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Tiere in der Pflege – Unterstützung für die Psyche

Psyche beeinflussen & stärken durch Tiere in der Pflege


Die unterstützende Wirkung der Tiere in der Pflege hat eine sehr positive Auswirkung auf die Psyche. Viele ältere und jetzt pflegebedürftige Menschen hatten in ihrem bisherigen Leben oft einen oder mehrere tierische Begleiter. Aufgrund der neuen Pflegesituation ziehen viele Menschen dies jedoch nicht mehr in Erwägung. Man kann sich jedoch auch mit einem Tier, welches versorgt werden muss, adäquat organisieren.

  • Welche Vorteile hat ein tierischer Begleiter?
  • Welche Auswirkungen hat ein Tier auf die Psyche im Fall der Pflege?
  • Welches Tier passt zu einem älteren Menschen?
  • Welche Tiere brauchen wenig Pflege und machen kaum Arbeit?
  • Wie soll ich die tierische Versorgung organisieren?
  • Wie sieht es mit der Hygiene aus?
  • Welche Alternativen zum eigenen Tier gibt es?

Wir möchten Ihnen Möglichkeiten für die Auswahl & Versorgung der Tiere aufzeigen, ihnen den Vorteil für die Psyche in der Pflege erklären und Sie bei der Auswahl eines neuen tierischen Freundes beraten.

Hatte auch Ihr Angehöriger früher Freude an seiner schnurrenden Katze und wirkte es beruhigend auf ihn, diese zu streicheln?

Liebte er die Gesellschaft eines Hundes und ausgedehnte Spaziergänge in der Natur an der frischen Luft?

Gab es einen Singvogel, der ihm Spass bereitete, wenn dieser schon morgens fröhlich zwitscherte?

Tiere Pflege Psyche

Vorteile durch Tiere in der Pflege & Auswirkungen auf die Psyche:

Wissenschaftlich erwiesen ist die beruhige Wirkung auf den Menschen und die Psyche durch Anwesenheit eines Tieres. Gerade bei alleinstehenden älteren Menschen ist die Wirkung durch die Aufgabe die man noch hat, sich um ein Lebewesen zu kümmern, nicht zu unterschätzen. Gezielt wird dadurch dem Alleinsein, der Trauer um den verlorenen Partner und der Einsamkeit entgegen gewirkt. Man verliert das Gefühl gebraucht zu werden nicht, es stärkt das Selbstwertgefühl und man übernimmt, trotz seiner eigenen, gesundheitlichen Einschränkungen noch eine verantwortungsvolle Aufgabe. Automatisch ergibt sich zusätzlich für die bisherige Eintönigkeit des Alltags eine Beschäftigungsmöglichkeit und Ablenkung von den eigenen Problemen. Für Menschen mit Demenz ist ein Tier kognitiv verwertbar, überfordert sie nicht, wie beispielsweise das Fernsehprogramm und ruft schöne Erinnerungen an die Vergangenheit hervor. Es werden positive Emotionen und schöne Momente erzeugt.

Welches Tier passt zu einem älteren Menschen?

Katzen:

Bestehen keine Allergien gegen Katzenhaare, bietet sich dieses recht pflegeleichte Tier, gut für einen älteren oder pflegebedürftigen Menschen an. Die täglichen Streicheleinheiten wirken beruhigend, Katzen lassen sich gerne bürsten, sind reinlich und einfach zu füttern. Auch deren Toilettenreinigung lässt sich einfach, im Bedarfsfall durch Freunde, Nachbarn, Angehörige oder den ambulanten Pflegedienst organisieren. man kann ohne grossen Kraftaufwand mit Ihnen spielen und sie suchen von selbst die Nähe des Menschen. Sinnvoll ist ein älteres Tier, welches im Tierheim organisiert werden kann, da junge Tiere sehr temperamentvoll sind und ihren Bewegungsdrang ausleben möchten.

Singvögel:

Nichts ist einfacher als die Pflege eines Singvogels bzw. des Käfigs. Dies gestaltet sich weder teuer, noch zeitintensiv & bereitet vielen Menschen Freude. Auch für Menschen mit Demenz lässt sich ein Vogelkäfig leicht durch ein kleines Vorhängeschloß präparieren, sodass das Tier nicht aus Versehen frei gelassen werden kann. Es kommt durch das fröhliche Zwitschern Leben in die Wohnung. Auch hier bietet es sich an im Tierheim nach einem älteren Tier zu fragen, welches keine Lebenserwartung von weiteren 10 Jahren hat und den Lebensabend mit dem älteren Menschen verbringen kann.

Fische:

Die langsamen Schwimmbewegungen von Fischen haben eine beruhigende Wirkung auf den Menschen. ein kleines Aquarium bietet eine schöne Abwechslung im Pflegezimmer, macht bei der richtigen Auswahl der Fische, es gibt beispielsweise Putzerfische, die die Scheiben von Algen und Schnecken befreien, wenig Arbeit. Gerade für Menschen die lieber die Ruhe geniessen und denen Vögel zu laut sind eine gute Alternative.

Hunde:

Setzen eine gewisse Restmobilität voraus oder Angehörige & Bekannte müssen sich zusätzlich um Spaziergänge kümmern um diesen Wegbegleitern gerecht zu werden. Alternativ kann man im Tierheim eine Patenschaft für gelegentliche Spaziergänge übernehmen, wenn kein eigenes Tier mehr im Alter angeschafft werden soll. Auch Nachbarn sind oft froh, wenn sie ihren Vierbeiner mal für eine einige Stunden los sind, er in Gesellschaft ist und einfach nur zu Besuch in der Wohnung zum Spielen oder Streicheln bei einem älteren Menschen verweilt.

Meerschweinchen oder Hasen:

Beide Tierarten strahlen Ruhe aus, sie lassen sich gerne streicheln und bei mehrfacher, wöchentlicher Käfigreinigung stellen diese auch nicht wie oft behauptet, eine Geruchsbelästigung in der Wohnung dar. Günstig in der Haltung sind beide Arten auch, ausser Körnern, Sägemehl und Heu und ab und zu frischem Löwenzahn oder Salat ist nicht viel zu investieren.

 

Wie organisiere ich die tierische Versorgung?

Haben Sir nur geringe körperliche oder pflegerische Einschränkungen werden Sie Teile der Tierhaltung und Pflege noch selbst übernehmen können. Sprechen Sie mit Angehörigen, Bekannten, Freunden oder Nachbarn über die Bereitschaft für eine eventuelle Unterstützung. Käfigtiere sind auch bei Umzug in ein Pflegeheim oder eine ähnliche stationäre Einrichtung kein Problem. Auch im Falle eine Krankenhaus Aufenthalts ist eine Versorgung schnell organisierbar.

Ich hatte in der Vergangenheit auch Patienten die mit einem Hund in eine Demenz-Wohngemeinschaft eingezogen sind und der Pflegedienst sich um die Spaziergänge und Fütterungszeiten gekümmert hat, für die anderen Bewohner war der tierische Vierbeiner eine zusätzliche Abwechslung und Bespassung.

Wenn Sie bzw. Ihr Angehöriger noch zu Hause leben können, kann auch ihr ambulanter Pflegedienst in Absprache die Käfigreinigung gegen Bezahlung erbringen. Wir hatten auch schon Hunde die von unseren Mitarbeitern spazieren geführt wurden, Katzentoiletten die täglich gereinigt wurden oder Singvögel die durch unseren Dienst mit betreut wurden. Sprechen Sie sich mit Ihrem Pflegedienstleiter vor der Anschaffung eines Tieres ab.

Wie sieht es mit der Hygiene aus?

Sind Tiere grundsätzlich zu impfen, sollte dem durch den Tierarzt nachgekommen werden. Ansonsten liegt es bei Käfigtieren an der Organisation des Halters sich um die Sauberkeit des Käfigs oder dem Bürsten des Tieres oder um die Krallen- oder Nagelpflege zu kümmern. Alles kann mit sehr überschaubarem Aufwand geregelt und organisiert werden.

Alternativen zum eigenen Tier:

  • Kennen Sie Nachbarn, Freunde und Bekannte, die ein eigenes Tier besitzen und vielleicht dankbar über eine stündliche Entlastung wären?
  • Gibt es im Familienkreis ein Tier auf welches man zurück greifen kann?
  • Bietet eine Patenschaft im Tierheim eine Alternative sich gelegentlich um ein Tier zu kümmern?
  • Kann ich auf eine Zeitungsannonce zurückgreifen und gelegentlich auf ein Tier aufpassen?
  • Hat ein Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes eventuell ein Tier, dass er zu den Besuchen mitbringen kann?

In jedem Fall ist ein Tier, auch im Alter bei Pflegebedürftigkeit, eine Bereicherung und Aufgabe, die überdacht werden sollte um vor allem Einsamkeit und dem Alleinsein entgegen zu wirken. Tiere sind in der Pflege, bezogen auf die Psyche, nicht zu unterschätzen. Voraussetzung ist natürlich, dass derjenige Tiere mag und es ihm Freude bereitet seinen Wohnraum mit diesem zu teilen.


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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

 

 

 

 

 

1 Antwort
  1. Pierre Durand
    Pierre Durand sagt:

    Vielen Dank für den Beitrag zum Thema Tiere in der Pflege. Meine Schwester möchte eine Pflege von Zuhause organisieren, damit ihre Schwiegermutter versorgt wird. Gut zu wissen, dass die Tiere die in der Pflege zum Einsatz kommen geimpft und sauber sind.

    Antworten

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