Wie sammle ich Rentenpunkte als pflegender Angehöriger?

Sie haben sich entschieden Ihren pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause zu pflegen und möchten wissen, unter welchen Voraussetzungen Sie Punkte für die zukünftige Rente ihrerseits gutgeschrieben bekommen?

Liegen folgende Punkte vor, sind Sie antragsberechtigt:

  • Sie dürfen als Pflegeperson die wöchentliche Arbeitszeit von 30 Stunden nicht überschreiten.
  • Sie pflegen als Pflegeperson mindestens 10 Stunden pro Woche an mindestens 2 Tagen.
  • Ihr zu pflegender Angehöriger hat Pflegegrad 2 oder höher.
  • Die Pflegezeit ist mindestens 2 Monate oder mehr.
  • Ihr Wohnsitz befindet sich in Deutschland.

Sie können diese Anforderungen erfüllen? Dann wenden Sie sich bzgl. der gutzuschreibenden Rentenpunkte für Sie an die Pflegekasse Ihres zu pflegenden Angehörigen. Damit Ihre aufgewendete Zeit für die Pflege, durch berufliche Abstriche ihrerseits, nicht zu einer finanziellen Benachteiligung, auf die Rente bezogen wird, werden Rentenbeiträge für Ihre, nicht berufliche Tätigkeit, angerechnet. Es spielt hierbei keine Rolle ob Sie vom Pflegebedürftigen eine finanzielle Anerkennung erhalten oder nicht. Die Pflegeversicherung behält sich lediglich vor, gegebenenfalls zu prüfen, ob eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt, was nicht der Fall ist, wenn die obigen Voraussetzungen vorliegen.

Fordern Sie bei der Pflegeversicherung des Betroffenen den “ Fragebogen zur Zahlung der Beiträge zur sozialen Sicherung für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen“ an.

Die Berechnung der Rentenbeiträge:

Ihre aufgewendete Pflegezeit wird von der Rentenversicherung als Beitragszeit gewertet. Sie wird auf dem Versicherungskonto angerechnet, als Wartezeit, so wird die Mindestwartezeit, für verschiedene Rentenbeiträge erfüllt.

Die Pflegekasse führt zusätzlich die Beiträge, für Sie als Pflegeperson, bei der Rentenversicherung ab.

Der Rentenanspruch ergibt sich daraus, daß Sie als Pflegeperson so gestellt werden, als würde Ihr monatliches Arbeitsentgelt zwischen 562,28 Euro und 2975,- Euro entsprechen.

Je nachdem wie hoch der zeitliche Aufwand und der zugestandene Pflegegrad ist, entspricht dies einem monatlichen Rentenbeitrag von 5 – 30 Euro. Diese Zahlen variieren und werden jährlich neu bestimmt.

Die Deutsche Rentenversicherung kann Ihren individuellen Fall kostenfrei unter folgender Telefonnummer: o800-1000 4800 berechnen.


Wichtig:

Als pflegender Angehöriger, müssen Sie gegebenenfalls, Ihre wöchentliche Arbeitszeit in Ihrem primären Beruf reduzieren, um nicht über die gesetzliche Wochenarbeitszeit, welche im Sozialgesetzbuch verankert ist, zu kommen!


Bei grösseren Arbeitgebern haben Sie zusätzlich das Recht, Ihre wöchentliche Arbeitszeit für 6 Monate zu reduzieren – Pflegezeit, anschließend haben Sie Anspruch wieder Ihre bisherige Wochenarbeitszeit aufzunehmen. Die Voraussetzungen hierfür müssen gegeben sein. Der Betrieb verfügt über mehr als 16 Mitarbeiter. In Firmen mit mindestens 26 Mitarbeitern, gibt es die Möglichkeit, bei einer Mindestarbeitszeit von wöchentlich 15 Stunden beschäftigt zu blieben, dies ist vom Familienpflegezeitgesetz geregelt. Ab einer Mitarbeiterzahl von 45 Beschäftigten, muss Ihnen eine Brückenarbeitszeit gewährt werden, diese kann über Jahre in Anspruch genommen werden, mit der Möglichkeit anschließend wieder zu ihren bisherigen Konditionen zu arbeiten.

Anrechnungsmöglichkeit für Rentner:

Sie haben als Vollzeitrentner die Möglichkeit, sich vom Gesetzgeber mit einer Rentenerhöhung, bezogen auf die aufgewendete Pflegezeit, honorieren zu lassen. Hierfür müssen Sie sich als Rentner zum 99-Prozent-Teilzeitrenter, für den Zeitraum der Pflegezeit, zurückstufen lassen. Während dieser Zeit verzichten Sie also auf 1 % Ihrer Rente, bekommen jedoch eine Aufwertung Ihrer Rente, entsprechend der aufgewendeten Pflegezeit. Ist die Pflegezeit beendet, bekommen Sie als Rentner wieder Ihre volle Rente, zusätzlich bis zu 30,- Euro monatlich, durch die gutgeschriebenen Rentenpunkte aufgrund der Pflegesituation.

 

Weitere Fragen beantworten wir ihnen gerne telefonisch, zu unseren, auf der Homepage ersichtlichen, Bürozeiten.

 Beachten Sie auch, rechts im Blogteil, unsere unterschiedlichen pflegerelevanten Themen, nicht nur das Antragswesen betreffend!

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

 

 

Demenz-Tests bei Haus- und Facharzt

Im letzten Beitrag stellten wir Ihnen Möglichkeiten zur Selbsteinschätzung einer beginnenden Demenz-Erkrankung vor. Wenn Sie nun Ihren Haus- oder Facharzt (Neurologen) mit der von Ihnen eruierten Problematik konfrontieren, wird dieser Ihren Angehörigen mit folgenden infrage kommenden Tests näher untersuchen, um zu einer präzisen Diagnose zu gelangen.

In den meistens Krankheitsituationen, auch im Falle einer Demenzerkrankung sollte jedem Menschen das Recht zugestanden werden, eine Diagnose zu bekommen. Sicher stellt sich oft dir Frage wie sinnvoll dies im Fall einer Demenz ist.

Alleine um eine Diagnose bezogen auf die Argumentation im Pflegerad-Einstufungsverfahren mit dem MDK oder Medicproof zu haben und den eigenen, pflegerischen Zeitaufwand darstellen zu können, ist dies absolut sinnvoll, um einen angemessenen Pflegerad zu bekommen. Als pflegender Angehöriger können Sie mit einer präzisen, medizinischen Diagnose auch deutlich besser, durch genaue Vorinformationen über die Krankheit und deren Verlauf umgehen und sich auf zu erwartendes einstellen.


Hier eine Auswahl der möglichen, medizinischen, der Diagnostik und Erkennung dienenden, Tests bei Verdacht auf eine Demenz-Erkrankung.

Früherkennungstests bei Verdacht auf Demenz:

Alle diese Tests sind speziell dafür entwickelt worden, die geistige Leistungsfähigkeit zu überprüfen und eine beginnende Demenz zu erkennen. Wird der im Raum stehende Verdacht durch ein Testverfahren bestätigt, folgen weitere, in die Tiefe gehende, diagnostische Untersuchungen beim Facharzt.

Zur Basisdiagnostik gehören sowohl ausführliche Gespräche mit Angehörigen und Betroffenem, eine körperliche Untersuchung und der Einbezug der ganzen Krankheitsgeschichte (Anamnese).

Weitere Tests bei bestätigtem Verdacht auf Demenz:

  • CERAD-Test
  • ADAS-cog-Test
  • SIDAM-Test

Desweiteren können, um andere Erkrankungen, die den Gedächtnisverlust beeinträchtigt haben könnten, Blut- und Urintests durchgeführt. Das gleiche Ziel verfolgen auch technische Untersuchungen, nachfolgend aufgelistet.

  • EEG (Elektroenzephalographie)
  • CT (Computertomographie)
  • Kernspin (Magnetresonanztomographie, kurz MRT)

Eine Demenz kann durch diese diagnostischen Verfahren festgestellt werden, anders verhält es sich im Falle einer Alzheimer-Diagnose. Das Morbus Alzheimer die Ursache für die kognitiven Einschränkungen ist, wird durch ein Ausschlußverfahren der anderen möglichen Faktoren festgestellt. Es gibt zur Feststellung einer Alzheimer-Demenz kein bestätigtes Verfahren, wie einen Blut- oder Gentest oder ein bildgebendes Verfahren.

Die SPECT-Untersuchung:

SPECT ist die Abkürzung für Single-Photon-Emission-Computer-Tomographie. Die Durchblutung in den unterschiedlichen Gehirnregionen wird damit abgebildet und gemessen. Durchblutungsbedingte Anomalien lassen sich hierbei feststellen, messen und können z. B. auf eine Alzheimer Erkrankung Rückschluß geben. Es handelt sich um keine Routineuntersuchung, da dieses Verfahren teuer, strahlenreich und aufwändig ist.

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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

 

Demenz-Test zur Selbsteinschätzung für pflegende Angehörige

Eigenanteil Pflegeheimkosten Deckelung auf 700,- Euro | Der Finanzierungsplan Spahns

Unser Gesundheitsminister Spahn äußerte sich am Wochenbeginn vor den Medien, mit einem neuen Pflegereformteil, der die finanzielle Entlastung von Angehörigen Pflegebedürftiger vorsieht.

Konkret spricht er den immer höher werdenden Eigenanteil für die stationäre Unterbringung eines Pflegebedürftigen an und stellt sein Konzept für eine Deckelung dieses Eigenbetrags von maximal 700,- Euro monatlich vor. Doch wie soll dies finanziert werden, die Zuzahlung für die Angehörigen beträgt aktuell in einigen Bundesländern durchschnittlich 2000,- Euro, bei steigender Tendenz.

Steigen die Löhne der Pflegekräfte oder wird durch den Betreiber einer stationären Pflegeeinrichtung mehr Personal eingestellt, macht sich dieses finanziell für den untergebrachten Pflegebedürftigen bemerkbar und dessen Eigenanteil steigt erneut. Durch die aktuelle Pflegeversicherung ist nur ein Basisteil der tatsächlichen Kosten gedeckt. Pflegekräfte und Pflegebedürftige werden in diesem System gegeneinander ausgespielt, hierbei muss sich dringend etwas ändern. Dies haben auch die Abgeordneten des Bundestags begriffen, nur sind die Vorschläge unterschiedlichster Art und es wird kein gemeinsamer Nenner gefunden.

Gesundheitsminister Spahn greift mit seinem Vorschlag, die Eigenanteilskosten zu deckeln, einen alten Entwurf der Sozialdemokraten auf um eine Entlastung finanzieller Art zu bewirken. Er spricht zusätzlich von einer Grenze von drei Jahren, die maximal, als Eigenanteilszahlungspflicht im Raum steht. Wenn Familien von Pflegebedürftigen, durch dieses Modell geschont werden, wer kommt dann für die Finanzierungslücke auf?

Sein Finanzierungskonzept nimmt die zukünftigen Steuerzahler in die Pflicht. Der Bundeshaushalt soll sich zusätzlich an diesen Kosten mit jährlich sechs Milliarden Euro beteiligen. Aufgrund der Tatsache, dass das Gesundheitswesen in Deutschland primär durch Versicherungsbeiträge funktioniert, dort jedoch aktuell kaum Finanzierungsmittel abgeschöpft werden können, was auch an der aktuellen Corona Pandemie liegt, werden wohl die Steuerzahler mit einem höheren Pflegeversicherungsbeitrag belastet werden.

Es ist davon auszugehen, dass der Versicherungsbeitrag von aktuell monatlich 1,1 Prozent im kommenden Jahr auf 1,3 Prozent angehoben wird. Die Sozialversicherungsbeiträge blieben somit noch knapp unter der Grenze von 40 Prozent – ein psychologischer Wert, der nicht überschritten werden soll.

Es sieht so aus als hätte uns die aktuelle Corona Pandemie die Finanzierungsmöglichkeiten für dringende Reformen im Gesundheitswesen genommen. Die Kassen stellen die Situation nicht ganz so einseitig dar. Die Mehrausgaben durch Gesundheitsminister Spahn liegen bei bisher zehn Milliarden Euro, die coronabedingten Kosten belaufen sich auf ca. fünf Milliarden Euro. Der Finanzierungsplan Spahns bezieht sich aktuell nur auf 2021, spannend wird es für die nachfolgenden Jahre, in denen keine weiteren Finanzierungshilfen mehr vorgesehen sind.

Müssen wir also ab 2022 mit einem Kollaps des Gesundheitssystems rechnen?

Der Krankenversicherungsexperte & Vorstand des BKK-Dachverbands Franz Knieps, geht von diesem Szenario aus. Dann wären, laut Knieps, auch die Reserven der Kassen am Limit, der Zusatzbeitrag müsste sich verdoppeln und Spahns Nachfolger müsste über die psychologische Grenze der Sozialversicherungsbeiträge von 40 Prozent treten oder wieder Sparmaßnahmen durchzusetzen. Daraus resultierend würden für den Versicherten Leistungseinschränkungen der Kassen zu erwarten sein und der Eigenanteil für Behandlungen würde ansteigen.

Fazit: Neue Steuererhöhungen sind zu erwarten…

 

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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

 

 

 

 

 

Gesund Altern – Neue Erkenntnisse und tibetische Tradition

Der Alterungsprozess ist aufs Engste mit entzündlichen Vorgängen verknüpft. Dies zeigt langjährige Forschung zum Thema Inflammaging. (engl. Entzündung «Inflammation» und Altern «aging»). Mit dem Alter verändert sich das Immunsystem und das Gleichgewicht verschiebt sich zu einem pro-entzündlichen Immuntyp.

Zusammen mit den lebenslangen oxidativen und entzündlichen Einflüssen von außen steigt die entzündliche Basis-Aktivität des Immunsystems. Dieser Prozess beginnt schon in jungen Jahren, macht sich aber erst im Alter bemerkbar. Denn die chronische low-level Aktivierung des Immunsystem sorgt für erhöhten oxidativen Stress und bildet einen gemeinsamen Nährboden für zahlreiche Alterserkrankungen. Lesen Sie hier, welche Auslöser es gibt und was man tun kann um das Gleichgewicht des Immunsystems zu erhalten und so Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Die Gründe für ein chronisch überschießendes Immunsystem im Alter sind vielfältig. Einerseits ist das Immunsystem von der Geburt an verantwortlich für die Abwehr von krankheitsauslösenden Faktoren wie Bakterien und Viren. Andererseits produziert der Körper auch selbst Abfallstoffe (Zelltrümmer, oxidierte Proteine etc.), welche eine Reaktion des Immunsystems zur Folge haben. Nicht zuletzt ist auch die Nahrungsaufnahme verantwortlich für eine Aktivierung des Immunsystems. Evolutionär ergibt das intuitiv Sinn, denn in Vergangenen Zeiten war die Nahrung oft mit krankheitsauslösenden Substanzen kontaminiert. Doch war die Nahrung auch limitiert verfügbar, damit waren längere Zeiten ohne Nahrungsaufnahme völlig normal und gaben dem Immunsystem Zeit sich wieder zu erholen. In der heutigen Gesellschaft fehlt oft das richtige Maß. Dies trägt zum Inflammaging bei.

Tibetische Kostitutionsleere

Bereits die alten Tibeter wussten, dass es auf das richtige Maß ankommt. So empfehlen sie seit jeher eine Mahlzeit soll den Magen zu einem Drittel mit fester Nahrung und einem weiteren Drittel mit Flüssigkeit füllen. Das letzte Drittel soll bewusst leer bleiben. Dazu wird eine ausgewogene Lebensführung mit genügend Erholungsphasen und Bewegung empfohlen. Auch gibt es traditionelle Rezepturen, die aus pflanzlichen und mineralischen Inhaltsstoffen zusammengesetzt sind. Die traditionell kühlende Rezeptur Padma 28 active besteht aus natürlichem Campher, wertvollen polyphenolhaltigen Kräutern, darunter Isländisches Moos, Weißdorn und Herzgespann, Calciumsulfat und Vitamin C. Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems und zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.

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https://tibmed.org/punkten-gegens-altern/

https://tibmed.org/gefaessalter/

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Hörverlust frühzeitig vorbeugen – eine Demenzursache!

Experten fordern von den gesetzlichen Krankenkassen, dass die Leistung des Hörscreenings ab dem 50. Lebensjahr übernommen werden muss.

In Deutschland leben circa 5,8 Millionen Menschen, die mit einem Hörverlust konfrontiert sind, jedoch unternimmt nur jeder Dritte etwas dagegen. Dies mag primär am Schamgefühl und am verdrängten Alterungsprozeß liegen. Bei frühzeitigem Gegensteuern, können primär Folgeerscheinungen, wie eine Demenzerkrankung vermieden werden. Je früher der beginnende Hörverlust ausgeglichen wird, desto besser!

Wer unter Hördefiziten leidet nimmt berufliche Schwierigkeiten und auch soziale Isolation in Kauf. Bleibt die Hörbeeinträchtigung unbehandelt, zeigen sich laut Wissenschaftlern kognitive Defizite ab, die die Entwicklung einer Demenzerkrankung oder Depression, aufgrund dessen, dass Bereiche des Gehirns nicht mehr vollständig angesprochen und genutzt werden fördern.

Der Präsident der Hals, Nasen- und Ohrenärzte fordert deswegen einen Hörtest für alle ab dem 50. Lebensjahr, um auch eine damit zusammenhängende Sturzgefahr und eine allgemeine Hilfsbedürftigkeit zu vermeiden. Er stellt sich mit seiner Forderung hinter die WHO (Weltgesundheitsorganisation), die diese Forderung ebenfalls vertritt.

Niemand sollte aufgrund eines Hördefizits seine sozialen Kontakte einschränken, auf Musik verzichten, isoliert leben und auf Tätigkeiten verzichten, die er zuvor gerne gemacht hat und die ihm Freude bereitet haben.

Wer also die Vermutung hat, schlechter zu hören, sollte sich präventiv an einen Hals-Nasen- & Ohrenarzt oder Hörakustiker wenden!

Studien belegen, das ein Mensch mit einem unbehandelten Hörverlust ein fünf Mal höheres Risiko hat an Demenz zu erkranken, als ein Mensch mit einem intakten Hörvermögen. Dies ist durch den Mangel an akustischen Reizen begründet, die durch diese akustische Isolation entsteht. Andere Theorien besagen, dass das Gehirn selbständig versucht dieses Defizit durch andere Gehirnregionen zu kompensieren, was zu einem deutlichen Mehraufwand anderer Hirnregionen führt, wobei bereits deutliche, beginnende Demenzsymptome erkennbar sind. Weiterhin wurde festgestellt, dass die kognitive Leistung bei Menschen mit einem Hördefizit bereits deutlich früher abnimmt, als bei gleichaltrigen ohne Hördefizit. Wir sprechen von einem Prozentsatz von 41% des geistigen Abbaus! Bei Menschen, die dieser Problematik frühzeitig mit einem Hörgerät entgegenwirken, fällt die Quote deutlich geringer aus.

Das Risiko an Demenz zu erkranken, steigt proportional, pro 10 Dezibel Hörverlust, um einen Faktor von 2,7. Bei einem Hörverlust von 30 – 50 Dezibel, spricht man von einer leichten Hörminderung, die jedoch durch das Tragen eines Hörgeräts sofort kompensierbar ist und einer Altersschwerhörigkeit und Demenzentwicklung vorbeugt. Auditive Reize, bleiben, aufgrund des eingesetzten Hörsystems erhalten, das Gehirn wird kontinuierlich stimuliert.

 

Als pflegender Angehöriger oder Angehöriger eines älteren Menschen können auch Sie positiv und ermutigt auf die Person einwirken, bei der Sie festzustellen glauben, ein Hördefizit zu erkennen.

Nehmen Sie der Person die Angst und erklären Sie die präventive Notwendigkeit eines Ausgleichs des Hördefizits. Geräte sind aktuell bereits so modern konzipiert, dass sie in der Lage sind, sich der Situation und Umgebung durch unterschiedliche Filtersysteme des Betroffenen anzupassen.

Fragen die zu einem Selbsttest oder dem Test unter Einbezug des bereits Betroffenen überprüft werden sollten:

  • Sind Telefonanrufe für mich / die Person anstrengender geworden?
  • Stellen Sie / stellt die Person das TV, Radio deutlich lauter um besser hören zu können als früher?
  • Sprechen Sie / spricht die Person noch in einer angemessenen Lautstärke oder muss er des öfteren korrigiert werden?
  • Müssen Gesprächsinhalte regelmäßig wiederholt werden?
  • Gibt es Probleme die Herkunft eines Geräuschs zu lokalisieren?
  • Sind einige Frequenzen bereits unerträglich und laut?
  • Meiden Sie / meidet die Person bereits soziale Treffen und Kontakte?

Gutes Hören bedeutet Lebensqualität. Vielleicht wurden Sie bereits auf einen Hörverlust angesprochen? Eine Hörminderung tritt  schleichend auf. Oft wird es zunehmend schwieriger, Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner in lauter Umgebung mit vielen Nebengeräuschen zu verstehen. Wiederholte Verständnisschwierigkeiten im Beruf und Alltag können Sie und Ihr Gegenüber gleichermaßen frustrieren und an Grenzen stoßen lassen.


Wußten Sie, dass es online bereits Hörtests gibt, die Sie von zu Hause aus, zur Selbsteinschätzung, durchführen können?

Wenn Sie ein neues Hörgerät erhalten haben, gibt es für Patienten, um sich an das neue, wieder deutlichere und differenzierte Hören zu gewöhnen, sogenannte Hörschulen, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen beantragt und übernommen werden können. Die Hörregion im Gehirn muss übrigens wieder lernen, mit der neuerworbenen Geräuschkulisse zurecht zu kommen, was viele Menschen mit einem neuen Hörgerät zuerst in den ersten Wochen überfordert und aufgrund der plötzlichen Lautstärke frustriert!
 

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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

Wohnraumanpassung für Menschen mit Demenz

Für Menschen mit Demenz, stellt oft die eigenen Wohnung noch sehr lange eine feste Orientierungsmöglichkeit dar. Wir möchten Ihnen in diesem Beitrag Möglichkeiten aufzeigen, dem Betroffenen durch eine Wohnraumanpassung diese Orientierung weiter aufrecht zu erhalten, damit er möglichst lange in dieser gewohnten Umgebung verweilen kann, sich zurecht findet und diese als vertraut akzeptiert.

  • Erinnerungsecken, Aktivitätszonen und gemütliche Bereiche
  • Der Garten oder Balkon
  • Gefahrenquellen erkennen und beseitigen
  • Orientierungshilfen
  • Selbständigkeit des Betroffenen erhalten, nutzen und fördern
  • Die Pflegesituation erleichtern
  • Eigene Rückzugsmöglichkeiten für pflegende Angehörige gestalten

Erinnerungsecken, Aktivitätszonen & gemütliche Orte:

Nutzen Sie Bilder, die zur zeitlichen Epoche, des Menschen mit Demenz passen, diese können jederzeit umdekoriert und angepasst werden, je nachdem in welchem Lebensabschnitt sich die Person gerade befindet. Musik aus der jeweiligen Zeit kann Erinnerungen wecken, Wohlbefinden schaffen, Emotionen wecken, auch hier ist darauf zu achten, in welchem Bereich des Lebens sich der Mensch mit Demenz aktuell befindet. Die musikalische Untermalung sollte entsprechend angepasst sein. Gegenstände aus dem bisherigen Leben können an diesen Orten platziert werden, als Dekoration und Orientierungshilfe für den Betroffenen.

Schaffen und erhalten Sie Bereiche an denen gearbeitet wird. Ein Wäsche- und Bügelbereich, die Küche, ein Werk- oder Schreibplatz helfen, diese Aktivitäten klar zu strukturieren und zwischen verschiedenen Aktivitätszonen zu wechseln. Überlagern Sie die Bereiche nicht zu sehr mit zu vielen Gegenständen, klar und strukturiert hilft dem Menschen mit Demenz sich zu konzentrieren und nicht unnötig abzuschweifen.

Ein gemütlicher Rückzugsort kann eine Ecke des Zimmers mit einem Sessel, einer Couch, einem Mittagsschlafplatz mit Kissen oder Decke sein. Gestalten Sie diesen Bereich gemütlich und für den Betroffenen klar erkenn- und ansprechbar.

Der Garten oder Balkon:

Wenn im bisherigen Leben Interesse an Gratenarbeit und Blumenpflege bestanden hat, halten Sie diese Aktivität aufrecht und bieten sie Möglichkeiten und Unterstützung an.

Hochbeete, Pflanzen in Blumenkästen oder Töpfen in Sichthöhe, sind ein gute Möglichkeit, um sich nicht bücken zu müssen. Achten Sie darauf, dass keine giftigen Pflanzen für den Menschen mit Demenz erreichbar sind. Versuchen Sie den Zugangsbereich barrierefrei zu gestalten, begradigen Sie Schwellen, die eine Stolpermöglichkeit darstellen könnten. Ein angelegter Weg als Rundweg im Garten gibt eine Struktur vor den Garten zu begehen und bietet Orientierung für den Menschen mit Demenz.

Gefahren erkennen und beseitigen:

Überdenken Sie die Ausstattung der Wohnung, ähnlich den Kriterien eines Kindes. Benötigen Sie nach wie vor einen Herd, der eine Gefahrenquelle durch die heissen Herdplatten darstellen kann, gibt es die Möglichkeit auf diesen zu verzichten, indem morgens ein kaltes Frühstück, abends eine Brotzeit oder etwas, das auch in einer Mikrowelle erhitzt werden kann angeboten wird. Eine warme Mahlzeit mittags kann auch geliefert werden.

Entfernen Sie gegebenenfalls spitze Scheren & Messer die auch in Schubladen verschlosssen aufbewahrt werden können.

Fensterglas kann durch farbige Folien oder Aufkleber erkennbar gemacht werden. Ein Doppelseitiger Schließzylinder an der Wohnungstüre kann das Türöffnen von außen erleichtern, wenn sich der Betroffene versehentlich ausgesperrt hat.

Räumen Sie Putz- und Reinigungsmittel aus dem für den Betroffenen zugänglichen Bereich, diese können mit Getränken, aufgrund ihrer Farbe verwechselt werden.

Beseitigen Sie Stolperfallen und unnötig herumstehende Möbelstücke, Menschen mit Demenz verändern ihr Gangbild hin zu kleinschrittigem Tippeln, sie tasten sich langsam vorwärts und die Gefahr des Hängenbleibens mit den Zehenspitzen besteht.

Leuchten Sie Bereiche der Wohnung mit Leuchtmitteln einer höheren Wattzahl aus, Gefahrenbereiche können lichtreduziert gestaltet werden und werden so eher gemieden.

Piktogramme können als Warnhinweise angebracht werden, um zu verdeutlichen, wo sich etwas oder ein Ort befindet. Diese können nach dem jeweiligen Bedarf leicht bei einem Werbemittelersteller bestellt oder gekauft werden. Rot bleibt als Signalfarbe übrigens für den Menschen mit Demenz sehr lange als Signalfarbe in Erinnerung.

Selbständigkeit des Betroffenen erhalten, nutzen und fördern:

Greifen Sie auf Haltestangen, die an den Wänden befestigt werden können, zurück. Denken Sie über Erleichterungen des Aufstehens nach. Kann eine Toilettensitzerhöhung Unterstützung bieten? Kann das Bett erhöht werden? Stellen Sie Dinge des täglichen Gebrauchs in den Sichtbereich, greifen Sie wenn nötig zusätzlich auf unterschiedliche Farbgestaltungsmöglichkeiten zurück. Ein Toilettensitz kann beispielsweise farbig gewählt werden, ein Lichtschalter angestrichen werden oder mit einem Aufkleber versehen sein.

Seniorentelefone sind technisch optimiert, haben nicht zu viele verwirrende Bedienoptionen und können bei Bedarf auch mit Bildern einer Person an den Kurzwahltasten gekennzeichnet werden. Ein Telefon von früher, auch mit Wählscheibe oder Tastatur bekommen Sie gebraucht in gängingen Auktionsplattformen im Internet oder auf dem Flohmarkt.

Greifen Sie auch im Bereich der Küche auf Gegenstände zurück, die aus früheren Zeiten bekannt sind. Moderne Haushaltsgeräte werden oft nicht mehr als solche für ihren Zweck bestimmt erkannt und ignoriert, da nicht erkennbar. Schaffen Sie nur wenn wirklich nötig, neue Geräte und Gegenstände an, diese können zusätzliche Verwirrung stiften, da sie nicht als bekannt und dem Betroffenen gehörend erkannt werden.

Die Pflegesituation erleichtern:

Pflegebetten und verstellbare Lattenroste:

Diese erleichtern das Aufstehen und schonen bei einer Pflegesituation Ihren Rücken. Sie bieten zusätzlich die Möglichkeit Kopf- und Beinteil bei Bedarf zu verstellen. Für das klassische Doppelbett kann auf der Seite des Menschen mit Demenz ein verstellbarer Lattenrost integriert werden, Ihr Sanitätshaus oder Pflegeberater kann für weitere Informationen hinzugezogen werden.

Dusche, Bad und Naßbereich:

Denken Sie über eine eingeebnete Dusche statt des bisherigen Duschstocks nach. Hilfmittel für die Badewanne oder die Dusche wie ein Duschstuhl, mit oder ohne Lehne, ein Badewannenlifter, ein Badewannenbrett und eine Antirutschmatte können eine weitere Hilfestellung sein und Ihre Arbeit immens erleichtern.

Treppen, Schwellen und Barrierefreiheit:

Achten Sie bei einem notwenigen Umzug auf die Barrierefreiheit der neuen Unterkunft. Türschwellen, Absätze und Treppen stellen mögliche Sturzoptionen für den Betroffenen dar. Auch das Bad sollte, wie oben beschrieben, barrierefrei ausgebaut sein.

Eigene Rückzugsmöglichkeiten für pflegende Angehörige gestalten:

  • Bereiche die für den Betroffenen unzugänglich sein sollen, können weniger oder gar nicht ausgeleuchtet werden, dies wirkt für ihn uninteressant.
  • Mit einem Vorhang, einer Jalousie oder einer Gardine können Sie Ihren Bereich im Wohnraum als Rückzugsort abtrennen.
  • Setzen Sie ein Babyphon ein, wenn Sie sich in ein eigenes Zimmer zurückziehen und trotzdem mitbekommen möchten, was nebenan geschieht.
  • Um nachts Ihre notwenige Ruhe zu finden, greifen Sie, wenn es räumlich möglich ist, auf getrennte Schlafzimmer zurück.

Sie sehen, beim Zusammenleben mit einem Menschen mit Demenz sind einige Vorrichtungen zu treffen, um Sicherheit zu gewährleisten, Struktur zu schaffen und Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten nutzen zu können.


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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

Rosenwurz – die Wachmacherin gegen Altersvergeßlichkeit

Es liegt Ihnen auf der Zunge, doch es fällt Ihnen nicht ein?
Rosenwurz, auch Ginseng des Nordens genannt, war bereits bei den Wikingern als Aphrodisiakum und für die Fruchtbarkeit sowie vor dem Kampf als Stimulans beliebt. Die Pflanze stärkt Merkfähigkeit, Lebensfreude, Ausdauer und Lebenskraft. Gute Erfahrungen gibt es bei Stress, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Angst und Trauer – vor allem aber auch, wenn man Probleme hat mit dem Älterwerden. Sie ist vor allem auch geeignet für Menschen im Schicht- und Nachtdienst. 

Verantwortlich für dieses natürliche “Dopingmittel” ist das enthaltene Rosavin. Es zählt zu den natürlichen Adaptogenen. Das sind Substanzen, die dem Körper helfen, sich an Lebensumstände, Umwelt und Einflüsse von außen anzupassen. Die Inhaltsstoffe der Pflanze verbessern den Neurotransmitter-Stoffwechsel. Dies hat u.a. positive Auswirkungen auf Merkfähigkeit, Konzentration und eine exakte Wahrnehmung. Wertvoll kann Sie auch für den Hormonhaushalt und die Schilddrüse sein. Bei Nachlassen körperlicher und geistiger Kräfte – auch aufgrund von Überforderung – hat sich eine Kombination mit Brennnesselsamen als hilfreich erwiesen.  

Die Rosenwurz ermutigt uns mit Ihrer Pflanzensignatur auf die Wurzeln und das Fundament zu achten und unsere Energiereserven immer wieder aufzufüllen. Für die Skandinavier ist die der “Fetthenne” ähnelnde Pflanze ein Lebensmittel. Sie geben Extrakte der Rosenwurz in Milchgetränke aus Kefir oder Joghurt. Mit Rosenwurztinktur können Sie aber auch Ihr Trinkwasser “würzen”: 10-15 Tropfen in ½ – 1 Liter Wasser geben und über den Tag verteilt trinken. 

Rosenwurz Urtrinktur von Nuhrovia wird zusätzlich über mehrere Wochen im Süden mit Sonnenlicht angereichert und in Handarbeit hergestellt. 

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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

Ihre Demenzexperten in München erklären: Demenz – Hinlauftendenz

Menschen mit Demenz haben in den frühen Phasen der Erkrankung eine innere Unruhe in sich. Diese ist oft dadurch bedingt, dass sie sich auf der Suche nach etwas, einem Ziel, einer Person oder einem Ort befinden, den sie oft kognitiv bedingt, nicht näher bezeichnen können. Äußern sie den Grund ihrer Suche nach etwas zu dem sie hinwollen, sollte dies ernst genommen und validiert werden.

Erklärung Hinlauftendenz:

Früher wurde von einer Weglauftendenz gesprochen, da man davon ausging die Betroffenen würden wegrennen oder weglaufen. Heute weiß man um die Sinnhaftigkeit des Laufens bei Menschen mit Demenz besser Bescheid und spricht von einer Hinlauftendenz, gerichtet auf ein Ziel, welches der Mensch mit Demenz vor Augen hat.

Wenn ihr zu pflegender Angehöriger darüber spricht, daß er doch beispielsweise zur Arbeit oder nach Hause muss, gehen Sie in beruhigenden Gesprächen auf ihn ein, nehmen Sie ihn ernst, versuchen Sie sich in seine Situation und seinen Lebensabschnitt, in dem er sich aufgrund seiner Demenzerkrankung befindet, einzufinden. Sie können präventiv versuchen ihn durch Erklärungen, wie, du hast doch heute frei, du hast Urlaub bezogen auf die Idee zur Arbeit zu müssen, zu beruhigen. Wenn Menschen den Wunsch äußern und nach Hause wollen, ist dies nur eine Äußerung, daß sie nicht mehr erkennen wo sie sich gerade befinden, die Umgebung ist ihnen fremd, sie haben vergessen, wie ihre Wohnung, ihr Haus oder ihr Zimmer, mit den früher vertrauten Gegenständen, aussieht. Lenken Sie ihn ab, greifen Sie in anderes Thema auf und versuchen Sie ihn aus dieser Gedankenspirale zu befreien.

Beim unbeaufsichtigten Verlassen der Wohnung, des Hauses:

Merken Sie sich, was den Betroffenen emotional beschäftigt, welche Orte er aufsuchen möchte, worüber er spricht. Sollte er Ihnen doch einmal ausbüchsen und zu einem, ihn anziehenden Ziel in seinem Kopf hinlaufen, haben Sie eventuelle Anhaltspunkte, wo Sie ihn suchen oder wiederfinden können.

Scheuen Sie sich nicht davor im Notfall die Polizei einzuschalten und diese an der Suche zu beteiligen. Für einen Menschen mit Demenz können außerhalb des Wohnumfeldes viele Gefahren lauern, da er sich nicht auf Witterungsverhältnisse, den Straßenverkehr, Stolpermöglichkeiten, die Uhrzeit oder ähnliches bei der Suche konzentriert, sondern seinen inneren Intuitionen folgt.

Es ist immer sinnvoll, ein aktuelles Bild des Betroffenen parat zu haben, darauf zu achten, welche Kleidung er am jeweiligen Tag trägt um eine angemessene Beschreibung der zu suchenden Person abgeben zu können. Kleidung kann mit Etiketten innerhalb beschriftet werden, beispielsweise mit einer Telefonnummer, dem Namen oder einer Adresse.

So kann ich das Verlassen der Wohnung, des Hauses vermeiden:

  • Nutzen Sie die auf dem Markt befindlichen Hilfsmittel, wie Bewegungssensor-Matten, die ein akustisches Signal abgeben und unter einer Fußmatte oder als Fußmatte vor der Ein- Ausgangstüre liegen. Dadurch werden Sie auf den Versuch des Entfernens der Person hingewiesen.
  • Licht und Schatten haben bei Menschen mit Demenz ihren eigenen Effekt. Orte die gut ausgeleuchtet und hell sind, werden als attraktiv & interessant wahrgenommen. Bereiche die dunkel und weniger ausgeleuchtet sind, ziehen die Aufmerksamkeit weniger auf sich, Überlegen Sie ob es im Bereich der Ausgangstüre Möglichkeiten gibt, eine Lichtquelle zu entfernen und einen entgegengesetzen Bereich, von der Türe entfernt, anziehender zu gestalten & auszuleuchten um die Aufmerksamkeit von der Ausgangstüre zu entziehen. Eine dunkle Fußmatte wird, von Menschen mit Demenz im fortgeschrittenen Stadium, vor der Türe als grosses Loch wahrgenommen und kann zusätzlich verhindern, daß dieser Bereich betreten wird, da die Person dieses als Gefahr wahrnimmt und nicht begehen wird. Optisch angebrachte Querstreifen vor der Türe, die nicht betreten werden soll, können auch als visuelles Hindernis angebracht werden und werden von Betroffenen als solches wahrgenommen.
  • Garten und Balkon sollten für den Bedarfsfall abgesichert sein. Eine Balkon- oder Terrassentüre kann im unteren Bereich mit einer dunklen Folie beklebt werden und wird dadurch meist als Fenster wahrgenommen. Sichern Sie den Garten durch begrenzende Pflanzen oder einen Zaun. Gartenmöbel können so platziert sein, daß sie als zusätzliche Barriere dienen und nicht umgangen werden können. Ein Gartentor kann verschlossen werden oder durch einen Sonnenschirm oder eine Gartenbank davor nicht erkennbar gemacht werden.
  • GPS-Armbänder können über das Internet gekauft und mit einer eingesetzten SIM-Karte, die auch für Mobiltelefone genutzt wird, am Arm des Menschen mit Demenz angebracht werden. es gibt Magnetverschlüsse die nur mit einem Gegenstück geöffnet werden können. Diese verhindern ein selbständiges Abnehmen des Sensorbands. Auf Ihrem Mobiltelefon passend installieren Sie die entsprechende App zum Herstellerarmband, um im Notfall die Person nachverfolgen zu können.
  • Entfernen Sie Wohnungsschlüssel, Handtasche, Gehstock oder ähnliche Gegenstände, die die Person üblicherweise zum Verlassen der Wohnung mit sich führen würde, eine weitere Möglichkeit sein, ihn am Verlassen der Wohnung zu hindern.

 

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Pflegeunterstützungsgeld | Pflegezeitgesetz | Familienpflegezeitgesetz nutzen

  • Pflegezeitgesetz
  • Familienpflegegesetz
  • Pflegeunterstützungsgeld
  • Sonderregelung
  • Definition „naher Angehöriger“
  • Sozialversicherung

Pflegezeitgesetz nutzen:

Geregelt ist, dass Sie sich, unter bestimmten Vorraussetzungen, als Arbeitnehmer für einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten ganz oder teilweise von der Arbeit befreien lassen können. Dies darf nur der häuslichen Pflege eines nahestehenden Angehörigen dienen. In einer für Sie neuen, pflegerischen akuten Situation ist geregelt, dass Sie sich auch zeitnah 10 Tage von der Arbeit befreien lassen können. Im Rahmen dessen ist eine bessere Kombination von Beruf und Pflegesituation vereinbart. Die Leistung kann in jedem Unternehmen von mehr als 15 Mitarbeitern beantragt werden. Sie müssen dafür bei ihrem Arbeitgeber, 10 Tage vor dem geplanten Beginn einen schriftlichen, formlosen Antrag einreichen.

Familienpflegezeitgesetz nutzen:

Durch das Pflegezeitgesetz ( https://www.gesetze-im-internet.de/pflegezg/ ) ist gewährleistet, dass Sie sich als pflegender Angehöriger bis zu 6 Monate, ganz oder teilweise von der Arbeit befreien lassen können um die Pflegezeit nutzen können. Sie haben hierdurch auch die Möglichkeit bis zu zwei Jahre in Teilzeit zu arbeiten, wenn Sie selbst die Pflege übernehmen. Das Pflegezeitgesetz und das Familienpflegegesetz sind ineinander verankert und lassen sich bis zu 24 Monate kombinieren. Diese können nacheinander in Anspruch genommen werden, dürfen jedoch nicht länger als 24 Monate andauern. Diese Leistung ist in Unternehmen mit mehr als 25 Mitarbeiter beantragbar. Nach Bewilligung können Sie über einen Zeitraum von 24 Monaten, Ihre wöchentliche Arbeitszeit um 15 Stunden reduzieren, um die Pflege eines nahestehenden Angehörigen zu gewährleisten. Eine zusätzliche Absicherung Ihres Lebensunterhalts kann durch ein zinsfreies Darlehen über den Bund beantragt werden. Ein Anspruch auf Lohnfortzahlung von Seiten des Arbeitgebers besteht in diesem Zeitraum nicht! Ihre notwendige Teilzeitarbeit müssen Sie 8 Wochen vor deren Beginn beim Arbeitgeber anmelden.

Pflegeunterstützungsgeld:

Diese Lohnersatzleistung der Pflegekasse, genannt Pflegeunterstützungsgeld, dient in einem Rahmen von 10 Tagen dazu, sich um die akute Situation eines pflegebedürftig gewordenen Angehörigen zu kümmern. Zeit, die bezahlt, für das Antragswesen, die Organisation, Telefonate mit Kassen, Behörden, Ärzten oder Sanitätshäuser aufgebracht werden muss.

Das Pflegeunterstützungsgeld wird in einer Höhe von bis zu 90% Ihres Monats-Nettolohns als Lohnersatzzahlung bewilligt. Diese Leistung müssen Sie selbst bei der Pflegekasse des zu pflegenden Angehörigen beantragen.

Sonderregelung:

Kümmern Sie als Arbeitnehmer um die Sterbesituation Ihres Angehörigen, in einer aussichtslosen, präfinalen Pflegesituation, können Sie, nach dem Pflegezeitgesetz, bis zu 3 Monate von der Arbeit freigestellt werden. Der Anspruch besteht, laut Bundesgesundheitsministerium auch, wenn der zu pflegende Angehörige in einem Hospiz versorgt und gepflegt wird.

Definition „naher Angehöriger“:

Geregelt ist nicht nur, dass Kinder ihre Eltern pflegen, sondern auch Eltern ihre Kinder, Geschwister, Schwiegereltern, Schwager oder Schwägerin. Bei gleichgeschlechtlichen Partnern muss eine Beziehung von einem Jahr bestehen.

Sozialversicherungspflicht:

Zur sozialen Absicherung während dieser Zeiten, hat der Gesetzgeber folgende Regelung getroffen. Die Pflegeversicherung des pflegebedürftigen bezahlt für diesen Zeitraum die Zuschüsse & Beiträge zur Sozialversicherung des Pflegenden, weiterhin gibt es im Familienpflegegesetz Regelungen, die Arbeitslosen- und Rentenbeiträge betreffend, dieses können Sie bei Bedarf im Detail unter folgendem Link nachlesen:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/gesetze/gesetz-zur-besseren-vereinbarkeit-von-familie–pflege-und-beruf-/78226

 

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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis