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Demenz | Verständnis durch Validation nach Naomi Feil

Was versteht man unter Validation bei Demenz


Verständnis für einen Menschen mit Demenz zu zeigen, fällt nicht immer leicht, Naomi Feil gibt uns ein wertvolles Instrument durch die Technik der Validation an die Hand. Bedingt durch die Wesensveränderung, die ein Mensch bei einer Demenz Erkrankung durchläuft, kommt es häufig zu Unverständnis aufgrund seiner Reaktionen, ablehnendem oder abwehrendem Verhalten. Die Gerontologin Naomi Feil hat sich mit dieser Thematik und Problematik beschäftigt. Sie hat das Konzept der Validation entwickelt. Dieses wird bei hochbetagten,  an Alzheimer Demenz erkrankten Menschen angewendet.

Pflegende Angehörige und Pflegepersonal bekommen eine empathische, urteilsfreie, verbale oder nonverbale Kommunikationstechnik & Grundeinstellung vermittelt. Die Technik der Validation nach Naomi Feil hilft den Menschen mit Demenz und seine Reaktionen besser zu verstehen. Es wird davon ausgegangen, daß aufgrund der geistigen Rückentwicklung bis ins Kindesalter, ein Prozeß des Aufarbeitens, von Ereignissen im Leben, im Unterbewusstsein stattfindet.

Durch Validation sind wir in der Lage die betroffene Person in dieser Aufarbeitung zu unterstützen, uns mit ihr auseinander zusetzen, um sie und ihre Reaktionen zu verstehen. Wenn ein Mensch mit Demenz beispielsweise plötzlich eine bereits verstorbene Person zu sehen glaubt, kann dieses nicht nur mit der Erkrankung zusammen hängen. Oft ist dies der Fall wenn im bisherigen Leben eine Strategie fehlte, Situationen aufzuarbeiten und damit zu bewältigen. Die Situation wird neu durchlebt. Validation ist hierbei eine tolle, unterstützende Möglichkeit dieses gemeinsam zu bewältigen. Diese Technik schafft nicht nur Verständnis für Situationen, die im ersten Moment nicht begreifbar für uns sind, sondern sie erleichtert den Umgang mit dem Menschen mit Demenz. Sie unterstützt ihn in seinem Krankheitsverlauf, schafft und erhält Vertrauen und erleichtert den Umgang mit dem Krankheitsbild Demenz.


Demenz Validation Naomi Feil

Die 4 Phasen für angewendete Validation


Phase 1: Mangelhafte Orientierung – oft unglücklich

Der Mensch mit Demenz leugnet seine Gefühle vermehrt. Er projiziert Konflikte und nicht aufgearbeitete Probleme oft auf Personen aus der Gegenwart.

Techniken der Validation in der 1. Phase:

  • Offene Fragen stellen, beispielsweise „Wie fühlst du dich?“, „Wie geht es dir?“ oder „Hast du einen schönen Tag?“. Es geht darum die Gefühlsebene durch offene Fragen zu ermitteln.
  • Nach Extremen oder dem Gegenteil fragen. Beschuldigt eine mangelhaft orientierte Person jemanden böse zu ihr gewesen zu sein, hinterfragen Sie ob sie das immer tut oder antworten sie, das kommt aber nicht jeden Tag vor, oder?
  • Sich gemeinsam erinnern. Bieten Sie Fragen auf die Vergangenheit bezogen an und gehen Sie auf das Gesagte ein, ergänzen Sie wenn möglich, um eine gemeinsame Erinnerungssituation zu gestalten, die positive Erinnerungen hervorruft.
  • Umformulieren von Gesagtem, dieses führt zu verstanden werden und Akzeptanz.
  • Bewältigungsmechanismen erfahren dient dem Zweck herauszufinden, ob die Person diese Situation früher schon einmal erlebt hat und wie sie damit umgegangen ist. Als Beispiel, der Mensch mit Demenz beschwert sich darüber, daß eine andere Person immer so laut schreit.

 

Phase 2: Zeitverwirrtheit

Rückzug aus der Realität, Verluste sind willkürlich nicht mehr zu leugnen. Vertraute Gegenstände oder Menschen erinnern den Menschen mit Demenz an die Vergangenheit, in die er sich immer mehr zurück zieht. Die Gefühlsebene wird in den Vordergrund gestellt, Themen drehen sich um Liebe, Trennung, Hass und Trauer. Hierüber schafft sich der Betroffene seine Identität.

Techniken der Validation in der 2. Phase:

  • Offene Fragen, kommuniziert die Person noch verbal, versuchen Sie es mit dem Stellen von offenen Fragen.
  • Geschlossene Fragen, ist die verbale Kommunikation kaum noch möglich, stellt man geschlossene Fragen. Bieten Sie Fragen mit nur zwei Antwort Optionen, dieses fällt dem Betroffenen leichter.
  • Nonverbale Techniken können, beschrieben in Phase 3, eingesetzt werden.

 

Phase 3: Bewegungen werden wiederholt

Gefühle werden in dieser Phase durch sich kontinuierlich wiederholende Bewegungen ersetzt. Beispiele können Streichbewegungen über den Tisch, zupfen an einer Tischdecke oder Daumen drehen sein. Sprachliche Veränderungen, hin zu Lauten, wie Pa pa pa helfen Menschen mit Demenz, die unverständliche Gegenwart für eine kurze Zeit zu verlassen und in die Vergangenheit zu driften. Hier kommen ausschließlich nonverbale Techniken zum Einsatz:

  • Blickkontakt hilft zu suggerieren, ich spreche dich an, begeben Sie sich auf Augenhöhe, achten Sie auf Gesicht & Augen Ihres Gegenübers bei der Ansprache.
  • Spiegeln Sie durch Bewegungen, Körperhaltung und Gesichtsausdruck die Person und zeigen damit Bestätigung, dadurch zeigen Sie gezielt Mitgefühl und Empathie.
  • Berührung ist eine gute Möglichkeit in Kontakt zu treten. Legen Sie der Person behutsam die Hand auf die Schulter, nehmen Sie seine Hand bei der Ansprache. Diese Gesten erzeugen Vertrautheit und Geborgenheit.
  • Musik & Singen ist oft, auch nach dem Verlust der Sprache, noch eine Möglichkeit eine Emotionsebene aufzubauen. Musik ruft Erinnerungen aus der Vergangenheit des Menschen mit Demenz hervor, gelegentlich kommen sogar noch Worte oder Teilsätze aus dem Mund des Betroffenen.
Phase 4: Vegetieren

In dieser Phase nehmen die Personen die Außenwelt kaum und gar nicht mehr wahr, Vergangenes wird nicht mehr aufgegriffen und verarbeitet. In dieser Phase ist Berührung, Anerkennung und Fürsorge essentiell und wichtig. Ehrliche Worte spielen eine übergeordnete Rolle und werden durch einen positiven Unterton gespürt. Verwenden Sie Sätze wie, „Es ist schön, dich zu sehen“, „Ich freue mich immer wenn ich dich besuche“ oder beispielsweise „Du siehst heute sehr hübsch oder gut aus“. Erwarten Sie keine Gegenreaktion des Menschen mit Demenz, seien Sie einfach für ihn da.


Was lernen wir also durch die Technik der Validation nach Naomi Feil?

 

  • Nicht aufgearbeitetes im Leben positiv aufzuarbeiten
  • Eine bessere, gefühlvolle Kommunikation mit dem Betroffenen
  • Unverständliche Situationen besser zu begreifen
  • Einfühlungsvermögen für die betroffene Person
  • Die Aufmerksamkeit auf die noch vorhandenen Fähigkeiten des Menschen mit Demenz zu lenken

Validieren kann jeder lernen. die Grundvoraussetzung ist eine emphatische, gefühlvolle Ebene aufzubauen, eigene Gedanken und Vorurteile in den Hintergrund zu stellen. Vermeiden Sie Ausreden & Lügen dem Menschen mit Demenz gegenüber. Erzeugen Sie eine wertschätzende Atmosphäre. Die Emotionsebene bleibt bis zum Schluß erhalten. Ehrlichkeit ist spürbar, mag die betroffene Person auch noch so verwirrt wirken.

Weitere interessante Beiträge zu pflegerelevanten Themen, nicht nur zum Thema Validation nach Naomi Feil bei Demenz, finden sie im Blog-Bereich in Kategorien für Sie geordnet.

Zusätzlich veröffentlichen wir wöchentlich im Podcast „Tipps für pflegende Angehörige“ auf unserer Startseite der Homepage sowie allen gängigen online Podcast Plattformen interessante Beiträge und Interviews, um Ihnen die nötige transparenz im Bereich Pflege aufzuzeigen.

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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

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Demenz | GPS-Technik einsetzen bei Orientierungsverlust

Weglaufen bei Demenz – auch bekannt als Hinlauftendenz, früher Weglauftendenz


Demenz Orientierungsverlust GPS Technik

Welche Vorteile bietet moderne GPS Technik bei Orientierungsverlust des Menschen mit Demenz ?

Im folgenden Artikel möchten wir Ihnen moderne technische Möglichkeiten vorstellen, wenn es aufgrund einer Demenz Erkrankung zu Orientierungsverlust im Außenbereich kommt. Diese Situation kann für den Betroffenen schnell zu einer immensen Gefahr werden. Menschen mit Demenz versuchen ihrem Bewegungsdrang nach zu gehen. Dabei kommt es außerhalb der eigenen vier Wände schnell zur Orientierungslosigkeit. Der Betroffene geht seiner Intuition nach, ohne auf witterungsgerechte Kleidung zu achten, Angehörigen sein Vorhaben zu kommunizieren. Er denkt einfach nicht mehr daran, daß er sich nicht mehr zurecht finden könnte. Nicht nur die Temperaturen außerhalb der Wohnung stellen ein Gefahrenpotential dar, sondern auch der Verkehr, welchem der Betroffene oft nicht mehr gewachsen ist. Verkehrsschilder werden übersehen, Ampeln nicht beachtet, Geschwindigkeiten von Fahrzeugen nicht richtig eingeschätzt.

Wie funktioniert GPS Technik


Eine Möglichkeit einen Menschen mit Demenz wieder zu finden oder ihn zu orten ist ein auf GPS Technik basierendes Hilfsmittel. Dieses kann ein Sensor oder ein Armband bzw. eine Kette, die um den Hals getragen wird, sein. Diese Geräte arbeiten, genau wie bei einem Mobiltelefon, mit einer integrierten SIM-Karte. Über eine APP auf dem Mobiltelefon, kann man nachvollziehen wo sich die Person befindet. Im Notfall grenzen Sie sofort den Bereich ein und sehen genau, wo sich die Person befindet.

Demenz Orientierungsverlust GPS Technik

Unterschiedliche GPS Technik Systeme für Menschen mit Demenz


Geo-Fence System

Sie legen einen Bereich für die betroffene Person fest, in dem sie sich frei bewegen kann. Verläßt die Person diesen Bereich, erhalten Sie automatisch eine SMS Benachrichtigung mit den GPS basierenden Daten, wo sich die Person aufhält. Ein Mobilgerät an welches die Daten übermittelt werden empfiehlt sich. eine andere Möglichkeit ist ihr Computer oder ein Notebook, auf dem Sie die Daten abrufen können. Die Bewegungsdaten werden hierbei alle 2 – 4 Minuten aktualisiert.

GPS-Tracking Systeme ohne Geo-Fence

Bei diesem einfachen Basissystem schrieben Sie eine SMS an den Anbieter und Ihnen werden die Koordinaten des Sender Trägers übermittelt.

Demenz-Ortungssysteme

Die Daten werden wahlweise an eine oder mehrere Mobilfunknummern übermittelt. Sie haben die Möglichkeit dies entsprechend Ihres Nutzens im System einzutragen.

Demenz Ortungssystem mit Notruffunktion

Bei diesem System ist eine Notrufzentrale zwischengeschaltet. Diese ist 24 Stunden besetzt. Im Notfall ruft dieses einen Arzt hinzu, das Ortungssystem übermittelt die Daten direkt an die Notrufzentrale.

Systeme mit Sturzalarm Signal

Sensible Geräte die am Körper, in Form eines Senders, getragen werden. Bei Erschütterung lösen diese Alarm aus, der an eine Einsatzzentrale weitergeleitet wird. Wenn es sich um einen Fehlalarm handelt, kann dieser durch Bestätigung einer Taste abgebrochen werden. Über die Lautsprechfunktion kann innerhalb der Wohnung mit der Person Kontakt aufgenommen werden. Meldet diese sich nicht, wird ein hinterlegter Angehöriger verständigt. Es besteht bei vielen Anbietern auch die Möglichkeit einen Notfallschlüssel zu hinterlegen, daß im Bedarfsfall zur Hilfe geeilt werden kann.

GPS Uhr

Der Standard dieser am Handgelenk getragenen Uhr, ist eine Erschütterungsfunktion, ein Alarmtaste und ein GPS Sender zur Ortung bei Verlust des Menschen mit Demenz. Die Ortung erfolgt in Echtzeit.

GPS Uhr & Telefonfunktion

Systeme die als Armbanduhr mit integrierter Telefonfunktion ausgestattet sind, bieten den Vorteil auch in geschlossenen Häusern oder Räumen Anrufe entgegen zu nehmen oder zu tätigen. Bei diesem Gerät sollten allerdings die kognitiven Einschränkungen noch nicht zu weit fortgeschritten sein. Der Bedienungsmodus ist etwas komplexer. Die Ortungsmöglichkeit ist hierbei durch die Standards GPRS und WLAN erweitert. Diese kann Funktion ist variabel zu- und abschaltbar.


Kosten für Ortungssysteme

Der technische Fortschritt ist in diesem Fall eine enorme Sicherheit und Hilfestellung. Die Kosten dafür sind beginnend bei ca. 50,- Euro plus monatliche Kosten für die SIM-Karte des Netzbetreibers. Technisch aufwendigere Geräte liegen im Preisbereich bis ca. 150,- Euro und können im Internet oder bei spezialisierten Anbietern erworben werden.

 

Denken Sie über die sinnvolle Nutzung der GPS Technik bei Menschen mit Demenz nach, wenn diese von einer Hinlauftendenz, früher Weglauftendenz betroffen sind. Eine sinnvolle Möglichkeit zum Schutz des Menschen mit Demenz und zu Ihrer eigenen Absicherung, sowie der eigenen Beruhigung.

 


Weitere interessante Beiträge zu pflegerelevanten Themen, nicht nur zu GPS Technik & Orientierungsverlust des Menschen mit Demenz, finden sie im Blog-Bereich in Kategorien für Sie geordnet.

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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

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Wichtige Informationen zur Pflege-WG für Menschen mit Demenz

 

Sie haben von einer speziellen Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz oder Alzheimer, einer Demenz-WG gehört? Wir gehen im folgenden Beitrag auf die Struktur, die Organisation & die Betreuung durch ambulante Pflegedienste ein.  Als Angehöriger übernehmen Sie übrigens auch die Pflicht der Gremiumtätigkeit in der Demenz-WG.


Die Wohngemeinschaft bei Demenz oder Alzheimer


Der kleinste gemeinsame Nenner dieser alternativen Wohnform ist die Grunderkrankung Demenz. Menschen mit Demenz sind in kleinen Wohngruppen über 24 Stunden betreut. Die maximale Größe der Wohngruppe beträgt 12 Personen. Dies stellt einen wesentlichen Vorteil gegenüber einem Platz in einem Pflegeheim dar. Die Grösse ist überschaubar, die Mitarbeiter kennen jeden Bewohner sehr genau. Sie sind in der Lage präzise auf die Eigenheiten und Gewohnheiten des einzelnen Menschen mit Demenz einzugehen.

In einem geeigneten, idealerweise barrierefreien Objekt, hat jeder der Bewohner sein eigenes Zimmer. Dieses können Sie zusätzlich zu den notwenigen Pflegehilfsmitteln, mit persönlichen Gegenständen wie Möbeln oder Bildern ausstatten. Je nach Objekt, verfügt jedes Zimmer über ein eigenen Bad und eine eigene Toilette. Dieses kann auch durch ein Gemeinschaftsbad oder gemeinschaftlich genutzte Toiletten gelöst sein. In einem Gemeinschaftsraum finden Gruppenaktivitäten oder gemeinsame Mahlzeiten statt. Auch Beschäftigungsmöglichkeiten und Therapien finden vor Ort statt. Je nach individuellem Bedürfnis des Einzelnen, werden Therapeuten über den Hausarzt über ein Rezept beauftragt.

Eine Gemeinschaftsküche in der die Pflege- und Betreuungskräfte, mit oder ohne die Bewohner, die Mahlzeiten zubereiten ist vor Ort. Noch rüstige Bewohner der Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz oder Alzheimer, können sich je nach Möglichkeit noch in der Demenz-WG nützlich machen. Sie werden gefördert und erhalten zumutbare Aufgaben, je nach Interesse und noch vorhandener Möglichkeit.

Wohngemeinschaft Demenz Alzheimer WG

Die Versorgung durch Pflegepersonal in der Demenz-WG


Der von der Bewohnervertretung, dem Gremium, beauftragte ambulante Pflegedienst stellt das Pflegepersonal für die 24-Stunden-Beaufsichtigung. Dieser arbeitet mit einem vorgegebenen Personal- und Betreuungsschlüssel. Es ist rund um die Uhr Personal vor Ort. Die Pflege- und Betreuungskräfte kümmern sich um die Pflege, die Ernährung und die Beschäftigung der Demenz-WG Bewohner. Es wird gemeinsam gesungen, gespielt, gelesen oder gebastelt. Bewohner können sich nach ihren noch vorhandenen Möglichkeiten an Alltagstätigkeiten beteiligen. Das Prinzip der Selbstbestimmtheit wird gelebt. Niemand wird zu etwas gezwungen. Es gibt Angebote, hat ein Mensch mit Demenz oder Alzheimer kein Interesse ist dies in Ordnung. das gilt auch für die Körperpflege, welche sich oft sehr schwierig gestaltet. Der Bewohner sieht dieses oft nicht ein, es wird versucht ihn zu motivieren, einen Zugang zu ihm zu bekommen, jedoch ohne Zwang.

Die ist gerade oft für die Angehörigen ein Problem, da sie erwarten, daß ihr Angehöriger top gepflegt aussieht. Dies umzusetzen ist bei Menschen mit Demenz jedoch oft nicht möglich. Die Angehörigen müssen dieses zwanglose Konzept verstehen, sich darauf einlassen und ihre eigenen Erwartungshaltungen zurück schrauben. das Prinzip der Selbstbestimmtheit des Menschen mit Demenz oder Alzheimer hat in der Demenz-WG oberste Priorität. Druck und sachliche Diskussionen bringen bei diesem Krankheitsbild nichts. Im Gegenteil rufen wir Aggressionen und Mißtrauen hervor. Der Betroffene zieht sich zurück, fühlt sich nicht verstanden und respektiert in seinen Wünschen und Vorstellungen.

Das Gremium – die Bewohnervertretung


Das Konzept der ambulant betreuten Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz sieht ein Gremium vor. Diese Angehörigenvertretung trifft sich zu regelmäßigen Sitzungen. Demenz-WG interne Aufgaben sind unter den Mitgliedern verteilt. Beispielsweise kümmert sich eine Person um die Einkäufe, ein weiterer um kleine Reparaturen, Feste sind zu organisieren, Gelder zu verwalten. Für alle Bewohner besteht ein Gemeinschaftsmietvertrag mit dem Vermieter. Der ambulante Pflegedienst hat damit nichts zu tun. er hat nur ein sogenanntes Gastrecht für die Versorgung der Bewohner.

Wenn ein Bewohner ausscheidet sorgt das Gremium für einen neuen Interessenten für die Nachbesetzung. Das Gremium wählt auch einen Sprecher, der als Ansprechpartner für den versorgenden ambulanten Pflegedienst dient. Probleme, Anregungen und Verbesserungen, die in einer Sitzung besprochen wurden, werden durch ihn weitergetragen. Anschaffungen, die Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz betreffend, tätigt das  Gremium. Elektrogeräte, Mobilar, Küchenbedarf und Dekorationsgegenstände gehören damit der Allgemeinheit. Es werden monatliche Rücklagen für Reparaturen oder Neuanschaffungen geschaffen. Die Angehörigen kümmern sich auch um die Reinigung der Wohngemeinschaft. Dies kann vom Gremium, über eine angestellte Reinigungskraft oder in Absprache über eine Haushaltshilfe des ambulanten Pflegedienstes erfolgen.

Wohngemeinschaft Demenz Alzheimer WG

Die Kosten für einen WG Platz in der Wohngemeinschaft

Zusätzlich zu den Pflegekosten (ca. 2000,- – 2500,- Euro montalich), die individuell nach Pflegeaufwand variieren, kommen Pauschalen für Miete, Verpflegung und Rücklagen für die Demenz-WG. Die Mietkosten des Objekts sind durch die Anzahl der Bewohner geteilt. Eine Verpflegungspauschale liegt etwa bei 200,- – 300,- Euro monatlich. Die Pauschale für die Rücklagen ist individuell geregelt. Sie haben Anspruch auf den Wohngruppenzuschlag der Kasse von aktuell monatlich 214,- Euro, zusätzlich zum Pflegesachleistungsbetrag, je nach Pflegegrad.


Wir blicken auf jahrelange Erfahrung als Leitung mehrerer ambulant betreuter Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz oder Alzheimer zurück & beantworten Ihnen gerne weitere Fragen zur Pflege WG.

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Pflegereform 2021 | Die Änderungen im Überblick

Es geht in der umfassenden Pflegereform 2021 um folgende Änderungen. Unser Pflegesystem ist in den letzten Jahren, nicht nur durch die laufende Corona Pandemie immer mehr unter Druck geraten. Eine umfassende Reform ist nötig. Gesundheitsminister Spahn hat weitere Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige erarbeitet, die primär eine finanzielle Entlastung geben sollen. Ambulante Pflegeleistungen wurden nun angepasst & die Kosten des Eigenanteils für Pflegeheimkosten sind gedeckelt.

Details entnehmen Sie dem folgenden Beitrag.

Pflegereform 2021 Änderungen

Pflegeheim Eigenanteil Deckelung


Angehörige die in einem Pflegeheim versorgt werden, haben nun eine Deckelung des monatlichen Eigenanteils für die Pflegeheimkosten von 700,- Euro. Diese greift für einen maximalen Zeitraum von 3 Jahren. Begründet ist dieses, da der Eigenanteil seit 2017 kontinuierlich um durchschnittliche 238,- Euro gestiegen ist. Zusätzlich werden jedoch noch Kosten für die Verpflegung und die Nutzung der Unterbringung in Rechnung gestellt. Es sind nur die Kosten des Eigenanteils für die Pflege gedeckelt.

Bundesländer beteiligen sich an den Investitionskosten


In einer stationären Pflegeeinrichtung beteiligt sich nach SGB XI § 9 das Bundesland an den zu tätigenden Investitionen der Pflegeeinrichtung und fördert diese. Die Länder entlasten zukünftig Pflegebedürftige & Angehörige mit einem Pauschalbetrag von 100,- Euro, durch einen monatlichen Zuschuß. Durch eine neu geschaffene online Plattform sollen Angehörige & Pflegebedürftige in Zukunft auch bei der Suche nach einem freien Pflegeheimplatz Unterstützung bekommen. Einrichtung der Pflege melden in Zukunft verpflichtend freie Plätze, um die Suchmöglichkeit aktuell gestalten zu können.

Finanzielle Entlastung im Bereich teilstationäre – und häusliche Pflege


In den Änderungen der Pflegereform 2021 ist eine finanzielle Entlastung für Pflegebedürftige, welche zu Hause versorgt und betreut werden, verankert. Die bisherigen Leistungen werden ab 01.07.201 erhöht. Diese Änderungen bezieht sich sowohl auf das Pflegegeld und auch die Pflegesachleistungen.

Die Erhöhungen im Überblick:

  • Bei Pflegegrad 2 findet eine Erhöhung von 316,- Euro Pflegegeld auf 332,- Euro im Monat statt. Die Pflegesachleistungen werden von 689,- Euro auf 723,- Euro angehoben.
  • Die Bezüge bei Pflegegrad 3 sind angepasst von 545,- Euro auf 572,- Euro monatlich. Pflegesachleistungen erhöhen sich von 1298,- Euro auf monatliche 1363,- Euro.
  • Versicherte mit Pflegegrad 4 erhalten dann statt bisher 728,- Euro Pflegegeld in Höhe von 764,- Euro monatlich. Die Pflegesachleistungen werden von 1612,- Euro auf monatliche 1693,- Euro angepasst.
  • Das Pflegegeld bei Pflegegrad 5 wird von 901,- Euro auf 946,- Euro angehoben. Die Pflegesachleistungen betragen dann nicht mehr 1995,- Euro sondern 2095,- Euro im Monat.
Änderungen der Pflegereform 2021 bezogen auf Pflegehilfsmittel & Verhinderungspflege

Die Pauschale für sogenannte zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wird von 40,- Euro auf 60,- Euro monatlich angepasst.

Im Bereich der Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege ist durch die Pflegereform 2021 eine flexiblere Änderung erarbeitet worden. Diese beiden Budgets werden als Entlastungsbetrag zusammen gefaßt. Diese sind zu einem Gesamtbetrag von 3300,- Euro jährlich zusammengefaßt. Die bisherige Vorpflegezeit für pflegende Angehörige entfällt komplett, dies bedeutet, daß der Anspruch in Zukunft nicht mehr erst nach einer Pflegezeit von 6 Monaten genutzt werden kann sondern ab sofort. Der Vorteil ist eine flexiblere, individuellere Nutzung des Entlastungsbudgets.


Ein wesentlicher Punkt, der von vielen bisher kritisiert wird, daß dieses Budget ab 01.07.2022 nur noch zu 40% individuell für die Ersatzpflege genutzt werden kann, es schränkt die Flexibilität wieder erneut ein. Dies ergibt keinen Sinn und ist für viele pflegende Angehörige ein enormer Einschnitt in ihre bisherige Versorgung!


Bedarfsorientierte Versorgung im eigenen zu Hause

Es geht um die bedarfsgerechte Versorgung durch ambulante Pflegedienste, die durch die Pflegerefrom 2021 eine Änderung erfährt. Sie haben ab 01.07.2021 die Möglichkeit Ihre Pflegeleistungen nicht nur nach einzelnen Leistungspunkten zu erhalten, sondern auch nach Zeitkomplexen bei ambulanten Pflegediensten zu bekommen. Der Vorteil ist, daß Sie individuell nach Ihren Bedürfnissen die Pflege Ihres Angehörigen gestalten können.

24-Stunden-Betreuungskräfte

Über Agenturen vermittelte 24-Stunden-Betreuungskräfte können unter bestimmten Voraussetzungen über 40% des Pflegesachleistungsbetrags verrechnet werden. Dies ergibt die Möglichkeit diesen Betrag nicht nur für den ambulanten Pflegedienst zu nutzen sondern auch für die zusätzlich notwendige Betreuungskraft.

Vermeidung von Pflegebedürftigkeit

Die Pflegereform 2021 sieht eine weitere Änderung im Bereich der Rehabilitation des Patienten / Versicherten vor. Die Kosten für alle Versicherten ab dem 70. Lebensjahr werden zu 50% von der sozialen Pflegeversicherung übernommen. Eine geriatrische Rehabilitation ist die Basis für eine weitere Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, zur Vermeidung bzw. Reduktion einer Pflegebedürftigkeit.

Die Kurzzeitpflege wird aus dem selben Grund gestärkt. Pflegebedürftige haben Anspruch nach einer Krisensituation, nach Krankenhausaufenthalt oder um einen pflegenden Angehörigen zu entlasten die Möglichkeit der Kurzzeitpflege zu nutzen.

Anpassung des Pflege Bahr

In der Pflegereform 2021 wird auch an die Zukunft des Einzelnen gedacht, nicht nur an bereits pflegebedürftige Menschen. Detailliert geht es um die Vorsorge der Pflegeversicherung und die damit verbundene Anhebung des sogenannten Pflege Bahr. Der Einzelne wird motiviert, an das eigene Altern zu denken und zusätzlich für die eigene Pflegesituation vorzusorgen. Durch eine staatliche Förderung wird eine privat abgeschlossene Pflegeversicherung subventioniert, in Höhe von 15,- Euro monatlich, bisher  5,- Euro.

Fazit

Aktuell wird noch an einigen Eckpunkten, in einem koalitionsinternen Arbeitsentwurf, gearbeitet, da Punkte unschlüssig sind und zu Kritik Anlaß geben. Das grösste Problem ist nach wie vor die Finanzierung der Pflegereform 2021. Geplant sind Ausgaben in Milliardenhöhe, finanziert durch Bund, Länder, die Pflegeversicherung und realistisch Steuererhöhungen, die zu erwarten sind. Der Bundeshaushalt bezuschusst diese Vorhaben allein mit 5 Milliarden Euro jährlich. Die Pflegeversicherung beteiligt sich offenbar mit weiteren 6,3 Milliarden Euro.

Obwohl die Finanzierungsfrage noch ungeklärt ist, soll sie noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden.

 

 

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Buchvorstellung | Dr. med. Tatjana Reichhart | Das Prinzip Selbstfürsorge

♥Das Prinzip Selbstfürsorge♥


Wir stellen Ihnen im folgenden Text das interessante Buch „Das Prinzip Selbstfürsorge“vor und möchten Ihnen die Wichtigkeit von Achtsamkeit, Resilienz und der eigenen Selbstfürsorge Nahe bringen und empfehlen.

Der Schlüssel zu Energie und Lebensfreude

Nur wer für sich selbst sorgt, kann den Anforderungen des Alltags standhalten, ohne gestresst und ferngesteuert vor sich hin zu funktionieren. Und nur wer gut für sich selbst sorgt, kann auch für andere sorgen. Dennoch fällt es uns oft schwer, auf uns zu achten und die Verantwortung für unser Leben zu übernehmen.

Dr. med. Tatjana Reichhart weiß aus ihrer langjährigen Praxis, wie man die Hürden zur Selbstfürsorge überwindet, herausfindet, was einem wirklich guttut und, wie man sich Freiräume schafft, um das auch umzusetzen. Sie schlägt acht wirksame und alltagstaugliche Strategien vor um gelassen und selbstbestimmt zu werden:

  1. Energieräuber abwehren
  2. Ressourcen gewinnen
  3. Optimismus stärken
  4. Achtsamkeit leben
  5. Selbstwirksamkeit stärken
  6. Grenzen setzen
  7. Beziehungen pflegen
  8. Loslassen

Aus diesen kann sich jeder die Strategien auswählen, die gut zu ihm passen, und sich damit seine eigene, individuelle Roadmap zusammenstellen.


Entscheiden auch Sie sich für ein gutes Leben!

Die Themen Stressmanagement, Resilienz, Achtsamkeit und nicht zuletzt Selbstfürsorge sind aktuell in aller Munde.

Wieso? Weil wir uns subjektiv gestresst, unter Druck und gehetzt fühlen und uns im permanenten Zeitdruck und Optimierungswahn befinden. Durch die Corona- Pandemie kommen nun neue Belastungen und Herausforderungen dazu, andere nehmen ab oder verändern sich zumindest. Dennoch bleibt die Frage, wie wir gut für uns sorgen, um widerstandsfähig, gesund und bei guter Laune bleiben. Umfragen haben ergeben, dass die Hälfte der Beschäftigten sich selbst als mäßig bis hoch Burnout-gefährdet einschätzt und klagt über körperliche und psychische Beschwerden. Zum Ausgleich schauen die Befragten hauptsächlich fern oder surfen im Internet. Jeder Dritte trinkt Alkohol, um »runterzukommen«.

Das Thema Selbstfürsorge ist also relevant, weil wir uns offensichtlich scher tun,  gut für uns zu sorgen.

Dabei gibt es hilfreiche Möglichkeiten, sich vorbeugend um seine seelische Gesundheit zu kümmern. Wir lassen uns impfen, damit unser Körper mit bestimmten Erregern leichter fertig wird, putzen Zähne um Karies zu vermeiden und waschen uns die Hände, um keine Keime zu übertragen. Wir können uns auch seelisch „pflegen“!

Wie geht das und warum ist das so wichtig? Gut für sich zu sorgen ist die Basis, um den Belastungen und Anforderungen des Lebens standhalten zu können. Sie steht zwischen den Extremen »Aufopferung/Ausbrennen« und »Egoismus«. Indem wir gut für uns sorgen, uns und unsere Bedürfnisse wahr- und wichtig nehmen, stärken wir unsere Widerstandsfähigkeit. Selbstfürsorge bedeutet die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und zu erkennen, wo wir frei und handlungsfähig sind um dementsprechend unser Leben bewusst und aktiv zu gestalten.

Die Basis dazu ist die Selbstreflexion; also über uns, unsere Bedürfnisse und unsere – sich widerholende- Verhaltensmuster und daraus entstehende Konsequenzen nachzudenken und darüber, wie wir unser Leben gestalten wollen, was uns wirklich wichtig ist und wer wir sein wollen.

Wenn wir uns nicht oder nicht ausreichend genug um uns kümmern, dann nehmen die Stressoren, die Energieräuber, die Belastungen überhand und unser „Energiehaushalt“ gerät aus der Bahn oder -in einem anderen Bild gesprochen- unser Fass läuft über, wir erschöpfen uns, werden unzufrieden, deprimiert und im ungünstigsten Fall sogar krank. Häufig bemerken wir zunächst, dass wir uns fremdbestimmt, gehetzt und unausgeglichen fühlen. Oft haben wir das Gefühl, dass es nicht anders gehe und wir keine Alternative hätten. Unsere Wahrnehmung engt sich also ein.

Unser Körper und unsere Psyche sind die besten Signalgeber: wenn wir drohen aus dem Gleichgewicht zu geraten schicken sie uns Warnzeichen, wie Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Schlafstörungen, Nervosität, Unaufmerksamkeit oder Gereiztheit, um nur einige zu nennen.


Hindernisse und Hemmungen

Was hält uns dann davon ab, gut für uns zu sorgen, wo es doch so wichtig ist? Jeder Mensch hat seine oder ihre eigenen Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Die häufigsten Hindernisse zur guten Selbstfürsorge liegen aber meist in einem der folgenden Bereiche:

»Ich weiß nicht, was mir guttut und warum das wichtig sein soll!« – Sie kennen ihre eigenen Bedürfnisse gar nicht (mehr).

»Mich um mich selbst zu kümmern ist doch egoistisch!« – Sie befürchten, zu ichbezogen zu sein.

»Ich darf nicht! oder Erst die Arbeit dann das Vergnügen« – Sie haben hinderliche Glaubenssätze und innere Antreiber, bei deren Missachtung ein schlechtes Gewissen oder Schuldgefühle auftreten.

»Alles andere ist wichtiger als ich!« – Sie setzen die falschen Prioritäten.

Und: »Ich habe keine Zeit für mich!« – Sie setzen die Prioritäten falsch und haben gelichzeitig ein ungünstiges Zeitmanagement bzw. wollen zu viel in der verfügbaren Zeit.

Der erste Schritt zu einem selbstfürsorglichen, selbstbestimmten und guten Leben ist es zu identifizieren, was Sie persönlich davon abhält, gut für sich zu sorgen.


Eigene Glaubenssätze & Verhaltensweisen

Dabei lohnt es sich, die eigenen Glaubenssätze zu überprüfen und zu hinterfragen, um schließlich neue Verhaltensweisen auszuprobieren. So könnte jemand, der aus Perfektionsansprüchen heraus bisher immer auch die Bettwäsche bügelt oder bevor die Gäste kommen, das ganze Haus putzt, und sich aber eigentlich unter Zeitdruck fühlt, genau diese Tätigkeiten reduzieren und eventuell auch ganz weglassen. Das wird am Anfang mit einem unwohlen Gefühl, vielleicht sogar Schuldgefühl oder schlechtem Gewissen, begleitet. Denn auf dem Weg aus der eigenen Komfortzone heraus steht eine Türsteherin und die heißt „Angst“ oder „Sorge“. Es gilt trotzdem weiterzugehen und anderes Verhalten auszuprobieren und zu erleben, dass sich dieses zunächst unangenehme Gefühl mit der Zeit und ein paar Wiederholungen in ein freieres, selbstbestimmteres Gefühl wandelt.

Gedanken & Gefühle

Das selbe Prinzip gilt auch für die hinderlichen Gedanken „Alles andere ist wichtiger als ich“,  „Ich habe keine Zeit für mich“ und „Selbstfürsorge ist doch egoistisch“. Auch diese Gedanken sollten Sie hinterfragen. Selbstfürsorge ist nicht egoistisch. Im Flugzeug bei Druckabfall, setzen Sie ja auch zuerst sich selbst die Sauerstoffmaske auf, bevor Sie dem Sitznachbarn helfen. Und unser Herz versorgt erst sich selbst mit sauerstoffhaltigem Blut bevor es die anderen Organe versorgt.

Nur wenn es Ihnen einigermaßen gut geht, können Sie auch für andere Menschen gut sorgen. Oder haben Sie nicht schon mal mit jemandem gestritten, weil Sie hungrig waren, Ihrem Bedürfnis zu essen nicht nachgekommen sind und dann grantig einen Streit vom Zaun gebrochen haben? Wenn wir uns selbst genug gönnen, sind wir auch anderen gegenüber weniger neidisch und missgünstig. Oder haben wir nicht schon mal nach einem langen Tag, gestresst und nicht auf unser Erholungsbedürfnis achtend zu Hause mit unserem Partner gestritten, weil die Wäsche noch nicht aufgehängt oder die Spülmaschine noch nicht eingeräumt war, während er schon vor dem Fernseher saß? Sorgen wir gut für uns, werden wir insgesamt zufriedener und ausgeglichener und sind damit auch für andere eher eine Freude und unterstützend.

Erinnerungshilfen

Nachdem Sie sich mit Ihren Hindernissen auseinandergesetzt, Ihre Prioritäten kennengelernt haben und wissen, was Ihnen wirklich wichtig ist im Leben – zum Beispiel, dass es Ihnen gut geht- , sollten Sie eine klare Entscheidung treffen: für sich und Ihre Selbstfürsorge. Eine solche Entscheidung könnten Sie mit Erinnerungs-Symbolen verankern, um sich auch im Alltag daran zu erinnern. Zum Beispiel ein Foto am Schminkspiegel, ein bestimmter Bildschirmschoner am Smartphone, eine Verbündete, die Sie an Ihr Vorhaben erinnert oder der Eintrag zur Selbstreflexion im Terminkalender.

Hauptsache, Sie installieren Erinnerungshilfen, für unser Unterbewusstsein sind dies hilfreiche Wegweiser. Denn sonst vergessen Sie Ihre guten Vorhaben und werden eher darüber frustriert, schon wieder etwas nicht „geschafft“ zu haben.

Wenn Sie so weit sind, haben Sie mehr als die Hälfte geschafft. Nun könne Sie sich aus einer Reihe von „Meilensteinen“, diejenigen aussuchen, die für Sie leicht im Alltag integrierbar sind. Die Meilensteine sind die Kompetenzen, die den Weg zu unserer Selbstfürsorge und damit persönlichen Widerstandsfähigkeit säumen. Dazu gehört es beispielsweis die eigenen Bedürfnisse zu spüren, ernst zu nehmen um dementsprechend zu handeln. Oder die eigenen Kraftquellen (Ressourcen) zu kennen und auszubauen, als wären wir Bäume und würden unser Wurzelwerk pflegen und aktiv wachsen lassen. Zum Beispiel indem wir auf ausreichend Schlaf und körperliche Bewegung achten.

Ein wichtiger Meilenstein ist realistischer Optimismus.

Diesen können Sie trainieren, indem Sie sich in Dankbarkeit üben. Zählen Sie jeden Abend an Ihren 10 Fingern ab, wofür Sie heute dankbar sind. Dies lenkt Ihre Gedanken von den „To do´s“ zu den „I have´s“. Üben Sie sich in Achtsamkeit indem Sie sich immer mal wieder fragen, wie es Ihnen im Moment geht, welche Bedürfnisse Sie im Moment haben, was Sie im hier und jetzt erleben (zum Beispiel sehen, riechen, hören, fühlen, schmecken…).

Wir wissen aus der Wissenschaft, dass wir so ein stärkeres Gefühl von Selbstbestimmung gewinnen und uns weniger fremdgesteuert und gehetzt fühlen. Unser Steuerzentrum im Gehirn wird aktiviert und wir reagieren nicht mehr so automatisch.  Handlungen sind so wieder besser  zu regulieren. Außerdem lohnt es sich die eigene Selbstverantwortung zu stärken, indem wir unsere Komfortzone immer mal wieder verlassen und Dinge tun, die wir nicht gewohnt sind.

Dadurch erwerben wir einen viel größeren Handlungsspielraum und sind gewappnet, wenn es tatsächlich mal Veränderungen in unsrem Leben gibt. Wir haben dies nun ja schon trainiert und wissen, dass wir auch Neues bewältigen können. Ein weiterer zentraler Meilenstein auf dem Weg zum guten, selbstfürsorglichen Leben ist es die eigenen soziale Beziehungen zu pflegen und sich in sozialem Verhalten zu üben.

Denn Selbstfürsorge schließt das Engagement für andere explizit in einem ausgewogenen Maße ein. Wenn wir anderen Menschen helfen – ohne Gegenleistung zu erwarten-, anderen etwas Gutes tun, und sie unterstützen, tut uns das selbst gut. Sogar auf neurobiologischer Ebene: wir schütten Botenstoffe und Hormone aus, die uns besser mit Stress umgehen lassen und die uns Wohlgefühl schenken. Selbstfürsorge ist also alles andere als egoistisch.

Fazit

 

Es ist ein sehr schönes, lebenslanges Projekt gut für sich zu sorgen, macht Spaß und bringt Freude für Sie und Ihre Mitmenschen! Also starten Sie noch heute!


Zusätzlich haben wir ein Interview mit der Autorin über unseren Podcast

„Tipps für pflegende Angehörige“,

den Sie auf allen gängigen Portalen & unserer Homepage hören können erstellt!


Weitere interessante Beiträge gibt es fortlaufend im Blog, in Kategorien für Sie geordnet.

 

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

Pflegeberatung Pflegegrad Widerspruch MDK-Bescheid

Demenz-Beratung & Demenz-Schulungen in München

Demenz Schulung & Demenz Beratung

Unsere individuelle Demenz Schulung & Demenz Beratung in München richtet sich an Sie, die pflegenden Angehörigen. Da Sie täglich mit dem Menschen und seinen durch die Krankheit bedingten Wesensveränderungen konfrontiert sind. Die ergänzenden ambulanten Pflegedienste übernehmen nur Teile der Versorgung. Mitarbeiter der ambulanten Pflegedienste sind oft nur wenige Minuten vor Ort.

Den Großteil des Tages sind Sie mit dem Krankheitsbild des Menschen mit Demenz konfrontiert. Sie übernehmen den riesigen Berg der notwendigen Betreuung!


Inhalte unserer Demenz-Beratung & Demenz-Schulungen:

  • Individuelle Demenz Beratung & Demenz Schulung vor Ort in München & München-Land
  • Information über Entlastungsangebote für pflegende Angehörige
  • Kommunikation & Methodik bei Demenz
  • Wohnumfeldanpassung & Orientierung schaffen bei Demenz Erkrankung
  • Ernährung bei Demenz Erkrankung
  • Informationen zu krankheitsspezifischen Wohn- & Unterbringungsformen
  • Buch-Tipps und Informationsmaterial zum Thema Demenz
  • Telefonische Schulungen oder Videotelefonieschulungen
  • Vermittlung von Basiswissen & Standards zum Thema Demenz
  • Allgemeine Beratung zu Pflegegrad, Höherstufung oder Widerspruch des Pflegegrads bei Ablehnung
  • Finanzierungsmöglichkeiten der Pflegesituation

Demenz Beratung Demenz Schulung München

Die aktuelle Versorgungssituation


In einer, demographisch bedingt kontinuierlich alternden Gesellschaft, sind in Deutschland aktuell ca. 1,6 Millionen Menschen von einer Demenz-Form betroffen. Die überwiegende Zahl der Erkrankten leidet an der Alzheimer Variante. Mit der festgestellten Diagnose sind nicht nur die Erkrankten betroffen sondern auch die Familien, Angehörige & Freunde.

Die pflegerische Versorgung durch ambulante Pflegedienste & stationäre Pflegeinrichtungen stößt bereits jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen. Es wird von einer Zahlenentwicklung bis zum Jahr 2050 von mehr als 3 Millionen Demenz-Patienten ausgegangen.

Die Versorgung wird immer mehr zur Aufgabe der direkten Angehörigen, ganzer Familien. Diese müssen sich organisieren, um sich um ihren, von Demenz betroffenen Angehörigen zu sorgen, zu kümmern. Grosse Teile der pflegerischen Versorgung müssen dadurch übernommen werden.

Dies ist ohne ein umfangreiches Basiswissen in diesem neuen Themenfeld nicht möglich. Hilflos mit einer Diagnose, mit der man bisher nicht konfrontiert war. Die Demenz-Diagnose die man noch nicht einschätzen kann und gerade erst kennenlernt, eine grosse Herausforderung!

Wir stossen, nach bestem Wissen & Gewissen vorgehend, umgehend an unsere psychischen und physischen Belastungsgrenzen. Uns fehlt die Distanz, im Gegensatz zu professionell Pflegenden. Es sind Emotionen im Spiel, denn es geht um unseren Angehörigen & Verwandten.


Unser Demenz Wissen – Ihre Sicherheit

Wir arbeiten seit Jahrzehnten mit dem Krankheitsbild der unterschiedlichen Demenz Formen. Oft sind wir dabei selbst an Grenzen gestossen.

In Teamsitzungen konnten wir gemeinsam anhand von Fallbeispielen, bei sogenanntem herausforderndem Verhalten des Menschen mit Demenz, Beobachtungen und Analysen erstellen. Weswegen stößt man an Grenzen, weswegen verhält sich der Betroffene, wie er sich gibt. Welche Möglichkeiten  gibt es damit umzugehen und damit zurecht zu kommen.

Dieses Wissen und die angewendete Praxis möchten wir an Sie weitergeben!


Unglaublich wichtig ist vor Allem, zu verstehen wie dieses Krankheitsbild verläuft und was uns erwartet. Ohne ein grundsätzliches Krankheitsverständnis machen wir uns selbst bei der Versorgung und dem Umgang mit dem Menschen mit Demenz kaputt, brennen aus, verlieren die Nerven und Kraft, diese schwierige Aufgabe zu bewältigen.


Demenz Beratung Demenz Schulung München


Kontaktieren Sie uns, wir nehmen uns Zeit Sie im Umgang mit der Demenz Erkrankung Ihres Angehörigen sicher und fit zu machen.

Wir gehen individuell und persönlich auf Ihre Pflegesituation ein. Unsere Experten zeigen Ihnen Fehler in der Versorgung, Sprache oder Wortwahl auf. Sie geben Ihnen hilfreiche und erleichternde Tipps und Ratschläge nach Standard der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse der Demenz Forschung.

 

Wir schaffen das nötige Verständnis für das neue Krankheitsbild mit dem Sie konfrontiert sind!


 

Weitere interessante Beiträge zu pflegerelevanten Themen finden Sie im Blog-Bereich in Kategorien für Sie geordnet.

Zusätzlich veröffentlichen wir wöchentlich im Podcast „Tipps für pflegende Angehörige“ auf unserer Startseite der Homepage sowie allen gängigen online Podcast Plattformen interessante Beiträge und Interviews, hören Sie doch mal rein!

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

Pflegeberatung Pflegegrad Widerspruch MDK-Bescheid

Wertvolle Kommunikationsstandards bei Menschen mit Demenz

Kommunikation bei Demenz


Bewußtsein für die Kommunikation mit einem von Demenz betroffenen Menschen ist das A und O.

Wie kommuniziere ich angemessen und erreiche den Menschen mit Demenz, in seiner oft bereits veränderten Wahrnehmung, ist das Thema dieses Artikels.

Es erfordert Geduld & Basiswissen im Umgang, sowie Eigenreflexion von uns, um verstanden zu werden. Es bedarf einem Verständnis für die Erkrankung. Sonst scheitern Sie kommunikativ und bleiben frustriert über die Reaktion des dementen Gesprächspartners zurück. Wir müssen uns Gesprächsstandards verinnerlichen, die notwendig sind, um verstanden und als Gesprächspartner überhaupt wahr genommen zu werden. Oft fühlen sich Menschen mit Demenz gar nicht angesprochen.

Kann dies an uns und unserem Standard Kommunikationsmuster liegen?

Tipps zur Kommunikation

Bei dem Gespräch mit einem Menschen mit Demenz muss daraufgeachtet werden, die Person von vorne anzusprechen. Halten Sie Blickkontakt, man sollte den Betroffenen mit Namen ansprechen und zuerst abwarten ob er reagiert. Unterstützend ist es sinnvoll ihn kurz an der Schulter oder der Hand zu berühren. Sie signalisieren ihm damit, ich meine dich, ich spreche dich an.

Warten Sie die Reaktion ab und beginnen Sie nach der Kontaktaufnahme mit einem kurzen, verständlichen Satz. Überfordern Sie die Person nicht sofort mit zu vielen Informationen, mehreren Fragen oder einem Textschwall. Passen Sie ihre Gesprächslautstärke gegebenenfalls etwas an. Sie können mit ihrem Stimmvolumen spielen, höher oder tiefer, lassen Sie sich eine Rückmeldung geben, ob Sie gut verstanden werden.

Sie können auch ihre Hände oder die Arme einsetzen um etwas durch eine Gestik zu verdeutlichen. Nutzen Sie Möglichkeiten der Bildsprache. Wenn es der Mensch mit Demenz nicht anders gewöhnt ist, selbst Dialekt spricht, bleiben Sie beim gewohnten Dialekt, um verstanden zu werden.

Biographie & Orientierung bei Demenz

Aufgrund des Gedächtnisabbaus, zurück bis ins Kindheitsalter bei dieser Erkrankung, ist es notwendig darauf zu achten, in welchem Bereich des bisherigen Lebens sich der Betroffene biografisch aktuell befindet. 

Dies kann die Ursache dafür sein, daß er sich beispielsweise mit einem Kosenamen, den Sie verwenden, nicht angesprochen fühlt. Eine weibliche Person kann mit dem Familiennamen nichts mehr anfangen?  Sie befindet sich eventuell bereits in einer frühen Phase ihres Lebens. Gerade bei Frauen kann dann der Mädchenname als Ansprache genutzt werden.

Bleiben Sie ruhig und geduldig, geben Sie der Person Zeit und unterbrechen Sie sie nicht. Wenn sie z. b. eigeninitiativ beginnt zu erzählen, auch wenn es nichts mit Ihrer Frage zu tun hat. Greifen Sie das Gespräch auf und lernen Sie zu zuhören.

Lesen Sie buchstäblich zwischen den Zeilen und greifen Sie das Thema, welches die demente Person anschneidet auf. Gehen Sie darauf ein, begeben Sie sich in ihre Welt, in die Zeit aus der sie gerade erzählt. Geben Sie Hilfestellung wenn sie ins Stocken gerät und bestätigen Sie sie. Durch Sätze wie, das war sicher nicht leicht, das ist aber schön, da fühlt man sich nicht verstanden etc., zeigen Sie Ihre Gesprächsteilnahme.

Achten Sie auf eine Gesprächsatmosphäre, die wenig Ablenkungsmöglichkeiten durch visuelle oder akustische Reize bietet. Dies überfordert die Person mit Demenz.

Machen Sie vor allem nicht den Fehler und korrigieren oder maßregeln Sie den Menschen mit Demenz in seinen Aussagen. Auch wenn sie nicht zutreffen, er nicht recht hat oder er sich täuscht. Sie suggerieren ihm dadurch deutlich er lügt, seine Aussage stimmt nicht. Bei jedem Menschen, dement oder nicht dement, führt das zu Frustration und im Extremfall zu Rückzug. 


Dies muss unbedingt vermieden werden und ist absolut nicht förderlich. Es geht um den Erhalt einer Vertrauens- oder Beziehungsebene!


Demenz Kommunikation

Die Emotionsebene bei Menschen mit Demenz

Menschen mit Demenz sind nach wie vor sehr sensibel.  Sie funktionieren primär auf der Emotionsebene, die Sachebene ist oft bereits zu komplex und kognitiv nicht mehr zu begreifen. Deswegen ist auch jegliche Diskussion zu nichts führend und sollte vermieden werden.

Hat der Betroffene noch lichte Momente, in denen er begreift, daß er oft an Situationen oder Herausforderungen scheitert, frustriert ihn das wehement. Er sollte von außen nicht zusätzliche Frustration durch Korrektur seiner Aussagen erfahren. Stellen Sie sich vor wie unnütz, verunsichert und traurig er sich fühlen muss. 

Die Person benötigt, wie wir alle, positive Erfahrungen. Negative Erfahrungen erlebt sie von selbst durch die vorhandenen geistigen Einschränkungen sehr oft.

Setzen Sie gezielt Lob ein, auch für Tätigkeiten, die nicht unbedingt Lob erfordern. Geben Sie ihm ein gutes Gefühl bei allem was er macht, tun soll oder noch selbständig versucht. Ermutigen Sie ihn, geben Sie ihm Hilfestellung. Unterstützen Sie ihn dabei, beispielsweise mit Worten wie, das ist doch nicht schlimm, ich helfe dir und gemeinsam schaffen wir das doch, ich bin für dich da.

Fragestellung bei Demenz

Ein weiterer Punkt ist das Vermeiden von Entscheidungsfragen.

Dies führt meistens zu Überforderung, ein Beispiel: Möchtest du gerne spazieren gehen? 

Zielführender ist es, dem Menschen mit Demenz ein Angebot zu unterbreiten, komm wir machen einen schönen Spaziergang. Er muss hierbei keine Entscheidung selbständig treffen.

Seien Sie sich bewußt, dass Sie keinen Lernerfolg mehr erzielen können, seien Sie nicht frustriert, bleiben Sie ruhig, eine Aufforderung nachzudenken bringt Sie und den Menschen mit Demenz nicht weiter, dieses ist nicht mehr umsetzbar und möglich.

Geben Sie keine Orientierungshilfe basierned auf unserer Realität, diese stellt sich für die betroffene Person ganz anderst dar als für uns. Sie lebt in ihrer eigenen Welt, in ihrer Realität.

Diskutieren Sie nicht über Schuldfragen, die Person reagiert und agiert so gut es noch möglich ist, wie gesagt die Sachebene ist eingeschränkt oder bereits nicht mehr vorhanden und eine Diskussion verärgert, entmutigt und führt zu nichts.

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Abschließend möchte ich nach diesen vielen Tipps, zur Kommunikation bei Menschen mit einer Demenz Erkrankung, noch auf unser individuelles Schulungsangebot für pflegende Angehörige, in Zeiten von Corona auch per Telefon oder über Videotelefonie nutzbar, verweisen.

Lassen Sie sich professionell von uns zur Seite stehen und unterstützen. Sie benötigen Ihre Kraft, Energie und Nerven noch lange für die Versorgung Ihres Angehörigen.


Nähere Informationen und Beiträge zum Thema Kommunikation bei Demenz und weiteren pflegerelevanten Themen finden Sie im Blog Bereich in Kategorien geordnet zum Nachlesen.

Wir veröffentlichen ab sofort wöchentlich einen interessanten Podcast, auf allen gängigen Portalen und unserer Homepage, um pflegende Angehörige sicher und fit in der pflegerischen Versorgung zu machen.

Wir freuen uns über Ihr Abo des Podcasts und darauf, daß Sie regelmäßig zuhören.

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

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Weswegen Logopädie-Therapie bei Menschen mit Demenz sinnvoll ist

Der Mehrwert von Logopädie bei Demenz

Der langsame Verlust der eigenen Sprache durch das Vergessen, während des Krankheitsverlaufs einer Demenz ist ein Thema welches die Teilnahme am Leben sehr einschränkt. Nicht verstanden werden, sich nicht adäquat ausdrücken zu können, führt zu sozialer Isolation und Rückzug ins eigene Innere. Die Logopädie sollte als therapeutischer Ansatz, gerade in der frühen Phase der Demenz-Erkrankung präventiv genutzt werden, um diesen Prozeß der sprachlichen Barriere, des langsamen Vergessens von Wörtern, sowie dem Bilden von ganzen Sätzen entgegen zu wirken.


Bei welchen Demenz-Symptomen nutze ich die Logopädie-Therapie?

  • Die Person hat Wortfindungsstörungen
  • Die Person verwendet Ersatzwörter oder
  • Der Faden im Satz geht oft verloren
  • Sprachverständnisprobleme werden offensichtlich & führen zu Missverständnissen
  • Es werden Gesprächsinhalte nicht verstanden
  • Antriebslosigkeit beim Sprechen, die Sprachbeteiligung nimmt ab
  • Sprunghafte Wechsel während des Erzählens / Sprechens


Der Therapieansatz der Logopädie bei Demenz:

Die Therapie bezieht sich auf auftretende Sprachstörungen, Störungen der Stimme sowie Schluckprobleme, welche oft nach einer Krankheit oder während dieser, wie im Fall der fortgeschrittenen Demenz, zu beobachten sind. Ihr Hausarzt kann Ihnen bei auftretenden Problemen ein Therapierezept ausstellen. Ziel ist es eine Verbesserung der Sprach-, Stimm- und Schluckqualität zu erwirken oder einen aktuellen Stand zu halten.

Logopädie und Demenz:

Das Ziel bei Menschen mit Demenz ist es, die Kommunikations- und Ernährungsmöglichkeit, unter der krankheitsbedingten Veränderung, möglichst lange aufrecht zu erhalten. Zu Beginn der Erkrankung ist es bereits sinnvoll diese logopädische Unterstützung in Anspruch zu nehmen und präventiv auf den Krankheitsverlauf einzuwirken, um Kommunikationsstörungen entgegen zu wirken. Da der Lernprozeß bei Menschen mit Demenz, aufgrund des eingeschränkten oder nicht mehr vorhandenen Kurzzeitgedächtnisses, nicht mehr stattfindet, ist ein ressourcenorientierter Ansatz nötig, nachdem die Logopädie-Therapie vorgeht.

Nutzen Sie die noch vorhandenen Ressourcen, um den betroffenen Menschen zu spiegeln, seine noch präsenten Fähigkeiten zu fördern und möglichst aufrechtzuerhalten. Hierbei spielt die nonverbale Kommunikation eine primäre Rolle. Beobachten Sie kommunikativen Fähigkeiten wie, Sprachmelodie, Gestik und Mimik diese geben Ihnen wertvolle Hinweise auf eventuelle Förderansätze der Therapie.

Erinnern Sie sich immer an den Grundsatz der Logopädie, es ist wichtiger wie sage ich etwas als was Sie sagen!

Beachten Sie den Grundsatz der Kommunikation bei Menschen mit Demenz. Achten Sie auf den Tonfall der empfunden wird, dieser steht bei Menschen mit Demenz, vor dem Inhalt des Gesagten.


Therapieziele:
  • Aufrechterhaltung der Teilhabe am sozialen Leben
  • Größtmögliche Erhaltung der Lebensqualität für den betroffenen Menschen
  • Der Erhalt der sprachlichen Selbständigkeit
  • Unterstützung bei der Mahlzeiten- und Getränkeeinnahme & Reduktion von auftretenden Schluckproblemen

Bisher sind diese therapeutischen Möglichkeiten bei der Förderung & Begleitung von Menschen mit Demenz nur wenigen bekannt. Wird erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung auf diese therapeutische Möglichkeit zurückgegriffen, kann dies bereits zu spät sein und eine Unterstützung bereits nicht mehr möglich sein bzw. nur noch geringe Erfolge zeigen.

Wir haben Ihnen anschliessend eine Übersicht von Logopädie-Praxen und Logopädie-Therapeuten verlinkt, um Ihnen die Möglichkeit zu geben, in Ihrer Nähe eine therapeutische Unterstützung, mit dem Schwerpunkt auf Demenzbehandlung zu finden.

https://www.dbl-ev.de/service/logopaedensuche/

Fazit:

Was bringt Logopädie bei Demenz?

Eine Teilhabe am sozialen Leben & eine größtmögliche Lebensqualität soll aufrechterhalten bleiben. Die sprachliche Selbständigkeit soll erhalten werden. Die Unterstützung bei bereits auftretenden Schluckproblemen ist therapeutisch gewährleistet. Eine unabhängige Pflegeberatung gibt Ihnen weitere Informationen & Tipps.

 

Bei Fragen, Anregungen und Beratungswünschen kontaktieren Sie uns gerne telefonisch oder über das Kontaktformular auf unserer Homepage.

Interessante Beiträge zu pflegerelevanten Themen, finden Sie im Blog-Bereich in Kategorien geordnet, zum Nachlesen.


Wir veröffentlichen in unserem Podcast „Tipps für pflegende Angehörige“ wöchentliche neue Interviews & Beiträge.

Zu hören auf der Startseite unserer Homepage und auf allen gängigen online Podcast-Portalen!

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis