Fehlt es an der Wertschätzung für Senioren und führt dieses Fehlen zu bekanntem Pflegenotstand?

Solange die Akzeptanz in der Gesellschaft für diese stetig wachsende Personengruppe nicht im Ansatz gegeben ist, diese an den Rand der Gesellschaft gedrängt bzw. abgeschoben wird, ändert sich wohl kaum etwas. Die Wertschätzung des alten, weisen und erfahrenen Menschen, ist heutzutage kaum noch gegeben.

In unserer schnelllebigen Zeit sind diese oft nur im Weg, nicht wie früher als wir noch zusammen in Großfamilien lebten und ältere Menschen ein aktiver Teil dieser Gesellschaft waren. Junge Menschen erlebten früher ein funktionierendes Miteinander, dies ist heute selten gegeben. Sie werden als zu langsam, eigen, alt und störend wahrgenommen.

Ein junger Mensch kann sich kaum noch vorstellen, wie Wertvoll und bereichernd die Arbeit in der Pflege mit älteren Menschen sein kann. Dieser Beruf hat kein cooles Image, im Vergleich zu Tätigkeiten im Multimediabereich etc., dies erscheint sinnvoll, zeitgemäß und erstrebenswert.

Zudem hört man zur Genüge in den Medien von den schlechten Arbeitsbedingungen, Zeitdruck, Stress und schlechter Bezahlung, letzteres ist nach meiner Meinung sekundär. Natürlich muss ich in der Lage sein mein Leben finanziell bestreiten zu können, jedoch muss mir meine Arbeit an erster Stelle Spass machen und Freude bereiten, dies sollten Argumente sein einen Beruf zu wählen. Wenn kontinuierlich vermittelt wird, das diese Tätigkeit doch nur mit Ausscheidungen, schlechten Gerüchen, sich anders verhaltenden Menschen und Tod zu tun hat, nie das Interessante, verantwortungsvolle, spannende oder medizinsche in den Vordergrund gehoben wird, nützt keinerlei politisch ins Leben gerufene Pflegeoffensive etwas.

Wir sind nicht mehr nah genug dran, an älteren Menschen. Zu sehr sind wir mit unseren eigenen Problemen, Lifestyle und Image beschäftigt. Belastendes wird verdrängt, sich mit Krankheit und Sterben zu beschäftigen, will freiwillig keiner.

Dabei können genau diese älteren Personen uns helfen, Fehler die sie bereits begangen haben und erlebt haben, nicht erneut zu begehen, wir könnten uns Rat und Unterstützung für unser Leben holen, jedoch ist die Hürde offenbar zu hoch, man recherchiert lieber online oder fragt gleichaltrige um Rat.

Früher war dies einmal anders, ältere Menschen wurden aufgrund ihrer immensen Erfahrung zu Hilfe gezogen. Heute führen sie oft ein vergessenes, trauriges Leben am Rand und ausser Sichtweite vom Rest der Gesellschaft…

Ein Link zum Artikel in der süddeutschen Zeitung vom 04.06.2019 zum Thema Wertschätzung der Senioren & die daraus resultierende Personalproblematik im Pflegeberuf.

https://www.sueddeutsche.de/politik/alter-pflege-notstand-1.4474253

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