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Wohnraumanpassung für Menschen mit Demenz

Wohnraumanpassung bei Menschen mit Demenz


Für Menschen mit Demenz, stellt oft die eigenen Wohnung noch sehr lange eine feste Orientierungsmöglichkeit dar. Wir möchten Ihnen in diesem Beitrag Möglichkeiten aufzeigen, dem Betroffenen Menschen mit Demenz durch eine Wohnraumanpassung diese Orientierung weiter aufrecht zu erhalten, damit er möglichst lange in dieser gewohnten Umgebung verweilen kann, sich zurecht findet und diese als vertraut akzeptiert.

  • Erinnerungsecken, Aktivitätszonen und gemütliche Bereiche
  • Der Garten oder Balkon
  • Gefahrenquellen erkennen und beseitigen
  • Orientierungshilfen
  • Selbständigkeit des Betroffenen erhalten, nutzen und fördern
  • Die Pflegesituation erleichtern
  • Eigene Rückzugsmöglichkeiten für pflegende Angehörige gestalten

Erinnerungsecken, Aktivitätszonen & gemütliche Orte für Menschen mit Demenz:

Bilder, die zur zeitlichen Epoche passen, geben dem Menschen mit Demenz Orientierung. Dekorieren sie diese, wenn angemessen um, je nachdem in welchem Lebensabschnitt sich die Person gerade befindet. Musik aus der jeweiligen Zeit bringt Erinnerungen zurück, schafft Wohlbefinden, weckt Emotionen, auch hier achten Sie darauf, in welchem Bereich des Lebens sich der Mensch mit Demenz aktuell befindet. Die musikalische Untermalung passen Sie entsprechend an. Gegenstände aus dem bisherigen Leben platzieren Sie an diesen Orten, als Dekoration und Orientierungshilfe für den Betroffenen.

Schaffen und erhalten Sie Bereiche an denen gearbeitet wird. Ein Wäsche- und Bügelbereich, die Küche, ein Werk- oder Schreibplatz helfen, diese Aktivitäten klar zu strukturieren und zwischen verschiedenen Aktivitätszonen zu wechseln. Überlagern Sie die Bereiche nicht zu sehr mit zu vielen Gegenständen, Klarheit und Struktur hilft dem Menschen mit Demenz bei der Wohnraumanpassung sich zu konzentrieren und nicht unnötig abzuschweifen.

Ein gemütlicher Rückzugsort kann eine Ecke des Zimmers mit einem Sessel, einer Couch, einem Mittagsschlafplatz mit Kissen oder Decke sein. Gestalten Sie diesen Bereich gemütlich und für den Betroffenen klar erkenn- und ansprechbar.

Die Garten- oder Balkongestaltung bei Menschen mit Demenz:

Wenn im bisherigen Leben Interesse an Gartenarbeit und Blumenpflege bestanden hat, halten Sie diese Aktivität aufrecht und bieten sie Möglichkeiten und Unterstützung an, dieses Interesse beizubehalten und positive Momente zu schaffen.

Hochbeete, Pflanzen in Blumenkästen oder Töpfen in Sichthöhe, sind ein gute Möglichkeit, um sich nicht bücken zu müssen. Achten Sie darauf, dass keine giftigen Pflanzen für den Menschen mit Demenz erreichbar sind, er könnte sie in den Mund stecken oder sogar essen. Versuchen Sie den Zugangsbereich zu Garten oder Balkon barrierefrei zu gestalten, begradigen Sie Schwellen, die eine Stolpermöglichkeit darstellen könnten. Ein angelegter Weg als Rundweg im Garten gibt eine Struktur vor den Garten zu begehen und bietet Orientierung für den Menschen mit Demenz.

Gefahren erkennen und beseitigen bei Demenz Erkrankung:

Überdenken Sie die Ausstattung bei der Wohnungraumanpassung, ähnlich den Kriterien eines Kindes. Wenn Sie keinen Herd mehr benötigen, der eine Gefahrenquelle durch die heissen Herdplatten darstellt, gibt es die Möglichkeit auf diesen zu verzichten, indem morgens ein kaltes Frühstück, abends eine Brotzeit oder etwas, das auch in einer Mikrowelle erhitzt werden kann angeboten wird. Eine warme Mahlzeit mittags können Sie beispielsweise auch liefern lassen.

Entfernen Sie gegebenenfalls spitze Scheren & Messer aus dem Sichtbereich, die auch in Schubladen verschlossen aufbewahrt werden können und vermeiden Sie ein unnötiges Verletzungsrisiko.

Fensterglas kann durch farbige Folien oder Aufkleber erkennbar gemacht werden. Ein Doppelseitiger Schließzylinder an der Wohnungstüre kann das Türöffnen von außen erleichtern, wenn sich der Betroffene versehentlich ausgesperrt hat.

Räumen Sie Putz- und Reinigungsmittel aus dem für den Betroffenen zugänglichen Bereich, diese können, aufgrund ihrer Farbe,  mit Getränken verwechselt werden.

Beseitigen Sie Stolperfallen und unnötig herumstehende Möbelstücke, wenn Sie den Wohnraum anpassen, Menschen mit Demenz verändern ihr Gangbild hin zu kleinschrittigem Tippeln, sie tasten sich langsam vorwärts und die Gefahr des Hängenbleibens mit den Zehenspitzen besteht.

Leuchten Sie Bereiche der Wohnraumanpassung mit Leuchtmitteln einer höheren Wattzahl aus. Gefahrenbereiche können lichtreduziert gestaltet werden und werden so eher gemieden.

Bringen Sie Piktogramme als Warnhinweise an, um zu verdeutlichen, wo sich etwas oder ein Ort befindet. Diese bekommen Sie nach dem jeweiligen Bedarf leicht bei einem Werbemittelersteller. Rot bleibt als Farbe übrigens für den Menschen mit Demenz sehr lange als Signalfarbe in Erinnerung.

Selbständigkeit des Demenz Betroffenen erhalten, nutzen und fördern:

Befestigen Sie  Haltestangen an den Wänden, um Haltemöglichkeiten zu bieten. Denken Sie über Erleichterungen des Aufstehens nach. Kann eine Toilettensitzerhöhung Unterstützung bei der Wohnraumanpassung für den Menschen mit Demenz bieten? Erhöhen Sie zum leichteren Aufstehen das Bett. Stellen Sie Dinge des täglichen Gebrauchs in den Sichtbereich, greifen Sie wenn nötig zusätzlich auf unterschiedliche Farbgestaltungsmöglichkeiten zurück. Installieren Sie einen Toilettensitz, der farbig ist, einen Lichtschalter streichen Sie einfach an oder versehen ihn mit einem Aufkleber.

Seniorentelefone sind technisch optimiert, sie haben nicht zu viele verwirrende Bedienoptionen.  Bei Bedarf versehen Sie die Kurzwahltasten mit Bildern einer Person. Ein Telefon von früher, auch mit Wählscheibe oder Tastatur ist leicht zu bedienen. Sie finden gebrauche Geräte in gängigen Auktionsplattformen im Internet oder auf dem Flohmarkt, diese haben eine besseren Erkennungswert als moderne Geräte.

Greifen Sie auch im Bereich der Küche auf Gegenstände zurück, die aus früheren Zeiten bekannt sind. Moderne Haushaltsgeräte werden oft nicht mehr als solche für ihren Zweck bestimmte erkannt und ignoriert. Schaffen Sie nur, wenn wirklich nötig, neue Geräte und Gegenstände an, diese verwirren oft zusätzlich, da der Betroffene sie oft nicht als mehr als sein Eigen erkennt.

Wohnraumanpassung Demenz

Die Pflegesituation bei Demenz erleichtern:

 

Pflegebetten und verstellbare Lattenroste:

Diese erleichtern das Aufstehen und schonen bei einer Pflegesituation Ihren Rücken. Sie bieten zusätzlich die Möglichkeit Kopf- und Beinteil bei Bedarf zu verstellen. Für das klassische Doppelbett können Sie, auf der Seite des Menschen mit Demenz, einen verstellbaren Lattenrost integrieren, Ihr Sanitätshaus oder Pflegeberater berät Sie für weitere Informationen.

Dusche, Bad und Naßbereich:

Denken Sie über eine eingeebnete Dusche statt des bisherigen Duschstocks nach. Hilfmittel für die Badewanne oder die Dusche wie ein Duschstuhl, mit oder ohne Lehne, ein Badewannenlifter, ein Badewannenbrett und eine Antirutschmatte können eine weitere Hilfestellung sein und Ihre Arbeit immens erleichtern.

Treppen, Schwellen und Barrierefreiheit:

Achten Sie bei einem notwenigen Umzug auf die Barrierefreiheit der neuen Unterkunft. Türschwellen, Absätze und Treppen stellen mögliche Sturzoptionen für den Betroffenen dar. Auch das Bad sollte, wie oben beschrieben, barrierefrei ausgebaut sein. Auch wenn kein Umzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung stattfindet, nutzen Sie, wenn möglich, die Umbaukostenpauschale der Krankenkasse von 4000,- Euro. Diese ermöglicht es Ihnen bei der Wohnraumanpassung für Menschen mit Demenz, Stolperfallen zu beseitigen und Barrierefreiheit zu schaffen.

Eigene Rückzugsmöglichkeiten bei der Wohnraumanpassung für pflegende Angehörige gestalten:

  • Gestalten Sie Bereiche die für den Betroffenen unzugänglich sein sollen, weniger oder gar nicht ausgeleuchtet, dies wirkt für ihn uninteressant.
  • Mit einem Vorhang, einer Jalousie oder einer Gardine können Sie Ihren Bereich im Wohnraum als Rückzugsort abtrennen.
  • Setzen Sie ein Babyphon ein, wenn Sie sich in ein eigenes Zimmer zurückziehen und trotzdem mitbekommen möchten, was nebenan geschieht.
  • Um nachts Ihre notwenige Ruhe zu finden, greifen Sie, wenn es räumlich möglich ist, auf getrennte Schlafzimmer zurück.

Sie sehen, beim Zusammenleben mit einem Menschen mit Demenz sind einige Vorrichtungen zu treffen, um Sicherheit zu gewährleisten, Struktur zu schaffen und Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten nutzen zu können.


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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis