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Demenz & Schmerz | Ursache für Unruhe durch BESD erkennen

Im folgenden Artikel erklären wir Ihnen, wie Sie beim Menschen mit Demenz eine eventuelle Schmerz Erkennung anhand einer BESD-Skala durchführen.

Warum reagieren Menschen mit Demenz oft abweisend, aggressiv und zeigen ein herausforderndes Verhalten? Kann dies nicht auch an anderen Ursachen, außer der veränderten Wahrnehmung bedingt durch den Krankheitsverlauf der Demenz liegen, den wir nicht verstehen? Sehen wir den Menschen mit seinen Wünschen & Bedürfnissen überhaupt? Nehmen wir seine Gefühle und Bedürfnisse überhaupt als Außenstehender wahr und erkennen seine, oft nicht artikulierbaren Probleme richtig?

Wenn die Fähigkeit durch die Demenz Erkrankung nicht mehr gegeben ist, Gefühle, Ängste und auch Probleme in Worte zu fassen, sind wir als Bezugspersonen gefragt, diese durch unsere Beobachtungen zu deuten und auf diese einzugehen.

Demenz Schmerz BESD


  • Ursachen von Schmerzen bei Menschen mit Demenz
  • Zeichen von Schmerzen bei Menschen mit Demenz
  • Möglichkeiten der Beobachtung bei Verdacht auf Schmerzen
  • Was bedeutet Schmerzeinschätzung durch BESD?
  • Kriterien einer Schmerzeinschätzung mit einer BESD Skala
  • Anwendung einer BESD Skala

Ursache von Schmerzen bei Menschen mit Demenz


Oft ist die Ursache des abweisenden Verhaltens für den Mensch mit Demenz nicht in Worte zu fassen und liegt unter anderem daran, daß die Person sich nicht wohl fühlt, ihr etwas weh tut, was wir nicht erkennen. Fatal sind Reaktionen unsererseits, diese Abwehr, oft in Form von Unruhe, durch Medikamente zu unterdrücken. Vielfach kommen Sedativa (Beruhigungsmittel in Medikamentenform) oder Psychopharmaka zum Einsatz, da wir uns nicht zu helfen wissen oder schlicht mit dem Verhalten des Menschen mit Demenz überfordert sind.

In diesem Beitrag soll es um die Problematik des Schmerzes, welcher oft nicht mehr klar geäußert werden kann, gehen. Wie kann ich bei einem Menschen mit Demenz und dessen reduzierten oder gar nicht mehr vorhandenen Wortschatz eruieren, ob seine Abwehrhaltung nur durch einen Schmerzzustand hervorgerufen wird, welchen wir nicht erkennen? Ein Mensch ohne Demenz ist in der Lage diesen anhand von Schmerzlinealen oder einem Schmerztagebuch zu erfassen, mit welchem ein behandelnder Arzt in der Lage ist, eine angemessene Diagnose durch Untersuchungen und anschliessender Behandlung & Medikation zu stellen.


Beispiele für Schmerz Problematiken bei Menschen mit Demenz


Verweigert er die Mahlzeiteneinnahme aus Gründen von Schmerzen die im Mundbereich auftreten und kann diese nur nicht äußern. Das Problem ist offensichtlich und jeder von uns kann sich in diese Lage versetzen, wenn wir beispielsweise unter Zahnschmerzen leiden, tun wir uns auch mit dem Essen schwer. Wir sind jedoch in der Lage darauf zu regieren, uns zwingt niemand zum Essen, sondern wir planen einen Besuch beim Zahnarzt. 

Ein weiteres Beispiel für einen nicht artikulierbaren Schmerzzustand, der unsere Beobachtungsgabe erfordert wäre, der Versuch mit einem Menschen mit Demenz spazieren zu gehen, vielleicht mit Unterstützung durch einen Rollator.

Wir haben einen Plan, der Mensch mit Demenz weiß davon bisher nichts, wir haben eine Erwartungshaltung, dieser soll er gerecht werden. Haben wir uns überlegt, welche Strecke er schaffen kann, ob er zu dieser Uhrzeit leistungsfähig ist, besteht eine eventuelle Schmerzmedikation, hat er diese bereits eingenommen und hatte das Medikament auch Zeit seine Wirkung zu entfalten? Habe ich mich rückversichert und seine Mimik und Gestik berücksichtigt, auf den Vorschlag mit ihm spazieren zu gehen? Kann ich diese für oder gegen den Vorschlag deuten?

Starte ich die Aktion ohne gewisse Dinge vorab zu überdenken und zu prüfen, kann dieses Vorhaben auch nach hinten losgehen. Er weigert sich, wird ablehnend oder aggressiv, schafft die vorgegeben Strecke nicht, leidet unter Schmerzen und bricht eventuell zusammen. Wir haben die Situation schlicht schlecht eingeschätzt und ihn überfordert, sein Schmerzzustand wurde nicht richtig gedeutet oder ignoriert und seine Fähigkeiten überschätzt. Auch eine Mensch mit Demenz steht nicht unter ständiger Beobachtung von uns, es kann in unserer Abwesenheit zu einer Verletzung beispielsweise durch einen leichten oder schwereren Sturz gekommen sein. Diesen kann und wird er uns nicht angemessen mitteilen können. Deswegen gibt uns die Mimik und Gestik unter anderem Informationen um zu lesen, wie es dem Menschen geht, wenn die Sprache uns nicht mehr ausreichend Informationen über seinen Gefühlszustand geben kann.

Demenz Schmerz BESD


Möglichkeiten der Beobachtung bei Schmerz Verdacht


Was habe ich also für Möglichkeiten bei einem, im Wesen, durch die Demenz Erkrankung veränderten Menschen, herauszufinden, weswegen er sich aggressiv oder abweisend zeigt?

Ich kann durch genaue Beobachtung feststellen, wie seine Reaktion auf eine Berührung oder Bewegung ist, wenn ich mit ihm auf pflegerischer Ebene arbeite.

Wie ist seine Mimik? Setzt die Person seine Hände oder Beine ein, um eine Aktion unsererseits abzuwehren, da er sich verbal nicht adäquat äußern kann? Nimmt er kontinuierlich eine Schonhaltung ein, die jetzt beobachtet werden kann und vorher nicht eingenommen wurde.

Oft besteht auch die Möglichkeit einen Schmerzzustand durch die Atmung zu beobachten, wenn diese nicht gleichmäßig und ruhig, sondern bei beispielsweise einer Bewegung hektisch und beschleunigt ist, sich anschliessend durch eine eingenommene Schonhaltung oder Gegenbewegung wieder normalisiert. Sie sehen es ist eine Menge Grundverständnis erforderlich um einen Menschen mit Demenz zu verstehen, es würde nichts bringen die Probleme medikamentös zu unterdrücken, das Problem des Schmerzes würde weiter bestehen bleiben.


Was bedeutet Schmerzerkennung nach BESD?

Es gibt in der Pflege ein Instrument, die Schmerzeinschätzung nach BESD, welche dazu entwickelt wurde, den Schmerz bei einem Menschen mit Demenz zu eruieren. Diese dient als Basis für den behandelnden Arzt um eine Ursache herauszufinden und eine sinnvolle Behandlung durchführen zu können. Jedoch ist unsere Beobachtungsgabe des Betroffenen gefragt. Wir sind diejenigen die den Menschen mit Demenz als Pflegende täglich sehen und wahrnehmen. Der Arzt sieht diesen nur seltenst und kann mit unserer Dokumentation und Beobachtung, durch eine professionelle Schmerzeinschätzung nach BESD, individuell auf die Person eingehen und reagieren, um ihm zeitnah zu helfen.


Nach welchen Kriterien erfolgt eine Schmerzeinschätzung nach BESD?

Diese ist eine Skala zur Beurteilung von Schmerzen bei Demenz basierend auf der Beobachtung folgender Faktoren:

  • Atmung
  • Negative Lautäußerungen
  • Körper- und Schonhaltung
  • Mimik & Gestik
  • Reaktion auf Trost

Anwendung der BESD Skala in der Praxis

Entsprechend unserer Einschätzung & Beobachtung legen wir eine Beobachtungszeitpunkt fest.

Anhand der Skala, es gibt unterschiedliche Modelle, welche jedoch einen ähnlichen Aufbau zeigen und kostenlos im Internet zu finden sind, vergeben wir Punkte. Eine Legende für die Vergabe der Punkte befindet sich zur Orientierung bei den meisten Skalen ganz unten aufgelistet und dient uns als Hilfestellung.

Beispielsweise ist 0 Punkte keine Veränderung oder Reaktion des Menschen mit Demenz. 10 Punkte werden bei einer deutlich sichtbaren Aktion des Menschen mit Demenz, bezogen auf die in diesem Bereich abgefragte Reaktion, vergeben. Dazwischen liegende Punkte, dienen einen mittelgradigen Einschätzung, die immer unsere subjektive Einschätzung darstellt.

Die festgestellten Punkte werden abschließend zusammengezählt und sind anhand der jeweiligen Einschätzungsskala auszuwerten und das Ergebnis kann so, bei bestehender Notwenigkeit, dem Arzt als Orientierungshilfe Ihrer Beobachtung zur anschließenden Behandlung vorgelegt werden.

Man muss sich immer bewußt sein, daß eine vom Betroffenen gezeigte Reaktion, oft nicht persönlich zu nehmen ist, sondern eine den Umständen entsprechende, überhaupt mögliche Reaktion darstellt, die oft aus einer Hilflosigkeit heraus entsteht, sich nicht verbal artikulieren zu können.

Demenz Schmerz BESD

Greifen Sie niemals sofort zu ruhigstellenden Medikamenten, wenn ein Mensch mit Demenz vermehrt unruhig ist. Auch hier gilt das Prinzip des Ausschlußverfahrens. Setzen Sie sich intensiv mit Ihrem zu pflegenden Angehörigen, Bewohner oder Patient auseinander. Versuchen Sie seine Wünsche, Ängste, Probleme & Sorgen oder gezeigte Symptome zu sehen und deuten. Ihre Beobachtungsgabe ist gefragt. Seien Sie sich seinen fehlenden Artikulationsmöglichkeiten bewußt. Bleiben Sie ruhig nehmen Sie ihn ernst und unterstützen Sie ihn.


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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

 

 

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Arthrose und die Arthroselüge erklärt

Lesen Sie Spannende Erkenntnisse des Physio- und Schmerztherapie Experten Liebscher & Bracht zum Thema Arthrose und die Arthroselüge.

Unser Körper schreit heutzutage förmlich nach mehr Bewegung.

Frühere Zeiten verlangten uns mehr körperliche Aktivität und unterschiedlichere Bewegungen ab, da wir nicht, wie heute meistens üblich, verkrampft, arbeitsbedingt oder privat vor unserem Bildschirm saßen. 

Unsere Freizeitaktivitäten sind oft nicht mehr bewegungs- und sportgeprägt. 

Unsere gewohnheitsbedingten Verhaltenmuster sind fast täglich die gleichen, angefangen vom Aufstehen, über die Fahrt zur Arbeit, die eigentliche Arbeit, den Weg zurück nach Hause und die Gestaltung unserer anschliessenden Freizeit – auf der Couch, vor dem Fernseher, dem Computer etc..

Wir bewegen und zu einseitig, nach immer dem gleichen bzw. nur leicht abweichenden Muster und zwar täglich und dies ist zu wenig. 

Muskelgruppen werden gar nicht mehr beansprucht, Dehnung fehlt, es kommt zu physikalischem Druck auf unsere Gelenke, der durch schlechte, einseitige Ernährung, gerade im Alter, zu Übergewicht und noch mehr Druck auf unsere Gelenke führt, es entsteht Arthrose. 

Knochen reibt auf Knochen, da durch den entstehenden Druck die Knorpelmasse verdrängt wird.

Durch unsere neuzeitliche Ernährung, geprägt von Convenience-Produkten der Lebensmittelindustrie und industriellhergestellten Nahrungsmitteln, wird der Körper und damit auch die, das Gelenk umgebenden Kapseln, zu wenig mit den notwendigen Mikronährstoffen versorgt. 

Diese sind jedoch notwendig um Nährstoffe in den Kapseln zu bilden, die für den Knorpelaufbau und die Regeneration, die auch noch im hohen Alter möglich ist, nötig sind.

Fazit:

Mehr oder vielseitigere Bewegung die alle Muskelgruppen miteinbezieht. Regelmässiges Dehnen unserer Gliedmaßen und eine ausgewogene, vielseitige Ernährung mit frischen, nicht industriell hergestellten Lebensmitteln.

Es gibt eine Lösung für unseren arthrosebedingten Schmerz, der herkömmlich mit Schmerzmedikamenten, später Operationen behandelt wird.

Es fehlt uns, im Gegensatz zu anderen, alternativen medizinischen Ansätzen an der nötigen Eigenverantwortung.

Wir sind kaum bereit unseren Lebensstil zu ändern, wenn der Körper Signale sendet, er damit nicht einverstanden ist, wir Schmerzen bekommen und in unserer Lebensqualität eingeschränkt sind.

Wir haben den Anspruch unseren Arzt mit der Symptomatik zu konfrontieren, eine Medikament zu erhalten und alles wird wieder wie zuvor.

Dies ist falsch, eine Symptombekämpfung mit Medikamenten heilt nicht die Ursache des entstandenen Problems, wenn wir weiter machen wie bisher, unseren Lebensstil nicht ändern und die Signale unseres Körpers ignorieren, werden wir zu unserem eigenen Opfer.

Durch diese beschriebenen Bewegungsdefizite kommt es zu verhärteten, verklebten Faszien, die nicht nur Verspannungen auslösen, sondern physikalischen Druck, der von oben entsteht & sich auf unsere Gelenke auswirkt. 

Die Knorpelmasse, zwischen den Gelenkteilen, hat nicht die Möglichkeit sich zu regenerieren, weil schlicht kein Platz durch den Druck der Knochen da ist. 

Zusätzlich fehlt die notwendige Mikronährstoffversorgung für unsere Kapseln was zu Arthrose führt.Arthrose Arthroselüge Liebscher Bracht

Was sind Faszien?

Faszien bestehen aus netzähnlichem Bindegewebe, welches unsere Organe, Muskeln, Sehnen & Bänder umgibt. Diese können verhärten und verkleben, was unsere Gelenke in Positionen zwingt und pysikalischen Druck erzeugt.

Wir bekommen Schmerzen, spannungsbedingt, dadurch Bewegungseinschränkungen und können noch weniger aktiv sein.

Dies kann man selbst beeinflussen, durch ein Überdenken unseres eigenen Verhaltens und einem Anpassen unserer Bewegungsaktivitäten.

Denken Sie an den seit Jahren andauernden Hype um Yoga! 

In diesem Zusammenhang leuchtet ein, weswegen durch regelmäßiges, vielseitges Dehnen und Strecken bei diesen Übungen genau diesem physikalischen Druck auf unsere Gelenke entgegengewirkt wird. 

Es entsteht eine gleichmässige Verteilung der Kraft die auf die Gelenke einwirkt, Verhärtungen der Faszien können durch gezielte Übungen abgebaut werden. Es entsteht wieder Raum zwischen den Gelenkteilen, Knorpel kann, vorausgesetzt unsere Ernährung ist ausgewogener und abwechslungsreicher als zuvor, neu aufgebaut werden, die Reibung und damit auch die Schmerzen, gehen zurück und verschwinden oft ganz, Knorpelmasse bildet sich wieder.

Eine umfangreiche Bewegung unter Einbezug aller Extremitäten & Gelenke findet statt.

Dies stellt eine hervorragende Prophylaxe dar bzw. ist dadurch eine Selbstheilung möglich!

Wir bekommen unsere Lebensqualität zurück.

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben und mehr Informationen benötigen, melden Sie sich telefonisch oder über unser Kontaktformular bei uns, wir helfen Ihnen weiter.

Ich verlinke Ihnen, mir bekannte Therapeuten, die alternative Heilungsansätze verfolgen, hervoragende Ergebnisse erzielen und Sie unterstützen.

Es gibt neben der Physiotherapie, auch andre Methoden wie, Rolfing oder Pohl-Therapie, die sich mit dem Thema Faszienarbeit beschäftigen und mit Ihnen zusammen wieder einen schmerzmedikamentfreien Alltag herstellen werden!

Glauben Sie nicht diese weit verbreitete Lüge, Arthrose sei abnutzungs- und verschleissbedingt, Knorpel könne, im Alter nicht wieder neu gebildet werden, es liegt an unserer Compliance, unserem Lifestyle.


Links zum Thema:

http://www.ea-rolfing.de

https://www.anja-fersch.de/pohltherapie/

https://www.liebscher-bracht.com

https://www.buecher.de/shop/gesundheit–medizin/die-arthrose-luege/liebscher-bracht-roland-bracht-petra/products_products/detail/prod_id/48069730/


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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis