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Aromapflege in der Onkologie & bei Krebs

In diesem Artikel möchten wir Ihnen die unterstützenden Möglichkeiten der Aromapflege in der Onkologie & bei einer Krebs Erkrankung empfehlen.

Wer Krebspatient*innen betreut oder Tumorpatient*innen im Familien- oder Freundeskreis hat, der weiß: Übelkeit (Nausea) und Erbrechen (Emesis) zählen zu den häufigsten Nebenwirkungen von chemotherapeutischen Behandlungen und Bestrahlung. 

Länger anhaltende Übelkeit ist an sich schon sehr belastend. Bei onkologischen Patient*innen ist dies umso dramatischer, als die Erkrankten durch den meist unerwünschten Gewichtsverlust zusätzlich geschwächt werden. Weil Übelkeit und Erbrechen biologische Warn- und Schutzmechanismen sind, die den Körper vor Vergiftungen, verdorbenen Lebensmitteln und vergleichbaren Schädigungen bewahren sollen, lassen sie sich auch kaum durch Willensanstrengung unterdrücken. Zwar sind entsprechende Medikamente, die sogenannten Antiemetika, mittlerweile fester Bestandteil der meisten Krebstherapien. Aber auch die Aromapflege bietet vorbeugend und begleitend einiges an Möglichkeiten. 

Die wichtigsten Ursachen von Übelkeitsbeschwerden

  • Bei der Chemotherapie oder anderen Medikamenten reagiert der Körper genau wie auf giftige oder verdorbene Nahrungsmittel: Er will sie durch Erbrechen loswerden.
  • Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide haben wiederum eine andere Wirkung: Sie setzen direkt am zentralen Nervensystem an, manche stimulieren als Nebenwirkung direkt das Brechzentrum.
  • Schmerzmittel wie die nichtsteroidalen Antiphlogistika – „Aspirin“ ist ein solches – reizen die Magen-Darm-Schleimhaut und können auf diesem Weg zu Unwohlsein führen.
  • Bei einer Bestrahlung vermuten Fachleute verschiedene mögliche Ursachen: Liegt das Strahlenfeld beispielsweise im Bauchraum, ist dort oft die Magen-Darmschleimhaut gereizt und entzündet. Dies kann Unwohlsein verursachen. Bei sehr hoch dosierten Bestrahlungen kann die Übelkeit aber auch durch körpereigene Abbauprodukte und Entzündungsfaktoren hervorgerufen werden.

Riechsticks, Raumbeduftung und Massagen zur Linderung und Entspannung

In der aromapflegerischen Begleitung haben sich neben Riechstiften mit ätherischen Ölen, die nachweislich die Übelkeit verringern, auch angstlösende und entspannende Mischungen, Massagen und Einreibungen bewährt.

Riechsticks gibt es ganz neu jetzt auch gebrauchsfertig von PRIMAVERA. Die Sets (https://www.primaveralife.com/aroma-sticks-zum-selbstbefuellen.html) enthalten jeweils fünf Aroma Sticks mit wiederverwendbaren Verschlusskappen, die selbst befüllt werden können – bei Übelkeit etwa mit einem Tropfen Ingwer, einem Tropfen Zitrone, Orange oder Pfefferminze. 

Aromapflege Onkologie Krebs

Je nach Beschwerdebild haben sich folgende „Rezepte“ für selbstgemachte Aroma Sticks bewährt (jeweils einen 1 Tropfen der Mischung auf das Vlies geben):

Bei Übelkeit:

1 Tropfen Ingwer (Bio)

1 Tropfen Orange (Demeter)

Bei Unruhezuständen:

1 Tropfen Neroli 10 %

1 Tropfen Orange (Demeter)

Bei Appetitlosigkeit:

1 Tropfen Grapefruit (Bio)

1 Tropfen Tonka-Extrakt (Bio)

Als weitere gebrauchsfertige Aromapflegeprodukte empfehle ich für eine beruhigende Massage das Entspannungsöl (https://www.primaveralife.com/aromapflege-entspannungsoel-bio.html) zum Beispiel für Handmassagen, Einreibungen an der Fußsohle und/oder dem Solarplexus oder auch für ein Fußbad.

Wer selbst mischen möchte, findet hier eine gute Grund-Rezeptur:

Angstlösende und entspannende Grundmischung zur Raumbeduftung: 

30 Tropfen Limette

15 Tropfen Myrte türkisch

10 Tropfen Neroli 10%

20 Tropfen Lavendel fein

25 Tropfen Benzoe siam

Von dieser Grundmischung für die Duftlampe 5-8 Tropfen nutzen.


Gerade bei häufigem Erbrechen ist auch eine entsprechende Mundpflege wichtig: Hier kann ich unser gebrauchsfertiges Aromapflege Mund-Vital-Öl bio (https://www.primaveralife.com/aromapflege-mund-vital-oel-bio.html) empfehlen. Die enthaltenen ätherischen Öle von Ravintsara und Lorbeer reinigen die Mundhöhle wirksam, Kokosnussöl und Pfefferminze spenden Frische und wirken feuchtigkeitsbildend.

Auch Roll-Ons zum Auftragen auf die bepulsten Stellen der Haut (z. B. Handgelenke, Schläfen oder Halsbereich) werden bei Übelkeitsbeschwerden oft als wohltuend empfunden. Als gebrauchsfertige Option aus dem PRIMAVERA-Sortiment bieten sich der „Gute Laune Duft Roll-On bio“ (https://www.primaveralife.com/gute-laune-duft-roll-on-bio.html) oder auch der „Kopfwohl Roll-On bio“ (https://www.primaveralife.com/kopfwohl-roll-on-bio.html) mit Pfefferminze speziell bei Übelkeit an.


Weitere interessante Beiträge zu pflegerelevanten Themen, nicht nur zum Thema Aromapflege in der Onkologie und bei Krebs Patienten,  finden sie im Blog-Bereich in Kategorien für Sie geordnet.

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Demenz | Verständnis durch Validation nach Naomi Feil

Was versteht man unter Validation bei Demenz


Verständnis für einen Menschen mit Demenz zu zeigen, fällt nicht immer leicht, Naomi Feil gibt uns ein wertvolles Instrument durch die Technik der Validation an die Hand. Bedingt durch die Wesensveränderung, die ein Mensch bei einer Demenz Erkrankung durchläuft, kommt es häufig zu Unverständnis aufgrund seiner Reaktionen, ablehnendem oder abwehrendem Verhalten. Die Gerontologin Naomi Feil hat sich mit dieser Thematik und Problematik beschäftigt. Sie hat das Konzept der Validation entwickelt. Dieses wird bei hochbetagten,  an Alzheimer Demenz erkrankten Menschen angewendet.

Pflegende Angehörige und Pflegepersonal bekommen eine empathische, urteilsfreie, verbale oder nonverbale Kommunikationstechnik & Grundeinstellung vermittelt. Die Technik der Validation nach Naomi Feil hilft den Menschen mit Demenz und seine Reaktionen besser zu verstehen. Es wird davon ausgegangen, daß aufgrund der geistigen Rückentwicklung bis ins Kindesalter, ein Prozeß des Aufarbeitens, von Ereignissen im Leben, im Unterbewusstsein stattfindet.

Durch Validation sind wir in der Lage die betroffene Person in dieser Aufarbeitung zu unterstützen, uns mit ihr auseinander zusetzen, um sie und ihre Reaktionen zu verstehen. Wenn ein Mensch mit Demenz beispielsweise plötzlich eine bereits verstorbene Person zu sehen glaubt, kann dieses nicht nur mit der Erkrankung zusammen hängen. Oft ist dies der Fall wenn im bisherigen Leben eine Strategie fehlte, Situationen aufzuarbeiten und damit zu bewältigen. Die Situation wird neu durchlebt. Validation ist hierbei eine tolle, unterstützende Möglichkeit dieses gemeinsam zu bewältigen. Diese Technik schafft nicht nur Verständnis für Situationen, die im ersten Moment nicht begreifbar für uns sind, sondern sie erleichtert den Umgang mit dem Menschen mit Demenz. Sie unterstützt ihn in seinem Krankheitsverlauf, schafft und erhält Vertrauen und erleichtert den Umgang mit dem Krankheitsbild Demenz.


Demenz Validation Naomi Feil

Die 4 Phasen für angewendete Validation


Phase 1: Mangelhafte Orientierung – oft unglücklich

Der Mensch mit Demenz leugnet seine Gefühle vermehrt. Er projiziert Konflikte und nicht aufgearbeitete Probleme oft auf Personen aus der Gegenwart.

Techniken der Validation in der 1. Phase:

  • Offene Fragen stellen, beispielsweise „Wie fühlst du dich?“, „Wie geht es dir?“ oder „Hast du einen schönen Tag?“. Es geht darum die Gefühlsebene durch offene Fragen zu ermitteln.
  • Nach Extremen oder dem Gegenteil fragen. Beschuldigt eine mangelhaft orientierte Person jemanden böse zu ihr gewesen zu sein, hinterfragen Sie ob sie das immer tut oder antworten sie, das kommt aber nicht jeden Tag vor, oder?
  • Sich gemeinsam erinnern. Bieten Sie Fragen auf die Vergangenheit bezogen an und gehen Sie auf das Gesagte ein, ergänzen Sie wenn möglich, um eine gemeinsame Erinnerungssituation zu gestalten, die positive Erinnerungen hervorruft.
  • Umformulieren von Gesagtem, dieses führt zu verstanden werden und Akzeptanz.
  • Bewältigungsmechanismen erfahren dient dem Zweck herauszufinden, ob die Person diese Situation früher schon einmal erlebt hat und wie sie damit umgegangen ist. Als Beispiel, der Mensch mit Demenz beschwert sich darüber, daß eine andere Person immer so laut schreit.

 

Phase 2: Zeitverwirrtheit

Rückzug aus der Realität, Verluste sind willkürlich nicht mehr zu leugnen. Vertraute Gegenstände oder Menschen erinnern den Menschen mit Demenz an die Vergangenheit, in die er sich immer mehr zurück zieht. Die Gefühlsebene wird in den Vordergrund gestellt, Themen drehen sich um Liebe, Trennung, Hass und Trauer. Hierüber schafft sich der Betroffene seine Identität.

Techniken der Validation in der 2. Phase:

  • Offene Fragen, kommuniziert die Person noch verbal, versuchen Sie es mit dem Stellen von offenen Fragen.
  • Geschlossene Fragen, ist die verbale Kommunikation kaum noch möglich, stellt man geschlossene Fragen. Bieten Sie Fragen mit nur zwei Antwort Optionen, dieses fällt dem Betroffenen leichter.
  • Nonverbale Techniken können, beschrieben in Phase 3, eingesetzt werden.

 

Phase 3: Bewegungen werden wiederholt

Gefühle werden in dieser Phase durch sich kontinuierlich wiederholende Bewegungen ersetzt. Beispiele können Streichbewegungen über den Tisch, zupfen an einer Tischdecke oder Daumen drehen sein. Sprachliche Veränderungen, hin zu Lauten, wie Pa pa pa helfen Menschen mit Demenz, die unverständliche Gegenwart für eine kurze Zeit zu verlassen und in die Vergangenheit zu driften. Hier kommen ausschließlich nonverbale Techniken zum Einsatz:

  • Blickkontakt hilft zu suggerieren, ich spreche dich an, begeben Sie sich auf Augenhöhe, achten Sie auf Gesicht & Augen Ihres Gegenübers bei der Ansprache.
  • Spiegeln Sie durch Bewegungen, Körperhaltung und Gesichtsausdruck die Person und zeigen damit Bestätigung, dadurch zeigen Sie gezielt Mitgefühl und Empathie.
  • Berührung ist eine gute Möglichkeit in Kontakt zu treten. Legen Sie der Person behutsam die Hand auf die Schulter, nehmen Sie seine Hand bei der Ansprache. Diese Gesten erzeugen Vertrautheit und Geborgenheit.
  • Musik & Singen ist oft, auch nach dem Verlust der Sprache, noch eine Möglichkeit eine Emotionsebene aufzubauen. Musik ruft Erinnerungen aus der Vergangenheit des Menschen mit Demenz hervor, gelegentlich kommen sogar noch Worte oder Teilsätze aus dem Mund des Betroffenen.
Phase 4: Vegetieren

In dieser Phase nehmen die Personen die Außenwelt kaum und gar nicht mehr wahr, Vergangenes wird nicht mehr aufgegriffen und verarbeitet. In dieser Phase ist Berührung, Anerkennung und Fürsorge essentiell und wichtig. Ehrliche Worte spielen eine übergeordnete Rolle und werden durch einen positiven Unterton gespürt. Verwenden Sie Sätze wie, „Es ist schön, dich zu sehen“, „Ich freue mich immer wenn ich dich besuche“ oder beispielsweise „Du siehst heute sehr hübsch oder gut aus“. Erwarten Sie keine Gegenreaktion des Menschen mit Demenz, seien Sie einfach für ihn da.


Was lernen wir also durch die Technik der Validation nach Naomi Feil?

 

  • Nicht aufgearbeitetes im Leben positiv aufzuarbeiten
  • Eine bessere, gefühlvolle Kommunikation mit dem Betroffenen
  • Unverständliche Situationen besser zu begreifen
  • Einfühlungsvermögen für die betroffene Person
  • Die Aufmerksamkeit auf die noch vorhandenen Fähigkeiten des Menschen mit Demenz zu lenken

Validieren kann jeder lernen. die Grundvoraussetzung ist eine emphatische, gefühlvolle Ebene aufzubauen, eigene Gedanken und Vorurteile in den Hintergrund zu stellen. Vermeiden Sie Ausreden & Lügen dem Menschen mit Demenz gegenüber. Erzeugen Sie eine wertschätzende Atmosphäre. Die Emotionsebene bleibt bis zum Schluß erhalten. Ehrlichkeit ist spürbar, mag die betroffene Person auch noch so verwirrt wirken.

Weitere interessante Beiträge zu pflegerelevanten Themen, nicht nur zum Thema Validation nach Naomi Feil bei Demenz, finden sie im Blog-Bereich in Kategorien für Sie geordnet.

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Nachtpflege | Eine Leistung der Pflegeversicherung

 Nutzen Sie als pflegende Angehörige bereits die Entlastungsleistung der Nachtpflege der Pflegeversicherung?

Werden Menschen pflegebedürftig, wünschen sie sich häufig, trotzdem weiter in ihrem häuslichen Umfeld zu verbleiben, statt dauerhaft in eine Pflegeeinrichtung umzuziehen. Dieser Wunsch ist verständlich, stellt die pflegenden Angehörigen oft aber vor eine Herausforderung. Nur wenige haben die Möglichkeit, rund um die Uhr für den Pflegebedürftigen da zu sein, und insbesondere eine Pflege während der Nacht kann für die Angehörigen eine Belastung darstellen.

Glücklicherweise gehört zu den Angeboten der Pflegeversicherung auch die Nachtpflege. Bei dieser Leistung wird die Betreuung des Pflegebedürftigen während der Nachtstunden von einem Pflegedienst übernommen, sodass die Angehörigen entlastet werden und selbst zur Ruhe kommen. Die professionellen Pfleger übernehmen währenddessen zum Beispiel die Begleitung des Pflegebedürftigen beim nächtlichen Toilettengang oder dessen medizinische Versorgung, soweit dies erforderlich ist.

Nachtpflege Entlastungsleistung pflegende Angehörige

Die verschiedenen Formen der Nachtpflege

Die Nachtpflege kann auf zwei verschiedene Arten erfolgen:

  • Als teilstationäre Pflege: Bei dieser Form der Nachtpflege wird der Pflegebedürftige während der Nacht in einer Pflegeeinrichtung untergebracht und kehrt tagsüber nach Hause zurück. Die Beförderung des Pflegebedürftigen von der Wohnung zur Pflegeeinrichtung (und zurück) ist bei dieser Leistung mit inbegriffen.
  • Als ambulante Pflege: Hier kommt ein Mitarbeiter des Pflegedienstes zu dem Pflegebedürftigen nach Hause und betreut ihn dort entweder stundenweise oder während der gesamten Nacht.

Welche Form der Nachtpflege für einen Pflegebedürftigen in Frage kommt, hängt vor allem von dessen körperlichem und geistigem Gesundheitszustand ab. Nachtaktive Demenzkranke, die zum Weglaufen neigen, benötigen beispielsweise oft eine besonders intensive Betreuung, die nicht jeder ambulante Pflegedienst leisten kann. Angehörige sollten sich hier ausführlich beraten lassen, welche Form der Nachtpflege für die pflegebedürftige Person am geeignetsten erscheint.

Wann besteht Anspruch auf Nachtpflege?

In § 41 im Sozialgesetzbuch – Elftes Buch (SGB XI) erläutert der Gesetzgeber, wann ein Anspruch auf teilstationäre Pflege in Einrichtungen der Tages- oder Nachtpflege geltend gemacht werden kann. Gemäß diesem Paragraphen müssen dafür folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Der Pflegebedürftige weist einen Pflegegrad von 2 bis 5 auf.
  • Die häusliche Pflege kann nicht in ausreichendem Maße sichergestellt werden bzw. die teilstationäre Betreuung ist zur Ergänzung der häuslichen Pflege erforderlich.

Sind die genannten Voraussetzungen gegeben, können die Kosten für die Nachtpflege über die Pflegeversicherung abgerechnet werden. Dies umfasst jedoch nur die Grund- und Krankenpflege sowie eventuelle Transportkosten, die durch den Fahrdienst einer Pflegeeinrichtung anfallen. Bis zu welchem Gesamtwert diese Kosten übernahmefähig sind, hängt außerdem vom Pflegegrad ab. Gemäß § 41 Abs. 2 SGB XI gelten hier folgende Grenzbeträge:

  • Pflegegrad 2: bis zu 689 Euro pro Monat
  • Pflegegrad 3: bis zu 1298 Euro pro Monat
  • Pflegegrad 4: bis zu 1612 Euro pro Monat
  • Pflegegrad 5: bis zu 1995 Euro pro Monat

Nachtpflege Entlastungsleistung pflegende Angehörige

Übersteigen die Pflegekosten den jeweiligen monatlichen Leistungsbeitrag der Pflegeversicherung, muss der Pflegebedürftige den Restbetrag aus eigener Tasche zahlen. Gleiches gilt für die Kosten, die für Unterkunft und Verpflegung anfallen. Reicht das Einkommen bzw. das Vermögen der Betroffenen nicht aus, um die Pflegekosten zu decken, besteht die Möglichkeit, Sozialhilfe zu beantragen.

Die Nachtpflege kann zusätzlich zum Pflegegeld und den ambulanten Pflegesachleistungen beansprucht werden. Es erfolgt somit keine Anrechnung auf diese Leistungen.

Weiter Infos unter:https://www.anwalt.org/nachtpflege/


Weitere interessante Beiträge zu pflegerelevanten Themen, nicht nur zur Entlastungsleistung für pflegende Angehörige der Nachtpflege, finden sie im Blog-Bereich in Kategorien für Sie geordnet.

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Demenz | GPS-Technik einsetzen bei Orientierungsverlust

Weglaufen bei Demenz – auch bekannt als Hinlauftendenz, früher Weglauftendenz


Demenz Orientierungsverlust GPS Technik

Welche Vorteile bietet moderne GPS Technik bei Orientierungsverlust des Menschen mit Demenz ?

Im folgenden Artikel möchten wir Ihnen moderne technische Möglichkeiten vorstellen, wenn es aufgrund einer Demenz Erkrankung zu Orientierungsverlust im Außenbereich kommt. Diese Situation kann für den Betroffenen schnell zu einer immensen Gefahr werden. Menschen mit Demenz versuchen ihrem Bewegungsdrang nach zu gehen. Dabei kommt es außerhalb der eigenen vier Wände schnell zur Orientierungslosigkeit. Der Betroffene geht seiner Intuition nach, ohne auf witterungsgerechte Kleidung zu achten, Angehörigen sein Vorhaben zu kommunizieren. Er denkt einfach nicht mehr daran, daß er sich nicht mehr zurecht finden könnte. Nicht nur die Temperaturen außerhalb der Wohnung stellen ein Gefahrenpotential dar, sondern auch der Verkehr, welchem der Betroffene oft nicht mehr gewachsen ist. Verkehrsschilder werden übersehen, Ampeln nicht beachtet, Geschwindigkeiten von Fahrzeugen nicht richtig eingeschätzt.

Wie funktioniert GPS Technik


Eine Möglichkeit einen Menschen mit Demenz wieder zu finden oder ihn zu orten ist ein auf GPS Technik basierendes Hilfsmittel. Dieses kann ein Sensor oder ein Armband bzw. eine Kette, die um den Hals getragen wird, sein. Diese Geräte arbeiten, genau wie bei einem Mobiltelefon, mit einer integrierten SIM-Karte. Über eine APP auf dem Mobiltelefon, kann man nachvollziehen wo sich die Person befindet. Im Notfall grenzen Sie sofort den Bereich ein und sehen genau, wo sich die Person befindet.

Demenz Orientierungsverlust GPS Technik

Unterschiedliche GPS Technik Systeme für Menschen mit Demenz


Geo-Fence System

Sie legen einen Bereich für die betroffene Person fest, in dem sie sich frei bewegen kann. Verläßt die Person diesen Bereich, erhalten Sie automatisch eine SMS Benachrichtigung mit den GPS basierenden Daten, wo sich die Person aufhält. Ein Mobilgerät an welches die Daten übermittelt werden empfiehlt sich. eine andere Möglichkeit ist ihr Computer oder ein Notebook, auf dem Sie die Daten abrufen können. Die Bewegungsdaten werden hierbei alle 2 – 4 Minuten aktualisiert.

GPS-Tracking Systeme ohne Geo-Fence

Bei diesem einfachen Basissystem schrieben Sie eine SMS an den Anbieter und Ihnen werden die Koordinaten des Sender Trägers übermittelt.

Demenz-Ortungssysteme

Die Daten werden wahlweise an eine oder mehrere Mobilfunknummern übermittelt. Sie haben die Möglichkeit dies entsprechend Ihres Nutzens im System einzutragen.

Demenz Ortungssystem mit Notruffunktion

Bei diesem System ist eine Notrufzentrale zwischengeschaltet. Diese ist 24 Stunden besetzt. Im Notfall ruft dieses einen Arzt hinzu, das Ortungssystem übermittelt die Daten direkt an die Notrufzentrale.

Systeme mit Sturzalarm Signal

Sensible Geräte die am Körper, in Form eines Senders, getragen werden. Bei Erschütterung lösen diese Alarm aus, der an eine Einsatzzentrale weitergeleitet wird. Wenn es sich um einen Fehlalarm handelt, kann dieser durch Bestätigung einer Taste abgebrochen werden. Über die Lautsprechfunktion kann innerhalb der Wohnung mit der Person Kontakt aufgenommen werden. Meldet diese sich nicht, wird ein hinterlegter Angehöriger verständigt. Es besteht bei vielen Anbietern auch die Möglichkeit einen Notfallschlüssel zu hinterlegen, daß im Bedarfsfall zur Hilfe geeilt werden kann.

GPS Uhr

Der Standard dieser am Handgelenk getragenen Uhr, ist eine Erschütterungsfunktion, ein Alarmtaste und ein GPS Sender zur Ortung bei Verlust des Menschen mit Demenz. Die Ortung erfolgt in Echtzeit.

GPS Uhr & Telefonfunktion

Systeme die als Armbanduhr mit integrierter Telefonfunktion ausgestattet sind, bieten den Vorteil auch in geschlossenen Häusern oder Räumen Anrufe entgegen zu nehmen oder zu tätigen. Bei diesem Gerät sollten allerdings die kognitiven Einschränkungen noch nicht zu weit fortgeschritten sein. Der Bedienungsmodus ist etwas komplexer. Die Ortungsmöglichkeit ist hierbei durch die Standards GPRS und WLAN erweitert. Diese kann Funktion ist variabel zu- und abschaltbar.


Kosten für Ortungssysteme

Der technische Fortschritt ist in diesem Fall eine enorme Sicherheit und Hilfestellung. Die Kosten dafür sind beginnend bei ca. 50,- Euro plus monatliche Kosten für die SIM-Karte des Netzbetreibers. Technisch aufwendigere Geräte liegen im Preisbereich bis ca. 150,- Euro und können im Internet oder bei spezialisierten Anbietern erworben werden.

 

Denken Sie über die sinnvolle Nutzung der GPS Technik bei Menschen mit Demenz nach, wenn diese von einer Hinlauftendenz, früher Weglauftendenz betroffen sind. Eine sinnvolle Möglichkeit zum Schutz des Menschen mit Demenz und zu Ihrer eigenen Absicherung, sowie der eigenen Beruhigung.

 


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Kurzzeitpflege | Nutzen Sie den Leistungsanspruch richtig

Im folgenden Beitrag erklären wir Ihnen, als pflegende Angehörige, den Begriff Kurzzeitpflege als Entlastungsangebot. Bei der Kurzzeitpflege handelt es sich um eine Leistung, die für maximal 8 Wochen im Jahr bewilligt wird. Voraussetzung dafür ist ein Pflegegrad 2 oder höher, um eine Kostenübernahme durch die Pflegekasse zu bekommen. Hierfür ist ein Budget von 1612,- Euro jährlich vorgesehen. dieses kann mit den Leistungen der Verhinderungspflege kombiniert werden, wenn diese im laufenden Jahr nicht oder nur teilweise in Anspruch genommen wurde.


  • Definition
  • Voraussetzungen
  • Kosten | Eigenanteil
  • Zeitraum
  • Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad

Kurzzeitpflege Entlastungsangebot pflegende Angehörige

Definition Kurzzeitpflege


Die Pflege kann beispielsweise aufgrund einer Krankheit oder akuten Zustandsverschlechterung nicht wie bisher in der häuslichen Umgebung erfolgen. eine weitere Möglichkeit ist, daß ein Teil der Wohnung oder des Hauses aktuell umgebaut wird und die Versorgung zu Hause nicht erfolgen kann. Eine Kurzzeitpflege ist auch nach Krankenhausaufenthalt möglich, um den Gesundheitszustand eines Patienten wiederherzustellen. Sie kann auch vorübergehend genutzt werden, wenn Sie auf einen Platz in einem Pflegeheim warten und noch keine Zusage bekommen haben. Anspruch besteht auch, wenn Sie als pflegender Angehöriger selbst ausfallen, beispielsweise durch einen Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalt.

Der Gesetzgeber sieht für diese Eventualitäten eine Unterbringung in einer zugelassenen, stationären Einrichtung vor.

 

Voraussetzung für das Entlastungsangebot


Das Budget von aktuell 1612,- Euro steht allen Menschen mit Pflegegrad 2 oder höher zu. Eine Möglichkeit die Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad zu beantragen besteht bei plötzlichem Unfall oder Krankheit, dazu mehr im letzten Punkt. Der zeitliche Rahmen für die stationäre Unterbringung ist mit 56 Tagen im Jahr geregelt. Das Budget der Kurzzeitpflege ist kombinierbar mit den Leistungen der Verhinderungspflege. Dieses ist möglich wenn die Verhinderungspflege im laufenden Jahr nur teilweise oder bisher gar nicht in Anspruch genommen wurde. Der Betrag läßt sich hiermit auf maximal 3224,- Euro jährlich aufstocken.

 

Kosten | Eigenanteil für pflegende Angehörige oder Versicherten


Die Kosten der Kurzzeitpflege setzen sich aus drei Komponenten zusammen.

  1. Unterbringung & Verpflegung
  2. Pflegekosten
  3. Investitionskosten

Mit der erwähnten Pauschale von 1612,- Euro gewährt die Pflegekasse jährlich einen Zuschuß für alle Menschen mit Pflegegrad 2 oder höher. Die anfallenden Kosten für die Kurzzeitpflege können durch den Entlastungsbetrag von 125,- Euro für die Unterbringungskosten erweitert werden. Weitere anfallende Kosten sind vom Versicherten selbst zu tragen. ist dieser dazu nicht in der Lage, gibt es die Möglichkeit diese über das Sozialamt finanziert zu bekommen. Ihr Pflegegeld bekommen Sie für weitere vier Wochen halbiert ausbezahlt. Es gibt die Möglichkeit die anfallenden kOsten beim Lohnsteuerjahresausgleich, im Bereich der außerordentlichen Belastungen anzurechnen.

Zeitraum der Unterbringung in der Kurzzeitpflege

Die Möglichkeit von diesem Entlastungsangebot der Kurzzeitpflege für pflegende Angehörige zu profitieren besteht für maximal 56 tage oder acht Wochen pro Jahr.

 

Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad nutzen

Seit dem 01. Januar 2016 gibt es die Möglichkeit die Einrichtung der Kurzzeitpflege unter folgenden Voraussetzungen ohne Pflegegrad zu nutzen. Bei dieser Sonderregelung übernimmt die Krankenkasse, nicht die Pflegekasse die Kosten für die vorübergehende stationäre Unterbringung. Vorausstzung ist, daß ein akuter Unfall oder eine Erkrankung vorliegt und der Gesundheitszustand des Betroffenen eine weitere pflegerische Betreuung & Versorgung erfordert, die zu Hause nicht gegeben ist.

Die Krankenkasse übernimmt hierbei die pauschale für die pflege von 1612,- euro, nicht die Investitionskosten, die Unterbringung und Verpflegung. Diese muss vom Betroffenen getragen werden. Die Beantragung dient in diesem Fall der Kompensation eines pflegerischen Engpasses.


Kontaktieren Sie uns jederzeit bei Fragen zur Entlastungsmöglichkeit für pflegende Angehörige durch Kurzzeitpflege.

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Wichtige Informationen zur Pflege-WG für Menschen mit Demenz

 

Sie haben von einer speziellen Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz oder Alzheimer, einer Demenz-WG gehört? Wir gehen im folgenden Beitrag auf die Struktur, die Organisation & die Betreuung durch ambulante Pflegedienste ein.  Als Angehöriger übernehmen Sie übrigens auch die Pflicht der Gremiumtätigkeit in der Demenz-WG.


Die Wohngemeinschaft bei Demenz oder Alzheimer


Der kleinste gemeinsame Nenner dieser alternativen Wohnform ist die Grunderkrankung Demenz. Menschen mit Demenz sind in kleinen Wohngruppen über 24 Stunden betreut. Die maximale Größe der Wohngruppe beträgt 12 Personen. Dies stellt einen wesentlichen Vorteil gegenüber einem Platz in einem Pflegeheim dar. Die Grösse ist überschaubar, die Mitarbeiter kennen jeden Bewohner sehr genau. Sie sind in der Lage präzise auf die Eigenheiten und Gewohnheiten des einzelnen Menschen mit Demenz einzugehen.

In einem geeigneten, idealerweise barrierefreien Objekt, hat jeder der Bewohner sein eigenes Zimmer. Dieses können Sie zusätzlich zu den notwenigen Pflegehilfsmitteln, mit persönlichen Gegenständen wie Möbeln oder Bildern ausstatten. Je nach Objekt, verfügt jedes Zimmer über ein eigenen Bad und eine eigene Toilette. Dieses kann auch durch ein Gemeinschaftsbad oder gemeinschaftlich genutzte Toiletten gelöst sein. In einem Gemeinschaftsraum finden Gruppenaktivitäten oder gemeinsame Mahlzeiten statt. Auch Beschäftigungsmöglichkeiten und Therapien finden vor Ort statt. Je nach individuellem Bedürfnis des Einzelnen, werden Therapeuten über den Hausarzt über ein Rezept beauftragt.

Eine Gemeinschaftsküche in der die Pflege- und Betreuungskräfte, mit oder ohne die Bewohner, die Mahlzeiten zubereiten ist vor Ort. Noch rüstige Bewohner der Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz oder Alzheimer, können sich je nach Möglichkeit noch in der Demenz-WG nützlich machen. Sie werden gefördert und erhalten zumutbare Aufgaben, je nach Interesse und noch vorhandener Möglichkeit.

Wohngemeinschaft Demenz Alzheimer WG

Die Versorgung durch Pflegepersonal in der Demenz-WG


Der von der Bewohnervertretung, dem Gremium, beauftragte ambulante Pflegedienst stellt das Pflegepersonal für die 24-Stunden-Beaufsichtigung. Dieser arbeitet mit einem vorgegebenen Personal- und Betreuungsschlüssel. Es ist rund um die Uhr Personal vor Ort. Die Pflege- und Betreuungskräfte kümmern sich um die Pflege, die Ernährung und die Beschäftigung der Demenz-WG Bewohner. Es wird gemeinsam gesungen, gespielt, gelesen oder gebastelt. Bewohner können sich nach ihren noch vorhandenen Möglichkeiten an Alltagstätigkeiten beteiligen. Das Prinzip der Selbstbestimmtheit wird gelebt. Niemand wird zu etwas gezwungen. Es gibt Angebote, hat ein Mensch mit Demenz oder Alzheimer kein Interesse ist dies in Ordnung. das gilt auch für die Körperpflege, welche sich oft sehr schwierig gestaltet. Der Bewohner sieht dieses oft nicht ein, es wird versucht ihn zu motivieren, einen Zugang zu ihm zu bekommen, jedoch ohne Zwang.

Die ist gerade oft für die Angehörigen ein Problem, da sie erwarten, daß ihr Angehöriger top gepflegt aussieht. Dies umzusetzen ist bei Menschen mit Demenz jedoch oft nicht möglich. Die Angehörigen müssen dieses zwanglose Konzept verstehen, sich darauf einlassen und ihre eigenen Erwartungshaltungen zurück schrauben. das Prinzip der Selbstbestimmtheit des Menschen mit Demenz oder Alzheimer hat in der Demenz-WG oberste Priorität. Druck und sachliche Diskussionen bringen bei diesem Krankheitsbild nichts. Im Gegenteil rufen wir Aggressionen und Mißtrauen hervor. Der Betroffene zieht sich zurück, fühlt sich nicht verstanden und respektiert in seinen Wünschen und Vorstellungen.

Das Gremium – die Bewohnervertretung


Das Konzept der ambulant betreuten Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz sieht ein Gremium vor. Diese Angehörigenvertretung trifft sich zu regelmäßigen Sitzungen. Demenz-WG interne Aufgaben sind unter den Mitgliedern verteilt. Beispielsweise kümmert sich eine Person um die Einkäufe, ein weiterer um kleine Reparaturen, Feste sind zu organisieren, Gelder zu verwalten. Für alle Bewohner besteht ein Gemeinschaftsmietvertrag mit dem Vermieter. Der ambulante Pflegedienst hat damit nichts zu tun. er hat nur ein sogenanntes Gastrecht für die Versorgung der Bewohner.

Wenn ein Bewohner ausscheidet sorgt das Gremium für einen neuen Interessenten für die Nachbesetzung. Das Gremium wählt auch einen Sprecher, der als Ansprechpartner für den versorgenden ambulanten Pflegedienst dient. Probleme, Anregungen und Verbesserungen, die in einer Sitzung besprochen wurden, werden durch ihn weitergetragen. Anschaffungen, die Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz betreffend, tätigt das  Gremium. Elektrogeräte, Mobilar, Küchenbedarf und Dekorationsgegenstände gehören damit der Allgemeinheit. Es werden monatliche Rücklagen für Reparaturen oder Neuanschaffungen geschaffen. Die Angehörigen kümmern sich auch um die Reinigung der Wohngemeinschaft. Dies kann vom Gremium, über eine angestellte Reinigungskraft oder in Absprache über eine Haushaltshilfe des ambulanten Pflegedienstes erfolgen.

Wohngemeinschaft Demenz Alzheimer WG

Die Kosten für einen WG Platz in der Wohngemeinschaft

Zusätzlich zu den Pflegekosten (ca. 2000,- – 2500,- Euro montalich), die individuell nach Pflegeaufwand variieren, kommen Pauschalen für Miete, Verpflegung und Rücklagen für die Demenz-WG. Die Mietkosten des Objekts sind durch die Anzahl der Bewohner geteilt. Eine Verpflegungspauschale liegt etwa bei 200,- – 300,- Euro monatlich. Die Pauschale für die Rücklagen ist individuell geregelt. Sie haben Anspruch auf den Wohngruppenzuschlag der Kasse von aktuell monatlich 214,- Euro, zusätzlich zum Pflegesachleistungsbetrag, je nach Pflegegrad.


Wir blicken auf jahrelange Erfahrung als Leitung mehrerer ambulant betreuter Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz oder Alzheimer zurück & beantworten Ihnen gerne weitere Fragen zur Pflege WG.

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Pflegegrad 1 – 5 | Pflegegeld – Leistungen richtig nutzen

Welche Leistungen stehen mir bei welchem Pflegegrad zu, welche Ansprüche kann ich geltend machen & wieviel Pflegegeld bezahlt die Kasse


Wir zeigen Ihnen auf welche Leistungen & Ansprüche Sie bei welchem Pflegegrad geltend machen können und wieviel Pflegegeld die Kasse bezahlt.

Pflegegeld Leistungen beziehen

Es gilt bei den 5 unterschiedlichen Pflegegraden zwischen Pflegegeld, Pflegesachleistungen oder Kombinationsleistungen zu unterscheiden. Sie bekommen als pflegender Angehöriger einen Geldleistungsbetrag ausbezahlt wenn Sie Geldleistungen beziehen. Dieser ist im Gegensatz zu den Pflegesachleistungen niedriger. Dieses begründet sich wie folgt. Die Kasse geht von einer Laienpflege aus, die privat erbracht wird & welche nicht gewerblich ist. Ein ambulanter Pflegedienst erbringt professionelle Pflegeleistungen und ist Gewerbetreibender. Deswegen sind seine Kosten entsprechend der Personal- Betriebs- und Fuhrparkkosten höher. Er bezahlt zusätzlich Steuerabgaben. es gibt die dritte Möglichkeit der Kombinationsleistungen. Ein ambulanter Pflegedienst erbringt Teile der notwendigen Pflege. Er schöpft dabei jedoch nicht den vollen Sachleistungsbetrag aus. Ein Restansprcuh besteht und wird anteilig, als Pflegegeld, an den Versicherten ausbezahlt.


Ansprüche bei Pflegegrad 1 – 5

  • Es stehen Ihnen nicht nur Geldleistungen für die Pflege zu. Als pflegender Angehöriger haben Sie zusätzlich Anspruch auf verschiedene weitere Pauschalen der Kasse. Im Falle Ihrer Verhinderung durch Krankheit oder Urlaub gibt es eine nutzbare Verhinderungspflegepauschale über 1612,- Euro jährlich. Diese ist aktuell mit einem weiteren Budget der Kurzzeitpflege von 1612,- Euro jährlich kombinierbar. Die Voraussetzung ist, daß diese während des laufendes Jahres nicht in Anspruch genommen wurde. Der kombinierbare Betrag ist genau die Hälfte des Budgets, also 806,- Euro. Sie verfügen also über eine Entlastungsbudget von 2418,- Euro pro Jahr für maximal 28 Tage.
  • Der Entlastungsbetrag von 125,- Euro monatlich für haushaltsnahe Dienst- oder Betreuungsleistungen kommt hinzu. Er ist zweckgebunden, kann nicht ausbezahlt werden. Ein ambulanter Pflegedienst kann ihn verrechnen. Sie erhalten über diesen die vereinbarte Leistung für eine Haushaltshilfe oder Betreuungskraft in diesem finanziellen Rahmen.
  • Ein weiteres Budget, in der Höhe des Pflegesachleistungsbetrags des entsprechenden Pflegegrads, dient der Nutzung einer Tages- oder Nachtpflegeeinrichtung. Dies dient Ihnen als pflegender Angehöriger zur Entlastung.
  • Sie haben Anspruch auf ein Budget, aktuell 60,- Euro, für sogenannte zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel, wie Handschuhe, Desinfektionsmittel, Bettauflagen oder beispielsweise Schutzkittel für die Pflege.
  • Die Kasse bezuschußt einen notwendigen Hausnotruf mit 23,- Euro.
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bezuschußt die Kasse einmalig mit 4000,- Euro. Nutzen Sie diese Pauschale für den Einbau eines Treppenlifts oder den Umbau eines barrierefreien Bades.
  • Wohnt Ihr Angehöriger in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft, kommt ein Anspruch für den Wohngruppenzuschuß hinzu.

Ansprüche entsprechend dem Pflegegrad

Den folgenden Grafiken entnehmen Sie die jeweiligen Leistungen entsprechend dem Pflegegrad & Ihrer Ansprüche auf Pflegegeld.

 

Pflegegrad Leistungen Pflegegeld Ansprüche

Pflegegrad Leistungen Pflegegeld Ansprüche

Pflegegrad Leistungen Pflegegeld Ansprüche

Pflegegrad Leistungen Pflegegeld Ansprüche

Pflegegrad Leistungen Pflegegeld Ansprüche


Bei Fragen zu den jeweiligen Leistungen & Ansprüche den Pflegegrad und das damit verbundene Pflegegeld betreffend, kontaktieren Sie uns selbstverständlich jederzeit. Wir zeigen Ihnen die möglichen Nutzungsmöglichkeit auf und erklären Ihnen diese ausführlich.

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Zusätzlich veröffentlichen wir wöchentlich im Podcast „Tipps für pflegende Angehörige“ auf unserer Startseite der Homepage sowie allen gängigen online Podcast Plattformen interessante Beiträge und Interviews, um Ihnen die nötige transparenz im Bereich Pflege aufzuzeigen.

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Pflegeberatung Pflegegrad Widerspruch MDK-Bescheid

Pflegereform 2021 | Die Änderungen im Überblick

Es geht in der umfassenden Pflegereform 2021 um folgende Änderungen. Unser Pflegesystem ist in den letzten Jahren, nicht nur durch die laufende Corona Pandemie immer mehr unter Druck geraten. Eine umfassende Reform ist nötig. Gesundheitsminister Spahn hat weitere Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige erarbeitet, die primär eine finanzielle Entlastung geben sollen. Ambulante Pflegeleistungen wurden nun angepasst & die Kosten des Eigenanteils für Pflegeheimkosten sind gedeckelt.

Details entnehmen Sie dem folgenden Beitrag.

Pflegereform 2021 Änderungen

Pflegeheim Eigenanteil Deckelung


Angehörige die in einem Pflegeheim versorgt werden, haben nun eine Deckelung des monatlichen Eigenanteils für die Pflegeheimkosten von 700,- Euro. Diese greift für einen maximalen Zeitraum von 3 Jahren. Begründet ist dieses, da der Eigenanteil seit 2017 kontinuierlich um durchschnittliche 238,- Euro gestiegen ist. Zusätzlich werden jedoch noch Kosten für die Verpflegung und die Nutzung der Unterbringung in Rechnung gestellt. Es sind nur die Kosten des Eigenanteils für die Pflege gedeckelt.

Bundesländer beteiligen sich an den Investitionskosten


In einer stationären Pflegeeinrichtung beteiligt sich nach SGB XI § 9 das Bundesland an den zu tätigenden Investitionen der Pflegeeinrichtung und fördert diese. Die Länder entlasten zukünftig Pflegebedürftige & Angehörige mit einem Pauschalbetrag von 100,- Euro, durch einen monatlichen Zuschuß. Durch eine neu geschaffene online Plattform sollen Angehörige & Pflegebedürftige in Zukunft auch bei der Suche nach einem freien Pflegeheimplatz Unterstützung bekommen. Einrichtung der Pflege melden in Zukunft verpflichtend freie Plätze, um die Suchmöglichkeit aktuell gestalten zu können.

Finanzielle Entlastung im Bereich teilstationäre – und häusliche Pflege


In den Änderungen der Pflegereform 2021 ist eine finanzielle Entlastung für Pflegebedürftige, welche zu Hause versorgt und betreut werden, verankert. Die bisherigen Leistungen werden ab 01.07.201 erhöht. Diese Änderungen bezieht sich sowohl auf das Pflegegeld und auch die Pflegesachleistungen.

Die Erhöhungen im Überblick:

  • Bei Pflegegrad 2 findet eine Erhöhung von 316,- Euro Pflegegeld auf 332,- Euro im Monat statt. Die Pflegesachleistungen werden von 689,- Euro auf 723,- Euro angehoben.
  • Die Bezüge bei Pflegegrad 3 sind angepasst von 545,- Euro auf 572,- Euro monatlich. Pflegesachleistungen erhöhen sich von 1298,- Euro auf monatliche 1363,- Euro.
  • Versicherte mit Pflegegrad 4 erhalten dann statt bisher 728,- Euro Pflegegeld in Höhe von 764,- Euro monatlich. Die Pflegesachleistungen werden von 1612,- Euro auf monatliche 1693,- Euro angepasst.
  • Das Pflegegeld bei Pflegegrad 5 wird von 901,- Euro auf 946,- Euro angehoben. Die Pflegesachleistungen betragen dann nicht mehr 1995,- Euro sondern 2095,- Euro im Monat.
Änderungen der Pflegereform 2021 bezogen auf Pflegehilfsmittel & Verhinderungspflege

Die Pauschale für sogenannte zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wird von 40,- Euro auf 60,- Euro monatlich angepasst.

Im Bereich der Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege ist durch die Pflegereform 2021 eine flexiblere Änderung erarbeitet worden. Diese beiden Budgets werden als Entlastungsbetrag zusammen gefaßt. Diese sind zu einem Gesamtbetrag von 3300,- Euro jährlich zusammengefaßt. Die bisherige Vorpflegezeit für pflegende Angehörige entfällt komplett, dies bedeutet, daß der Anspruch in Zukunft nicht mehr erst nach einer Pflegezeit von 6 Monaten genutzt werden kann sondern ab sofort. Der Vorteil ist eine flexiblere, individuellere Nutzung des Entlastungsbudgets.


Ein wesentlicher Punkt, der von vielen bisher kritisiert wird, daß dieses Budget ab 01.07.2022 nur noch zu 40% individuell für die Ersatzpflege genutzt werden kann, es schränkt die Flexibilität wieder erneut ein. Dies ergibt keinen Sinn und ist für viele pflegende Angehörige ein enormer Einschnitt in ihre bisherige Versorgung!


Bedarfsorientierte Versorgung im eigenen zu Hause

Es geht um die bedarfsgerechte Versorgung durch ambulante Pflegedienste, die durch die Pflegerefrom 2021 eine Änderung erfährt. Sie haben ab 01.07.2021 die Möglichkeit Ihre Pflegeleistungen nicht nur nach einzelnen Leistungspunkten zu erhalten, sondern auch nach Zeitkomplexen bei ambulanten Pflegediensten zu bekommen. Der Vorteil ist, daß Sie individuell nach Ihren Bedürfnissen die Pflege Ihres Angehörigen gestalten können.

24-Stunden-Betreuungskräfte

Über Agenturen vermittelte 24-Stunden-Betreuungskräfte können unter bestimmten Voraussetzungen über 40% des Pflegesachleistungsbetrags verrechnet werden. Dies ergibt die Möglichkeit diesen Betrag nicht nur für den ambulanten Pflegedienst zu nutzen sondern auch für die zusätzlich notwendige Betreuungskraft.

Vermeidung von Pflegebedürftigkeit

Die Pflegereform 2021 sieht eine weitere Änderung im Bereich der Rehabilitation des Patienten / Versicherten vor. Die Kosten für alle Versicherten ab dem 70. Lebensjahr werden zu 50% von der sozialen Pflegeversicherung übernommen. Eine geriatrische Rehabilitation ist die Basis für eine weitere Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, zur Vermeidung bzw. Reduktion einer Pflegebedürftigkeit.

Die Kurzzeitpflege wird aus dem selben Grund gestärkt. Pflegebedürftige haben Anspruch nach einer Krisensituation, nach Krankenhausaufenthalt oder um einen pflegenden Angehörigen zu entlasten die Möglichkeit der Kurzzeitpflege zu nutzen.

Anpassung des Pflege Bahr

In der Pflegereform 2021 wird auch an die Zukunft des Einzelnen gedacht, nicht nur an bereits pflegebedürftige Menschen. Detailliert geht es um die Vorsorge der Pflegeversicherung und die damit verbundene Anhebung des sogenannten Pflege Bahr. Der Einzelne wird motiviert, an das eigene Altern zu denken und zusätzlich für die eigene Pflegesituation vorzusorgen. Durch eine staatliche Förderung wird eine privat abgeschlossene Pflegeversicherung subventioniert, in Höhe von 15,- Euro monatlich, bisher  5,- Euro.

Fazit

Aktuell wird noch an einigen Eckpunkten, in einem koalitionsinternen Arbeitsentwurf, gearbeitet, da Punkte unschlüssig sind und zu Kritik Anlaß geben. Das grösste Problem ist nach wie vor die Finanzierung der Pflegereform 2021. Geplant sind Ausgaben in Milliardenhöhe, finanziert durch Bund, Länder, die Pflegeversicherung und realistisch Steuererhöhungen, die zu erwarten sind. Der Bundeshaushalt bezuschusst diese Vorhaben allein mit 5 Milliarden Euro jährlich. Die Pflegeversicherung beteiligt sich offenbar mit weiteren 6,3 Milliarden Euro.

Obwohl die Finanzierungsfrage noch ungeklärt ist, soll sie noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden.

 

 

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Pflegeberatung Pflegegrad Widerspruch MDK-Bescheid

Vorsicht vor Abrechnungsbetrug bei ambulanten Pflegediensten

Immer wieder rufen Angehörige bei unserer Pflegeberatung an, wenn sie den Verdacht auf Abrechnungsbetrug bei ambulanten Pflegediensten erkennen. Leider ist dies immer öfter der Fall. Wir haben es, auf den Bereich Pflege bezogen, mit einem großen Wirtschaftszweig zu tun. Auch in diesem Bereich gibt es selbstverständlich schwarze Schafe, die demographisch bedingt, die Chance wittern sich finanziell zu bereichern.


Abrechnungsbetrug | Welche Dinge kann ich selbst kontrollieren und prüfen?


Es ist für einen pflegenden Angehörigen nicht leicht zu durchschauen, was hinter den im Kostenvoranschlag enthaltenen Leistungen an auszuführenden Tätigkeiten steckt. Im Idealfall muß beim Aufnahmegespräch des Patienten der Kostenvoranschlag besprochen und transparent erklärt sein. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Wir stellen immer wieder fest, daß Angehörige & Patienten keine Ahnung davon haben, was sie da eigentlich unterschreiben.

Ambulante Pflegedienste haben somit leicht die Möglichkeit Abrechnungsbetrug zu betreiben. Dies können Sie, anhand der nächsten beiden Fallbeispiele, vermeiden. Wir bieten unseren Kunden als Teil unserer Pflegeberatung  immer an, wenn Unklarheiten zwischen Kostenvoranschlag und erbrachten Leistungen bestehen, diesen zu prüfen. Wir gehen präzise auf die Einzelleistungen ein, erklären, was von Seite der Kasse vorgegeben ist und wie sich die Punkte auf die Versorgung des Patienten beziehen.Deutsche Pflegeberatung Matheis | Abrechungsbetrug ambulanter Pflegedienst


Fallbeispiel Abrechnungsbetrug bei ambulanten Pflegediensten


Ein Kunde wendet sich an uns, da der Pflegesachleistungsbetrag bei Pflegegrad 3 von 1298,- Euro vom ambulanten Pflegedienst voll ausgeschöpft wird. Zusätzlich verrechnet der ambulante Pflegedienst den monatlichen Entlastungsbetrag von 125,- Euro für die hauswirtschaftliche Versorgung. Seine Mutter erhält jedoch, nachdem wir den vorliegenden Kostenvoranschlag durchgehen, nicht die vereinbarten Leistungen. Der ambulante Pflegedienst rechnet diese jedoch monatlich voll ab.

Es sind teilweise Punkte, die nicht mit anderen Leistungskomplexen kombiniert abrechenbar sind. Es werden Leistungen im Kostenvoranschlag und gegenüber der Kasse als erbracht abgerechnet, obwohl die Versicherte diese selbst ausführt. Sie erhält keinerlei Unterstützung bei diesen Tätigkeiten durch den ambulanten Pflegedienst, wir sprechen von Abrechnungsbetrug.

Wir erstellen, zusammen mit dem Sohn, der Versicherten, eine Übersicht der tatsächlich notwendigen Leistungen. Die Übersicht zeigt uns nun eine Differenz von insgesamt 620,25 Euro monatlich. Dieser Betrag wird regelmäßig bei der Kasse abgerechnet, für angeblich erbrachte Pflegeleistungen.

Die Versicherte kann sich den Restbetrag, des nicht verbrauchten Pflegegeldes, als Kombinationsleistung von der Kasse anteilig ausbezahlen lassen.

Bei der Durchsicht des Pflegevertrags finden wir zusätzlich nicht rechtskräftige Klauseln, auf die Kündigungsfrist bezogen. Ein ambulanter Pflegedienst ist nicht berechtigt eine Kündigungsfrist für den Patienten vorzuschreiben. In diesem Fall soll der Pflegedienst, laut Vertrag, mindestens 6 Monate genutzt und nicht gekündigt werden. Das Patientenrecht sieht vor, daß ein Patient den ambulanten Pflegedienst von einem Tag auf den anderen kündigen & wechseln kann.


Ein weiteres Beispiel für Abrechnungsbetrug durch ambulante Pflegedienste

Der Aufmerksamkeit der Tochter ist es zu verdanken, daß sie stutzig geworden ist, über die abgerechneten Leistungen im Pflegefall ihrer Mutter. Diese wird auch zu Hause von einem ambulanten Pflegedienst pflegerisch versorgt. In diesem Fallbeispiel ist mit dem ambulanten Pflegedienst vereinbart, sich um die Hauswirtschaft zu kümmern. Es wurde kein Auftrag für pflegerische oder medizinische Leistungen erteilt. Die Versicherte hatte über den Entlastungsbetrag von monatlich 125,- Euro ingesamt 1254,- Euro angespart. Der ambulante Pflegedienst soll mit diesem Budget haushaltsnahe Dienstleistungen erbringen.

Der Umfang hierfür ist mit der Tochter besprochen bei wöchentlichen 5,25 Stunden. Die Tochter wundert sich im folgenden Monat über das Ausbleiben des von der Kasse bezahlten Pflegegeldes. Dieses wird nach Geldleistung ausbezahlt. die Tochter übernimmt als pflegende Angehörige die pflegerische Versorgung ihrer Mutter. Auf Nachfrage bei der Kasse erfährt sie, daß der ambulante Pflegedienst zusätzlich zum Entlastungsbetrag für die Haushaltstätigkeiten, die Pflegesachleistungspauschale für angebliche Leistungen der Körperpflege abrechnet. Deswegen findet keine Auszahlung des Pflegegeldes statt, es gibt keinen Restbetrag. Es wurden nicht vereinbarte Leistungen über 2263,71 Euro bei der Kasse abgerechnet.

Die Reklamation der Tochter gegenüber dem ambulanten Pflegedienst

Die Tochter konfrontiert den ambulanten Pflegedienst mit den Vorwürfen, sieht die Leistungsnachweise ein. dabei stellt sich heraus, daß die zu unterschreibenden Leistungsnachweise nicht stimmen. Ihre Mutter hat diese ihr vorgelegten Nachweise gutgläubig unterschrieben. Eine Leistungsnachweis hat eine offensichtlich gefälschte Unterschrift, die nicht von der Mutter stammt. es sind Tage abgerechnet an denen keine Pflegekraft vor Ort war. Weiterhin stellt sich heraus, daß diese Leistungsnachweise nachträglich erstellt wurden. Der Haushaltshelfer, aus einem Drittland stammend, hat diese gegen gezeichnet. Er versteht diese Formulare jedoch laut Tochter überhaupt nicht. Handelt ausschließlich nach Anweisung seiner Pflegedienstleitung. Nach seinen Angaben ist diese oft cholerisch, schreit ihn an und droht ihm bei Unfolgsamkeit mit Kündigung.

Für einen Vormonat tauchen zusätzlich zwei erstellte Leistungsnachweise auf. Es macht den Anschein als wären zwei Personen, unabhängig voneinander, tätig gewesen. Auch das gibt keinen Sinn und verhärtet den Verdacht auf Abrechnungsbetrug des ambulanten Pflegedienstes. Weiterhin wurden die Rechnungen der nicht getätigten Leistungen nicht nur an die Kasse sondern auch an die BFS-Abrechnungstelle weitergeleitet. Der Verdacht des Versuchs der doppelten Abrechnung des ambulanten Pflegedienstes steht im Raum. Nach einem weiteren Telefonat mit der Techniker Krankenkasse, bei dem auch der Sachbearbeiter nicht mehr durchsteigt, wird eine Überprüfung veranlaßt.

Eine weitere Möglichkeit für Abrechnungsbetrug bei ambulanten Pflegediensten

Die Tochter schildert uns, daß der Betreiber des ambulanten Pflegedienstes auch Transferfahrten ins Impfzentrum, coronabedingt, anbietet. Es liegt jedoch, wie bei allen ambulanten Pflegediensten kein Personenbeförderungsschein vor. Dieser ist aus Versicherungsgründen jedoch erforderlich um Patienten im KFZ zu transportieren. Wir sprechen von grober Fahrläßigkeit dem Patienten gegenüber. Es wird auch eine Tagespflegeeinrichtung für Senioren betrieben. Diese nutzen morgens und abends den Hol- und Bringservice. Unabhängig davon, daß die Kunden nicht täglich für die Fahrten bezahlen, sind diese jedoch notwendig für den Umsatz der Tagespflege und mit einkalkuliert.

Die Gesetzesgrundlage

Daher hat der Gesetzgeber entschieden, dass solch eine Fahrt eine entgeltliche Personenbeförderung ist. Diese ist ohne den notwendigen Unternehmerschein, einem eigenen Standortleiter und speziellen gewerblichen Parkplätzen (die Genehmigung muss das Bauamt der Gemeinde geben) nicht betriebbar. Die Versicherung ist für diese Fahrzeuge (V-Klassen) erheblich teurer, zudem müssen sie jährlich zum TÜV und obliegen hier auch der BO-Kraftverordnung. Es fällt auch eine Beitragspflicht zur dazugehörigen Berufsgenossenschaft in Hamburg an. Die Behörde, die dazu gehört, ist das Landratsamt München. Der Ansprechpartner ist Herr Burkhardt vom Bereich Verkehrswesen. Bei den V-Klassen sind auch die Türgriffe manipuliert. So wird die Betreuungskraft, die bei solchen „Krankenfahrten“, zusätzlich genehmigt sein muss, gespart. Scheinbar – das weiß die Tochter nur vom Hörensagen – sind die Türgriffe so manipuliert – nicht mit der Kindersicherung – dass die Menschen mit Demenz im Notfall nicht alleine aussteigen können. Der ambulante Pflegedienst handelt zusätzlich gesetzwidrig.

Das Gesetz ist da, um Chauffeursunternehmen und Taxiunternehmer zu schützen. Im Sprachgebrauch der Behörden spricht man von der Genehmigung / Konzession für Taxi- und Mietwagenunternehmer. Mietwagen sind Chauffeursunternehmen. Das was wir umgangssprachlich als Mietwagen bezeichnen, ist die sogenannte Selbstfahrervermietung.


Fazit:

Selbstverständlich sind dies Fälle von Abrechnungsbetrug, die zum Glück nicht bei allen Betreibern von ambulanten Pflegediensten auftreten. Jedoch empfehlen wir immer nicht zu gutgläubig zu sein, diese regelmäßig zu kontrollieren. stellen Sie Fragen wenn Sie etwas nicht verstehen! Ziehen Sie unsere Serviceleistung der Prüfung von Kostenvoranschlägen & Pflegeverträgen in Erwägung. Lassen Sie sich finanziell nicht betrügen und vor allem keine falschen Tatsachen vortäuschen!

Vertrauen ist gut – Kontrolle dringend nötig!!!


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Buchvorstellung | Dr. med. Tatjana Reichhart | Das Prinzip Selbstfürsorge

♥Das Prinzip Selbstfürsorge♥


Wir stellen Ihnen im folgenden Text das interessante Buch „Das Prinzip Selbstfürsorge“vor und möchten Ihnen die Wichtigkeit von Achtsamkeit, Resilienz und der eigenen Selbstfürsorge Nahe bringen und empfehlen.

Der Schlüssel zu Energie und Lebensfreude

Nur wer für sich selbst sorgt, kann den Anforderungen des Alltags standhalten, ohne gestresst und ferngesteuert vor sich hin zu funktionieren. Und nur wer gut für sich selbst sorgt, kann auch für andere sorgen. Dennoch fällt es uns oft schwer, auf uns zu achten und die Verantwortung für unser Leben zu übernehmen.

Dr. med. Tatjana Reichhart weiß aus ihrer langjährigen Praxis, wie man die Hürden zur Selbstfürsorge überwindet, herausfindet, was einem wirklich guttut und, wie man sich Freiräume schafft, um das auch umzusetzen. Sie schlägt acht wirksame und alltagstaugliche Strategien vor um gelassen und selbstbestimmt zu werden:

  1. Energieräuber abwehren
  2. Ressourcen gewinnen
  3. Optimismus stärken
  4. Achtsamkeit leben
  5. Selbstwirksamkeit stärken
  6. Grenzen setzen
  7. Beziehungen pflegen
  8. Loslassen

Aus diesen kann sich jeder die Strategien auswählen, die gut zu ihm passen, und sich damit seine eigene, individuelle Roadmap zusammenstellen.


Entscheiden auch Sie sich für ein gutes Leben!

Die Themen Stressmanagement, Resilienz, Achtsamkeit und nicht zuletzt Selbstfürsorge sind aktuell in aller Munde.

Wieso? Weil wir uns subjektiv gestresst, unter Druck und gehetzt fühlen und uns im permanenten Zeitdruck und Optimierungswahn befinden. Durch die Corona- Pandemie kommen nun neue Belastungen und Herausforderungen dazu, andere nehmen ab oder verändern sich zumindest. Dennoch bleibt die Frage, wie wir gut für uns sorgen, um widerstandsfähig, gesund und bei guter Laune bleiben. Umfragen haben ergeben, dass die Hälfte der Beschäftigten sich selbst als mäßig bis hoch Burnout-gefährdet einschätzt und klagt über körperliche und psychische Beschwerden. Zum Ausgleich schauen die Befragten hauptsächlich fern oder surfen im Internet. Jeder Dritte trinkt Alkohol, um »runterzukommen«.

Das Thema Selbstfürsorge ist also relevant, weil wir uns offensichtlich scher tun,  gut für uns zu sorgen.

Dabei gibt es hilfreiche Möglichkeiten, sich vorbeugend um seine seelische Gesundheit zu kümmern. Wir lassen uns impfen, damit unser Körper mit bestimmten Erregern leichter fertig wird, putzen Zähne um Karies zu vermeiden und waschen uns die Hände, um keine Keime zu übertragen. Wir können uns auch seelisch „pflegen“!

Wie geht das und warum ist das so wichtig? Gut für sich zu sorgen ist die Basis, um den Belastungen und Anforderungen des Lebens standhalten zu können. Sie steht zwischen den Extremen »Aufopferung/Ausbrennen« und »Egoismus«. Indem wir gut für uns sorgen, uns und unsere Bedürfnisse wahr- und wichtig nehmen, stärken wir unsere Widerstandsfähigkeit. Selbstfürsorge bedeutet die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und zu erkennen, wo wir frei und handlungsfähig sind um dementsprechend unser Leben bewusst und aktiv zu gestalten.

Die Basis dazu ist die Selbstreflexion; also über uns, unsere Bedürfnisse und unsere – sich widerholende- Verhaltensmuster und daraus entstehende Konsequenzen nachzudenken und darüber, wie wir unser Leben gestalten wollen, was uns wirklich wichtig ist und wer wir sein wollen.

Wenn wir uns nicht oder nicht ausreichend genug um uns kümmern, dann nehmen die Stressoren, die Energieräuber, die Belastungen überhand und unser „Energiehaushalt“ gerät aus der Bahn oder -in einem anderen Bild gesprochen- unser Fass läuft über, wir erschöpfen uns, werden unzufrieden, deprimiert und im ungünstigsten Fall sogar krank. Häufig bemerken wir zunächst, dass wir uns fremdbestimmt, gehetzt und unausgeglichen fühlen. Oft haben wir das Gefühl, dass es nicht anders gehe und wir keine Alternative hätten. Unsere Wahrnehmung engt sich also ein.

Unser Körper und unsere Psyche sind die besten Signalgeber: wenn wir drohen aus dem Gleichgewicht zu geraten schicken sie uns Warnzeichen, wie Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Schlafstörungen, Nervosität, Unaufmerksamkeit oder Gereiztheit, um nur einige zu nennen.


Hindernisse und Hemmungen

Was hält uns dann davon ab, gut für uns zu sorgen, wo es doch so wichtig ist? Jeder Mensch hat seine oder ihre eigenen Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Die häufigsten Hindernisse zur guten Selbstfürsorge liegen aber meist in einem der folgenden Bereiche:

»Ich weiß nicht, was mir guttut und warum das wichtig sein soll!« – Sie kennen ihre eigenen Bedürfnisse gar nicht (mehr).

»Mich um mich selbst zu kümmern ist doch egoistisch!« – Sie befürchten, zu ichbezogen zu sein.

»Ich darf nicht! oder Erst die Arbeit dann das Vergnügen« – Sie haben hinderliche Glaubenssätze und innere Antreiber, bei deren Missachtung ein schlechtes Gewissen oder Schuldgefühle auftreten.

»Alles andere ist wichtiger als ich!« – Sie setzen die falschen Prioritäten.

Und: »Ich habe keine Zeit für mich!« – Sie setzen die Prioritäten falsch und haben gelichzeitig ein ungünstiges Zeitmanagement bzw. wollen zu viel in der verfügbaren Zeit.

Der erste Schritt zu einem selbstfürsorglichen, selbstbestimmten und guten Leben ist es zu identifizieren, was Sie persönlich davon abhält, gut für sich zu sorgen.


Eigene Glaubenssätze & Verhaltensweisen

Dabei lohnt es sich, die eigenen Glaubenssätze zu überprüfen und zu hinterfragen, um schließlich neue Verhaltensweisen auszuprobieren. So könnte jemand, der aus Perfektionsansprüchen heraus bisher immer auch die Bettwäsche bügelt oder bevor die Gäste kommen, das ganze Haus putzt, und sich aber eigentlich unter Zeitdruck fühlt, genau diese Tätigkeiten reduzieren und eventuell auch ganz weglassen. Das wird am Anfang mit einem unwohlen Gefühl, vielleicht sogar Schuldgefühl oder schlechtem Gewissen, begleitet. Denn auf dem Weg aus der eigenen Komfortzone heraus steht eine Türsteherin und die heißt „Angst“ oder „Sorge“. Es gilt trotzdem weiterzugehen und anderes Verhalten auszuprobieren und zu erleben, dass sich dieses zunächst unangenehme Gefühl mit der Zeit und ein paar Wiederholungen in ein freieres, selbstbestimmteres Gefühl wandelt.

Gedanken & Gefühle

Das selbe Prinzip gilt auch für die hinderlichen Gedanken „Alles andere ist wichtiger als ich“,  „Ich habe keine Zeit für mich“ und „Selbstfürsorge ist doch egoistisch“. Auch diese Gedanken sollten Sie hinterfragen. Selbstfürsorge ist nicht egoistisch. Im Flugzeug bei Druckabfall, setzen Sie ja auch zuerst sich selbst die Sauerstoffmaske auf, bevor Sie dem Sitznachbarn helfen. Und unser Herz versorgt erst sich selbst mit sauerstoffhaltigem Blut bevor es die anderen Organe versorgt.

Nur wenn es Ihnen einigermaßen gut geht, können Sie auch für andere Menschen gut sorgen. Oder haben Sie nicht schon mal mit jemandem gestritten, weil Sie hungrig waren, Ihrem Bedürfnis zu essen nicht nachgekommen sind und dann grantig einen Streit vom Zaun gebrochen haben? Wenn wir uns selbst genug gönnen, sind wir auch anderen gegenüber weniger neidisch und missgünstig. Oder haben wir nicht schon mal nach einem langen Tag, gestresst und nicht auf unser Erholungsbedürfnis achtend zu Hause mit unserem Partner gestritten, weil die Wäsche noch nicht aufgehängt oder die Spülmaschine noch nicht eingeräumt war, während er schon vor dem Fernseher saß? Sorgen wir gut für uns, werden wir insgesamt zufriedener und ausgeglichener und sind damit auch für andere eher eine Freude und unterstützend.

Erinnerungshilfen

Nachdem Sie sich mit Ihren Hindernissen auseinandergesetzt, Ihre Prioritäten kennengelernt haben und wissen, was Ihnen wirklich wichtig ist im Leben – zum Beispiel, dass es Ihnen gut geht- , sollten Sie eine klare Entscheidung treffen: für sich und Ihre Selbstfürsorge. Eine solche Entscheidung könnten Sie mit Erinnerungs-Symbolen verankern, um sich auch im Alltag daran zu erinnern. Zum Beispiel ein Foto am Schminkspiegel, ein bestimmter Bildschirmschoner am Smartphone, eine Verbündete, die Sie an Ihr Vorhaben erinnert oder der Eintrag zur Selbstreflexion im Terminkalender.

Hauptsache, Sie installieren Erinnerungshilfen, für unser Unterbewusstsein sind dies hilfreiche Wegweiser. Denn sonst vergessen Sie Ihre guten Vorhaben und werden eher darüber frustriert, schon wieder etwas nicht „geschafft“ zu haben.

Wenn Sie so weit sind, haben Sie mehr als die Hälfte geschafft. Nun könne Sie sich aus einer Reihe von „Meilensteinen“, diejenigen aussuchen, die für Sie leicht im Alltag integrierbar sind. Die Meilensteine sind die Kompetenzen, die den Weg zu unserer Selbstfürsorge und damit persönlichen Widerstandsfähigkeit säumen. Dazu gehört es beispielsweis die eigenen Bedürfnisse zu spüren, ernst zu nehmen um dementsprechend zu handeln. Oder die eigenen Kraftquellen (Ressourcen) zu kennen und auszubauen, als wären wir Bäume und würden unser Wurzelwerk pflegen und aktiv wachsen lassen. Zum Beispiel indem wir auf ausreichend Schlaf und körperliche Bewegung achten.

Ein wichtiger Meilenstein ist realistischer Optimismus.

Diesen können Sie trainieren, indem Sie sich in Dankbarkeit üben. Zählen Sie jeden Abend an Ihren 10 Fingern ab, wofür Sie heute dankbar sind. Dies lenkt Ihre Gedanken von den „To do´s“ zu den „I have´s“. Üben Sie sich in Achtsamkeit indem Sie sich immer mal wieder fragen, wie es Ihnen im Moment geht, welche Bedürfnisse Sie im Moment haben, was Sie im hier und jetzt erleben (zum Beispiel sehen, riechen, hören, fühlen, schmecken…).

Wir wissen aus der Wissenschaft, dass wir so ein stärkeres Gefühl von Selbstbestimmung gewinnen und uns weniger fremdgesteuert und gehetzt fühlen. Unser Steuerzentrum im Gehirn wird aktiviert und wir reagieren nicht mehr so automatisch.  Handlungen sind so wieder besser  zu regulieren. Außerdem lohnt es sich die eigene Selbstverantwortung zu stärken, indem wir unsere Komfortzone immer mal wieder verlassen und Dinge tun, die wir nicht gewohnt sind.

Dadurch erwerben wir einen viel größeren Handlungsspielraum und sind gewappnet, wenn es tatsächlich mal Veränderungen in unsrem Leben gibt. Wir haben dies nun ja schon trainiert und wissen, dass wir auch Neues bewältigen können. Ein weiterer zentraler Meilenstein auf dem Weg zum guten, selbstfürsorglichen Leben ist es die eigenen soziale Beziehungen zu pflegen und sich in sozialem Verhalten zu üben.

Denn Selbstfürsorge schließt das Engagement für andere explizit in einem ausgewogenen Maße ein. Wenn wir anderen Menschen helfen – ohne Gegenleistung zu erwarten-, anderen etwas Gutes tun, und sie unterstützen, tut uns das selbst gut. Sogar auf neurobiologischer Ebene: wir schütten Botenstoffe und Hormone aus, die uns besser mit Stress umgehen lassen und die uns Wohlgefühl schenken. Selbstfürsorge ist also alles andere als egoistisch.

Fazit

 

Es ist ein sehr schönes, lebenslanges Projekt gut für sich zu sorgen, macht Spaß und bringt Freude für Sie und Ihre Mitmenschen! Also starten Sie noch heute!


Zusätzlich haben wir ein Interview mit der Autorin über unseren Podcast

„Tipps für pflegende Angehörige“,

den Sie auf allen gängigen Portalen & unserer Homepage hören können erstellt!


Weitere interessante Beiträge gibt es fortlaufend im Blog, in Kategorien für Sie geordnet.

 

 

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