Eigenanteil Pflegeheimkosten Deckelung auf 700,- Euro | Der Finanzierungsplan Spahns

Unser Gesundheitsminister Spahn äußerte sich am Wochenbeginn vor den Medien, mit einem neuen Pflegereformteil, der die finanzielle Entlastung von Angehörigen Pflegebedürftiger vorsieht.

Konkret spricht er den immer höher werdenden Eigenanteil für die stationäre Unterbringung eines Pflegebedürftigen an und stellt sein Konzept für eine Deckelung dieses Eigenbetrags von maximal 700,- Euro monatlich vor. Doch wie soll dies finanziert werden, die Zuzahlung für die Angehörigen beträgt aktuell in einigen Bundesländern durchschnittlich 2000,- Euro, bei steigender Tendenz.

Steigen die Löhne der Pflegekräfte oder wird durch den Betreiber einer stationären Pflegeeinrichtung mehr Personal eingestellt, macht sich dieses finanziell für den untergebrachten Pflegebedürftigen bemerkbar und dessen Eigenanteil steigt erneut. Durch die aktuelle Pflegeversicherung ist nur ein Basisteil der tatsächlichen Kosten gedeckt. Pflegekräfte und Pflegebedürftige werden in diesem System gegeneinander ausgespielt, hierbei muss sich dringend etwas ändern. Dies haben auch die Abgeordneten des Bundestags begriffen, nur sind die Vorschläge unterschiedlichster Art und es wird kein gemeinsamer Nenner gefunden.

Gesundheitsminister Spahn greift mit seinem Vorschlag, die Eigenanteilskosten zu deckeln, einen alten Entwurf der Sozialdemokraten auf um eine Entlastung finanzieller Art zu bewirken. Er spricht zusätzlich von einer Grenze von drei Jahren, die maximal, als Eigenanteilszahlungspflicht im Raum steht. Wenn Familien von Pflegebedürftigen, durch dieses Modell geschont werden, wer kommt dann für die Finanzierungslücke auf?

Sein Finanzierungskonzept nimmt die zukünftigen Steuerzahler in die Pflicht. Der Bundeshaushalt soll sich zusätzlich an diesen Kosten mit jährlich sechs Milliarden Euro beteiligen. Aufgrund der Tatsache, dass das Gesundheitswesen in Deutschland primär durch Versicherungsbeiträge funktioniert, dort jedoch aktuell kaum Finanzierungsmittel abgeschöpft werden können, was auch an der aktuellen Corona Pandemie liegt, werden wohl die Steuerzahler mit einem höheren Pflegeversicherungsbeitrag belastet werden.

Es ist davon auszugehen, dass der Versicherungsbeitrag von aktuell monatlich 1,1 Prozent im kommenden Jahr auf 1,3 Prozent angehoben wird. Die Sozialversicherungsbeiträge blieben somit noch knapp unter der Grenze von 40 Prozent – ein psychologischer Wert, der nicht überschritten werden soll.

Es sieht so aus als hätte uns die aktuelle Corona Pandemie die Finanzierungsmöglichkeiten für dringende Reformen im Gesundheitswesen genommen. Die Kassen stellen die Situation nicht ganz so einseitig dar. Die Mehrausgaben durch Gesundheitsminister Spahn liegen bei bisher zehn Milliarden Euro, die coronabedingten Kosten belaufen sich auf ca. fünf Milliarden Euro. Der Finanzierungsplan Spahns bezieht sich aktuell nur auf 2021, spannend wird es für die nachfolgenden Jahre, in denen keine weiteren Finanzierungshilfen mehr vorgesehen sind.

Müssen wir also ab 2022 mit einem Kollaps des Gesundheitssystems rechnen?

Der Krankenversicherungsexperte & Vorstand des BKK-Dachverbands Franz Knieps, geht von diesem Szenario aus. Dann wären, laut Knieps, auch die Reserven der Kassen am Limit, der Zusatzbeitrag müsste sich verdoppeln und Spahns Nachfolger müsste über die psychologische Grenze der Sozialversicherungsbeiträge von 40 Prozent treten oder wieder Sparmaßnahmen durchzusetzen. Daraus resultierend würden für den Versicherten Leistungseinschränkungen der Kassen zu erwarten sein und der Eigenanteil für Behandlungen würde ansteigen.

Fazit: Neue Steuererhöhungen sind zu erwarten…

 

Weitere interessante Beiträge finden Sie rechts im Blogteil, nach unterschiedlichen Themen geordnet.

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

 

 

 

 

 

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über Ihren Beitrag!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.