaitiv- und Hospizbewegung basiert auf dem Satz

der Begründerin Cicely Saunders (1918 – 2005):

Den Tagen mehr Leben geben – nicht dem Leben mehr Tage

 

Basierend auf diesem Satz ist die Herangehensweise der einzelnen Unterstützungsangebote in diesem Bereich.

Die primäre Rolle spielt das Lindern von Leiden, verursacht durch unheilbare Krankheiten und deren Symptome wie Schmerzen, Atemnot & Angstzuständen.

Das erste moderne Sterbehospiz wurde 1967 in London eröffnet, das Christopher´s Hospice.

SAPV-Teams:

  • Beratung von Patienten, Angehörigen und Anleitung von Pflegenden
  • Beratung von Hausärzten und ambulanten Fachdiensten
  • Aufbau & Koordination eines Betreuungsnetzwerks
  • Schmerztherapie & Kontrolle der Symptome
  • Hausbesuche
  • Vorbeugen von Krisensituationen durch beispielsweise Notfallpläne
  • Im Bedarfsfall 24-Stunden-Rufbereitschaft
  • Ethisch-rechtliche Beratung zu lebensverlängernden Maßnahmen
  • Förderung der Selbsthilfekräfte | Unterstützung der Angehörigen
  • Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Stationäres Hospiz:

  • Für Schwerstkranke die nur noch wenig Zeit zu leben haben
  • 24h Betreuung und Versorgung
  • Erweitereter Personalschlüssel
  • zusätzlich Therapeuten, Seelsorger & ehrenamtliche Helfer
  • Übernachtungsmöglichekiten für Angehörige
  • Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Ambulanter Hospizdienst:

  • Beratung für Angehörige, Betroffene, Pflegedienst und behandelnden Arzt
  • Besuchsdienst durch Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter
  • Für Patienten die zum Sterben aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen werden
  • Seelsorge 
  • Trauerarbeit
  • Anpassung der Therapie & Betreuung
  • Vorbereitung auf Krisensituationen
  • Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Palliativ-Geriatrischer Dienst:

  • Für Patienten im Pflegeheim, gesetzliche Vertreter, Angehörige, Freunde, behandelnde Ärzte und Pflegepersonal
  • Zur Klärung ob eine palliative Situation vorliegt
  • Wenn belstende Symptome wie Atemnot oder Schmerzen auftreten
  • Bei ethischen oder rechtlichen Fragen der weiteren Versorgung
  • Vorbeugen bei Krisensituationen
  • Ein Sterbeprozeß begleitet werden soll
  • Vermeiden von wiederkehrenden Krankenhausaufenthalten
  • Psychosoziale Beratung
  • Ehrenamtliche Begleitung
  • Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Das Sterben und der Tod sind Teil eines einmaligen und wertvollen Lebens.

Dieses Leben nehmen wir als Ganzes in seinen körperlichen, seelischen, sozialen und spirituellen Ausprägungen wahr.

Diese lebensbejahende Grundhaltung schließt sowohl eine ungewollte Lebensverlängerung als auch eine aktive Lebensbeendigung aus.

Wenn Sie weitere Fragen, Auskünfte oder Beratung zu diesem schweren Thema benötigen, kontaktieren Sie uns, wir nehmen uns Zeit für Sie und Ihre individuellen Fragen.

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis in München erklärt: Palliativpflege

 

Palliativpflege…

  • Was versteht man darunter?
  • Zu Hause oder stationär möglich?
  • Ab wann ist ein Patient palliativ zu pflegen?
  • Gibt es ein Therapieziel?
  • Kann dieses Ziel geändert werden?
  • Bei welcher Indikation?

Man spricht in der Pflege von Palliativpflege, wenn keine Aussicht mehr auf Heilung besteht und der Patient sich am Lebensende einer Krankheitsphase befindet.

Der Fokus der Pflege richtet sich in diesem Stadium auf Selbstbestimmung, Linderung, Schmerzreduktion und Lebensqualität.

Der Patient wird im Sterbeprozeß begleitet, nach dem Prinzip:

Alles kann – nichts muss!

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  • Wann hört man auf zu heilen?
  • Wer entscheidet über diesen Prozeß?
  • Habe ich als Angehöriger ein Mitspracherecht?
  • Können Pflegekonzepte auch kombiniert werden?
  • Klare Grenze oder fliessender Übergang?

Definition:

Die herkömmliche Pflege des Patienten hat einen kurativen Fokus, welcher im Palliativbereich nicht mehr verfolgt wird. 

Der Patient wird in seinen letzten Stunden, Tagen oder Wochen behutsam begleitet.

Es wird, wenn verbal noch möglich, auf seine Vorstellungen und Wünsche eingegangen. Er bestimmt was noch stattfindet und was nicht. 

Eine zwingende Ernährung oder Getränkezufuhr bleibt dem Wollen des Patienten überlassen. Der begleitende Arzt setzt meistens die bisherige Medikation ab und es wird mit palliativ üblichen, lindernden, angst- und unruhelösenden Medikamenten gearbeitet. 

Die eventuelle Schmerzproblematik steht im Vordergrund und wird mit starken schmerzstillenden Medkamenten, wie Morphium, behandelt um dem Patienten keinen unnötigen Qualen auszusetzen.

Die Körperpflege wird auf ein Minimum reduziert, um den Patienten nicht unnötig zu fordern, ihn zu belasten oder anderweitig zu beeinträchtigen.

Es wird darauf geachtet, dass bei reduzierter Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, die Mundschleimhaut feucht gehalten wird und die Lippen nicht austrocknen. Dies dient alleinig dem Wohlbefinden.

Wo wird palliativ gepflegt:

Eine palliative Versorgung kann nicht nur auf speziellen Palliativ-Stationen in der Klinik erbracht werden, diese arbeiten mit erweiterten Personalschlüsseln, um Zeit für die Sterbenden zu haben. 

Unter Einbezug eines speziellen ambulanten Palliativ-Teams (SAPV-Team) zusätzlich zum ambulanten Pflegedienst kann dies auch zu Hause stattfinden.

Therapieziele:

Ist dieses palliative Ziel von Seiten des behandelnden Arztes besprochen, leitet dieser notwenige Schritte und Änderungen an alle an der Pflege beteiligten weiter.

Dieses Ziel kann revidiert werden, wenn es der Patientenwille ergibt oder die Indikation sich verändert bzw. verbessert.

Das Ziel ist auf die Linderung, Begleitung und Selbstbestimmung des Patienten gerichtet.

Therapiemaßnahmen:

Man unterscheidet unter den vier folgenden Therapiemaßnahmen.

  • indiziert
  • zweifelhaft
  • nicht indiziert
  • kontraindiziert

Nur wenn diese Maßnahmen angemessen sind, werden sie dem Betroffenen angeboten. Sind diese zweifelhaft, sollte man offen und konkret, unter Einbezug aller, an der Pflege beteiligten, darüber sprechen.

So lange es möglich ist, wird auf den Willen des Patienten eingegangen. Dies ist auch der Fall, wenn eine Chance auf Besserung bestehen würde, der Patient, krankheitsbedingt, jedoch keine Kraft und keinen Lebenswillen meht aufbringt und dies klar äußert.

Ist der Patient im Vorfeld adäquat über Risken, Problematiken und entstehende Komplikationen aufgeklärt worden, wird seine Entscheidungsfreiheit nicht weiter beeinflusst.

Dies ist nur dann möglich, wenn der Patient ansprechbar, orientiert und geistig nicht eingeschränkt ist, sonst muss ein eventueller vorhandener gesetzlicher Betreuer oder eine von Patient vorab ernannte Person (Patientenverfügung oder Patientenvollmacht) über das weitere Vorgehen entscheiden.

Gibt es im Vorfeld keine vorliegenden Vorsorgeunterlagen, gilt es den Pateintenwillen zu deuten, wenn dieser ihn nicht mehr klar oder gar nicht äußern kann.

Therapieumsetzung:

Der ambulante Pflegedienst, die Pflegekräfte der Palliativstation arbeiten Hand in Hand mit Ärzten und SAPV-Team zusammen. es gibt regelmäßige Übergaben den Patientenzustand betreffend, wobei aktuelle Therapien abgewogen, geändert oder auch belassen werden.

Das Personal des SAPV-Teams oder speziell ausgebildete Pflegekräfte im Palliativbereich geben den zusätzlich Pflegenden wertvolle Tips und Tricks zur Versorgung des Betroffenen, man arbeitet zusammen in einem interdisziplinären Team.

Sollten Sie mit dieser Problmatik konfrontiert und überfordert sein, Beratung & Unterstützung benöigen, zögern Sie nicht uns telefonisch oder über das Kontaktformular auf unserer Homepage zu kontaktieren.

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis