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Demenz | Tipps zum Umzug ins Pflegeheim

Pflegeheim für Menschen mit Demenz – Wann macht der Umzug Sinn?


Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem eigentlich klar ist, dass der Mensch mit Demenz in einer sicheren, betreuten Umgebung wohnen sollte. In der Regel kündigt sich dieser Zeitpunkt über einen längeren Zeitraum an: Der Erkrankte wird immer vergesslicher, er verwechselt Tätigkeiten, die eigentlich Routine sind oder er verläuft sich, ohne es wirklich zu merken.

Denkt man anfangs noch, dass es sich ja bestimmt wieder geben wird, wird einem dann doch Stück für Stück klar, dass es eigentlich nur noch bergab geht. Und dass sich der Erkrankte immer mehr in Gefahr begibt. Diese Wahrheit verdrängen die meisten Erkrankten, aber auch deren Angehörige, meistens sehr gern.

Demenz Umzug Pflegeheim

Denn was ist die Alternative?


Vielleicht reicht schon eine tägliche Betreuung, um zumindest die wichtigsten Dinge zu organisieren. Doch was passiert, wenn diese Betreuung nicht da ist? Schafft es der Mensch mit Demenz dann, sich selbst zu versorgen? Und überhaupt: Jemand fremdes im Haus? Will man das?

Aus diesen Gründen ist der Umzug in ein Seniorenheim für Mensch mit Demenz oft der langfristig bessere Gedanke.

Doch was ist das für ein großer Schritt! Raus aus dem Haus, in dem man lange Jahre gewohnt hat, das voller Erinnerungen steckt. „Das kann man doch nicht machen!“ ist der erste Gedanke vieler Angehörigen, wenn es darum geht, diese Entscheidung zu treffen.

Tatsächlich fällt es den meisten sehr schwer, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Man sollte deshalb versuchen, alle Emotionen auszublenden und sehr rational an diese Entscheidung herangehen.

Zuallererst sollte man sich als Angehöriger selbst überprüfen. Viele pflegende oder auch betreuende Angehörige sehen es als selbstverständlich an, dass sie für den Erkrankten zur Verfügung stehen. Sie fühlen sich „schuldig“, diese Aufgabe zu übernehmen. Oftmals erkennen sie nicht, wie groß diese Aufgabe wirklich ist. Sie überschätzen sich und unterschätzen den Aufwand, der für eine geregelte Betreuung nötig ist.

 Hauptgrund ist, dass sich die Hilfsbedürftigkeit  des Erkrankten von einem Laien kaum einschätzen und sich gleichzeitig stetig erhöht. Dazu kommt häufig noch eine schleichende Veränderung des Wesens.

 Der pflegende Angehörige, häufig noch durch Beruf und Familie mit Doppelbelastung, funktioniert nur noch und nimmt diese Belastung kaum noch wahr, verliert dabei aber mehr und mehr die Kontrolle über sich selbst. Wie in einem Hamsterrad.

Sollten also Symptome wie dauernde Gereiztheit, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, aber auch depressives Verhalten oder  Weinkrämpfe vorkommen, ist die Grenze des Zumutbaren häufig schon überschritten.

Höchste Zeit, etwas zu ändern! 

Pflege von Menschen mit Demenz im Pflegeheim

Zuerst muss man sich also selbst im Klaren darüber sein, ob ein Umzug in ein Pflegeheim für Menschen mit Demenz oder eine Demenz-Wohngemeinschaft die richtige Lösung für alle Beteiligten ist.

Dazu macht es Sinn, ganz sachlich eine Pro/Contra-Liste aufzustellen, in der alle Vor- und Nachteile eines Umzugs in eine Residenz aufgelistet sind. 

Ist eine Entscheidung zugunsten eines Umzugs gefallen, gilt es, die richtige Residenz zu finden.

Aber auch die Überzeugungsarbeit beim Erkrankten erfordert viel Fingerspitzengefühl, denn letztendlich geht es ja um ihn und sein Wohlergehen in der nächsten Zeit.

Was sind also die Kriterien, die für oder gegen den Umzug sprechen?

Dazu gibt es keine pauschale Antwort. Das Leben in der gewohnten Umgebung gibt vielen Menschen Halt und Sicherheit. Ein Umzug könnte sich negativ auf die Psyche auswirken.

Andererseits muss man sich fragen, inwieweit der Erkrankte überhaupt noch sein Lebensumfeld nutzt? Vielleicht handelt es sich tatsächlich nur um einen Vorwand, um die Entscheidung nicht treffen zu müssen!?

Denn genauso gut könnte es sein, dass der Erkrankten einer neuen Umgebung aufblüht, neue Freundschaften findet und aufgrund der regelmäßigen Betreuung ein schöneres Leben führen kann.

Hier gilt es also abzuwägen, Vermutungen anzustellen und ein Gefühl für die Situation zu entwickeln.

Und wie findet man dann die richtige Residenz?

Demenz Umzug Pflegeheim

Professionelle Demenzbetreuung


Hier gibt es schon eher die Möglichkeit einer sicheren Entscheidung. Es gibt spezielle Pflegeheime für Menschen mit Demenz oder zumindest spezialisierte Abteilungen betreiben. 

Als Angehöriger sollte man sich erkundigen, welche Angebote den Menschen mit Demenz gemacht werden. Wie sind die Betreuer ausgebildet? Wie viele stehen den Bewohnern zur Verfügung? Gibt es spezielle Unterhaltungs- und Beschäftigungspläne? Selbst beim Essen und der Ausstattung der Essensräume gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Residenzen.

Es macht absolut Sinn, sich lange vor dem Umzug mit dieser Materie intensiv zu beschäftigen, denn die Besuche und Gespräche brauchen Zeit und oftmals ist ein Platz in einem passenden Heim nicht sofort zu bekommen.

Natürlich wäre es perfekt, wenn auch der Mensch mit Demenz sich für diesen Gedanken erwärmen könnte. 

Aber naturgemäß ist es sehr schwer, mit logischen Argumenten zu überzeugen. Demenziell Erkrankte wirken oft stur und uneinsichtig.

Wie kann diese Demenz Sturheit überwunden werden?


Das ist in der Regel kein leichtes Unterfangen. Je nach Zustand glaubt der Betroffene natürlich nicht, dass ein Umzug nötig ist. Der Erkrankte kann die Situation naturgemäß nicht realistisch einschätzen. Er glaubt in der Regel, dass es kein Problem ist, alleine wohnen zu bleiben.

Deshalb sollte man frühzeitig dieses Thema anschneiden um zu erfahren, wie der Erkrankte grundsätzlich zu einem Umzug steht.

Vorsichtiges Anfragen zur gewünschten Lebenssituation in der Zukunft oder auch zur Wichtigkeit des derzeitigen Umfelds können auch beim Betroffenen Denkprozesse auslösen und zu einer gemeinsamen Entscheidung führen.

Wichtig ist, hier mit viel Empathie vorzugehen, denn ein Umzug im hohen Alter fällt niemanden leicht, auch wenn man sich bewusst ist, dass dies wohl beste Entscheidung wäre.

Es ist immer hilfreich, sich im Vorfeld der Gespräche auch die Interessen des Erkrankten genau vor Augen zu führen. Ist er ein geselliger Typ und unterhält sich gerne mit anderen Menschen, so ist natürlich das tolle Gruppenangebot in der bevorzugten Residenz hervorzuheben. 

Für die Leseratte die Bibliothek, für den Spaziergänger der schöne Garten usw.. Es sollten also immer die Wünsche des Erkrankten im Mittenpunkt stehen, nicht die logischen Argumente.

Ein gut geplanter Umzug kann also für alle Beteiligten der schönste Weg in die Zukunft sein. Es lohnt sich, sich ausgiebig und rechtzeitig mit diesem Thema zu beschäftigen.

 

Wir bedanken uns für diesen Gastbeitrag bei den Autoren der Seite:

http://www.demenz-und-du.de

besuchen Sie die Seite doch einmal, die Kernthemen drehen sich um die pflegenden Angehörigen von Menschen die von Demenz betroffen sind.


Kontaktieren Sie uns jederzeit, wenn Sie Fragen zum Thema Tipps zum Umzug ins Pflegeheim bei Demenz oder anderen pflegerelevanten Problemlagen haben, wir erklären Ihnen gerne weitere Details & gehen auf Ihre Fragen ein.


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Zusätzlich veröffentlichen wir wöchentlich im Podcast „Tipps für pflegende Angehörige“ auf unserer Startseite der Homepage sowie allen gängigen online Podcast Plattformen interessante Beiträge und Interviews, hören Sie doch mal rein!

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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

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Pflegereform 2022 | Änderung der Pflegeleistungen im Überblick

Was genau ändert sich durch den 2. Teil der Anpassungen durch die Pflegereform 2022 für die Pflegeleistungen & den Bezug von Pflegegeld ab 01.01.2022?

Bereits zum 01.07.2021 hat ein Teil der Pflegereform Änderungen für den Bezug von Pflegegeld, die Nutzung und die Kombinationsmöglichkeit der Pflegeleistungen mit sich gebracht. Vorgesehen dabei ist, daß weitere Änderungen nun zum Jahresbeginn in Kraft treten. Wir erklären Ihnen in diesem Beitrag was sich bezogen auf Pflegesachleistungen, der Pauschale für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel und der Kurzzeitpflege für Sie ergibt.

Pflegereform 2022 Pflegeleistungen Pflegegeld

Pflegegeld | Anpassung für Pflegesachleistungen


Das Pflegegeld bleibt unangepasst gleich. Es ergibt sich für Sie keine Änderung durch die Pflegereform 2022 für die Pflegeleistungen beim Bezug von Pflegegeld. Wenn sie als pflegender Angehöriger ohne einen ambulanten Pflegedienst zu Hause pflegen, bleiben die Geldleistungen unverändert. Die Pflegesachleistungen für die Pflegeleistungen, wenn beispielsweise ein ambulanter Pflegedienst die pflegerische Versorgung zu Hause übernimmt, wurden, siehe nachfolgende Tabelle, erhöht. Die Pflegereform 2022 sieht folgende Anpassungen für die Nutzung von Pflegeleistungen über den Pflegesachleistungsbetrag vor, woraus sich eine finanzielle Anpassung für Sie ergibt.

Pflegereform 2022 Pflegeleistungen Pflegegeld

Änderungen des Budgets für Kurzzeitpflege 2022


Bisher waren die Pflegeleistungen aus der Pflegeversicherung für die Nutzung der Kurzzeitpflege ab Pflegegrad 2 bei jährlich 1612,- Euro. Aus dem 2. Teil der Pflegereform 2022 ergibt sich eine finanzielle Anpassung auf 1774,- Euro jährlich. es besteht die Möglichkeit die Pflegeleistungen der Kurzzeitpflege mit dem Budget der Verhinderungspflege zu kombinieren, das hierfür vorgesehene, maximale Budget beträgt nun jährlich 3386,- Euro.

 

Anpassung | Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel


Die wegen COVID19 auf 60,- Euro monatlich angehobene Pauschale für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wird durch die Anpassung der Pflegeleistungen durch die Pflegereform 2022 wieder auf 40,- Euro pro Monat zurückgesetzt. Ihr belieferndes Unternehmen für diese Artikel passt den Umfang automatisch der allgemeingültigen Pauschale an. Sie brauchen nichts zu unternehmen, es reduziert sich lediglich die ausgelieferte Menge der zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel.

Zuschuss Pflegeheimkosten

Weitere Änderungen des 2. Teils der Pflegereform 2022 betroffen den Zuschuss für die Unterbringung in einem stationären Pflegeheim. Dieser Zuschuss bezieht sich auf die anfallenden Pflege- und Ausbildungskosten des Trägers der Einrichtung. Die Kosten für die Unterbringung, die Verpflegung und die Investionskosten bleiben unverändert und sind vom Pflegebedürftigen selbst zu entrichten.

Nachfolgend die Zuschuss-Übersicht für Pflegebedürftige in Pflegeeinrichtungen mit Pflegegrad 2 – 5:

  • 5% des Eigenanteils an den Pflegekosten innerhalb des ersten Jahres
  • 25% des Eigenanteils an den Pflegekosten bei mehr als 12 Monaten
  • 45% des Eigenanteils an den Pflegekosten bei als 24 Monaten
  • 70% des Eigenanteils an den Pflegekosten wenn Sie mehr als 36 Monate in einer stationären Pflegeeinrichtung leben.
Übergangspflege im Krankenhaus

Wenn Sie nach einem Krankenhausaufenthalt eine Rehabilitaionsmaßnahme antreten und noch keinen Platz in Aussicht haben, die Pflege jedoch auch nicht zu Hause sicher gestellt ist, sieht der Gesetzgeber vor, daß eine Übergangspflege im Krankenhaus von maximal 10 Tagen von der Kasse übernommen werden muss. Dies dient der Sicherstellung der pflegerischen Versorgung und ist bereits seit 01.11.2021 in Kraft getreten und nutzbar.

Die Übergangspflege ist auch nutzbar, wenn beispielsweise auf einen Kurzzeitpflegeplatz gewartet wird oder eine Verhinderungspflege noch nicht organisiert ist und es zu einer pflegerischen Unterversorgung kommen würde.


Kontaktieren Sie uns jederzeit, wenn Sie Fragen zu den Neuerungen aus dem 2. Teil der Pflegereform 2022 haben, wir erklären Ihnen gerne weitere Details.

Weitere interessante Beiträge zu pflegerelevanten Themen, nicht nur zu Pflegeleistungen & Pflegegeld der Pflegereform 2022, finden Sie im Blog-Bereich in Kategorien für Sie geordnet.

Zusätzlich veröffentlichen wir wöchentlich im Podcast „Tipps für pflegende Angehörige“ auf unserer Startseite der Homepage sowie allen gängigen online Podcast Plattformen interessante Beiträge und Interviews, hören Sie doch mal rein!

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