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Sofort Eiweißmangel bei pflegebedürftigen Patienten vorbeugen

Eiweißmangel bei Patienten | Wundheilung bei Pflegebedürftigen


Eiweißmangel ist nicht nur im Bereich der Wundheilung bei Patienten ein wichtiger Aspekt.

Ein Großteil der Bevölkerung 60+ leidet an Eiweißunterversorgung. Dieser Mangel ruft oft Folgeprobleme wie Muskelschwäche, Wundheilungsprobleme, trockene Haut, brüchige Haare und Fingernägel, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen und mehr hervor.

In diesem neuen Beitrag möchten wir auf folgende Punkte eingehen & Ihnen möglichst vielseitige Informationen zur Verfügung stellen.

  • Was ist Eiweiß?
  • Symptome bei Eiweißmangel
  • Ursachen eines Eiweißmangels
  • Wie kann ich meinen Eiweißhaushalt regulieren und aufrechterhalten?
  • Wieviel Eiweiß benötige ich?
  • Welche Auswirkungen hat dieser Mangel auf eine Wundheilung?

Eiweißmangel bei Patienten vorbeugen

Eiweiß:

Dieser für den Körper essentielle Mikronährstoff, auch als Protein bekannt, stellt neben Fetten und Kohlenhydraten einen Grundbaustein unseres täglichen Ernährungsgerüsts dar. Ein Gramm Eiweiß hat eine Kaloriendichte von 4,3. Wird dem Körper Eiweiß zugeführt, spaltet dieser durch Enymprozesse das Protein auf und wandelt es in Aminosäuren um.

Symptome bei Eiweißmangel:

  • Ödeme (Wassereinlagerungen im Gewebe)
  • Haarausfall, brüchige Fingernägel
  • Schlecht heilende Wunden
  • Schlechte Immunabwehr
  • Zahnfleischschwund
  • Muskelschwäche
  • Gewichtsverlust
  • Allgemeine Schwäche & Kraftlosigkeit

Ursachen eines Eiweißmangels:

  • Zöliakie, also Glutenunverträglichkeit.
  • Funktionsstörung der Schilddrüse.
  • Erkrankungen der Leber oder Niere.
  • Alkoholsucht oder Drogenmissbrauch.
  • Tuberkulose
  • AIDS.
  • Zu geringe Aufnahme durch falsche Ernährung
Eiweißhaushalt regulieren & ausgleichen:

Der Tagesbedarf an Proteinen sollte durch ungefähr 20 Prozent gedeckt sein, dann kann von einer eiweißreichen Ernährung gesprochen werden. Einweiß ist sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten und sollte in einem ausgewogenen Verhältnis auf unserem Speiseplan auftauchen.

Die besten tierischen Proteinquellen in Lebensmitteln:

  • Eier
  • Hühnchenbrust
  • Hüttenkäse
  • Griechischer Joghurt
  • Rinderfilet
  • Thunfisch
  • Shrimps
  • Trockenfleisch

Die besten pflanzlichen Proteinquellen in Lebensmitteln:

  • Brokkoli
  • Linsen & Erbsen
  • Mandeln
  • Haferflocken
  • Kichererbsen
  • Kürbiskerne
  • Quinoa
  • Leinsamen
Wieviel Eiweiß benötige ich?

Unsere täglicher Bedarf ist abhängig von Körperbau, Aktivität & auch bestehenden Wunden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung schlägt vor, 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen. Menschen ab dem 60. Lebensjahr sollten eine Menge von ca. 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Diese Menge kann und sollte bei bestehenden Wunden mindestens erreicht werden um die Regeneration der neu aufzubauenden Zellen zu unterstützen und somit die Wundheilung zu beschleunigen.

Wie beeinflußt Eiweiß die Wundheilung?

Eine Wundheilung kann ohne Eiweiß, welches durch die Ernährung aufgenommen wird nicht stattfinden. Dieses Protein ist maßgebend am Aufbau des neuen Gewebes und der Regeneration der neu zu bildenden Zellen beteiligt. Bei chronischen Wunden wie Dekubitus, Ulcus, Tumoren etc., gehen beachtliche Mengen an Flüssigkeit und Eiweiß durch das abgesonderte Wundsekret verloren und müssen vom Betroffenen im Körper durch die Nahrung vermehrt aufgefüllt werden. Fehlen Eiweiße, kommt zu Störungen die alle drei Wundheilungsphasen betreffen. Beugen Sie diesem Eiweißmangel bei Patienten gezielt vor.

 

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Pflege zu Hause | Dekubitus vermeiden und Drucktoleranz erklärt

Dekubitus vermeiden & Drucktoleranz erklärt


Wird ein Mensch pflegebedürftig und ist auf Hilfe bei der Pflege zu Hause durch Angehörige angewiesen, gibt es für den Angehörigen zum Thema Dekubitus & Drucktoleranz der Haut einiges zu beachten. Wir erklären Ihnen den Zusammenhang zwischen Drucktoleranz der Haut & der Dekubitus Gefahr. Hierzu gehört die Prophylaxe zur Entstehung von druckbedingten Wunden, des sogenannten Dekubitus.

Problem der Entstehung eines Dekubitus


Der Patient ist sensorisch eingeschränkt, leidet beispielsweise unter den Folgen eines Schlaganfalls mit Lähmungserscheinung der Extremität/en. Er spürt diesen betroffenen Bereich nicht mehr und merkt nicht, wie ein gesunder Mensch, wenn Druck auf diese Körperstelle einwirkt. Im gesunden Fall, auch während des Schlafs, sind wir in der Lage die Position zu wechseln, wir merken entstehenden Schmerz, aufgrund intakter Reflexe des Körpers.

Dies kann nicht nur bei Einschränkungen nach einem Schlaganfall der Fall sein. Werden einem Patienten starke sedierende, ruhigstellende oder schmerzlindernde / schmerzstillende Medikamente verabreicht, kommt es zu Einschränkungen die diese Wahrnehmung betreffen. Liegt ein Patient im Koma oder befindet sich im Sterbeprozess ist dies zusätzlich oft der Fall.

Eine weitere Möglichkeit kann auch durch das Tragen einer Brille, eines Hörgeräts, einer Prothese oder der Zahnprothese entstehen, wenn diese Hilfsmittel nicht korrekt sitzen. Am Beispiel der Zahnprothese ist zu erklären, dass diese Druckstelle im Mund nicht rot sondern weiss erscheint, dies kann einfach mit einer Taschenlampe durch beleuchten des Mundbereichs festgestellt werden. Die Entstehung eines Dekubitus kann auch durch Falten, die durch Bettwäsche, Kleidung oder Bettdurchzüge (Moltons) zum Inkontinenzschutz auftreten. Diese entstandenen Falten genügen oft bereits zur punktuellen Druckentstehung.

Entstehung | Ursache eines Dekubitus


Entsteht über einen längeren Zeitraum Druck der auf die Haut einwirkt, kommt es, unterdurchblutungbedingt, zuerst einmal zu einer Rötung, die nicht oder nicht sofort zurück geht. Wir kennen das von einer Blase am Fußzehen oder der Ferse, durch nicht richtig sitzende Schuhe, auch dies ist bereits eine druckbedingte Wunde. Bleibt es nicht bei dieser entstandenen Rötung, kommt es zur Blasenbildung. Zu Beginn ist die Blase noch geschlossen, was von Vorteil ist, da sich darunter die neue Haut bildet und somit geschützt ist. Geht diese entstandene Blase auf, haben wir eine druckbedingte, offene Wunde, die es zu versorgen gilt. Das selbe Problem haben wir bei Patienten die diesen entstehenden Druck nicht spüren. Eine Gefährdung besteht bei allen inkontinenten Patienten, da die Haut im Intimbereich oft feucht und nass ist, dadurch zusätzlich gereizt und irritiert sein kann, weswegen sie noch empfindlicher ist.

Folgende Regionen sind überwiegend betroffen, wenn der Patient auf dem Rücken liegt
  • Hinterkopf
  • Schulterblätter
  • Ellbogen
  • Steiß
  • Fersen

Wenn ein Patient seitlich gelagert wird kann dies, auch im Bereich der aufeinander liegenden Knie der Fall sein, wenn diese nicht dazwischen mit einem kleinen Handtuch oder einem Kissen abgepolstert werden. Je nach Lagerungsposition können auch andere  aufliegende Körperstellen betroffen sein, und müssen kontinuierlich beobachtet werden!


Merke:

Dieser Druck entsteht primär an Körperstellen, die nicht mit Muskulatur & Fett gepolstert sind und wo Haut auf Knochen aufliegt!


Prophylaxe zur Dekubitus Entstehung

Es gibt im Sanitätshaus diverse Weichlagerungshilfsmittel, wie Matratzen oder Sitzkissen, die druckverteilend und entlastend auf gefährdete Hautregionen einwirken.

Zusätzlich muss ein derart immobiler oder bettlägeriger Patient in regelmässigen Abständen gelagert werden, die Position wird hierbei verändert und es entsteht bereits durch kleinste Mikrolagerungen eine Entlastung der Haut.

Der zeitliche Intervall dieser Umpositionierung ist abhängig und individuell unterschiedlich. Er hängt von der Drucktoleranz des Betroffenen ab.

Dekubitus Drucktoleranz Pflege zu Hause

 

Drucktoleranz

Die Haut ist bei jedem einzelnen unterschiedlich sensibel für die Entstehung von Druck. Dies ist auch von der körperlichen Beschaffenheit abhängig.

Ist ein Patient eher abgemagert, liegt er sich aufgrund der fehlenden Polsterung eher wund. Handelt es sich um einen tendenziell  übergewichtigeren Menschen, hat dieser oft eine höhere Drucktoleranz aufgrund des vorhandenen Körperfetts. Dies heisst jedoch nicht, dass dieser keine Gefährdung haben kann.

Überprüfen der Drucktoleranz bei Dekubitus Gefahr in der Pflege zu Hause

Wenn ein Patient aus dem Bett mobilisiert wird, ist zuerst einmal nicht klar, wie lange die Haut die neue Position, beispielsweise im Sitzen toleriert. Sitzt der Patient, ist die primäre Druckentstehung auf den Sitzbeinhöckern und dem Steißbereich.

Überprüfen sie in 1/2 stündigen Intervallen, ob die Haut gerötet ist und die Rötung nicht sofort zurück geht. Stellen Sie später bei längeren, grösser werdenden Prüfintervallen fest, ab wann eine bleibende Rötung entsteht diese nicht sofort zurückgeht. Damit haben Sie einen Anhaltspunkt für die Zeit, die die Hautregion des Patientin in dieser Position verweilen kann. Dies gilt auch im Liegen und für die im Liegen notwendigen Umpositionierungsintervalle. Jetzt haben Sie einen groben Richtwert für ihre zeitlich abgestimmten Lagerungswechsel. Finden diese Umpositionierungen regelmässig statt, wirken Sie einem druckbedingten Dekubitus entgegen.

Die 4 Dekubitus Stadien

  • 1: bleibende Hautrötung
  • 2: Blasenbildung, Teilverlust der Huat
  • 3: Blase ist offen, Verlust diverser Hautregionen
  • 4: Tiefere Gewebeschädigung, auch Muskeln & Sehnen sind betroffen
Hilfsmittel zur Weichlagerung

  • Schaumstoffweichlagerungsmatratze
  • Wechseldruckmatratze
  • Würfelmatratze
  • Antidekubitussitzkissen (kein Gelring!)
  • professionelle Lagerungskissen aus dem Sanitätshaus
  • gerollte Handtücher zur Freilagerung der Fersen
  • kleine Kissen zum Abpolstern gefährdeter Regionen

Fazit:

Haben Sie den Druck, den der Patient toleriert, festgestellt und wissen nun in welchen Abständen der Betroffene zur Prophylaxe umpositioniert werden muss ist folgendes wichtig.

  • Mikrolagerungen, kleine Bewegungen zur Entlastung reichen aus.
  • Lagern Sie unter der Matratze oder dem Sitzkissen, wegen der Faltenentstehung.
  • Eine liegende 30 Grad Umpositionierung ist ausreichend.
  • Ein Aufstehen vom Sitzen ist auch bereits eine Entlastung.
  • Betroffene Hautregionen adäquat mit Hautpflegeprodukten versorgen.
  • Eincremen fördert auch die Durchblutung der Hautregion.
  • Fragen Sie den Betroffenen nach der Umpositionierung nach seinem Befinden / Bequemlichkeit.
  • Überprüfen Sie regelmässig Schuhe, Brille, Hörgerät und Zahnprothese bezüglich des korrekten Sitzens.

 

Für individuelle Schulungen am Patienten oder Fragen zum Thema Dekubitus Dekubitusprophylaxe, Druckentlastung, Umpositionierung, Hilfsmittelauswahl und Drucktoleranz kontaktieren Sie uns jederzeit telefonisch oder über das Kontaktformular auf unserer Homepage, wir helfen Ihnen umgehend und professionell.


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