Hörverlust frühzeitig vorbeugen – eine Demenzursache!

Experten fordern von den gesetzlichen Krankenkassen, dass die Leistung des Hörscreenings ab dem 50. Lebensjahr übernommen werden muss.

In Deutschland leben circa 5,8 Millionen Menschen, die mit einem Hörverlust konfrontiert sind, jedoch unternimmt nur jeder Dritte etwas dagegen. Dies mag primär am Schamgefühl und am verdrängten Alterungsprozeß liegen. Bei frühzeitigem Gegensteuern, können primär Folgeerscheinungen, wie eine Demenzerkrankung vermieden werden. Je früher der beginnende Hörverlust ausgeglichen wird, desto besser!

Wer unter Hördefiziten leidet nimmt berufliche Schwierigkeiten und auch soziale Isolation in Kauf. Bleibt die Hörbeeinträchtigung unbehandelt, zeigen sich laut Wissenschaftlern kognitive Defizite ab, die die Entwicklung einer Demenzerkrankung oder Depression, aufgrund dessen, dass Bereiche des Gehirns nicht mehr vollständig angesprochen und genutzt werden fördern.

Der Präsident der Hals, Nasen- und Ohrenärzte fordert deswegen einen Hörtest für alle ab dem 50. Lebensjahr, um auch eine damit zusammenhängende Sturzgefahr und eine allgemeine Hilfsbedürftigkeit zu vermeiden. Er stellt sich mit seiner Forderung hinter die WHO (Weltgesundheitsorganisation), die diese Forderung ebenfalls vertritt.

Niemand sollte aufgrund eines Hördefizits seine sozialen Kontakte einschränken, auf Musik verzichten, isoliert leben und auf Tätigkeiten verzichten, die er zuvor gerne gemacht hat und die ihm Freude bereitet haben.

Wer also die Vermutung hat, schlechter zu hören, sollte sich präventiv an einen Hals-Nasen- & Ohrenarzt oder Hörakustiker wenden!

Studien belegen, das ein Mensch mit einem unbehandelten Hörverlust ein fünf Mal höheres Risiko hat an Demenz zu erkranken, als ein Mensch mit einem intakten Hörvermögen. Dies ist durch den Mangel an akustischen Reizen begründet, die durch diese akustische Isolation entsteht. Andere Theorien besagen, dass das Gehirn selbständig versucht dieses Defizit durch andere Gehirnregionen zu kompensieren, was zu einem deutlichen Mehraufwand anderer Hirnregionen führt, wobei bereits deutliche, beginnende Demenzsymptome erkennbar sind. Weiterhin wurde festgestellt, dass die kognitive Leistung bei Menschen mit einem Hördefizit bereits deutlich früher abnimmt, als bei gleichaltrigen ohne Hördefizit. Wir sprechen von einem Prozentsatz von 41% des geistigen Abbaus! Bei Menschen, die dieser Problematik frühzeitig mit einem Hörgerät entgegenwirken, fällt die Quote deutlich geringer aus.

Das Risiko an Demenz zu erkranken, steigt proportional, pro 10 Dezibel Hörverlust, um einen Faktor von 2,7. Bei einem Hörverlust von 30 – 50 Dezibel, spricht man von einer leichten Hörminderung, die jedoch durch das Tragen eines Hörgeräts sofort kompensierbar ist und einer Altersschwerhörigkeit und Demenzentwicklung vorbeugt. Auditive Reize, bleiben, aufgrund des eingesetzten Hörsystems erhalten, das Gehirn wird kontinuierlich stimuliert.

 

Als pflegender Angehöriger oder Angehöriger eines älteren Menschen können auch Sie positiv und ermutigt auf die Person einwirken, bei der Sie festzustellen glauben, ein Hördefizit zu erkennen.

Nehmen Sie der Person die Angst und erklären Sie die präventive Notwendigkeit eines Ausgleichs des Hördefizits. Geräte sind aktuell bereits so modern konzipiert, dass sie in der Lage sind, sich der Situation und Umgebung durch unterschiedliche Filtersysteme des Betroffenen anzupassen.

Fragen die zu einem Selbsttest oder dem Test unter Einbezug des bereits Betroffenen überprüft werden sollten:

  • Sind Telefonanrufe für mich / die Person anstrengender geworden?
  • Stellen Sie / stellt die Person das TV, Radio deutlich lauter um besser hören zu können als früher?
  • Sprechen Sie / spricht die Person noch in einer angemessenen Lautstärke oder muss er des öfteren korrigiert werden?
  • Müssen Gesprächsinhalte regelmäßig wiederholt werden?
  • Gibt es Probleme die Herkunft eines Geräuschs zu lokalisieren?
  • Sind einige Frequenzen bereits unerträglich und laut?
  • Meiden Sie / meidet die Person bereits soziale Treffen und Kontakte?

Gutes Hören bedeutet Lebensqualität. Vielleicht wurden Sie bereits auf einen Hörverlust angesprochen? Eine Hörminderung tritt  schleichend auf. Oft wird es zunehmend schwieriger, Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner in lauter Umgebung mit vielen Nebengeräuschen zu verstehen. Wiederholte Verständnisschwierigkeiten im Beruf und Alltag können Sie und Ihr Gegenüber gleichermaßen frustrieren und an Grenzen stoßen lassen.


Wußten Sie, dass es online bereits Hörtests gibt, die Sie von zu Hause aus, zur Selbsteinschätzung, durchführen können?

Wenn Sie ein neues Hörgerät erhalten haben, gibt es für Patienten, um sich an das neue, wieder deutlichere und differenzierte Hören zu gewöhnen, sogenannte Hörschulen, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen beantragt und übernommen werden können. Die Hörregion im Gehirn muss übrigens wieder lernen, mit der neuerworbenen Geräuschkulisse zurecht zu kommen, was viele Menschen mit einem neuen Hörgerät zuerst in den ersten Wochen überfordert und aufgrund der plötzlichen Lautstärke frustriert!
 

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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

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