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Demenz | Verständnis durch Validation nach Naomi Feil

Was versteht man unter Validation bei Demenz


Verständnis für einen Menschen mit Demenz zu zeigen, fällt nicht immer leicht, Naomi Feil gibt uns ein wertvolles Instrument durch die Technik der Validation an die Hand. Bedingt durch die Wesensveränderung, die ein Mensch bei einer Demenz Erkrankung durchläuft, kommt es häufig zu Unverständnis aufgrund seiner Reaktionen, ablehnendem oder abwehrendem Verhalten. Die Gerontologin Naomi Feil hat sich mit dieser Thematik und Problematik beschäftigt. Sie hat das Konzept der Validation entwickelt. Dieses wird bei hochbetagten,  an Alzheimer Demenz erkrankten Menschen angewendet.

Pflegende Angehörige und Pflegepersonal bekommen eine empathische, urteilsfreie, verbale oder nonverbale Kommunikationstechnik & Grundeinstellung vermittelt. Die Technik der Validation nach Naomi Feil hilft den Menschen mit Demenz und seine Reaktionen besser zu verstehen. Es wird davon ausgegangen, daß aufgrund der geistigen Rückentwicklung bis ins Kindesalter, ein Prozeß des Aufarbeitens, von Ereignissen im Leben, im Unterbewusstsein stattfindet.

Durch Validation sind wir in der Lage die betroffene Person in dieser Aufarbeitung zu unterstützen, uns mit ihr auseinander zusetzen, um sie und ihre Reaktionen zu verstehen. Wenn ein Mensch mit Demenz beispielsweise plötzlich eine bereits verstorbene Person zu sehen glaubt, kann dieses nicht nur mit der Erkrankung zusammen hängen. Oft ist dies der Fall wenn im bisherigen Leben eine Strategie fehlte, Situationen aufzuarbeiten und damit zu bewältigen. Die Situation wird neu durchlebt. Validation ist hierbei eine tolle, unterstützende Möglichkeit dieses gemeinsam zu bewältigen. Diese Technik schafft nicht nur Verständnis für Situationen, die im ersten Moment nicht begreifbar für uns sind, sondern sie erleichtert den Umgang mit dem Menschen mit Demenz. Sie unterstützt ihn in seinem Krankheitsverlauf, schafft und erhält Vertrauen und erleichtert den Umgang mit dem Krankheitsbild Demenz.


Demenz Validation Naomi Feil

Die 4 Phasen für angewendete Validation


Phase 1: Mangelhafte Orientierung – oft unglücklich

Der Mensch mit Demenz leugnet seine Gefühle vermehrt. Er projiziert Konflikte und nicht aufgearbeitete Probleme oft auf Personen aus der Gegenwart.

Techniken der Validation in der 1. Phase:

  • Offene Fragen stellen, beispielsweise „Wie fühlst du dich?“, „Wie geht es dir?“ oder „Hast du einen schönen Tag?“. Es geht darum die Gefühlsebene durch offene Fragen zu ermitteln.
  • Nach Extremen oder dem Gegenteil fragen. Beschuldigt eine mangelhaft orientierte Person jemanden böse zu ihr gewesen zu sein, hinterfragen Sie ob sie das immer tut oder antworten sie, das kommt aber nicht jeden Tag vor, oder?
  • Sich gemeinsam erinnern. Bieten Sie Fragen auf die Vergangenheit bezogen an und gehen Sie auf das Gesagte ein, ergänzen Sie wenn möglich, um eine gemeinsame Erinnerungssituation zu gestalten, die positive Erinnerungen hervorruft.
  • Umformulieren von Gesagtem, dieses führt zu verstanden werden und Akzeptanz.
  • Bewältigungsmechanismen erfahren dient dem Zweck herauszufinden, ob die Person diese Situation früher schon einmal erlebt hat und wie sie damit umgegangen ist. Als Beispiel, der Mensch mit Demenz beschwert sich darüber, daß eine andere Person immer so laut schreit.

 

Phase 2: Zeitverwirrtheit

Rückzug aus der Realität, Verluste sind willkürlich nicht mehr zu leugnen. Vertraute Gegenstände oder Menschen erinnern den Menschen mit Demenz an die Vergangenheit, in die er sich immer mehr zurück zieht. Die Gefühlsebene wird in den Vordergrund gestellt, Themen drehen sich um Liebe, Trennung, Hass und Trauer. Hierüber schafft sich der Betroffene seine Identität.

Techniken der Validation in der 2. Phase:

  • Offene Fragen, kommuniziert die Person noch verbal, versuchen Sie es mit dem Stellen von offenen Fragen.
  • Geschlossene Fragen, ist die verbale Kommunikation kaum noch möglich, stellt man geschlossene Fragen. Bieten Sie Fragen mit nur zwei Antwort Optionen, dieses fällt dem Betroffenen leichter.
  • Nonverbale Techniken können, beschrieben in Phase 3, eingesetzt werden.

 

Phase 3: Bewegungen werden wiederholt

Gefühle werden in dieser Phase durch sich kontinuierlich wiederholende Bewegungen ersetzt. Beispiele können Streichbewegungen über den Tisch, zupfen an einer Tischdecke oder Daumen drehen sein. Sprachliche Veränderungen, hin zu Lauten, wie Pa pa pa helfen Menschen mit Demenz, die unverständliche Gegenwart für eine kurze Zeit zu verlassen und in die Vergangenheit zu driften. Hier kommen ausschließlich nonverbale Techniken zum Einsatz:

  • Blickkontakt hilft zu suggerieren, ich spreche dich an, begeben Sie sich auf Augenhöhe, achten Sie auf Gesicht & Augen Ihres Gegenübers bei der Ansprache.
  • Spiegeln Sie durch Bewegungen, Körperhaltung und Gesichtsausdruck die Person und zeigen damit Bestätigung, dadurch zeigen Sie gezielt Mitgefühl und Empathie.
  • Berührung ist eine gute Möglichkeit in Kontakt zu treten. Legen Sie der Person behutsam die Hand auf die Schulter, nehmen Sie seine Hand bei der Ansprache. Diese Gesten erzeugen Vertrautheit und Geborgenheit.
  • Musik & Singen ist oft, auch nach dem Verlust der Sprache, noch eine Möglichkeit eine Emotionsebene aufzubauen. Musik ruft Erinnerungen aus der Vergangenheit des Menschen mit Demenz hervor, gelegentlich kommen sogar noch Worte oder Teilsätze aus dem Mund des Betroffenen.
Phase 4: Vegetieren

In dieser Phase nehmen die Personen die Außenwelt kaum und gar nicht mehr wahr, Vergangenes wird nicht mehr aufgegriffen und verarbeitet. In dieser Phase ist Berührung, Anerkennung und Fürsorge essentiell und wichtig. Ehrliche Worte spielen eine übergeordnete Rolle und werden durch einen positiven Unterton gespürt. Verwenden Sie Sätze wie, „Es ist schön, dich zu sehen“, „Ich freue mich immer wenn ich dich besuche“ oder beispielsweise „Du siehst heute sehr hübsch oder gut aus“. Erwarten Sie keine Gegenreaktion des Menschen mit Demenz, seien Sie einfach für ihn da.


Was lernen wir also durch die Technik der Validation nach Naomi Feil?

 

  • Nicht aufgearbeitetes im Leben positiv aufzuarbeiten
  • Eine bessere, gefühlvolle Kommunikation mit dem Betroffenen
  • Unverständliche Situationen besser zu begreifen
  • Einfühlungsvermögen für die betroffene Person
  • Die Aufmerksamkeit auf die noch vorhandenen Fähigkeiten des Menschen mit Demenz zu lenken

Validieren kann jeder lernen. die Grundvoraussetzung ist eine emphatische, gefühlvolle Ebene aufzubauen, eigene Gedanken und Vorurteile in den Hintergrund zu stellen. Vermeiden Sie Ausreden & Lügen dem Menschen mit Demenz gegenüber. Erzeugen Sie eine wertschätzende Atmosphäre. Die Emotionsebene bleibt bis zum Schluß erhalten. Ehrlichkeit ist spürbar, mag die betroffene Person auch noch so verwirrt wirken.

Weitere interessante Beiträge zu pflegerelevanten Themen, nicht nur zum Thema Validation nach Naomi Feil bei Demenz, finden sie im Blog-Bereich in Kategorien für Sie geordnet.

Zusätzlich veröffentlichen wir wöchentlich im Podcast „Tipps für pflegende Angehörige“ auf unserer Startseite der Homepage sowie allen gängigen online Podcast Plattformen interessante Beiträge und Interviews, um Ihnen die nötige transparenz im Bereich Pflege aufzuzeigen.

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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

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Demenz | GPS-Technik einsetzen bei Orientierungsverlust

Weglaufen bei Demenz – auch bekannt als Hinlauftendenz, früher Weglauftendenz


Demenz Orientierungsverlust GPS Technik

Welche Vorteile bietet moderne GPS Technik bei Orientierungsverlust des Menschen mit Demenz ?

Im folgenden Artikel möchten wir Ihnen moderne technische Möglichkeiten vorstellen, wenn es aufgrund einer Demenz Erkrankung zu Orientierungsverlust im Außenbereich kommt. Diese Situation kann für den Betroffenen schnell zu einer immensen Gefahr werden. Menschen mit Demenz versuchen ihrem Bewegungsdrang nach zu gehen. Dabei kommt es außerhalb der eigenen vier Wände schnell zur Orientierungslosigkeit. Der Betroffene geht seiner Intuition nach, ohne auf witterungsgerechte Kleidung zu achten, Angehörigen sein Vorhaben zu kommunizieren. Er denkt einfach nicht mehr daran, daß er sich nicht mehr zurecht finden könnte. Nicht nur die Temperaturen außerhalb der Wohnung stellen ein Gefahrenpotential dar, sondern auch der Verkehr, welchem der Betroffene oft nicht mehr gewachsen ist. Verkehrsschilder werden übersehen, Ampeln nicht beachtet, Geschwindigkeiten von Fahrzeugen nicht richtig eingeschätzt.

Wie funktioniert GPS Technik


Eine Möglichkeit einen Menschen mit Demenz wieder zu finden oder ihn zu orten ist ein auf GPS Technik basierendes Hilfsmittel. Dieses kann ein Sensor oder ein Armband bzw. eine Kette, die um den Hals getragen wird, sein. Diese Geräte arbeiten, genau wie bei einem Mobiltelefon, mit einer integrierten SIM-Karte. Über eine APP auf dem Mobiltelefon, kann man nachvollziehen wo sich die Person befindet. Im Notfall grenzen Sie sofort den Bereich ein und sehen genau, wo sich die Person befindet.

Demenz Orientierungsverlust GPS Technik

Unterschiedliche GPS Technik Systeme für Menschen mit Demenz


Geo-Fence System

Sie legen einen Bereich für die betroffene Person fest, in dem sie sich frei bewegen kann. Verläßt die Person diesen Bereich, erhalten Sie automatisch eine SMS Benachrichtigung mit den GPS basierenden Daten, wo sich die Person aufhält. Ein Mobilgerät an welches die Daten übermittelt werden empfiehlt sich. eine andere Möglichkeit ist ihr Computer oder ein Notebook, auf dem Sie die Daten abrufen können. Die Bewegungsdaten werden hierbei alle 2 – 4 Minuten aktualisiert.

GPS-Tracking Systeme ohne Geo-Fence

Bei diesem einfachen Basissystem schrieben Sie eine SMS an den Anbieter und Ihnen werden die Koordinaten des Sender Trägers übermittelt.

Demenz-Ortungssysteme

Die Daten werden wahlweise an eine oder mehrere Mobilfunknummern übermittelt. Sie haben die Möglichkeit dies entsprechend Ihres Nutzens im System einzutragen.

Demenz Ortungssystem mit Notruffunktion

Bei diesem System ist eine Notrufzentrale zwischengeschaltet. Diese ist 24 Stunden besetzt. Im Notfall ruft dieses einen Arzt hinzu, das Ortungssystem übermittelt die Daten direkt an die Notrufzentrale.

Systeme mit Sturzalarm Signal

Sensible Geräte die am Körper, in Form eines Senders, getragen werden. Bei Erschütterung lösen diese Alarm aus, der an eine Einsatzzentrale weitergeleitet wird. Wenn es sich um einen Fehlalarm handelt, kann dieser durch Bestätigung einer Taste abgebrochen werden. Über die Lautsprechfunktion kann innerhalb der Wohnung mit der Person Kontakt aufgenommen werden. Meldet diese sich nicht, wird ein hinterlegter Angehöriger verständigt. Es besteht bei vielen Anbietern auch die Möglichkeit einen Notfallschlüssel zu hinterlegen, daß im Bedarfsfall zur Hilfe geeilt werden kann.

GPS Uhr

Der Standard dieser am Handgelenk getragenen Uhr, ist eine Erschütterungsfunktion, ein Alarmtaste und ein GPS Sender zur Ortung bei Verlust des Menschen mit Demenz. Die Ortung erfolgt in Echtzeit.

GPS Uhr & Telefonfunktion

Systeme die als Armbanduhr mit integrierter Telefonfunktion ausgestattet sind, bieten den Vorteil auch in geschlossenen Häusern oder Räumen Anrufe entgegen zu nehmen oder zu tätigen. Bei diesem Gerät sollten allerdings die kognitiven Einschränkungen noch nicht zu weit fortgeschritten sein. Der Bedienungsmodus ist etwas komplexer. Die Ortungsmöglichkeit ist hierbei durch die Standards GPRS und WLAN erweitert. Diese kann Funktion ist variabel zu- und abschaltbar.


Kosten für Ortungssysteme

Der technische Fortschritt ist in diesem Fall eine enorme Sicherheit und Hilfestellung. Die Kosten dafür sind beginnend bei ca. 50,- Euro plus monatliche Kosten für die SIM-Karte des Netzbetreibers. Technisch aufwendigere Geräte liegen im Preisbereich bis ca. 150,- Euro und können im Internet oder bei spezialisierten Anbietern erworben werden.

 

Denken Sie über die sinnvolle Nutzung der GPS Technik bei Menschen mit Demenz nach, wenn diese von einer Hinlauftendenz, früher Weglauftendenz betroffen sind. Eine sinnvolle Möglichkeit zum Schutz des Menschen mit Demenz und zu Ihrer eigenen Absicherung, sowie der eigenen Beruhigung.

 


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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

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Wichtige Informationen zur Pflege-WG für Menschen mit Demenz

 

Sie haben von einer speziellen Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz oder Alzheimer, einer Demenz-WG gehört? Wir gehen im folgenden Beitrag auf die Struktur, die Organisation & die Betreuung durch ambulante Pflegedienste ein.  Als Angehöriger übernehmen Sie übrigens auch die Pflicht der Gremiumtätigkeit in der Demenz-WG.


Die Wohngemeinschaft bei Demenz oder Alzheimer


Der kleinste gemeinsame Nenner dieser alternativen Wohnform ist die Grunderkrankung Demenz. Menschen mit Demenz sind in kleinen Wohngruppen über 24 Stunden betreut. Die maximale Größe der Wohngruppe beträgt 12 Personen. Dies stellt einen wesentlichen Vorteil gegenüber einem Platz in einem Pflegeheim dar. Die Grösse ist überschaubar, die Mitarbeiter kennen jeden Bewohner sehr genau. Sie sind in der Lage präzise auf die Eigenheiten und Gewohnheiten des einzelnen Menschen mit Demenz einzugehen.

In einem geeigneten, idealerweise barrierefreien Objekt, hat jeder der Bewohner sein eigenes Zimmer. Dieses können Sie zusätzlich zu den notwenigen Pflegehilfsmitteln, mit persönlichen Gegenständen wie Möbeln oder Bildern ausstatten. Je nach Objekt, verfügt jedes Zimmer über ein eigenen Bad und eine eigene Toilette. Dieses kann auch durch ein Gemeinschaftsbad oder gemeinschaftlich genutzte Toiletten gelöst sein. In einem Gemeinschaftsraum finden Gruppenaktivitäten oder gemeinsame Mahlzeiten statt. Auch Beschäftigungsmöglichkeiten und Therapien finden vor Ort statt. Je nach individuellem Bedürfnis des Einzelnen, werden Therapeuten über den Hausarzt über ein Rezept beauftragt.

Eine Gemeinschaftsküche in der die Pflege- und Betreuungskräfte, mit oder ohne die Bewohner, die Mahlzeiten zubereiten ist vor Ort. Noch rüstige Bewohner der Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz oder Alzheimer, können sich je nach Möglichkeit noch in der Demenz-WG nützlich machen. Sie werden gefördert und erhalten zumutbare Aufgaben, je nach Interesse und noch vorhandener Möglichkeit.

Wohngemeinschaft Demenz Alzheimer WG

Die Versorgung durch Pflegepersonal in der Demenz-WG


Der von der Bewohnervertretung, dem Gremium, beauftragte ambulante Pflegedienst stellt das Pflegepersonal für die 24-Stunden-Beaufsichtigung. Dieser arbeitet mit einem vorgegebenen Personal- und Betreuungsschlüssel. Es ist rund um die Uhr Personal vor Ort. Die Pflege- und Betreuungskräfte kümmern sich um die Pflege, die Ernährung und die Beschäftigung der Demenz-WG Bewohner. Es wird gemeinsam gesungen, gespielt, gelesen oder gebastelt. Bewohner können sich nach ihren noch vorhandenen Möglichkeiten an Alltagstätigkeiten beteiligen. Das Prinzip der Selbstbestimmtheit wird gelebt. Niemand wird zu etwas gezwungen. Es gibt Angebote, hat ein Mensch mit Demenz oder Alzheimer kein Interesse ist dies in Ordnung. das gilt auch für die Körperpflege, welche sich oft sehr schwierig gestaltet. Der Bewohner sieht dieses oft nicht ein, es wird versucht ihn zu motivieren, einen Zugang zu ihm zu bekommen, jedoch ohne Zwang.

Die ist gerade oft für die Angehörigen ein Problem, da sie erwarten, daß ihr Angehöriger top gepflegt aussieht. Dies umzusetzen ist bei Menschen mit Demenz jedoch oft nicht möglich. Die Angehörigen müssen dieses zwanglose Konzept verstehen, sich darauf einlassen und ihre eigenen Erwartungshaltungen zurück schrauben. das Prinzip der Selbstbestimmtheit des Menschen mit Demenz oder Alzheimer hat in der Demenz-WG oberste Priorität. Druck und sachliche Diskussionen bringen bei diesem Krankheitsbild nichts. Im Gegenteil rufen wir Aggressionen und Mißtrauen hervor. Der Betroffene zieht sich zurück, fühlt sich nicht verstanden und respektiert in seinen Wünschen und Vorstellungen.

Das Gremium – die Bewohnervertretung


Das Konzept der ambulant betreuten Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz sieht ein Gremium vor. Diese Angehörigenvertretung trifft sich zu regelmäßigen Sitzungen. Demenz-WG interne Aufgaben sind unter den Mitgliedern verteilt. Beispielsweise kümmert sich eine Person um die Einkäufe, ein weiterer um kleine Reparaturen, Feste sind zu organisieren, Gelder zu verwalten. Für alle Bewohner besteht ein Gemeinschaftsmietvertrag mit dem Vermieter. Der ambulante Pflegedienst hat damit nichts zu tun. er hat nur ein sogenanntes Gastrecht für die Versorgung der Bewohner.

Wenn ein Bewohner ausscheidet sorgt das Gremium für einen neuen Interessenten für die Nachbesetzung. Das Gremium wählt auch einen Sprecher, der als Ansprechpartner für den versorgenden ambulanten Pflegedienst dient. Probleme, Anregungen und Verbesserungen, die in einer Sitzung besprochen wurden, werden durch ihn weitergetragen. Anschaffungen, die Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz betreffend, tätigt das  Gremium. Elektrogeräte, Mobilar, Küchenbedarf und Dekorationsgegenstände gehören damit der Allgemeinheit. Es werden monatliche Rücklagen für Reparaturen oder Neuanschaffungen geschaffen. Die Angehörigen kümmern sich auch um die Reinigung der Wohngemeinschaft. Dies kann vom Gremium, über eine angestellte Reinigungskraft oder in Absprache über eine Haushaltshilfe des ambulanten Pflegedienstes erfolgen.

Wohngemeinschaft Demenz Alzheimer WG

Die Kosten für einen WG Platz in der Wohngemeinschaft

Zusätzlich zu den Pflegekosten (ca. 2000,- – 2500,- Euro montalich), die individuell nach Pflegeaufwand variieren, kommen Pauschalen für Miete, Verpflegung und Rücklagen für die Demenz-WG. Die Mietkosten des Objekts sind durch die Anzahl der Bewohner geteilt. Eine Verpflegungspauschale liegt etwa bei 200,- – 300,- Euro monatlich. Die Pauschale für die Rücklagen ist individuell geregelt. Sie haben Anspruch auf den Wohngruppenzuschlag der Kasse von aktuell monatlich 214,- Euro, zusätzlich zum Pflegesachleistungsbetrag, je nach Pflegegrad.


Wir blicken auf jahrelange Erfahrung als Leitung mehrerer ambulant betreuter Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz oder Alzheimer zurück & beantworten Ihnen gerne weitere Fragen zur Pflege WG.

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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

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Demenz-Beratung & Demenz-Schulungen in München

Demenz Schulung & Demenz Beratung

Unsere individuelle Demenz Schulung & Demenz Beratung in München richtet sich an Sie, die pflegenden Angehörigen. Da Sie täglich mit dem Menschen und seinen durch die Krankheit bedingten Wesensveränderungen konfrontiert sind. Die ergänzenden ambulanten Pflegedienste übernehmen nur Teile der Versorgung. Mitarbeiter der ambulanten Pflegedienste sind oft nur wenige Minuten vor Ort.

Den Großteil des Tages sind Sie mit dem Krankheitsbild des Menschen mit Demenz konfrontiert. Sie übernehmen den riesigen Berg der notwendigen Betreuung!


Inhalte unserer Demenz-Beratung & Demenz-Schulungen:

  • Individuelle Demenz Beratung & Demenz Schulung vor Ort in München & München-Land
  • Information über Entlastungsangebote für pflegende Angehörige
  • Kommunikation & Methodik bei Demenz
  • Wohnumfeldanpassung & Orientierung schaffen bei Demenz Erkrankung
  • Ernährung bei Demenz Erkrankung
  • Informationen zu krankheitsspezifischen Wohn- & Unterbringungsformen
  • Buch-Tipps und Informationsmaterial zum Thema Demenz
  • Telefonische Schulungen oder Videotelefonieschulungen
  • Vermittlung von Basiswissen & Standards zum Thema Demenz
  • Allgemeine Beratung zu Pflegegrad, Höherstufung oder Widerspruch des Pflegegrads bei Ablehnung
  • Finanzierungsmöglichkeiten der Pflegesituation

Demenz Beratung Demenz Schulung München

Die aktuelle Versorgungssituation


In einer, demographisch bedingt kontinuierlich alternden Gesellschaft, sind in Deutschland aktuell ca. 1,6 Millionen Menschen von einer Demenz-Form betroffen. Die überwiegende Zahl der Erkrankten leidet an der Alzheimer Variante. Mit der festgestellten Diagnose sind nicht nur die Erkrankten betroffen sondern auch die Familien, Angehörige & Freunde.

Die pflegerische Versorgung durch ambulante Pflegedienste & stationäre Pflegeinrichtungen stößt bereits jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen. Es wird von einer Zahlenentwicklung bis zum Jahr 2050 von mehr als 3 Millionen Demenz-Patienten ausgegangen.

Die Versorgung wird immer mehr zur Aufgabe der direkten Angehörigen, ganzer Familien. Diese müssen sich organisieren, um sich um ihren, von Demenz betroffenen Angehörigen zu sorgen, zu kümmern. Grosse Teile der pflegerischen Versorgung müssen dadurch übernommen werden.

Dies ist ohne ein umfangreiches Basiswissen in diesem neuen Themenfeld nicht möglich. Hilflos mit einer Diagnose, mit der man bisher nicht konfrontiert war. Die Demenz-Diagnose die man noch nicht einschätzen kann und gerade erst kennenlernt, eine grosse Herausforderung!

Wir stossen, nach bestem Wissen & Gewissen vorgehend, umgehend an unsere psychischen und physischen Belastungsgrenzen. Uns fehlt die Distanz, im Gegensatz zu professionell Pflegenden. Es sind Emotionen im Spiel, denn es geht um unseren Angehörigen & Verwandten.


Unser Demenz Wissen – Ihre Sicherheit

Wir arbeiten seit Jahrzehnten mit dem Krankheitsbild der unterschiedlichen Demenz Formen. Oft sind wir dabei selbst an Grenzen gestossen.

In Teamsitzungen konnten wir gemeinsam anhand von Fallbeispielen, bei sogenanntem herausforderndem Verhalten des Menschen mit Demenz, Beobachtungen und Analysen erstellen. Weswegen stößt man an Grenzen, weswegen verhält sich der Betroffene, wie er sich gibt. Welche Möglichkeiten  gibt es damit umzugehen und damit zurecht zu kommen.

Dieses Wissen und die angewendete Praxis möchten wir an Sie weitergeben!


Unglaublich wichtig ist vor Allem, zu verstehen wie dieses Krankheitsbild verläuft und was uns erwartet. Ohne ein grundsätzliches Krankheitsverständnis machen wir uns selbst bei der Versorgung und dem Umgang mit dem Menschen mit Demenz kaputt, brennen aus, verlieren die Nerven und Kraft, diese schwierige Aufgabe zu bewältigen.


Demenz Beratung Demenz Schulung München


Kontaktieren Sie uns, wir nehmen uns Zeit Sie im Umgang mit der Demenz Erkrankung Ihres Angehörigen sicher und fit zu machen.

Wir gehen individuell und persönlich auf Ihre Pflegesituation ein. Unsere Experten zeigen Ihnen Fehler in der Versorgung, Sprache oder Wortwahl auf. Sie geben Ihnen hilfreiche und erleichternde Tipps und Ratschläge nach Standard der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse der Demenz Forschung.

 

Wir schaffen das nötige Verständnis für das neue Krankheitsbild mit dem Sie konfrontiert sind!


 

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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

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Wertvolle Kommunikationsstandards bei Menschen mit Demenz

Kommunikation bei Demenz


Bewußtsein für die Kommunikation mit einem von Demenz betroffenen Menschen ist das A und O.

Wie kommuniziere ich angemessen und erreiche den Menschen mit Demenz, in seiner oft bereits veränderten Wahrnehmung, ist das Thema dieses Artikels.

Es erfordert Geduld & Basiswissen im Umgang, sowie Eigenreflexion von uns, um verstanden zu werden. Es bedarf einem Verständnis für die Erkrankung. Sonst scheitern Sie kommunikativ und bleiben frustriert über die Reaktion des dementen Gesprächspartners zurück. Wir müssen uns Gesprächsstandards verinnerlichen, die notwendig sind, um verstanden und als Gesprächspartner überhaupt wahr genommen zu werden. Oft fühlen sich Menschen mit Demenz gar nicht angesprochen.

Kann dies an uns und unserem Standard Kommunikationsmuster liegen?

Tipps zur Kommunikation

Bei dem Gespräch mit einem Menschen mit Demenz muss daraufgeachtet werden, die Person von vorne anzusprechen. Halten Sie Blickkontakt, man sollte den Betroffenen mit Namen ansprechen und zuerst abwarten ob er reagiert. Unterstützend ist es sinnvoll ihn kurz an der Schulter oder der Hand zu berühren. Sie signalisieren ihm damit, ich meine dich, ich spreche dich an.

Warten Sie die Reaktion ab und beginnen Sie nach der Kontaktaufnahme mit einem kurzen, verständlichen Satz. Überfordern Sie die Person nicht sofort mit zu vielen Informationen, mehreren Fragen oder einem Textschwall. Passen Sie ihre Gesprächslautstärke gegebenenfalls etwas an. Sie können mit ihrem Stimmvolumen spielen, höher oder tiefer, lassen Sie sich eine Rückmeldung geben, ob Sie gut verstanden werden.

Sie können auch ihre Hände oder die Arme einsetzen um etwas durch eine Gestik zu verdeutlichen. Nutzen Sie Möglichkeiten der Bildsprache. Wenn es der Mensch mit Demenz nicht anders gewöhnt ist, selbst Dialekt spricht, bleiben Sie beim gewohnten Dialekt, um verstanden zu werden.

Biographie & Orientierung bei Demenz

Aufgrund des Gedächtnisabbaus, zurück bis ins Kindheitsalter bei dieser Erkrankung, ist es notwendig darauf zu achten, in welchem Bereich des bisherigen Lebens sich der Betroffene biografisch aktuell befindet. 

Dies kann die Ursache dafür sein, daß er sich beispielsweise mit einem Kosenamen, den Sie verwenden, nicht angesprochen fühlt. Eine weibliche Person kann mit dem Familiennamen nichts mehr anfangen?  Sie befindet sich eventuell bereits in einer frühen Phase ihres Lebens. Gerade bei Frauen kann dann der Mädchenname als Ansprache genutzt werden.

Bleiben Sie ruhig und geduldig, geben Sie der Person Zeit und unterbrechen Sie sie nicht. Wenn sie z. b. eigeninitiativ beginnt zu erzählen, auch wenn es nichts mit Ihrer Frage zu tun hat. Greifen Sie das Gespräch auf und lernen Sie zu zuhören.

Lesen Sie buchstäblich zwischen den Zeilen und greifen Sie das Thema, welches die demente Person anschneidet auf. Gehen Sie darauf ein, begeben Sie sich in ihre Welt, in die Zeit aus der sie gerade erzählt. Geben Sie Hilfestellung wenn sie ins Stocken gerät und bestätigen Sie sie. Durch Sätze wie, das war sicher nicht leicht, das ist aber schön, da fühlt man sich nicht verstanden etc., zeigen Sie Ihre Gesprächsteilnahme.

Achten Sie auf eine Gesprächsatmosphäre, die wenig Ablenkungsmöglichkeiten durch visuelle oder akustische Reize bietet. Dies überfordert die Person mit Demenz.

Machen Sie vor allem nicht den Fehler und korrigieren oder maßregeln Sie den Menschen mit Demenz in seinen Aussagen. Auch wenn sie nicht zutreffen, er nicht recht hat oder er sich täuscht. Sie suggerieren ihm dadurch deutlich er lügt, seine Aussage stimmt nicht. Bei jedem Menschen, dement oder nicht dement, führt das zu Frustration und im Extremfall zu Rückzug. 


Dies muss unbedingt vermieden werden und ist absolut nicht förderlich. Es geht um den Erhalt einer Vertrauens- oder Beziehungsebene!


Demenz Kommunikation

Die Emotionsebene bei Menschen mit Demenz

Menschen mit Demenz sind nach wie vor sehr sensibel.  Sie funktionieren primär auf der Emotionsebene, die Sachebene ist oft bereits zu komplex und kognitiv nicht mehr zu begreifen. Deswegen ist auch jegliche Diskussion zu nichts führend und sollte vermieden werden.

Hat der Betroffene noch lichte Momente, in denen er begreift, daß er oft an Situationen oder Herausforderungen scheitert, frustriert ihn das wehement. Er sollte von außen nicht zusätzliche Frustration durch Korrektur seiner Aussagen erfahren. Stellen Sie sich vor wie unnütz, verunsichert und traurig er sich fühlen muss. 

Die Person benötigt, wie wir alle, positive Erfahrungen. Negative Erfahrungen erlebt sie von selbst durch die vorhandenen geistigen Einschränkungen sehr oft.

Setzen Sie gezielt Lob ein, auch für Tätigkeiten, die nicht unbedingt Lob erfordern. Geben Sie ihm ein gutes Gefühl bei allem was er macht, tun soll oder noch selbständig versucht. Ermutigen Sie ihn, geben Sie ihm Hilfestellung. Unterstützen Sie ihn dabei, beispielsweise mit Worten wie, das ist doch nicht schlimm, ich helfe dir und gemeinsam schaffen wir das doch, ich bin für dich da.

Fragestellung bei Demenz

Ein weiterer Punkt ist das Vermeiden von Entscheidungsfragen.

Dies führt meistens zu Überforderung, ein Beispiel: Möchtest du gerne spazieren gehen? 

Zielführender ist es, dem Menschen mit Demenz ein Angebot zu unterbreiten, komm wir machen einen schönen Spaziergang. Er muss hierbei keine Entscheidung selbständig treffen.

Seien Sie sich bewußt, dass Sie keinen Lernerfolg mehr erzielen können, seien Sie nicht frustriert, bleiben Sie ruhig, eine Aufforderung nachzudenken bringt Sie und den Menschen mit Demenz nicht weiter, dieses ist nicht mehr umsetzbar und möglich.

Geben Sie keine Orientierungshilfe basierned auf unserer Realität, diese stellt sich für die betroffene Person ganz anderst dar als für uns. Sie lebt in ihrer eigenen Welt, in ihrer Realität.

Diskutieren Sie nicht über Schuldfragen, die Person reagiert und agiert so gut es noch möglich ist, wie gesagt die Sachebene ist eingeschränkt oder bereits nicht mehr vorhanden und eine Diskussion verärgert, entmutigt und führt zu nichts.

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Abschließend möchte ich nach diesen vielen Tipps, zur Kommunikation bei Menschen mit einer Demenz Erkrankung, noch auf unser individuelles Schulungsangebot für pflegende Angehörige, in Zeiten von Corona auch per Telefon oder über Videotelefonie nutzbar, verweisen.

Lassen Sie sich professionell von uns zur Seite stehen und unterstützen. Sie benötigen Ihre Kraft, Energie und Nerven noch lange für die Versorgung Ihres Angehörigen.


Nähere Informationen und Beiträge zum Thema Kommunikation bei Demenz und weiteren pflegerelevanten Themen finden Sie im Blog Bereich in Kategorien geordnet zum Nachlesen.

Wir veröffentlichen ab sofort wöchentlich einen interessanten Podcast, auf allen gängigen Portalen und unserer Homepage, um pflegende Angehörige sicher und fit in der pflegerischen Versorgung zu machen.

Wir freuen uns über Ihr Abo des Podcasts und darauf, daß Sie regelmäßig zuhören.

 

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Weswegen Logopädie-Therapie bei Menschen mit Demenz sinnvoll ist

Der Mehrwert von Logopädie bei Demenz

Der langsame Verlust der eigenen Sprache durch das Vergessen, während des Krankheitsverlaufs einer Demenz ist ein Thema welches die Teilnahme am Leben sehr einschränkt. Nicht verstanden werden, sich nicht adäquat ausdrücken zu können, führt zu sozialer Isolation und Rückzug ins eigene Innere. Die Logopädie sollte als therapeutischer Ansatz, gerade in der frühen Phase der Demenz-Erkrankung präventiv genutzt werden, um diesen Prozeß der sprachlichen Barriere, des langsamen Vergessens von Wörtern, sowie dem Bilden von ganzen Sätzen entgegen zu wirken.


Bei welchen Demenz-Symptomen nutze ich die Logopädie-Therapie?

  • Die Person hat Wortfindungsstörungen
  • Die Person verwendet Ersatzwörter oder
  • Der Faden im Satz geht oft verloren
  • Sprachverständnisprobleme werden offensichtlich & führen zu Missverständnissen
  • Es werden Gesprächsinhalte nicht verstanden
  • Antriebslosigkeit beim Sprechen, die Sprachbeteiligung nimmt ab
  • Sprunghafte Wechsel während des Erzählens / Sprechens


Der Therapieansatz der Logopädie bei Demenz:

Die Therapie bezieht sich auf auftretende Sprachstörungen, Störungen der Stimme sowie Schluckprobleme, welche oft nach einer Krankheit oder während dieser, wie im Fall der fortgeschrittenen Demenz, zu beobachten sind. Ihr Hausarzt kann Ihnen bei auftretenden Problemen ein Therapierezept ausstellen. Ziel ist es eine Verbesserung der Sprach-, Stimm- und Schluckqualität zu erwirken oder einen aktuellen Stand zu halten.

Logopädie und Demenz:

Das Ziel bei Menschen mit Demenz ist es, die Kommunikations- und Ernährungsmöglichkeit, unter der krankheitsbedingten Veränderung, möglichst lange aufrecht zu erhalten. Zu Beginn der Erkrankung ist es bereits sinnvoll diese logopädische Unterstützung in Anspruch zu nehmen und präventiv auf den Krankheitsverlauf einzuwirken, um Kommunikationsstörungen entgegen zu wirken. Da der Lernprozeß bei Menschen mit Demenz, aufgrund des eingeschränkten oder nicht mehr vorhandenen Kurzzeitgedächtnisses, nicht mehr stattfindet, ist ein ressourcenorientierter Ansatz nötig, nachdem die Logopädie-Therapie vorgeht.

Nutzen Sie die noch vorhandenen Ressourcen, um den betroffenen Menschen zu spiegeln, seine noch präsenten Fähigkeiten zu fördern und möglichst aufrechtzuerhalten. Hierbei spielt die nonverbale Kommunikation eine primäre Rolle. Beobachten Sie kommunikativen Fähigkeiten wie, Sprachmelodie, Gestik und Mimik diese geben Ihnen wertvolle Hinweise auf eventuelle Förderansätze der Therapie.

Erinnern Sie sich immer an den Grundsatz der Logopädie, es ist wichtiger wie sage ich etwas als was Sie sagen!

Beachten Sie den Grundsatz der Kommunikation bei Menschen mit Demenz. Achten Sie auf den Tonfall der empfunden wird, dieser steht bei Menschen mit Demenz, vor dem Inhalt des Gesagten.


Therapieziele:
  • Aufrechterhaltung der Teilhabe am sozialen Leben
  • Größtmögliche Erhaltung der Lebensqualität für den betroffenen Menschen
  • Der Erhalt der sprachlichen Selbständigkeit
  • Unterstützung bei der Mahlzeiten- und Getränkeeinnahme & Reduktion von auftretenden Schluckproblemen

Bisher sind diese therapeutischen Möglichkeiten bei der Förderung & Begleitung von Menschen mit Demenz nur wenigen bekannt. Wird erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung auf diese therapeutische Möglichkeit zurückgegriffen, kann dies bereits zu spät sein und eine Unterstützung bereits nicht mehr möglich sein bzw. nur noch geringe Erfolge zeigen.

Wir haben Ihnen anschliessend eine Übersicht von Logopädie-Praxen und Logopädie-Therapeuten verlinkt, um Ihnen die Möglichkeit zu geben, in Ihrer Nähe eine therapeutische Unterstützung, mit dem Schwerpunkt auf Demenzbehandlung zu finden.

https://www.dbl-ev.de/service/logopaedensuche/

Fazit:

Was bringt Logopädie bei Demenz?

Eine Teilhabe am sozialen Leben & eine größtmögliche Lebensqualität soll aufrechterhalten bleiben. Die sprachliche Selbständigkeit soll erhalten werden. Die Unterstützung bei bereits auftretenden Schluckproblemen ist therapeutisch gewährleistet. Eine unabhängige Pflegeberatung gibt Ihnen weitere Informationen & Tipps.

 

Bei Fragen, Anregungen und Beratungswünschen kontaktieren Sie uns gerne telefonisch oder über das Kontaktformular auf unserer Homepage.

Interessante Beiträge zu pflegerelevanten Themen, finden Sie im Blog-Bereich in Kategorien geordnet, zum Nachlesen.


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Demenz – Diese 3 Phasen werden unterschieden

Demenz Phasen erklärt


Im folgenden Beitrag möchten wir Ihnen Tipps zur Selbsteinschätzung des aktuellen Krankheitsverlaufs Ihres Angehörigen mit Demenz bezogen auf die 3 Phasen ermöglichen. Beleuchten Sie selbst, wie Sie den Krankheitsverlauf Ihres Angehörigen einschätzen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei unterschiedlichen Verlaufsphasen, je nach Fortschritt der Erkrankung. Unterschieden werden Prozesse des geistigen Abbaus bezogen auf die Merkfähigkeit, Sprache, die eigene Handlungsfähigkeit, Wesensveränderungen und Einschränkungen bezogen auf die noch bestehenden Möglichkeiten der Selbstversorgung.

Wir erklären Ihnen in kurzen Stichpunkten die einzelnen der drei Phasen.


Demenz Phasen erklärt


Symptomatik der Demenz-Phase 1, beginnende Demenz:

  • Während des Gesprächs wird oft der Faden verloren
  • Die Merkfähigkeit ist eingeschränkt
  • Neue Informationen werden nicht mehr oder nur teilweise behalten
  • Das Kurzzeitgedächtnis läßt nach
  • Fragen werden mehrmals gestellt
  • Ersatzwörter werden vermehrt genutzt
  • Die Konzentration ist beeinträchtigt
  • Schwierigkeiten beim Benennen von Datum & Uhrzeit
  • Namen werden vergessen
  • Sätze werden verkürzt
  • Störungen bei Alltagstätigkeiten ( Körperpflege, Mahlzeitenzubereitung, sich kleiden etc.)
  • Erste Wortfindungsstörungen treten auf
  • Oft stimmt die Reihenfolge von Handlungsabläufen nicht mehr
  • Bereits erledigtes wird nochmal aufgegriffen
  • Es entsteht eine Passivität und Teilnahmslosigkeit
  • Das Erfassen von komplexen Zusammenhängen ist nicht mehr möglich
  • Erste örtliche Orientierungsschwierigkeiten treten auf, auch in gewohnter Umgebung
  • Die Merkfähigkeit an länger zurückliegende Ereignisse oder Situationen ist noch nicht beeinträchtigt

Symptomatik der Demenz-Phase 2, mittelgradig fortgeschrittene Demenz:

  • Die Gedächtnisleistung baut noch mehr ab
  • Tag-Nacht-Rhythmus-Störungen treten auf
  • Häufige Stimmungsschwankungen sind bemerkbar, bis zu aggressivem Verhalten
  • Es kommt zu Desorientiertheit außerhalb der eigenen Wohnung / des eigenen Hauses
  • Gefühlsschwankungen nehmen vermehrt zu
  • Der Betroffene zieht sich noch mehr zurück, beteiligt sich kaum noch am Alltagsgeschehen
  • Die personell notwendige Unterstützung, bei bisher selbständigem, nimmt zu
  • Alltagstätigkeiten bereiten dem Betroffenem größte Mühe
  • Die Ausübung des Berufs ist unmöglich
  • Auch das Langzeitgedächtnis ist massiv beeinträchtigt
  • Gegenwart und Vergangenheit sind nicht mehr unterscheidbar

Symptomatik der Demenz-Phase 3, schwere Demenz:
  • Eine Kontaktaufnahme gestaltet sich sehr schwierig oder ist kaum noch möglich
  • Eine Infektanfälligkeit nimmt zu
  • Bewegungen sind nur noch eingeschränkt möglich, bis hin zur Bettlägerigkeit
  • Es kommt zu auftretenden Schluckstörungen
  • Die Darm- und Blasenkontrolle nimmt ab
  • Gehen und Stehen ist erschwert
  • Der Wortschatz ist stark reduziert
  • Das Bilden von Sätzen ist erschwert
  • Die Artikulation findet oft nur noch über Laute statt

Fazit:

Wie ist der Verlauf einer Demenz Erkrankung?

Grundsätzlich unterscheidet man den Verlauf einer Demenz in drei unterschiedlichen Phasen, welche den geistigen Abbau und die kognitive Leistung, Sprache, Wesensveränderungen, die eigene Handlungsfähigkeit & Selbständigkeit betreffen.

 

In allen der drei Stadien der Demenz, ist es wichtig die Nerven zu behalten, ruhig zu bleiben, den Betroffenen nicht zu maßregeln, ihn nicht zusätzlich auf seine Fehler aufmerksam zu machen und auf diese zu reduzieren. Behandeln Sie Ihren Angehörigen wetschätzend und versuchen Sie den Zugang über die emotionale Ebene aufrecht zu halten, vermeiden Sie sachliche Diskussionen, die zu nichts führen. Denken Sie an Ihre Selbstfürsorge und planen Sie regelmäßige Aus- und Erholungszeiten für sich selbst in den schwierigem Pflegealltag ein!


 

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Demenz-Tests bei Haus- und Facharzt

Demenz Tests und Testverfahren


Im zweiten Teil unserer Artikel zu Demenz Test & Testverfahren bei Demenz, zeigen wir Ihnen die diagnostischen Möglichkeiten bei Haus- und Facharzt auf.

Im letzten Beitrag stellten wir Ihnen Möglichkeiten zur Selbsteinschätzung einer beginnenden Demenz-Erkrankung vor. Wenn Sie nun Ihren Haus- oder Facharzt (Neurologen) mit der von Ihnen eruierten Problematik konfrontieren, wird dieser Ihren Angehörigen mit folgenden infrage kommenden Tests näher untersuchen, um zu einer präzisen Diagnose zu gelangen.

In den meistens Krankheitsituationen, auch im Falle einer Demenzerkrankung sollte jedem Menschen das Recht zugestanden werden, eine Diagnose zu bekommen. Sicher stellt sich oft dir Frage wie sinnvoll dies im Fall einer Demenz ist.

Alleine um eine Diagnose bezogen auf die Argumentation im Pflegerad-Einstufungsverfahren mit dem MDK oder Medicproof zu haben und den eigenen, pflegerischen Zeitaufwand darstellen zu können, ist dies absolut sinnvoll, um einen angemessenen Pflegerad zu bekommen. Als pflegender Angehöriger können Sie mit einer präzisen, medizinischen Diagnose auch deutlich besser, durch genaue Vorinformationen über die Krankheit und deren Verlauf umgehen und sich auf zu erwartendes einstellen.


Demenz Test & Testverfahren

Hier eine Auswahl der möglichen, medizinischen, der Diagnostik und Erkennung dienenden, Tests bei Verdacht auf eine Demenz-Erkrankung.

Früherkennungstests bei Verdacht auf Demenz:

Alle diese Tests sind speziell dafür entwickelt worden, die geistige Leistungsfähigkeit zu überprüfen und eine beginnende Demenz zu erkennen. Wird der im Raum stehende Verdacht durch ein Testverfahren bestätigt, folgen weitere, in die Tiefe gehende, diagnostische Untersuchungen beim Facharzt.

Zur Basisdiagnostik gehören sowohl ausführliche Gespräche mit Angehörigen und Betroffenem, eine körperliche Untersuchung und der Einbezug der ganzen Krankheitsgeschichte (Anamnese).

Weitere Tests bei bestätigtem Verdacht auf Demenz:

  • CERAD-Test
  • ADAS-cog-Test
  • SIDAM-Test

Desweiteren können, um andere Erkrankungen, die den Gedächtnisverlust beeinträchtigt haben könnten, Blut- und Urintests durchgeführt. Das gleiche Ziel verfolgen auch technische Untersuchungen, nachfolgend aufgelistet.

  • EEG (Elektroenzephalographie)
  • CT (Computertomographie)
  • Kernspin (Magnetresonanztomographie, kurz MRT)

Eine Demenz kann durch diese diagnostischen Verfahren festgestellt werden, anders verhält es sich im Falle einer Alzheimer-Diagnose. Das Morbus Alzheimer die Ursache für die kognitiven Einschränkungen ist, wird durch ein Ausschlußverfahren der anderen möglichen Faktoren festgestellt. Es gibt zur Feststellung einer Alzheimer-Demenz kein bestätigtes Verfahren, wie einen Blut- oder Gentest oder ein bildgebendes Verfahren.

Die SPECT-Untersuchung:

SPECT ist die Abkürzung für Single-Photon-Emission-Computer-Tomographie. Die Durchblutung in den unterschiedlichen Gehirnregionen wird damit abgebildet und gemessen. Durchblutungsbedingte Anomalien lassen sich hierbei feststellen, messen und können z. B. auf eine Alzheimer Erkrankung Rückschluß geben. Es handelt sich um keine Routineuntersuchung, da dieses Verfahren teuer, strahlenreich und aufwändig ist.

Fazit:

Welche Tests gibt es bei Demenz?

Es gibt unterschiedliche Testverfahren für die Früherkennung dazu gehören der MMST-Test, der Uhrentest, der DEM-Tect-Test sowie der TFDD-Test. Bei bestätigtem Verdacht sind Testverfahren, die weiter in die Tiefe gehen sinnvoll, hierzu gibt es den CERAD-Test, den ADAS-Test sowie den SIDAM-Test. Für Fragen zu diesen Testverfahren empfiehlt es sich einen Demenzexperten, den Haus- oder Facharzt (Neurologen) zu befragen.


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