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Demenz & Schmerz | Ursache für Unruhe durch BESD erkennen

Im folgenden Artikel erklären wir Ihnen, wie Sie beim Menschen mit Demenz eine eventuelle Schmerz Erkennung anhand einer BESD-Skala durchführen.

Warum reagieren Menschen mit Demenz oft abweisend, aggressiv und zeigen ein herausforderndes Verhalten? Kann dies nicht auch an anderen Ursachen, außer der veränderten Wahrnehmung bedingt durch den Krankheitsverlauf der Demenz liegen, den wir nicht verstehen? Sehen wir den Menschen mit seinen Wünschen & Bedürfnissen überhaupt? Nehmen wir seine Gefühle und Bedürfnisse überhaupt als Außenstehender wahr und erkennen seine, oft nicht artikulierbaren Probleme richtig?

Wenn die Fähigkeit durch die Demenz Erkrankung nicht mehr gegeben ist, Gefühle, Ängste und auch Probleme in Worte zu fassen, sind wir als Bezugspersonen gefragt, diese durch unsere Beobachtungen zu deuten und auf diese einzugehen.

Demenz Schmerz BESD


  • Ursachen von Schmerzen bei Menschen mit Demenz
  • Zeichen von Schmerzen bei Menschen mit Demenz
  • Möglichkeiten der Beobachtung bei Verdacht auf Schmerzen
  • Was bedeutet Schmerzeinschätzung durch BESD?
  • Kriterien einer Schmerzeinschätzung mit einer BESD Skala
  • Anwendung einer BESD Skala

Ursache von Schmerzen bei Menschen mit Demenz


Oft ist die Ursache des abweisenden Verhaltens für den Mensch mit Demenz nicht in Worte zu fassen und liegt unter anderem daran, daß die Person sich nicht wohl fühlt, ihr etwas weh tut, was wir nicht erkennen. Fatal sind Reaktionen unsererseits, diese Abwehr, oft in Form von Unruhe, durch Medikamente zu unterdrücken. Vielfach kommen Sedativa (Beruhigungsmittel in Medikamentenform) oder Psychopharmaka zum Einsatz, da wir uns nicht zu helfen wissen oder schlicht mit dem Verhalten des Menschen mit Demenz überfordert sind.

In diesem Beitrag soll es um die Problematik des Schmerzes, welcher oft nicht mehr klar geäußert werden kann, gehen. Wie kann ich bei einem Menschen mit Demenz und dessen reduzierten oder gar nicht mehr vorhandenen Wortschatz eruieren, ob seine Abwehrhaltung nur durch einen Schmerzzustand hervorgerufen wird, welchen wir nicht erkennen? Ein Mensch ohne Demenz ist in der Lage diesen anhand von Schmerzlinealen oder einem Schmerztagebuch zu erfassen, mit welchem ein behandelnder Arzt in der Lage ist, eine angemessene Diagnose durch Untersuchungen und anschliessender Behandlung & Medikation zu stellen.


Beispiele für Schmerz Problematiken bei Menschen mit Demenz


Verweigert er die Mahlzeiteneinnahme aus Gründen von Schmerzen die im Mundbereich auftreten und kann diese nur nicht äußern. Das Problem ist offensichtlich und jeder von uns kann sich in diese Lage versetzen, wenn wir beispielsweise unter Zahnschmerzen leiden, tun wir uns auch mit dem Essen schwer. Wir sind jedoch in der Lage darauf zu regieren, uns zwingt niemand zum Essen, sondern wir planen einen Besuch beim Zahnarzt. 

Ein weiteres Beispiel für einen nicht artikulierbaren Schmerzzustand, der unsere Beobachtungsgabe erfordert wäre, der Versuch mit einem Menschen mit Demenz spazieren zu gehen, vielleicht mit Unterstützung durch einen Rollator.

Wir haben einen Plan, der Mensch mit Demenz weiß davon bisher nichts, wir haben eine Erwartungshaltung, dieser soll er gerecht werden. Haben wir uns überlegt, welche Strecke er schaffen kann, ob er zu dieser Uhrzeit leistungsfähig ist, besteht eine eventuelle Schmerzmedikation, hat er diese bereits eingenommen und hatte das Medikament auch Zeit seine Wirkung zu entfalten? Habe ich mich rückversichert und seine Mimik und Gestik berücksichtigt, auf den Vorschlag mit ihm spazieren zu gehen? Kann ich diese für oder gegen den Vorschlag deuten?

Starte ich die Aktion ohne gewisse Dinge vorab zu überdenken und zu prüfen, kann dieses Vorhaben auch nach hinten losgehen. Er weigert sich, wird ablehnend oder aggressiv, schafft die vorgegeben Strecke nicht, leidet unter Schmerzen und bricht eventuell zusammen. Wir haben die Situation schlicht schlecht eingeschätzt und ihn überfordert, sein Schmerzzustand wurde nicht richtig gedeutet oder ignoriert und seine Fähigkeiten überschätzt. Auch eine Mensch mit Demenz steht nicht unter ständiger Beobachtung von uns, es kann in unserer Abwesenheit zu einer Verletzung beispielsweise durch einen leichten oder schwereren Sturz gekommen sein. Diesen kann und wird er uns nicht angemessen mitteilen können. Deswegen gibt uns die Mimik und Gestik unter anderem Informationen um zu lesen, wie es dem Menschen geht, wenn die Sprache uns nicht mehr ausreichend Informationen über seinen Gefühlszustand geben kann.

Demenz Schmerz BESD


Möglichkeiten der Beobachtung bei Schmerz Verdacht


Was habe ich also für Möglichkeiten bei einem, im Wesen, durch die Demenz Erkrankung veränderten Menschen, herauszufinden, weswegen er sich aggressiv oder abweisend zeigt?

Ich kann durch genaue Beobachtung feststellen, wie seine Reaktion auf eine Berührung oder Bewegung ist, wenn ich mit ihm auf pflegerischer Ebene arbeite.

Wie ist seine Mimik? Setzt die Person seine Hände oder Beine ein, um eine Aktion unsererseits abzuwehren, da er sich verbal nicht adäquat äußern kann? Nimmt er kontinuierlich eine Schonhaltung ein, die jetzt beobachtet werden kann und vorher nicht eingenommen wurde.

Oft besteht auch die Möglichkeit einen Schmerzzustand durch die Atmung zu beobachten, wenn diese nicht gleichmäßig und ruhig, sondern bei beispielsweise einer Bewegung hektisch und beschleunigt ist, sich anschliessend durch eine eingenommene Schonhaltung oder Gegenbewegung wieder normalisiert. Sie sehen es ist eine Menge Grundverständnis erforderlich um einen Menschen mit Demenz zu verstehen, es würde nichts bringen die Probleme medikamentös zu unterdrücken, das Problem des Schmerzes würde weiter bestehen bleiben.


Was bedeutet Schmerzerkennung nach BESD?

Es gibt in der Pflege ein Instrument, die Schmerzeinschätzung nach BESD, welche dazu entwickelt wurde, den Schmerz bei einem Menschen mit Demenz zu eruieren. Diese dient als Basis für den behandelnden Arzt um eine Ursache herauszufinden und eine sinnvolle Behandlung durchführen zu können. Jedoch ist unsere Beobachtungsgabe des Betroffenen gefragt. Wir sind diejenigen die den Menschen mit Demenz als Pflegende täglich sehen und wahrnehmen. Der Arzt sieht diesen nur seltenst und kann mit unserer Dokumentation und Beobachtung, durch eine professionelle Schmerzeinschätzung nach BESD, individuell auf die Person eingehen und reagieren, um ihm zeitnah zu helfen.


Nach welchen Kriterien erfolgt eine Schmerzeinschätzung nach BESD?

Diese ist eine Skala zur Beurteilung von Schmerzen bei Demenz basierend auf der Beobachtung folgender Faktoren:

  • Atmung
  • Negative Lautäußerungen
  • Körper- und Schonhaltung
  • Mimik & Gestik
  • Reaktion auf Trost

Anwendung der BESD Skala in der Praxis

Entsprechend unserer Einschätzung & Beobachtung legen wir eine Beobachtungszeitpunkt fest.

Anhand der Skala, es gibt unterschiedliche Modelle, welche jedoch einen ähnlichen Aufbau zeigen und kostenlos im Internet zu finden sind, vergeben wir Punkte. Eine Legende für die Vergabe der Punkte befindet sich zur Orientierung bei den meisten Skalen ganz unten aufgelistet und dient uns als Hilfestellung.

Beispielsweise ist 0 Punkte keine Veränderung oder Reaktion des Menschen mit Demenz. 10 Punkte werden bei einer deutlich sichtbaren Aktion des Menschen mit Demenz, bezogen auf die in diesem Bereich abgefragte Reaktion, vergeben. Dazwischen liegende Punkte, dienen einen mittelgradigen Einschätzung, die immer unsere subjektive Einschätzung darstellt.

Die festgestellten Punkte werden abschließend zusammengezählt und sind anhand der jeweiligen Einschätzungsskala auszuwerten und das Ergebnis kann so, bei bestehender Notwenigkeit, dem Arzt als Orientierungshilfe Ihrer Beobachtung zur anschließenden Behandlung vorgelegt werden.

Man muss sich immer bewußt sein, daß eine vom Betroffenen gezeigte Reaktion, oft nicht persönlich zu nehmen ist, sondern eine den Umständen entsprechende, überhaupt mögliche Reaktion darstellt, die oft aus einer Hilflosigkeit heraus entsteht, sich nicht verbal artikulieren zu können.

Demenz Schmerz BESD

Greifen Sie niemals sofort zu ruhigstellenden Medikamenten, wenn ein Mensch mit Demenz vermehrt unruhig ist. Auch hier gilt das Prinzip des Ausschlußverfahrens. Setzen Sie sich intensiv mit Ihrem zu pflegenden Angehörigen, Bewohner oder Patient auseinander. Versuchen Sie seine Wünsche, Ängste, Probleme & Sorgen oder gezeigte Symptome zu sehen und deuten. Ihre Beobachtungsgabe ist gefragt. Seien Sie sich seinen fehlenden Artikulationsmöglichkeiten bewußt. Bleiben Sie ruhig nehmen Sie ihn ernst und unterstützen Sie ihn.


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Weitere interessante Beiträge zu pflegerelevanten Themen, nicht nur zu Schmerz & Demenz unter Anwendung der BESD Skala,  finden sie im Blog-Bereich in Kategorien für Sie geordnet.

Zusätzlich veröffentlichen wir wöchentlich den Podcast „Tipps für pflegende Angehörige“, zu hören auf unserer Startseite der Homepage sowie allen gängigen online Podcast Plattformen mit interessanten Beiträgen und Interviews!

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

 

 

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Tipps & Gefahren | Fernsehen bei Menschen mit Demenz

In Bezug auf Fernsehen muss bei einem Menschen mit Demenz bedacht werden, daß eine oft bereits ausgeprägte Wesensveränderung vorliegt. Er ist aufgrund seiner krankheitsbedingt, veränderten Wahrnehmung, im fortgeschrittenen Stadium, meist nicht mehr in der Lage zwischen tatsächlicher Realität und Fiktion oder Darstellung eines Films zu unterscheiden.

Hinzu kommt, daß bei den meisten ausgestrahlten Fernsehsendungen im Privatfernsehen, diverse Werbeblöcke zur Unterbrechung der eigentlichen Sendung kommen, welche die Konzentration beeinträchtigen und das Kurzzeitgedächtnis nicht in der Lage ist, nach diversen Minuten Werbung, den Kontext der unterbrochenen Sendung aufzugreifen, zu verstehen und einen fortlaufenden Sinn und Zusammenhang herzustellen. es führt zu kognitiver, geistiger Überforderung.

Ein Mehrwert, durch die Beschäftigung des Fernsehens, ist oft nicht mehr gegeben. 

Tipps Gefahren Fernsehen Demenz

Tipps zum Thema Fernsehen bei Demenz


  • Programmauswahl
  • Berücksichtigen der Biographie
  • Länge der Fernsehunterhaltung
  • Beobachten des Menschen mit Demenz
  • Aufarbeiten des Gesehenen im Gespräch
  • Gefahren der zusätzlichen Verwirrtheit durch Fernsehen

Die Auswahl von Sendungen für Menschen mit Demenz


Suchen Sie wenn möglich gezielt vorab im Programm, ähnlich wie bei Kindern, Sendeformate heraus, die geistig verarbeitet werden können. Ruhige Formate wie Dokumentationen, Tiersendungen oder Musiksendungen bieten sich an. Greifen Sie, wenn möglich auf Sender zurück, welche ohne Werbeunterbrechungen ausstrahlen. Die Gedanken schweifen dadurch nicht unnötig ab, die betroffene Person mit Demenz, hat die Möglichkeit beim Thema zu bleiben und den Inhalt noch eher zu begreifen.

Berücksichtigen der biographischen Interessen des Menschen mit Demenz


Wer sich in seinem bisherigen Leben gerne mit Themen wie kochen, handarbeiten oder Tieren beschäftigt hat, wird einer Sendung zu diesen Bereichen interessiert folgen. Überdenken Sie, aufgrund der vorhandenen Personenkenntnis Ihres Angehörigen mit Demenz, was ihn interessieren könnte und suchen Sie das Programm darauf bezogen für ihn aus.

Themen die einen im Leben nicht interessiert haben, werden sicher weniger interessiert aufgenommen, langweilen und stellen keinen Mehrwert oder einen erfolgreiche Unterhaltung für den Menschen mit Demenz oder auch einen nicht betroffenen Menschen dar.

Musiksendungen bieten eine sinnvolle Unterhaltung, gerade wenn Lieder aus der Vergangenheit gesungen werden, die dem Menschen mit Demenz aus der Vergangenheit bekannt sind schöne Erinnerungen hervor rufen. Beginnen Sie, gerne auch während der Sendung, gemeinsam die Lieder mit zu summen oder zu singen, animieren Sie den Menschen mit Demenz zum mitmachen, erzeugen Sie eine ansprechende Stimmung. Vergessen Sie nicht, daß Sie den Betroffenen primär über die Emotionsebene erreichen!

Auswahl der Sendungslänge beim Fernsehen mit einem Menschen mit Demenz

Überfordern Sie die Person nicht durch zu lange Sendeformate.

Oft kann diesen gar nicht mehr gefolgt werden, gehen Sie nicht nur von sich selbst aus. Orientieren Sie sich bei dieser Art der Beschäftigung an den Tagesphasen, in denen Ihr Angehöriger am wachsten und aufmerksamsten ist. Wenn der Tag dem Ende entgegen geht, leidet auch die Aufmerksamkeit und die Müdigkeit überwiegt, überfordern Sie den Menschen mit Demenz nicht. Geben Sie die Zeit für die Beschäftigung gezielt vor.

Beobachten Sie den Menschen mit Demenz beim Fernsehen

Tipps Gefahren Fernsehen Demenz

Gerade in Zeiten, wie diesen, in denen fast auf jedem Sender Kriegsberichterstattungen, aus gegebenem Anlass, übertragen werden, können diese Erinnerungen an die eigenen Kriegserlebnisse hervorrufen, verängstigen und verwirren. Denken Sie an Ihre Fürsorgepflicht dem Menschen mit Demenz gegenüber.

Schaffen Sie nicht unnötig Angst, Desorientiertheit und Situationen die zu massiver innerer Unruhe und Unverständnis führen. Diese müssen Sie selbst anschliessend wieder in den Griff bekommen, durch verständliche Erklärung, Beruhigung und unter Einsatz von viel Kraft & Energie, die Sie besser für die Pflege Ihres Angehörigen benötigen. 

Beobachten Sie den Gesichtsausdruck, die Mimik, Ihres Gegenübers. Lassen Sie ihn nicht alleine fernsehen, um notfalls eingreifen bzw. abschalten zu können, wenn Angst und Unsicherheit auftritt. Achten Sie auf die Körperhaltung, wie wirkt die Person mit Demenz? Zieht sie sich innerlich zurück, können Sie hervorgerufene Emotionen erkennen? Wird der Mensch mit Demenz unruhig, kann er sich in dieser Situation nicht selbständig helfen, seine Gefühle nicht artikulieren? Situationen in denen ihr Eingreifen erforderlich ist. Sehen Sie Parallelen zu Kindern? Genau, 

darauf wollen wir hinaus. Ein Kind, ist in jungen Jahren, auch nicht in der Lage Sendeformate mit Inhalten, die nicht dem Alter entsprechend sind zu verwerten, zu begreifen und zu verarbeiten. Ihre Pflicht ist es, Unterhaltung in Form von fernsehen zu begleiten, sinnvolle Formate und die Sendelänge zu steuern.

Aufarbeiten des Gesehenen im Anschluss

Planen Sie, wenn Sie vorhaben Ihren betroffenen Angehörigen, mit Fernsehunterhaltung zu begleiten, Zeit für ein anschliessendes Gespräch zur Aufarbeitung des Gesehenen mit ein.

Menschen mit Demenz benötigen, nachdem Eindrücke auf sie eingewirkt haben, mehr Zeit um diese zu verarbeiten.

Nehmen Sie sich Zeit für die Aufarbeitung, Zeit für Erklärungen und Fragen. Dies dient auch Ihrer weiteren Auswahl in Form von Fernsehangeboten. Gehen Sie auf die gesehenen Inhalte ein, reflektieren Sie diese gemeinsam. Lassen Sie sich rückversichern, wie es für den Menschen mit Demenz war, fernzusehen. Fragen Sie nach seinen Emotionen. Fragen Sie ihn ob er das Gesehene als schön empfunden hat. Greifen Sie Passagen der Sendung auf, sprechen Sie über das Gesehene. Gehen Sie auf die Eindrücke, die Ihnen mitgeteilt werden ein und bestätigen Sie die Person mit Demenz in ihrer Wahrnehmung.

Gefahren von Fernsehen bei Menschen mit Demenz

Verwirrtheitszustände, die zusätzlich zum bestehenden Krankheitsbild hervor gerufen werden sind vermeidbar. Schaffen Sie eine demenzentsprechende Atmosphäre. Greifen Sie noch bestehende Interessen auf, fördern Sie diese gezielt und wirken einem weiteren Gedächtnisabbau bewusst entgegen. schaffen Sie positive Momente für den Menschen mit Demenz, entsprechend seiner noch vorhanden Fähigkeiten. Sie können auf den Krankheitsverlauf dadurch bedingt einwirken. Geben Sie die nötige Sicherheit die diese Personen benötigen, auch in Form von beschäftigungsangeboten und vermeiden Sie kognitive, geistige Überforderung, Angst, Unverständnis und weitere Desorientiertheit.

Rückzug, eine reduzierte Gesprächsteilnahme lassen sich vermeiden, wenn der Mensch mit Demenz Unterstützung, Verständnis und eine bedarfsgerechte Atmosphäre erlebt. 

Seien Sie sich über Ihre Steuerungs- und Beeinflussungsmöglichkeiten des Menschen mit Demenz im Klaren.


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Ihr Team

Deutsche Pflegeberatung Matheis


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Demenz | Tipps zum Umzug ins Pflegeheim

Pflegeheim für Menschen mit Demenz – Wann macht der Umzug Sinn?


Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem eigentlich klar ist, dass der Mensch mit Demenz in einer sicheren, betreuten Umgebung wohnen sollte. In der Regel kündigt sich dieser Zeitpunkt über einen längeren Zeitraum an: Der Erkrankte wird immer vergesslicher, er verwechselt Tätigkeiten, die eigentlich Routine sind oder er verläuft sich, ohne es wirklich zu merken.

Denkt man anfangs noch, dass es sich ja bestimmt wieder geben wird, wird einem dann doch Stück für Stück klar, dass es eigentlich nur noch bergab geht. Und dass sich der Erkrankte immer mehr in Gefahr begibt. Diese Wahrheit verdrängen die meisten Erkrankten, aber auch deren Angehörige, meistens sehr gern.

Demenz Umzug Pflegeheim

Denn was ist die Alternative?


Vielleicht reicht schon eine tägliche Betreuung, um zumindest die wichtigsten Dinge zu organisieren. Doch was passiert, wenn diese Betreuung nicht da ist? Schafft es der Mensch mit Demenz dann, sich selbst zu versorgen? Und überhaupt: Jemand fremdes im Haus? Will man das?

Aus diesen Gründen ist der Umzug in ein Seniorenheim für Mensch mit Demenz oft der langfristig bessere Gedanke.

Doch was ist das für ein großer Schritt! Raus aus dem Haus, in dem man lange Jahre gewohnt hat, das voller Erinnerungen steckt. „Das kann man doch nicht machen!“ ist der erste Gedanke vieler Angehörigen, wenn es darum geht, diese Entscheidung zu treffen.

Tatsächlich fällt es den meisten sehr schwer, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Man sollte deshalb versuchen, alle Emotionen auszublenden und sehr rational an diese Entscheidung herangehen.

Zuallererst sollte man sich als Angehöriger selbst überprüfen. Viele pflegende oder auch betreuende Angehörige sehen es als selbstverständlich an, dass sie für den Erkrankten zur Verfügung stehen. Sie fühlen sich „schuldig“, diese Aufgabe zu übernehmen. Oftmals erkennen sie nicht, wie groß diese Aufgabe wirklich ist. Sie überschätzen sich und unterschätzen den Aufwand, der für eine geregelte Betreuung nötig ist.

 Hauptgrund ist, dass sich die Hilfsbedürftigkeit  des Erkrankten von einem Laien kaum einschätzen und sich gleichzeitig stetig erhöht. Dazu kommt häufig noch eine schleichende Veränderung des Wesens.

 Der pflegende Angehörige, häufig noch durch Beruf und Familie mit Doppelbelastung, funktioniert nur noch und nimmt diese Belastung kaum noch wahr, verliert dabei aber mehr und mehr die Kontrolle über sich selbst. Wie in einem Hamsterrad.

Sollten also Symptome wie dauernde Gereiztheit, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, aber auch depressives Verhalten oder  Weinkrämpfe vorkommen, ist die Grenze des Zumutbaren häufig schon überschritten.

Höchste Zeit, etwas zu ändern! 

Pflege von Menschen mit Demenz im Pflegeheim

Zuerst muss man sich also selbst im Klaren darüber sein, ob ein Umzug in ein Pflegeheim für Menschen mit Demenz oder eine Demenz-Wohngemeinschaft die richtige Lösung für alle Beteiligten ist.

Dazu macht es Sinn, ganz sachlich eine Pro/Contra-Liste aufzustellen, in der alle Vor- und Nachteile eines Umzugs in eine Residenz aufgelistet sind. 

Ist eine Entscheidung zugunsten eines Umzugs gefallen, gilt es, die richtige Residenz zu finden.

Aber auch die Überzeugungsarbeit beim Erkrankten erfordert viel Fingerspitzengefühl, denn letztendlich geht es ja um ihn und sein Wohlergehen in der nächsten Zeit.

Was sind also die Kriterien, die für oder gegen den Umzug sprechen?

Dazu gibt es keine pauschale Antwort. Das Leben in der gewohnten Umgebung gibt vielen Menschen Halt und Sicherheit. Ein Umzug könnte sich negativ auf die Psyche auswirken.

Andererseits muss man sich fragen, inwieweit der Erkrankte überhaupt noch sein Lebensumfeld nutzt? Vielleicht handelt es sich tatsächlich nur um einen Vorwand, um die Entscheidung nicht treffen zu müssen!?

Denn genauso gut könnte es sein, dass der Erkrankten einer neuen Umgebung aufblüht, neue Freundschaften findet und aufgrund der regelmäßigen Betreuung ein schöneres Leben führen kann.

Hier gilt es also abzuwägen, Vermutungen anzustellen und ein Gefühl für die Situation zu entwickeln.

Und wie findet man dann die richtige Residenz?

Demenz Umzug Pflegeheim

Professionelle Demenzbetreuung


Hier gibt es schon eher die Möglichkeit einer sicheren Entscheidung. Es gibt spezielle Pflegeheime für Menschen mit Demenz oder zumindest spezialisierte Abteilungen betreiben. 

Als Angehöriger sollte man sich erkundigen, welche Angebote den Menschen mit Demenz gemacht werden. Wie sind die Betreuer ausgebildet? Wie viele stehen den Bewohnern zur Verfügung? Gibt es spezielle Unterhaltungs- und Beschäftigungspläne? Selbst beim Essen und der Ausstattung der Essensräume gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Residenzen.

Es macht absolut Sinn, sich lange vor dem Umzug mit dieser Materie intensiv zu beschäftigen, denn die Besuche und Gespräche brauchen Zeit und oftmals ist ein Platz in einem passenden Heim nicht sofort zu bekommen.

Natürlich wäre es perfekt, wenn auch der Mensch mit Demenz sich für diesen Gedanken erwärmen könnte. 

Aber naturgemäß ist es sehr schwer, mit logischen Argumenten zu überzeugen. Demenziell Erkrankte wirken oft stur und uneinsichtig.

Wie kann diese Demenz Sturheit überwunden werden?


Das ist in der Regel kein leichtes Unterfangen. Je nach Zustand glaubt der Betroffene natürlich nicht, dass ein Umzug nötig ist. Der Erkrankte kann die Situation naturgemäß nicht realistisch einschätzen. Er glaubt in der Regel, dass es kein Problem ist, alleine wohnen zu bleiben.

Deshalb sollte man frühzeitig dieses Thema anschneiden um zu erfahren, wie der Erkrankte grundsätzlich zu einem Umzug steht.

Vorsichtiges Anfragen zur gewünschten Lebenssituation in der Zukunft oder auch zur Wichtigkeit des derzeitigen Umfelds können auch beim Betroffenen Denkprozesse auslösen und zu einer gemeinsamen Entscheidung führen.

Wichtig ist, hier mit viel Empathie vorzugehen, denn ein Umzug im hohen Alter fällt niemanden leicht, auch wenn man sich bewusst ist, dass dies wohl beste Entscheidung wäre.

Es ist immer hilfreich, sich im Vorfeld der Gespräche auch die Interessen des Erkrankten genau vor Augen zu führen. Ist er ein geselliger Typ und unterhält sich gerne mit anderen Menschen, so ist natürlich das tolle Gruppenangebot in der bevorzugten Residenz hervorzuheben. 

Für die Leseratte die Bibliothek, für den Spaziergänger der schöne Garten usw.. Es sollten also immer die Wünsche des Erkrankten im Mittenpunkt stehen, nicht die logischen Argumente.

Ein gut geplanter Umzug kann also für alle Beteiligten der schönste Weg in die Zukunft sein. Es lohnt sich, sich ausgiebig und rechtzeitig mit diesem Thema zu beschäftigen.

 

Wir bedanken uns für diesen Gastbeitrag bei den Autoren der Seite:

http://www.demenz-und-du.de

besuchen Sie die Seite doch einmal, die Kernthemen drehen sich um die pflegenden Angehörigen von Menschen die von Demenz betroffen sind.


Kontaktieren Sie uns jederzeit, wenn Sie Fragen zum Thema Tipps zum Umzug ins Pflegeheim bei Demenz oder anderen pflegerelevanten Problemlagen haben, wir erklären Ihnen gerne weitere Details & gehen auf Ihre Fragen ein.


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