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So gehts! – Rentenpunkte als pflegender Angehöriger

Angehörigen Pflege | Pflegende Angehörige | Rentenpunkte | Rente


Im folgenden Text erklären wir Ihnen, wie Sie als pflegender Angehöriger durch Ihre Tätigkeit Rentenpunkte bekommen. Sie haben sich entschieden Ihren pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause zu pflegen und möchten wissen, unter welchen Voraussetzungen Sie Punkte für die zukünftige Rente ihrerseits gutgeschrieben bekommen?

Liegen folgende Punkte vor, sind Sie antragsberechtigt:

  • Sie dürfen als Pflegeperson die wöchentliche Arbeitszeit von 30 Stunden nicht überschreiten.
  • Sie pflegen als Pflegeperson mindestens 10 Stunden pro Woche an mindestens 2 Tagen.
  • Ihr zu pflegender Angehöriger hat Pflegegrad 2 oder höher.
  • Die Pflegezeit ist mindestens 2 Monate oder mehr.
  • Ihr Wohnsitz befindet sich in Deutschland.

Rentenpunkte als pflegender Angehöriger bekommen

Sie können diese Anforderungen erfüllen? Dann wenden Sie sich bzgl. der gutzuschreibenden Rentenpunkte für Sie an die Pflegekasse Ihres zu pflegenden Angehörigen. Damit Ihre aufgewendete Zeit für die Pflege, durch berufliche Abstriche ihrerseits, nicht zu einer finanziellen Benachteiligung, auf die Rente bezogen wird, werden Rentenbeiträge für Ihre, nicht berufliche Tätigkeit, angerechnet. Es spielt hierbei keine Rolle ob Sie vom Pflegebedürftigen eine finanzielle Anerkennung erhalten oder nicht. Die Pflegeversicherung behält sich lediglich vor, gegebenenfalls zu prüfen, ob eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt, was nicht der Fall ist, wenn die obigen Voraussetzungen vorliegen.

Fordern Sie bei der Pflegeversicherung des Betroffenen den “ Fragebogen zur Zahlung der Beiträge zur sozialen Sicherung für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen“ an.

Die Berechnung der Rentenbeiträge:

Ihre aufgewendete Pflegezeit wird von der Rentenversicherung als Beitragszeit gewertet. Sie wird auf dem Versicherungskonto angerechnet, als Wartezeit, so wird die Mindestwartezeit, für verschiedene Rentenbeiträge erfüllt.

Die Pflegekasse führt zusätzlich die Beiträge, für Sie als Pflegeperson, bei der Rentenversicherung ab.

Der Rentenanspruch ergibt sich daraus, daß Sie als Pflegeperson so gestellt werden, als würde Ihr monatliches Arbeitsentgelt zwischen 562,28 Euro und 2975,- Euro entsprechen.

Je nachdem wie hoch der zeitliche Aufwand und der zugestandene Pflegegrad ist, entspricht dies einem monatlichen Rentenbeitrag von 5 – 30 Euro. Diese Zahlen variieren und werden jährlich neu bestimmt.

Die Deutsche Rentenversicherung kann Ihren individuellen Fall kostenfrei unter folgender Telefonnummer: o800-1000 4800 berechnen. Informieren Sie sich, wie Sie als pflegender Angehöriger Rentenpunkte gutgeschrieben bekommen.


Wichtig:

Als pflegender Angehöriger, müssen Sie gegebenenfalls, Ihre wöchentliche Arbeitszeit in Ihrem primären Beruf reduzieren, um nicht über die gesetzliche Wochenarbeitszeit, welche im Sozialgesetzbuch verankert ist, zu kommen!


Bei grösseren Arbeitgebern haben Sie zusätzlich das Recht, Ihre wöchentliche Arbeitszeit für 6 Monate zu reduzieren – Pflegezeit, anschließend haben Sie Anspruch wieder Ihre bisherige Wochenarbeitszeit aufzunehmen. Die Voraussetzungen hierfür müssen gegeben sein. Der Betrieb verfügt über mehr als 16 Mitarbeiter. In Firmen mit mindestens 26 Mitarbeitern, gibt es die Möglichkeit, bei einer Mindestarbeitszeit von wöchentlich 15 Stunden beschäftigt zu blieben, dies ist vom Familienpflegezeitgesetz geregelt. Ab einer Mitarbeiterzahl von 45 Beschäftigten, muss Ihnen eine Brückenarbeitszeit gewährt werden, diese kann über Jahre in Anspruch genommen werden, mit der Möglichkeit anschließend wieder zu ihren bisherigen Konditionen zu arbeiten.

Anrechnungsmöglichkeit für Rentner:

Sie haben als Vollzeitrentner die Möglichkeit, sich vom Gesetzgeber mit einer Rentenerhöhung, bezogen auf die aufgewendete Pflegezeit, honorieren zu lassen. Hierfür müssen Sie sich als Rentner zum 99-Prozent-Teilzeitrenter, für den Zeitraum der Pflegezeit, zurückstufen lassen. Während dieser Zeit verzichten Sie also auf 1 % Ihrer Rente, bekommen jedoch eine Aufwertung Ihrer Rente, entsprechend der aufgewendeten Pflegezeit. Ist die Pflegezeit beendet, bekommen Sie als Rentner wieder Ihre volle Rente, zusätzlich bis zu 30,- Euro monatlich, durch die gutgeschriebenen Rentenpunkte aufgrund der Pflegesituation.

Fazit:

Wie kann ich meine Pflegezeit für die Rente angerechnet bekommen?

Die Pflegeversicherung Ihres zu pflegenden Angehörigen beteiligt, sich nach Antragsstellung & Prüfung der Voraussetzungen, an Ihren Rentenbeiträgen. Ein Pflegeberater hilft Ihnen bei diesem Thema weiter.

 

Pflegeberatung Pflegegrad Widerspruch MDK-Bescheid

Weitere Fragen beantworten wir ihnen gerne telefonisch, zu unseren, auf der Homepage ersichtlichen, Bürozeiten.

 Beachten Sie auch, im Blog Bereich, unsere unterschiedlichen pflegerelevanten Themen, nicht nur das Antragswesen betreffend!

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

 

 

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Pflegeunterstützungsgeld | Pflegezeitgesetz | Familienpflegezeitgesetz nutzen

Pflegeunterstützungsgeld, Pflegezeitgesetz und Familienpflegegesetz richtig nutzen


 

  • Pflegezeitgesetz
  • Familienpflegezeitgesetz
  • Pflegeunterstützungsgeld
  • Sonderregelung
  • Definition „naher Angehöriger“
  • Sozialversicherung

Pflegezeitgesetz nutzen:

Geregelt ist, dass Sie sich, unter bestimmten Vorraussetzungen, als Arbeitnehmer für einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten ganz oder teilweise von der Arbeit befreien lassen können. Dies darf nur der häuslichen Pflege eines nahestehenden Angehörigen dienen. In einer für Sie neuen, pflegerischen akuten Situation ist geregelt, dass Sie sich auch zeitnah 10 Tage von der Arbeit befreien lassen können. Im Rahmen dessen ist eine bessere Kombination von Beruf und Pflegesituation vereinbart. Die Leistung kann in jedem Unternehmen von mehr als 15 Mitarbeitern beantragt werden. Sie müssen dafür bei ihrem Arbeitgeber, 10 Tage vor dem geplanten Beginn einen schriftlichen, formlosen Antrag einreichen.

Familienpflegezeitgesetz nutzen:

Durch das Pflegezeitgesetz ( https://www.gesetze-im-internet.de/pflegezg/ ) ist gewährleistet, dass Sie sich als pflegender Angehöriger bis zu 6 Monate, ganz oder teilweise von der Arbeit befreien lassen können um die Pflegezeit nutzen können.

Sie haben hierdurch auch die Möglichkeit bis zu zwei Jahre in Teilzeit zu arbeiten, wenn Sie selbst die Pflege übernehmen. Das Pflegezeitgesetz und das Familienpflegegesetz sind ineinander verankert und lassen sich bis zu 24 Monate kombinieren.

Diese können nacheinander in Anspruch genommen werden, dürfen jedoch nicht länger als 24 Monate andauern. Diese Leistung ist in Unternehmen mit mehr als 25 Mitarbeiter beantragbar.

Nach Bewilligung können Sie über einen Zeitraum von 24 Monaten, Ihre wöchentliche Arbeitszeit um 15 Stunden reduzieren, um die Pflege eines nahestehenden Angehörigen zu gewährleisten. Sie können Ihren Lebensunterhalt zusätzlich absichern, indem Sie ein zinsfreies Darlehen über den Bund beantragen. Ein Anspruch auf Lohnfortzahlung von Seiten des Arbeitgebers besteht in diesem Zeitraum nicht! Ihre notwendige Teilzeitarbeit müssen Sie 8 Wochen vor deren Beginn beim Arbeitgeber anmelden.

Pflegeunterstützungsgeld nutzen:

Diese Lohnersatzleistung der Pflegekasse, genannt Pflegeunterstützungsgeld, dient in einem Rahmen von 10 Tagen dazu, sich um die akute Situation eines pflegebedürftig gewordenen Angehörigen zu kümmern. Die Zeit, die bezahlt, für das Antragswesen, die Organisation, Telefonate mit Kassen, Behörden, Ärzten oder Sanitätshäuser aufgebracht wird.

Pflegeunterstützungsgeld Familienpflegegesetz Pflegezeitgesetz

Das Pflegeunterstützungsgeld wird in einer Höhe von bis zu 90% Ihres Monats-Nettolohns als Lohnersatzzahlung bewilligt. Diese Leistung müssen Sie selbst bei der Pflegekasse des zu pflegenden Angehörigen beantragen.

Sonderregelung:

Kümmern Sie als Arbeitnehmer um die Sterbesituation Ihres Angehörigen, in einer aussichtslosen, präfinalen Pflegesituation, können Sie, nach dem Pflegezeitgesetz, bis zu 3 Monate von der Arbeit freigestellt werden. Sie sind, laut Bundegesundheitsministerium, auch anspruchsberechtigt, wenn der zu pflegende Angehörige in einem Hospiz versorgt und gepflegt wird.

Definition „naher Angehöriger“:

Geregelt ist nicht nur, dass Kinder ihre Eltern pflegen, sondern auch Eltern ihre Kinder, Geschwister, Schwiegereltern, Schwager oder Schwägerin. Bei gleichgeschlechtlichen Partnern muss eine Beziehung von einem Jahr bestehen.

Sozialversicherungspflicht:

Zur sozialen Absicherung während dieser Zeiten, hat der Gesetzgeber folgende Regelung getroffen. Die Pflegeversicherung des pflegebedürftigen bezahlt für diesen Zeitraum die Zuschüsse & Beiträge zur Sozialversicherung des Pflegenden, weiterhin gibt es im Familienpflegegesetz Regelungen, die Arbeitslosen- und Rentenbeiträge betreffend, dieses können Sie bei Bedarf im Detail unter folgendem Link nachlesen:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/gesetze/gesetz-zur-besseren-vereinbarkeit-von-familie–pflege-und-beruf-/78226

 

Wenden Sie sich gerne an uns, bei weiteren Fragen zu Pflegezeitgesetz, Familienpflegegesetz und Pflegeunterstützungsgeld.


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Zusätzlich veröffentlichen wir regelmäßig Beiträge & Interviews in unserem Podcast

„Tipps für pflegende Angehörige“,

den Sie auf allen gängigen Portalen & unserer Homepage hören können!


Weitere interessante Beiträge gibt es fortlaufend im Blog in Kategorien für Sie geordnet zum Nachlesen.

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis