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Demenz & Schmerz | Ursache für Unruhe durch BESD erkennen

Im folgenden Artikel erklären wir Ihnen, wie Sie beim Menschen mit Demenz eine eventuelle Schmerz Erkennung anhand einer BESD-Skala durchführen.

Warum reagieren Menschen mit Demenz oft abweisend, aggressiv und zeigen ein herausforderndes Verhalten? Kann dies nicht auch an anderen Ursachen, außer der veränderten Wahrnehmung bedingt durch den Krankheitsverlauf der Demenz liegen, den wir nicht verstehen? Sehen wir den Menschen mit seinen Wünschen & Bedürfnissen überhaupt? Nehmen wir seine Gefühle und Bedürfnisse überhaupt als Außenstehender wahr und erkennen seine, oft nicht artikulierbaren Probleme richtig?

Wenn die Fähigkeit durch die Demenz Erkrankung nicht mehr gegeben ist, Gefühle, Ängste und auch Probleme in Worte zu fassen, sind wir als Bezugspersonen gefragt, diese durch unsere Beobachtungen zu deuten und auf diese einzugehen.

Demenz Schmerz BESD


  • Ursachen von Schmerzen bei Menschen mit Demenz
  • Zeichen von Schmerzen bei Menschen mit Demenz
  • Möglichkeiten der Beobachtung bei Verdacht auf Schmerzen
  • Was bedeutet Schmerzeinschätzung durch BESD?
  • Kriterien einer Schmerzeinschätzung mit einer BESD Skala
  • Anwendung einer BESD Skala

Ursache von Schmerzen bei Menschen mit Demenz


Oft ist die Ursache des abweisenden Verhaltens für den Mensch mit Demenz nicht in Worte zu fassen und liegt unter anderem daran, daß die Person sich nicht wohl fühlt, ihr etwas weh tut, was wir nicht erkennen. Fatal sind Reaktionen unsererseits, diese Abwehr, oft in Form von Unruhe, durch Medikamente zu unterdrücken. Vielfach kommen Sedativa (Beruhigungsmittel in Medikamentenform) oder Psychopharmaka zum Einsatz, da wir uns nicht zu helfen wissen oder schlicht mit dem Verhalten des Menschen mit Demenz überfordert sind.

In diesem Beitrag soll es um die Problematik des Schmerzes, welcher oft nicht mehr klar geäußert werden kann, gehen. Wie kann ich bei einem Menschen mit Demenz und dessen reduzierten oder gar nicht mehr vorhandenen Wortschatz eruieren, ob seine Abwehrhaltung nur durch einen Schmerzzustand hervorgerufen wird, welchen wir nicht erkennen? Ein Mensch ohne Demenz ist in der Lage diesen anhand von Schmerzlinealen oder einem Schmerztagebuch zu erfassen, mit welchem ein behandelnder Arzt in der Lage ist, eine angemessene Diagnose durch Untersuchungen und anschliessender Behandlung & Medikation zu stellen.


Beispiele für Schmerz Problematiken bei Menschen mit Demenz


Verweigert er die Mahlzeiteneinnahme aus Gründen von Schmerzen die im Mundbereich auftreten und kann diese nur nicht äußern. Das Problem ist offensichtlich und jeder von uns kann sich in diese Lage versetzen, wenn wir beispielsweise unter Zahnschmerzen leiden, tun wir uns auch mit dem Essen schwer. Wir sind jedoch in der Lage darauf zu regieren, uns zwingt niemand zum Essen, sondern wir planen einen Besuch beim Zahnarzt. 

Ein weiteres Beispiel für einen nicht artikulierbaren Schmerzzustand, der unsere Beobachtungsgabe erfordert wäre, der Versuch mit einem Menschen mit Demenz spazieren zu gehen, vielleicht mit Unterstützung durch einen Rollator.

Wir haben einen Plan, der Mensch mit Demenz weiß davon bisher nichts, wir haben eine Erwartungshaltung, dieser soll er gerecht werden. Haben wir uns überlegt, welche Strecke er schaffen kann, ob er zu dieser Uhrzeit leistungsfähig ist, besteht eine eventuelle Schmerzmedikation, hat er diese bereits eingenommen und hatte das Medikament auch Zeit seine Wirkung zu entfalten? Habe ich mich rückversichert und seine Mimik und Gestik berücksichtigt, auf den Vorschlag mit ihm spazieren zu gehen? Kann ich diese für oder gegen den Vorschlag deuten?

Starte ich die Aktion ohne gewisse Dinge vorab zu überdenken und zu prüfen, kann dieses Vorhaben auch nach hinten losgehen. Er weigert sich, wird ablehnend oder aggressiv, schafft die vorgegeben Strecke nicht, leidet unter Schmerzen und bricht eventuell zusammen. Wir haben die Situation schlicht schlecht eingeschätzt und ihn überfordert, sein Schmerzzustand wurde nicht richtig gedeutet oder ignoriert und seine Fähigkeiten überschätzt. Auch eine Mensch mit Demenz steht nicht unter ständiger Beobachtung von uns, es kann in unserer Abwesenheit zu einer Verletzung beispielsweise durch einen leichten oder schwereren Sturz gekommen sein. Diesen kann und wird er uns nicht angemessen mitteilen können. Deswegen gibt uns die Mimik und Gestik unter anderem Informationen um zu lesen, wie es dem Menschen geht, wenn die Sprache uns nicht mehr ausreichend Informationen über seinen Gefühlszustand geben kann.

Demenz Schmerz BESD


Möglichkeiten der Beobachtung bei Schmerz Verdacht


Was habe ich also für Möglichkeiten bei einem, im Wesen, durch die Demenz Erkrankung veränderten Menschen, herauszufinden, weswegen er sich aggressiv oder abweisend zeigt?

Ich kann durch genaue Beobachtung feststellen, wie seine Reaktion auf eine Berührung oder Bewegung ist, wenn ich mit ihm auf pflegerischer Ebene arbeite.

Wie ist seine Mimik? Setzt die Person seine Hände oder Beine ein, um eine Aktion unsererseits abzuwehren, da er sich verbal nicht adäquat äußern kann? Nimmt er kontinuierlich eine Schonhaltung ein, die jetzt beobachtet werden kann und vorher nicht eingenommen wurde.

Oft besteht auch die Möglichkeit einen Schmerzzustand durch die Atmung zu beobachten, wenn diese nicht gleichmäßig und ruhig, sondern bei beispielsweise einer Bewegung hektisch und beschleunigt ist, sich anschliessend durch eine eingenommene Schonhaltung oder Gegenbewegung wieder normalisiert. Sie sehen es ist eine Menge Grundverständnis erforderlich um einen Menschen mit Demenz zu verstehen, es würde nichts bringen die Probleme medikamentös zu unterdrücken, das Problem des Schmerzes würde weiter bestehen bleiben.


Was bedeutet Schmerzerkennung nach BESD?

Es gibt in der Pflege ein Instrument, die Schmerzeinschätzung nach BESD, welche dazu entwickelt wurde, den Schmerz bei einem Menschen mit Demenz zu eruieren. Diese dient als Basis für den behandelnden Arzt um eine Ursache herauszufinden und eine sinnvolle Behandlung durchführen zu können. Jedoch ist unsere Beobachtungsgabe des Betroffenen gefragt. Wir sind diejenigen die den Menschen mit Demenz als Pflegende täglich sehen und wahrnehmen. Der Arzt sieht diesen nur seltenst und kann mit unserer Dokumentation und Beobachtung, durch eine professionelle Schmerzeinschätzung nach BESD, individuell auf die Person eingehen und reagieren, um ihm zeitnah zu helfen.


Nach welchen Kriterien erfolgt eine Schmerzeinschätzung nach BESD?

Diese ist eine Skala zur Beurteilung von Schmerzen bei Demenz basierend auf der Beobachtung folgender Faktoren:

  • Atmung
  • Negative Lautäußerungen
  • Körper- und Schonhaltung
  • Mimik & Gestik
  • Reaktion auf Trost

Anwendung der BESD Skala in der Praxis

Entsprechend unserer Einschätzung & Beobachtung legen wir eine Beobachtungszeitpunkt fest.

Anhand der Skala, es gibt unterschiedliche Modelle, welche jedoch einen ähnlichen Aufbau zeigen und kostenlos im Internet zu finden sind, vergeben wir Punkte. Eine Legende für die Vergabe der Punkte befindet sich zur Orientierung bei den meisten Skalen ganz unten aufgelistet und dient uns als Hilfestellung.

Beispielsweise ist 0 Punkte keine Veränderung oder Reaktion des Menschen mit Demenz. 10 Punkte werden bei einer deutlich sichtbaren Aktion des Menschen mit Demenz, bezogen auf die in diesem Bereich abgefragte Reaktion, vergeben. Dazwischen liegende Punkte, dienen einen mittelgradigen Einschätzung, die immer unsere subjektive Einschätzung darstellt.

Die festgestellten Punkte werden abschließend zusammengezählt und sind anhand der jeweiligen Einschätzungsskala auszuwerten und das Ergebnis kann so, bei bestehender Notwenigkeit, dem Arzt als Orientierungshilfe Ihrer Beobachtung zur anschließenden Behandlung vorgelegt werden.

Man muss sich immer bewußt sein, daß eine vom Betroffenen gezeigte Reaktion, oft nicht persönlich zu nehmen ist, sondern eine den Umständen entsprechende, überhaupt mögliche Reaktion darstellt, die oft aus einer Hilflosigkeit heraus entsteht, sich nicht verbal artikulieren zu können.

Demenz Schmerz BESD

Greifen Sie niemals sofort zu ruhigstellenden Medikamenten, wenn ein Mensch mit Demenz vermehrt unruhig ist. Auch hier gilt das Prinzip des Ausschlußverfahrens. Setzen Sie sich intensiv mit Ihrem zu pflegenden Angehörigen, Bewohner oder Patient auseinander. Versuchen Sie seine Wünsche, Ängste, Probleme & Sorgen oder gezeigte Symptome zu sehen und deuten. Ihre Beobachtungsgabe ist gefragt. Seien Sie sich seinen fehlenden Artikulationsmöglichkeiten bewußt. Bleiben Sie ruhig nehmen Sie ihn ernst und unterstützen Sie ihn.


Vorbereitung MDK Termin Pflegebegutachtung

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Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

 

 

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Tipps & Gefahren | Fernsehen bei Menschen mit Demenz

In Bezug auf Fernsehen muss bei einem Menschen mit Demenz bedacht werden, daß eine oft bereits ausgeprägte Wesensveränderung vorliegt. Er ist aufgrund seiner krankheitsbedingt, veränderten Wahrnehmung, im fortgeschrittenen Stadium, meist nicht mehr in der Lage zwischen tatsächlicher Realität und Fiktion oder Darstellung eines Films zu unterscheiden.

Hinzu kommt, daß bei den meisten ausgestrahlten Fernsehsendungen im Privatfernsehen, diverse Werbeblöcke zur Unterbrechung der eigentlichen Sendung kommen, welche die Konzentration beeinträchtigen und das Kurzzeitgedächtnis nicht in der Lage ist, nach diversen Minuten Werbung, den Kontext der unterbrochenen Sendung aufzugreifen, zu verstehen und einen fortlaufenden Sinn und Zusammenhang herzustellen. es führt zu kognitiver, geistiger Überforderung.

Ein Mehrwert, durch die Beschäftigung des Fernsehens, ist oft nicht mehr gegeben. 

Tipps Gefahren Fernsehen Demenz

Tipps zum Thema Fernsehen bei Demenz


  • Programmauswahl
  • Berücksichtigen der Biographie
  • Länge der Fernsehunterhaltung
  • Beobachten des Menschen mit Demenz
  • Aufarbeiten des Gesehenen im Gespräch
  • Gefahren der zusätzlichen Verwirrtheit durch Fernsehen

Die Auswahl von Sendungen für Menschen mit Demenz


Suchen Sie wenn möglich gezielt vorab im Programm, ähnlich wie bei Kindern, Sendeformate heraus, die geistig verarbeitet werden können. Ruhige Formate wie Dokumentationen, Tiersendungen oder Musiksendungen bieten sich an. Greifen Sie, wenn möglich auf Sender zurück, welche ohne Werbeunterbrechungen ausstrahlen. Die Gedanken schweifen dadurch nicht unnötig ab, die betroffene Person mit Demenz, hat die Möglichkeit beim Thema zu bleiben und den Inhalt noch eher zu begreifen.

Berücksichtigen der biographischen Interessen des Menschen mit Demenz


Wer sich in seinem bisherigen Leben gerne mit Themen wie kochen, handarbeiten oder Tieren beschäftigt hat, wird einer Sendung zu diesen Bereichen interessiert folgen. Überdenken Sie, aufgrund der vorhandenen Personenkenntnis Ihres Angehörigen mit Demenz, was ihn interessieren könnte und suchen Sie das Programm darauf bezogen für ihn aus.

Themen die einen im Leben nicht interessiert haben, werden sicher weniger interessiert aufgenommen, langweilen und stellen keinen Mehrwert oder einen erfolgreiche Unterhaltung für den Menschen mit Demenz oder auch einen nicht betroffenen Menschen dar.

Musiksendungen bieten eine sinnvolle Unterhaltung, gerade wenn Lieder aus der Vergangenheit gesungen werden, die dem Menschen mit Demenz aus der Vergangenheit bekannt sind schöne Erinnerungen hervor rufen. Beginnen Sie, gerne auch während der Sendung, gemeinsam die Lieder mit zu summen oder zu singen, animieren Sie den Menschen mit Demenz zum mitmachen, erzeugen Sie eine ansprechende Stimmung. Vergessen Sie nicht, daß Sie den Betroffenen primär über die Emotionsebene erreichen!

Auswahl der Sendungslänge beim Fernsehen mit einem Menschen mit Demenz

Überfordern Sie die Person nicht durch zu lange Sendeformate.

Oft kann diesen gar nicht mehr gefolgt werden, gehen Sie nicht nur von sich selbst aus. Orientieren Sie sich bei dieser Art der Beschäftigung an den Tagesphasen, in denen Ihr Angehöriger am wachsten und aufmerksamsten ist. Wenn der Tag dem Ende entgegen geht, leidet auch die Aufmerksamkeit und die Müdigkeit überwiegt, überfordern Sie den Menschen mit Demenz nicht. Geben Sie die Zeit für die Beschäftigung gezielt vor.

Beobachten Sie den Menschen mit Demenz beim Fernsehen

Tipps Gefahren Fernsehen Demenz

Gerade in Zeiten, wie diesen, in denen fast auf jedem Sender Kriegsberichterstattungen, aus gegebenem Anlass, übertragen werden, können diese Erinnerungen an die eigenen Kriegserlebnisse hervorrufen, verängstigen und verwirren. Denken Sie an Ihre Fürsorgepflicht dem Menschen mit Demenz gegenüber.

Schaffen Sie nicht unnötig Angst, Desorientiertheit und Situationen die zu massiver innerer Unruhe und Unverständnis führen. Diese müssen Sie selbst anschliessend wieder in den Griff bekommen, durch verständliche Erklärung, Beruhigung und unter Einsatz von viel Kraft & Energie, die Sie besser für die Pflege Ihres Angehörigen benötigen. 

Beobachten Sie den Gesichtsausdruck, die Mimik, Ihres Gegenübers. Lassen Sie ihn nicht alleine fernsehen, um notfalls eingreifen bzw. abschalten zu können, wenn Angst und Unsicherheit auftritt. Achten Sie auf die Körperhaltung, wie wirkt die Person mit Demenz? Zieht sie sich innerlich zurück, können Sie hervorgerufene Emotionen erkennen? Wird der Mensch mit Demenz unruhig, kann er sich in dieser Situation nicht selbständig helfen, seine Gefühle nicht artikulieren? Situationen in denen ihr Eingreifen erforderlich ist. Sehen Sie Parallelen zu Kindern? Genau, 

darauf wollen wir hinaus. Ein Kind, ist in jungen Jahren, auch nicht in der Lage Sendeformate mit Inhalten, die nicht dem Alter entsprechend sind zu verwerten, zu begreifen und zu verarbeiten. Ihre Pflicht ist es, Unterhaltung in Form von fernsehen zu begleiten, sinnvolle Formate und die Sendelänge zu steuern.

Aufarbeiten des Gesehenen im Anschluss

Planen Sie, wenn Sie vorhaben Ihren betroffenen Angehörigen, mit Fernsehunterhaltung zu begleiten, Zeit für ein anschliessendes Gespräch zur Aufarbeitung des Gesehenen mit ein.

Menschen mit Demenz benötigen, nachdem Eindrücke auf sie eingewirkt haben, mehr Zeit um diese zu verarbeiten.

Nehmen Sie sich Zeit für die Aufarbeitung, Zeit für Erklärungen und Fragen. Dies dient auch Ihrer weiteren Auswahl in Form von Fernsehangeboten. Gehen Sie auf die gesehenen Inhalte ein, reflektieren Sie diese gemeinsam. Lassen Sie sich rückversichern, wie es für den Menschen mit Demenz war, fernzusehen. Fragen Sie nach seinen Emotionen. Fragen Sie ihn ob er das Gesehene als schön empfunden hat. Greifen Sie Passagen der Sendung auf, sprechen Sie über das Gesehene. Gehen Sie auf die Eindrücke, die Ihnen mitgeteilt werden ein und bestätigen Sie die Person mit Demenz in ihrer Wahrnehmung.

Gefahren von Fernsehen bei Menschen mit Demenz

Verwirrtheitszustände, die zusätzlich zum bestehenden Krankheitsbild hervor gerufen werden sind vermeidbar. Schaffen Sie eine demenzentsprechende Atmosphäre. Greifen Sie noch bestehende Interessen auf, fördern Sie diese gezielt und wirken einem weiteren Gedächtnisabbau bewusst entgegen. schaffen Sie positive Momente für den Menschen mit Demenz, entsprechend seiner noch vorhanden Fähigkeiten. Sie können auf den Krankheitsverlauf dadurch bedingt einwirken. Geben Sie die nötige Sicherheit die diese Personen benötigen, auch in Form von beschäftigungsangeboten und vermeiden Sie kognitive, geistige Überforderung, Angst, Unverständnis und weitere Desorientiertheit.

Rückzug, eine reduzierte Gesprächsteilnahme lassen sich vermeiden, wenn der Mensch mit Demenz Unterstützung, Verständnis und eine bedarfsgerechte Atmosphäre erlebt. 

Seien Sie sich über Ihre Steuerungs- und Beeinflussungsmöglichkeiten des Menschen mit Demenz im Klaren.


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Ihr Team

Deutsche Pflegeberatung Matheis


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Demenz – die Veränderung für Kinder verständlich erklären

In diesem Beitrag gehen wir auf das Thema Demenz für Kinder verständlich erklären ein. Die Demenz Erkrankung ist nicht nur für den Betroffenen eine Veränderung, sondern auch für die Familie, Angehörige und Kinder nehmen die Wesensveränderung natürlich auf ihre Art wahr.

Demenz Kinder verständlich erklären

Kinder sind sehr sensibel und emotional feinfühlig und nehmen Veränderungen durch ihre Art zu beobachten bewußt wahr. Sie merken wenn gewohnte Dinge, Rituale oder Eigenarten von Personen sich verändern und diese nicht in ihr gewohntes Schema passen, Einschätzungen zu treffen. Fragen tauchen auf. Eine Herausforderung für die Eltern, die Kinder mit Antworten zufrieden zu stellen. Soll ich die Kinder außen vor lassen und sie schonen? Können sie das überhaupt schon begreifen und verarbeiten? Mache ich ihnen mit den Informationen Angst und verunsicherte sie zusätzlich?


Empfehlungen für Eltern, Demenz für Kinder verständlich zu erklären


Für eine demenzfreundliche Gesellschaft sollten auch bereits die Kleinsten darauf vorbereitet sein, weswegen krankheitsbedingte Veränderungen im Alter auftreten. Es ist langfristig nicht sinnvoll, sich mit Ausreden „über Wasser“ zu halten. Kinder sind wie gesagt sehr sensibel, Notlügen, Ausreden oder Falschaussagen sind schnell enttarnbar. Man macht sich selbst unglaubwürdig, angreifbar und beginnt schon in jungen Jahren ein Vertrauensverhältnis kaputt zu machen.

Aufklärung schafft auch in diesem Punkt Transparenz und verhindert beispielsweise eine Ablehnung des Besuchs bei den Großeltern. Da Kinder bewußt die Wesensveränderung des Menschen mit Demenz auf ihre Art wahrnehmen, reagieren sie womöglich aus Angst mit der Situation nicht umgehen zu können, ablehnend. Dies kann durch ein kindgerechtes Erklären der Situation verhindert werden.

Nehmen sie gestellte Fragen des Kindes, bezogen auf die jetzt auftretenden Eigenheiten des von Demenz Betroffenen ernst. Greifen Sie die Fragen des Kindes auf, suchen Sie einen ruhigen Moment um die Fragen zu beantworten. Nutzen Sie einfache, verständliche Worte und bilden Sie kurze Sätze. Halten Sie Blickkontakt zum Kind um festzustellen, ob es begreift und versteht. Schildern Sie die Veränderung auch aus Ihrem Blickwinkel, erklären Sie Ihre Emotionen, die durch die neue Situation entstehen.

Wenn Sie selbst einen Teil der Pflege des Angehörigen mit Demenz übernehmen, können Sie während der Pflegesituation gezielt auf Beispiele eingehen. Dies verdeutlicht dem Kind, welches nun bereits Vorabinformationen zu dem Thema erhalten hat, wie das Erklärte in der Praxis aussieht und sich gestaltet. Durch Beobachten begreift das Kind, es verdeutlicht zusätzlich, was es theoretisch bereits weiß.

Halten Sie sich mit zu vielen Fakten und Fachbegriffen zurück. Überfordern Sie das Kind nicht. Nutzen Sie die Emotionsebene um das Gespräch zu führen. Die Sachebene ist oft noch zu komplex. Greifen Sie die Ängste des Kindes auf. Beruhigen Sie die Situation indem Sie auf Probleme und Sorgen eingehen.

So entsteht ein gemeinsames Verständnis für eine neue, veränderte Situation. Der Mensch mit Demenz profitiert von diesem neu geschaffenen Verständnis genauso wie Ihr Kind. Die Sensibilität und Gefühlsebene bei Menschen mit Demenz ist nicht oder nur minimal eingeschränkt. Die Person wird sich freuen, das Kind zu sehen, es bringt frischen Wind in den Alltag, Sie schaffen dadurch positive Momente und Freude, wenn das Kind nun mit dem Neuerfahrenen besser umgehen kann. Besuche bei den Großeltern oder einem Großelternteil sind kein Grund zur Angst mehr, können eingeordnet und sogar jetzt spannend sein. Das Kind kann eine neue Situation jetzt selbst einschätzen, bewerten und hat erfahren, daß es mit Ihrer Unterstützung & Aufklärung eine vertrauensvolle Person an seiner Seite hat.

Im Internet und im lokalen Buchhandel gibt es mittlerweile tolle, kindgerechte Bücher, die sich mit dem Thema „Demenz für Kinder verständlich erklärt“ beschäftigen. Ziehen Sie auch diese Möglichkeit der Aufklärung für Ihr Kind in Erwägung.

Fazit:

Wie erkläre ich Demenz einfach & verständlich für Kinder?

Seien Sie ehrlich, suchen Sie ein offenes Gespräch, verzichten Sie auf Fachbegriffe. Nehmen Sie Gefühle und Sorgen des Kindes ernst. Beschönigen Sie nichts und nutzen Sie keine Notlügen oder Falschaussagen. Kindern enttarnen diese schnell, sie sind sehr einfühlsam und sensibel.

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Biographie-Arbeit & Demenz | Essentiell für die Versorgung

Biografiearbeit als A & O – die Basis des Verstehens bei Menschen mit Demenz


Gerade wenn Symptome der Demenz auftreten, die Diagnose gestellt wurde, der Verlauf noch unklar ist, stellt eine adäquate Biographie Arbeit die Basis, um die Wesensveränderungen & Reaktionen zu verstehen und in Form der Validation zu verarbeiten. Betroffene fordern uns mit ihren, oft unverständlichen, Antworten und Reaktion im Pflegealltag heraus. Wir fragen uns als Pflegende, weswegen eine ablehnende Reaktion, ein Nichtzustandekommen oder ein klares Nein auf ein Angebot von uns folgt. Einen Menschen mit Demenz zu verstehen, fordert von uns als erstes, ihn zu kennen. Seine Lebensumstände erfahren zu haben, seine Eigenheiten und Gewohnheiten zu kennen. Je besser wir über sein bisheriges Leben Bescheid wissen, desto leichter fällt es uns, Situationen einzuordnen, ihn zu verstehen und seine Entscheidungen zu respektieren.

Die biografische Arbeit mit einem Menschen mit Demenz, gibt auch ihm eine Hilfestellung zur Selbstidentifikation, sie unterstützt ihn und den Prozeß des Vergessens. Sie schafft Nähe, Vertrautheit und gibt Sicherheit, jemanden fragen zu können, wenn er es selbst vergessen hat, die Informationen nicht mehr abrufbar sind.

Gerade im Bereich der Biografie Arbeit ist es wichtig zu verstehen, daß wertschätzend und einfühlsam kommuniziert wird. Wir reagieren oft genervt, wenn die betroffene Person uns fortlaufend immer das Gleiche erzählt. Was ist die Ursache für die kontinuierlichen Wiederholungen? Die Antwort ist simpel, es handelt sich um etwas , daß die Person emotional bewegt, um das die Gedanken kreisen. Unsere Aufgabe ist es, ihn in dieser Situation abzuholen und zu unterstützen, ihm Hilfestellung zu geben. Dies erfordert Kenntnisse die Biografie betreffend und muss bei der Kommunikation & der Validation bei Menschen mit Demenz einfliessen.


Demenz Symptome Verlauf Diagnose Validation


Wie komme ich an wesentliche Informationen die Biografie betreffend?


Als Angehöriger, der den Menschen mit Demenz bereits seit langem kennt, ist dies deutlich einfacher. Pflegekräfte sind auf Informationen für ihre Arbeit angewiesen. Viele Einrichtungen befragen die Angehörigen und erstellen gemeinsam eine Biografie, welche als Hilfestellung herangezogen werden kann. Fotoalben sind eine weitere Möglichkeit, Informationen über die verschiedenen Lebensabschnitte und Ereignisse in einem Leben rückblickend zu gewinnen. Im Anfangsstadium der Erkrankung kann der Betroffene selbst noch viele, kostbare Informationen preisgeben, unsere Aufgabe ist es uns Zeit zu nehmen, ihm Gehör und Aufmerksamkeit zu schenken. All diese gesammelten Informationen sind wertvoll für die spätere Arbeit mit dem Menschen mit Demenz. Sie können ihm helfen sich selbst noch zu erkennen, schaffen positive Erlebnisse im gemeinsamen Gespräch und geben uns die Grundlage des Verstehens der Person.

Demenz Symptome Verlauf Diagnose Validation


Anwendung der Biographie Kenntnisse


Wenn wir von einer geistigen Rückentwicklung vom jetzt zurück in die Kindheit, aufgrund des Krankheitsverlaufs ausgehen, hilft uns Biografie Arbeit dabei zu verstehen, welche Geschichten aus welchem Bereich des bisherigen Lebens uns erzählt werden & wo sich der Mensch mit Demenz gerade geistig befindet. Es bringt uns nicht weiter, den Betroffenen zeitlich zu korrigieren, wenn er über ein längst vergangenes Thema spricht und dies in seiner Welt die aktuelle Realität darstellt. Begleiten und unterstützen Sie ihn, durch Ihre Biografie Kenntnisse, dort wo er sich gerade in seinem Lebensabschnitt befindet. Geben Sie ihm Sicherheit durch Ihr Wissen, greifen Sie ihn Bewegendes auf und ergänzen und bestätigen Sie das Gesagte. Ein verständnisvoller, wertschätzender Umgang und eine einfühlsame Kommunikation helfen Ihnen und dem Menschen mit Demenz in seiner Orientierungslosigkeit weiter.

 

„Die persönliche Biografie umfaßt alle Erlebnisse und Erfahrungen des Menschen. Auch wenn es sich wie ein Einschnitt in die Privatsphäre anhört, ist es für pflegende Angehörige wichtig, zu wissen, wer die Person ist & wo er sich gerade geistig befindet, um sich angemessen um ihn zu kümmern. Sie können dann seine Handlungen & Reaktionen leichter verstehen und entsprechend reagieren.“


Biografie Demenz Validation

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Demenz und Autofahren | Die besten Tipps

Wir erklären Ihnen in diesem Artikel alles zum Thema Demenz & Autofahren sowie Fahrtüchtigkeit.

Sie merken, bei Ihrem Angehörigen, dass diese Punkte leider zutreffen oder die Unsicherheit im Straßenverkehr zunimmt?

Wie gehe ich mit dem Verlustgefühl für seine Unabhängigkeit um?

Keine Einsicht bei Fahruntauglichkeit?

Wer ist im Schadensfall haftbar?

Kann ich die Fahrtauglichkeit prüfen lassen?


Warnzeichen für eine eventuell bestehende Fahruntüchtigkeit bei Menschen mit Demenz:

  • Die Orientierung fehlt?
  • Zu langsame Fahrweise?
  • Unentschlossenheit an Kreuzungen?
  • Verfahren auf gewohnten Strecken?
Demenz Autofahren

Die Freiheit & Unabhängigkeit:

Viele Fragen, die sich durch diese neue Diagnose Demenz für Angehörige ergeben. Wir sehen die nachlassende Verantwortung des Betroffenen bei der Autofahrt, fühlen uns mitverantwortlich und suchen nach einer Lösung dies zu ändern. Selbstverständlich ist uns bewußt, wie wichtig vielen ihre Radiuserweiterung mit dem PKW ist und dass das benutzen des Fahrzeugs etwas mit Unabhängigkeit und Freiheit zu tun hat. Ein Fahrzeug ist oft notwendig um noch an Aktivitäten teilnehmen zu können, Einkäufe zu erledigen oder Freunde / Angehörige zu besuchen. Eine Einschränkung dessen ist das Resultat, oft verbunden mit Frustration beider Parteien, Streit, Ärger und anstrengenden, zu nichts führenden Diskussionen. Bedenken Sie, eine sachliche Auseinandersetzung ist mit der Diagnose Demenz nicht mehr oder in nur sehr geringem Maß möglich.

Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit beim Autofahren durch die Demenz:


Am Anfang der Demenzerkrankung wird den Betroffenen, laut Studien, noch eine hohe, kaum reduzierte Fahrkompetenz zugesprochen. In diesem Stadium ist die Erlaubnis zum Führen eines Kraftfahrzeugs noch gegeben. Schreitet die Erkrankung fort, lässt auch die geistige, kognitive Leistung nach. Davon betroffen sind Orientierung, Reaktionsfähigkeit, Wahrnehmung & Konzentration.

Oft ist diese nachlassende Fahrtüchtigkeit nicht sofort zu erkennen, sie wird durch demenztypische Floskeln kaschiert, um eine gesellschaftslich akzeptabele Fassade zu wahren. Dies liegt primär am unterschiedlichen Verlauf der Erkrankung, die natürlich bei jedem Betroffenen individuell ist. Meiden Sie bei diesen, beginnenden Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit unbedingt Fahrten zu Berufsverkehrzeiten, Dunkelheit, auftretender Müdigkeit oder schlechten Witterungsverhältnissen, wie Eis, Schnee & Glätte!

Überprüfen der Fahrtauglichkeit bei Menschen mit Demenz:

Es gibt die Möglichkeit, über beispielsweise den ADAC, an einem Fahr-Fitness-Check teilzunehmen. In Form eines Fahrsicherheitstrainings für Autofahrer im fortgeschrittenen Alter. Bestehen Sie, bei auftretenden kognitiven Einschränkungen, auf einen solchen Test, um nicht nur andere Personen zu schützen, sondern primär ihren betroffenen Angehörigen. Bei einer Demenzform, der frontotemporalen Demenz, neigen die Betroffenen zu einem unkontrolliert schnellen Fahrstil, dieser ist oft aggrssiv und offensiv. Beispielsweise werden rote Ampeln ignoriert, die Geschwindigkeitsbegrenzungen werden nicht mehr erkannt.

Wie gehe ich als Angehöriger damit um?

Sie sollten dem Thema Raum geben und es in einem ruhigen Moment, vorwurfsfrei, sensibel und verständnisvoll aufgreifen, damit der Betroffene nicht in die Verteidigungsposition gerät.Versuchen Sie auf alternative Möglichkeiten einzugehen, Taxifahrten, sich chauffieren lassen oder auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurück zugreifen.

Uneinsichtigkeit der Fahrtüchtigkeit bei Menschen trotz Demenz Diagnose:

Menschen mit Demenz reagieren auf visuelle Reize. Die ersten Schritte die Sie unternehmen können:

  • Autoschlüssel verstecken
  • Fahrzeug ausser Sichtweite parken, Zugangsbarrieren schaffen
  • Batterie abklemmen
  • Ausreden erfinden; das KFZ wird vom Sohn gebraucht oder es befindet sich in der Werkstatt
Demenz Autofahren

Seien Sie nicht frustriert und nehmen Sie negative Äußerungen vor allem nicht persönlich! Zeigen Sie Möglichkeiten auf, die notwendige Mobilität anderweitig aufrecht zu erhalten. Sprechen Sie Mut zu. Versuchen Sie das Thema zu wechseln, Ablenkung funktioniert bei Menschen mit Demenz, da sie schnell wieder vergessen, worüber eben noch diskutiert oder gestritten wurde, nutzen Sie die emotionale Ebene für Ihre Kommunikation, diese bleibt lange erhalten.

Eine amtliche Überprüfung der Fahrtauglichkeit bei Demenz Diagnose:

Sie haben die Möglichkeit bei Ihrer Stadt eine Überprüfung der Verkehrtauglichkeit Ihres Betroffenen anzumelden. Eine Behörde ist verpflichtet solchen Hinweisen nachzugehen. Als Basis für die Beurteilung dient ein medizinisch-psychologischer Test der TÜV-Stelle, die MPU. Bei diesem Test werden unter anderem Reaktionsfähigkeit & Konzentrationsfähigkeit überprüft.

Wichtig: Ist diese Prüfung amtlich angeordnet entstehen Ihnen keine Kosten!

Autoahren trotz fehlender Fahrtüchtigkeit bei Demenz:

Wird trotz einer vorliegenden Demenzdiagnose das Fahrzeug bewegt, gilt durch die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, die Aufhebung der Schweigepflicht für den Arzt. Dieser ist verpflichtet die zuständige Behörde zu verständigen.

Haftbarkeit des Angehörigen:

Im, durch den Menschen mit Demenz, zustande gekommenen Schaden reguliert die KFZ-Versicherung zuerst den Schaden, welcher Dritten zugeführt wurde. Diese ist, bei vorliegender Demenz Diagnose des Schadenverursachers, in der Position sich den Schaden ersetzen zu lassen. Sie haben als Angehöriger eine Aufsichtspflicht, wie bei einem Kind sind Sie haftbar. Es wird sich auf die Vorhersehbarkeit berufen, Sie haben ihre Aufsichtspflicht verletzt und unterlassen, alles in Ihrer Kraft stehende zu unternehmen, einen Schaden abzuwenden.

Fazit:

Darf ich mit einer Demenz Diagnose autofahren?

Es empfiehlt sich eine Fahrtauglichkeitsprüfung abzulegen. Da sich auf die Vorhersehbarkeit berufen wird, ist es wahrscheinlich, daß im Falle eines Unfalls, die Versicherung den Schaden zwar zuerst begleicht, für die Kosten jedoch der Betroffene oder dessen gesetzlicher Vertreter / Betreuer haftbar gemacht wird.

Autofahren Demenz FahrtüchtigkeitWenn Sie weitere Fragen zu diesem sensibelen Thema haben kontaktieren Sie uns auf gewohntem Weg telefonisch oder über das Kontaktformular auf unserer Homepage!


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Wie hilft Musiktherapie für Menschen mit Demenz?

Musiktherapie bei Demenz & Alzheimer


Tritt eine vaskluäre Demenz oder Alzheimer Demenz auf, schafft Musiktherapie Orientierung, Sicherheit & eine vertraute Atmosphäre. 

Menschen mit Demenz, die oft nur bruchstückhaft wissen wo und wer sie sind, was als nächstes passiert benötigen Hilfestellungsangebote. 

Eine ausführliche Biographiearbeit ist das A und O. Dies beinhaltet auch die Musik, welche nach Jahrzehnten strukturiert, mit einem vertrauten Angehörigen, in einer Tabelle aufgelistet werden kann und Vorlieben und Abneigungen beinhaltet und in der Musiktherapie zum Einsatz kommt.

Dies kommt dem an Demenz erkrankten Menschen zu Gute. Es bringt nichts und hierfür Bedarf es einem guten Beobachtungssinn der Pflegenden und auch der Angehörigen, einem Menschen dessen Kurzzeitgedächtnis stark abgebaut hat oder nicht mehr vorhanden ist, aktuelle Radiomusik vorzuspielen, die er nicht erkennt und oft nicht darauf reagiert. Musiktherapie vaskuläre Demenz Alzheimer

Es kommt darauf an zu verstehen, in welchem zeitlichen Lebensabschnitt sich der Erkrankte befindet. Das Gedächtnis entwickelt sich bei dieser Erkrankung zurück ins Kindesalter und durchläuft das Leben hierbei rückwärts. Beispielsweise sind Abschnitte in die ein Leben unterteilbar ist, Kindheit, Jugend, Berufsleben, Ehe und Kinder, Ruhestand etc.

Steckt ein Mensch, bedingt durch den Krankheitsverlauf der Demenz gerade im Jugendalter, wird er nicht auf klassische Musik ansprechen, welche er erst mit seiner Ehefrau im späteren Leben zu schätzen gelernt hat. Ist ein Mensch mit Demenz noch oft zeitlich im hier und jetzt wäre es unsinnig im Kinderlieder vorzuspielen, er befindet sich kognitiv noch in seinem aktuell fortgeschrittenen Alter.

Interessant ist zu beobachten, dass auch bei sehr zurückgezogen lebenden Menschen mit Demenz, Mimikveränderungen und andeutungsweise rhythmische Bewegungen mit Händen und Füssen stattfinden, ein Zeichen von Vertrautheit und Wohlbefinden. 

Häufig werden plötzlich auch noch ganze Textteile oder nur der Refrain abrufbar und der Patient beginnt das Stück mit zu singen. Man kann eine Dynamik in der Gruppe erleben, da andere Patienten mit einsteigen und gemeinsam alte Lieder gesungen werden, auch wenn die Texte nicht mehr ganz abrufbar sind, wird dies durch mitsummen ergänzt.

Musik & Musiktherapie hat in der Pflege von Menschen mit Demenz oft auch eine beruhigende Wirkung, wenn dieser gerade sehr unsicher, weinerlich, aufgeregt oder aggressiv st und sich gerade kognitiv nicht zurecht findet, kann Musik Ablenkung und innerliche Ruhe herbeiführen.

 


Musiktherapie Demenz AlzheimerInteressante Beiträge zu pflegerelevanten Themen, nicht nur zu Musiktherapie, vaskuläre Demenz oder Alzheimer, finden Sie im Blog-Bereich in Kategorien geordnet, zum Nachlesen.


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15 Tipps | Dehydration bei Demenz im Sommer vorbeugen

Die Wichtigkeit von Flüssigkeit für den menschlichen Körper


Gerade in den heißen Monaten im Sommer, sollte auf die Gefahr einer Dehydration bei Menschen mit Demenz geachtet werden. Bei alternden Menschen und gerade bei dem Krankheitsbild Demenz muss unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Menschen mit Demenz denken nicht selbständig daran ausreichend zu trinken. Die Gefahr eines Austrocknens, der Dehydration, muss von Pflegenden vorgebeugt werden. Vielen ist die Wichtigkeit der regelmäßigen Flüssigkeitszufuhr für unseren Körper nicht bewußt. Man weiß, daß dieser zu 65-70 Prozent aus Wasser besteht. Durch Schwitzen, körperliche Betätigung verlieren wir tgl. zwischen 500ml und 1000ml Flüssigkeit. Dieses Defizit gilt es auszugleichen und aufzufüllen. Jede Zelle des Körpers benötigt Flüssigkeit, sonst reagiert dieser mit Leistungsabfall, kognitiven Defiziten, gerade bei Demenz, Konzentrationsproblemen oder Kopfschmerzen. Ein weiterer wichtiger Aspekt eines angemessenen Flüssigkeitshaushalts ist die Elastizität unsere Haut.

Demenz Dehydration Sommer

Was genau kann ich also tun und worauf kann ich bei Menschen mit Demenz im Sommer achten, um einer Dehydration vorzubeugen? Wir geben Ihnen in diesem Artikel 15 Tipps, um dieser Problematik als pflegender Angehöriger vorzubeugen, daß es nicht zu weiteren, dehydrationsbedingten Verwirrheitszuständen Ihres Angehörigen mit Demenz kommt. Eine angemessene Tagestrinkmenge bei Menschen mit Demenz zu erreichen ist nicht schwierig, da diese oft vergessen, gerade getrunken zu haben. Es erfordert also Ihre Aufmerksamkeit und Ausdauer, ihn kontinuierlich zu erinnern. Zusätzlich gibt es Möglichkeiten, ihn in den heissen Monaten im Sommer, auch wenn man ihn vielleicht nicht mit zum Baden nehmen kann, zu erfrischen und den Körper zu revitalisieren.

15 Tipps für heisse Sommermonate


  1. Starten Sie morgens bereits beim Wachwerden mit einem Lieblingsgetränk an der Bettkante, bevor Sie mit dem Morgenritual beginnen.
  2. Gemeinsames Trinken macht deutlich mehr Spaß, auch kann dieses mit einem Zuprosten oder einem Trinkspruch getan werden.
  3. Stellen Sie Getränke an Plätze, an denen sich der Mensch mit Demenz aufhält oder an denen er tagsüber sitzt, er wird dadurch visuell erinnert.
  4. Bieten Sie viel frisches Obst als Snack oder Zwischenmahlzeit an, beispielsweise Weintrauben, Melone, Erdbeeren oder Ananas.
  5. Bereiten Sie 1 x tgl. einen Salat als Mahlzeit an, vorzugsweise mit Gurke, Tomaten und Gemüsesorten die ähnlich viel Flüssigkeit beinhalten.
  6. Bieten Sie nachmittags einen kalten Eiskaffee, eine Eisschokolade oder grundsätzlich ein Eis an.
  7. Ein kühles Tuch, bei Hitze, wirkt erfrischend & revitalisierend.
  8. Ein Fußbad mit Eiswürfeln und um zusätzlich die Haut zu pflegen mit Olivenöl im Wasser, regt den Kreislauf an und macht die Haut geschmeidig & weich.
  9. Das gleiche kann auch als Handbad angerichtet werden, achten Sie darauf, daß die Unterarme ruhig auch mit im kühlenWasser liegen oder eingetaucht werden.
  10. Achten Sie bei der Getränkeauswahl auf bevorzugte Getränke des Menschen mit Demenz, diese wird er eher annehmen, auch wenn er keinen Durst verspürt.
  11. Nutzen Sie ansprechende Adjektive beim Anbieten des Getränks, wie köstlich, lecker, toll, fruchtig, erfrischend etc..
  12. Lüften Sie morgens die Räume & halten Sie tagsüber die Fenster, wenn möglich, geschlossen. Die Hitze wird vom älteren Menschen ferngehalten.
  13. Achten Sie auf Kleidung ohne Synthetikanteil, dies fördert das Schwitzen. Baumwolle oder Leinen sind sinnvolle Materialien. Auch Menschen mit Demenz oder ältere Menschen können kurze Hosen oder Röcke tragen, um der Witterung entsprechend gekleidet zu sein.
  14. Ein Ventilator, aufgestellt im Zimmer oder Wohnraum, bietet kühle Luft und macht es drinnen angenehmer.
  15. Vermeiden Sie unnötige körperliche Aktivitäten und gönnen Sie Ihrem Angehörigen Pausen, Ruhe und Schlafpausen, um sich zu erholen, überfordern Sie ihn nicht.

Demenz Dehydration Sommer

Diese Tipps können Sie selbstverständlich auch für sich selbst und nicht nur zum Vorbeugen einer Dehydration im Sommer bei Menschen mit Demenz anwenden!

Wir wünschen Ihnen einen phantastischen Sommer, denken Sie bei der Pflege Ihres Angehörigen auch an Pausen und Erholungszeiten für sich selbst!


Demenz Dehydration SommerWeitere interessante Beiträge zu pflegerelevanten Themen, nicht nur zum Thema Dehydration im Sommer bei Demenz vorbeugen, finden sie im Blog-Bereich in Kategorien für Sie geordnet.

Zusätzlich veröffentlichen wir wöchentlich im Podcast „Tipps für pflegende Angehörige“ auf unserer Startseite der Homepage sowie allen gängigen online Podcast Plattformen interessante Beiträge und Interviews, um Ihnen die nötige transparenz im Bereich Pflege aufzuzeigen.

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Demenz | Verständnis durch Validation nach Naomi Feil

Verständnis für einen Menschen der Symptome der Demenz zeigt, fällt nicht immer leicht, Naomi Feil gibt uns ein wertvolles Instrument durch die Technik der Validation an die Hand. Bedingt durch die Wesensveränderung, die ein Mensch bei einer Demenz Erkrankung durchläuft, kommt es häufig zu Unverständnis aufgrund seiner Reaktionen, ablehnendem oder abwehrendem Verhalten. Die Gerontologin Naomi Feil hat sich mit dieser Thematik und Problematik beschäftigt. Sie hat das Konzept der Validation entwickelt. Dieses wird bei hochbetagten,  an Alzheimer Demenz erkrankten Menschen angewendet.

Pflegende Angehörige und Pflegepersonal bekommen eine empathische, urteilsfreie, verbale oder nonverbale Kommunikationstechnik & Grundeinstellung vermittelt. Die Technik der Validation nach Naomi Feil hilft den Menschen mit Demenz und seine Reaktionen besser zu verstehen. Es wird davon ausgegangen, daß aufgrund der geistigen Rückentwicklung bis ins Kindesalter, ein Prozeß des Aufarbeitens, von Ereignissen im Leben, im Unterbewusstsein stattfindet.

Wenn ein Mensch mit Demenz beispielsweise plötzlich eine bereits verstorbene Person zu sehen glaubt, kann dieses nicht nur mit der Erkrankung zusammen hängen. Oft ist dies der Fall wenn im bisherigen Leben eine Strategie fehlte, Situationen aufzuarbeiten und damit zu bewältigen. Die Situation wird neu durchlebt. Validation ist hierbei eine tolle, unterstützende Möglichkeit dieses gemeinsam zu bewältigen. Diese Technik schafft nicht nur Verständnis für Situationen, die im ersten Moment nicht begreifbar für uns sind, sondern sie erleichtert den Umgang mit dem Menschen mit Demenz. Sie unterstützt ihn in seinem Krankheitsverlauf, schafft und erhält Vertrauen und erleichtert den Umgang mit dem Krankheitsbild Demenz.


Demenz Symptome Validation Naomi Feil

Die 4 Phasen für angewendete Validation


Phase 1: Mangelhafte Orientierung – oft unglücklich

Der Mensch mit Demenz leugnet seine Gefühle vermehrt. Er projiziert Konflikte und nicht aufgearbeitete Probleme oft auf Personen aus der Gegenwart.

Techniken der Validation in der 1. Phase:

  • Offene Fragen stellen, beispielsweise „Wie fühlst du dich?“, „Wie geht es dir?“ oder „Hast du einen schönen Tag?“. Es geht darum die Gefühlsebene durch offene Fragen zu ermitteln.
  • Nach Extremen oder dem Gegenteil fragen. Beschuldigt eine mangelhaft orientierte Person jemanden böse zu ihr gewesen zu sein, hinterfragen Sie ob sie das immer tut oder antworten sie, das kommt aber nicht jeden Tag vor, oder?
  • Sich gemeinsam erinnern. Bieten Sie Fragen auf die Vergangenheit bezogen an und gehen Sie auf das Gesagte ein, ergänzen Sie wenn möglich, um eine gemeinsame Erinnerungssituation zu gestalten, die positive Erinnerungen hervorruft.
  • Umformulieren von Gesagtem, dieses führt zu verstanden werden und Akzeptanz.
  • Bewältigungsmechanismen erfahren dient dem Zweck herauszufinden, ob die Person diese Situation früher schon einmal erlebt hat und wie sie damit umgegangen ist. Als Beispiel, der Mensch mit Demenz beschwert sich darüber, daß eine andere Person immer so laut schreit.

 

Phase 2: Zeitverwirrtheit

Rückzug aus der Realität, Verluste sind willkürlich nicht mehr zu leugnen. Vertraute Gegenstände oder Menschen erinnern den Menschen mit Demenz an die Vergangenheit, in die er sich immer mehr zurück zieht. Die Gefühlsebene wird in den Vordergrund gestellt, Themen drehen sich um Liebe, Trennung, Hass und Trauer. Hierüber schafft sich der Betroffene seine Identität.

Techniken der Validation in der 2. Phase:

  • Offene Fragen, kommuniziert die Person noch verbal, versuchen Sie es mit dem Stellen von offenen Fragen.
  • Geschlossene Fragen, ist die verbale Kommunikation kaum noch möglich, stellt man geschlossene Fragen. Bieten Sie Fragen mit nur zwei Antwort Optionen, dieses fällt dem Betroffenen leichter.
  • Nonverbale Techniken können, beschrieben in Phase 3, eingesetzt werden.

 

Phase 3: Bewegungen werden wiederholt

Gefühle werden in dieser Phase durch sich kontinuierlich wiederholende Bewegungen ersetzt. Beispiele können Streichbewegungen über den Tisch, zupfen an einer Tischdecke oder Daumen drehen sein. Sprachliche Veränderungen, hin zu Lauten, wie Pa pa pa helfen Menschen mit Demenz, die unverständliche Gegenwart für eine kurze Zeit zu verlassen und in die Vergangenheit zu driften. Hier kommen ausschließlich nonverbale Techniken zum Einsatz:

  • Blickkontakt hilft zu suggerieren, ich spreche dich an, begeben Sie sich auf Augenhöhe, achten Sie auf Gesicht & Augen Ihres Gegenübers bei der Ansprache.
  • Spiegeln Sie durch Bewegungen, Körperhaltung und Gesichtsausdruck die Person und zeigen damit Bestätigung, dadurch zeigen Sie gezielt Mitgefühl und Empathie.
  • Berührung ist eine gute Möglichkeit in Kontakt zu treten. Legen Sie der Person behutsam die Hand auf die Schulter, nehmen Sie seine Hand bei der Ansprache. Diese Gesten erzeugen Vertrautheit und Geborgenheit.
  • Musik & Singen ist oft, auch nach dem Verlust der Sprache, noch eine Möglichkeit eine Emotionsebene aufzubauen. Musik ruft Erinnerungen aus der Vergangenheit des Menschen mit Demenz hervor, gelegentlich kommen sogar noch Worte oder Teilsätze aus dem Mund des Betroffenen.
Phase 4: Vegetieren

In dieser Phase nehmen die Personen die Außenwelt kaum und gar nicht mehr wahr, Vergangenes wird nicht mehr aufgegriffen und verarbeitet. In dieser Phase ist Berührung, Anerkennung und Fürsorge essentiell und wichtig. Ehrliche Worte spielen eine übergeordnete Rolle und werden durch einen positiven Unterton gespürt. Verwenden Sie Sätze wie, „Es ist schön, dich zu sehen“, „Ich freue mich immer wenn ich dich besuche“ oder beispielsweise „Du siehst heute sehr hübsch oder gut aus“. Erwarten Sie keine Gegenreaktion des Menschen mit Demenz, seien Sie einfach für ihn da.


Was lernen wir also wenn Symptome der Demenz auftreten durch die Technik der Validation nach Naomi Feil?

 

  • Nicht aufgearbeitetes im Leben positiv aufzuarbeiten
  • Eine bessere, gefühlvolle Kommunikation mit dem Betroffenen
  • Unverständliche Situationen besser zu begreifen
  • Einfühlungsvermögen für die betroffene Person
  • Die Aufmerksamkeit auf die noch vorhandenen Fähigkeiten des Menschen mit Demenz zu lenken

Validieren kann jeder lernen. die Grundvoraussetzung ist eine emphatische, gefühlvolle Ebene aufzubauen, eigene Gedanken und Vorurteile in den Hintergrund zu stellen. Vermeiden Sie Ausreden & Lügen dem Menschen mit Demenz gegenüber. Erzeugen Sie eine wertschätzende Atmosphäre. Die Emotionsebene bleibt bis zum Schluß erhalten. Ehrlichkeit ist spürbar, mag die betroffene Person auch noch so verwirrt wirken.

Fazit:

Was ist Validation

Durch Validation sind wir in der Lage die betroffene Person in dieser Aufarbeitung zu unterstützen, uns mit ihr auseinander zusetzen, um sie und ihre Reaktionen zu verstehen.


Demenz Validation Naomi Feil

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Demenz | GPS-Technik als Prävention beim Weglaufen

Weglaufen bei Demenz – auch bekannt als Hinlauftendenz, früher Weglauftendenz


Demenz GPS Uhr

Welche Vorteile bietet moderne GPS Technik bei Orientierungsverlust des Menschen mit Demenz & der Gefahr von weglaufen?

Im folgenden Artikel möchten wir Ihnen moderne technische Möglichkeiten vorstellen, wenn es aufgrund einer Demenz Erkrankung zu Orientierungsverlust im Außenbereich kommt. Diese Situation kann für den Betroffenen schnell zu einer immensen Gefahr werden. Menschen mit Demenz versuchen ihrem Bewegungsdrang nach zu gehen. Dabei kommt es außerhalb der eigenen vier Wände schnell zur Orientierungslosigkeit. Der Betroffene geht seiner Intuition nach, ohne auf witterungsgerechte Kleidung zu achten, Angehörigen sein Vorhaben zu kommunizieren. Er denkt einfach nicht mehr daran, daß er sich nicht mehr zurecht finden könnte. Nicht nur die Temperaturen außerhalb der Wohnung stellen ein Gefahrenpotential dar, sondern auch der Verkehr, welchem der Betroffene oft nicht mehr gewachsen ist. Verkehrsschilder werden übersehen, Ampeln nicht beachtet, Geschwindigkeiten von Fahrzeugen nicht richtig eingeschätzt.

Wie funktioniert GPS Technik


Eine Möglichkeit einen Menschen mit Demenz wieder zu finden oder ihn zu orten ist ein auf GPS Technik basierendes Hilfsmittel wie eine Uhr. Dieses kann ein Sensor oder ein Armband bzw. eine Kette, die um den Hals getragen wird, sein. Diese Geräte arbeiten, genau wie bei einem Mobiltelefon, mit einer integrierten SIM-Karte. Über eine APP auf dem Mobiltelefon, kann man nachvollziehen wo sich die Person befindet. Im Notfall grenzen Sie sofort den Bereich ein und sehen genau, wo sich die Person befindet.

Demenz GPS Uhr

Unterschiedliche GPS Technik Systeme für Menschen mit Demenz


Geo-Fence System

Sie legen einen Bereich für die betroffene Person fest, in dem sie sich frei bewegen kann. Verläßt die Person diesen Bereich, erhalten Sie automatisch eine SMS Benachrichtigung mit den GPS basierenden Daten, wo sich die Person aufhält. Ein Mobilgerät an welches die Daten übermittelt werden empfiehlt sich. eine andere Möglichkeit ist ihr Computer oder ein Notebook, auf dem Sie die Daten abrufen können. Die Bewegungsdaten werden hierbei alle 2 – 4 Minuten aktualisiert.

GPS-Tracking Systeme ohne Geo-Fence

Bei diesem einfachen Basissystem schrieben Sie eine SMS an den Anbieter und Ihnen werden die Koordinaten des Sender Trägers übermittelt.

Demenz-Ortungssysteme

Die Daten werden wahlweise an eine oder mehrere Mobilfunknummern übermittelt. Sie haben die Möglichkeit dies entsprechend Ihres Nutzens im System einzutragen.

Demenz Ortungssystem mit Notruffunktion

Bei diesem System ist eine Notrufzentrale zwischengeschaltet. Diese ist 24 Stunden besetzt. Im Notfall ruft dieses einen Arzt hinzu, das Ortungssystem übermittelt die Daten direkt an die Notrufzentrale.

Systeme mit Sturzalarm Signal

Sensible Geräte die am Körper, in Form eines Senders, getragen werden. Bei Erschütterung lösen diese Alarm aus, der an eine Einsatzzentrale weitergeleitet wird. Wenn es sich um einen Fehlalarm handelt, kann dieser durch Bestätigung einer Taste abgebrochen werden. Über die Lautsprechfunktion kann innerhalb der Wohnung mit der Person Kontakt aufgenommen werden. Meldet diese sich nicht, wird ein hinterlegter Angehöriger verständigt. Es besteht bei vielen Anbietern auch die Möglichkeit einen Notfallschlüssel zu hinterlegen, daß im Bedarfsfall zur Hilfe geeilt werden kann.

GPS Uhr

Der Standard dieser am Handgelenk getragenen Uhr, ist eine Erschütterungsfunktion, ein Alarmtaste und ein GPS Sender zur Ortung bei Verlust des Menschen mit Demenz. Die Ortung erfolgt in Echtzeit.

GPS Uhr & Telefonfunktion

Systeme die als Armbanduhr mit integrierter Telefonfunktion ausgestattet sind, bieten den Vorteil auch in geschlossenen Häusern oder Räumen Anrufe entgegen zu nehmen oder zu tätigen. Bei diesem Gerät sollten allerdings die kognitiven Einschränkungen noch nicht zu weit fortgeschritten sein. Der Bedienungsmodus ist etwas komplexer. Die Ortungsmöglichkeit ist hierbei durch die Standards GPRS und WLAN erweitert. Diese kann Funktion ist variabel zu- und abschaltbar.


Kosten für Ortungssysteme

Der technische Fortschritt ist in diesem Fall eine enorme Sicherheit und Hilfestellung. Die Kosten dafür sind beginnend bei ca. 50,- Euro plus monatliche Kosten für die SIM-Karte des Netzbetreibers. Technisch aufwendigere Geräte liegen im Preisbereich bis ca. 150,- Euro und können im Internet oder bei spezialisierten Anbietern erworben werden.

 

Denken Sie über die sinnvolle Nutzung der GPS Technik bei Menschen mit Demenz nach, wenn diese von einer Hinlauftendenz, früher Weglauftendenz betroffen sind. Eine sinnvolle Möglichkeit zum Schutz des Menschen mit Demenz und zu Ihrer eigenen Absicherung, sowie der eigenen Beruhigung.

 


Fazit:

Welche Möglichkeiten gibt es wenn ein Mensch mit Demenz wegläuft?

Moderne Technik durch Ortungsgeräte die über GPS Technik, beispielsweise als Uhr, verfügen, bieten eine Möglichkeit den Menschen mit Demenz aufzufinden und zu lokalisieren.


Demenz Orientierungsverlust GPS TechnikWeitere interessante Beiträge zu pflegerelevanten Themen, nicht nur zu GPS Uhr & Orientierungsverlust des Menschen mit Demenz der weglaufen will, finden sie im Blog-Bereich in Kategorien für Sie geordnet.

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Was ist eigentlich eine Demenz Wohngemeinschaft oder Demenz WG?

Sie haben von einer speziellen Pflege in einer Demenz Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz oder Alzheimer gehört? Wir gehen im folgenden Beitrag auf die Struktur, die Organisation & die Betreuung durch ambulante Pflegedienste ein.  Als Angehöriger übernehmen Sie übrigens auch die Pflicht der Gremiumtätigkeit in der Demenz-WG.


Die Demenz Wohngemeinschaft als Versorgungsmöglichkeit


Der kleinste gemeinsame Nenner dieser alternativen Wohnform ist die Grunderkrankung Demenz. Menschen mit Demenz sind in kleinen Wohngruppen über 24 Stunden betreut. Die maximale Größe der Wohngruppe beträgt 12 Personen. Dies stellt einen wesentlichen Vorteil gegenüber einem Platz in einem Pflegeheim dar. Die Grösse ist überschaubar, die Mitarbeiter kennen jeden Bewohner sehr genau. Sie sind in der Lage präzise auf die Eigenheiten und Gewohnheiten des einzelnen Menschen mit Demenz einzugehen.

In einem geeigneten, idealerweise barrierefreien Objekt, hat jeder der Bewohner sein eigenes Zimmer. Dieses können Sie zusätzlich zu den notwenigen Pflegehilfsmitteln, mit persönlichen Gegenständen wie Möbeln oder Bildern ausstatten. Je nach Objekt, verfügt jedes Zimmer über ein eigenen Bad und eine eigene Toilette. Dieses kann auch durch ein Gemeinschaftsbad oder gemeinschaftlich genutzte Toiletten gelöst sein. In einem Gemeinschaftsraum finden Gruppenaktivitäten oder gemeinsame Mahlzeiten statt. Auch Beschäftigungsmöglichkeiten und Therapien finden vor Ort statt. Je nach individuellem Bedürfnis des Einzelnen, werden Therapeuten über den Hausarzt über ein Rezept beauftragt.

Eine Gemeinschaftsküche in der die Pflege- und Betreuungskräfte, mit oder ohne die Bewohner, die Mahlzeiten zubereiten ist vor Ort. Noch rüstige Bewohner der Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz oder Alzheimer, können sich je nach Möglichkeit noch in der Demenz-WG nützlich machen. Sie werden gefördert und erhalten zumutbare Aufgaben, je nach Interesse und noch vorhandener Möglichkeit.

Wohngemeinschaft Demenz Pflege WG

Die Versorgung durch Pflegepersonal in der Demenz-WG


Der von der Bewohnervertretung, dem Gremium, beauftragte ambulante Pflegedienst stellt das Pflegepersonal für die 24-Stunden-Beaufsichtigung. Dieser arbeitet mit einem vorgegebenen Personal- und Betreuungsschlüssel. Es ist rund um die Uhr Personal vor Ort. Die Pflege- und Betreuungskräfte kümmern sich um die Pflege, die Ernährung und die Beschäftigung der Demenz-WG Bewohner. Es wird gemeinsam gesungen, gespielt, gelesen oder gebastelt. Bewohner können sich nach ihren noch vorhandenen Möglichkeiten an Alltagstätigkeiten beteiligen. Das Prinzip der Selbstbestimmtheit wird gelebt. Niemand wird zu etwas gezwungen. Es gibt Angebote, hat ein Mensch mit Demenz oder Alzheimer kein Interesse ist dies in Ordnung. das gilt auch für die Körperpflege, welche sich oft sehr schwierig gestaltet. Der Bewohner sieht dieses oft nicht ein, es wird versucht ihn zu motivieren, einen Zugang zu ihm zu bekommen, jedoch ohne Zwang.

Die ist gerade oft für die Angehörigen ein Problem, da sie erwarten, daß ihr Angehöriger top gepflegt aussieht. Dies umzusetzen ist bei Menschen mit Demenz jedoch oft nicht möglich. Die Angehörigen müssen dieses zwanglose Konzept verstehen, sich darauf einlassen und ihre eigenen Erwartungshaltungen zurück schrauben. das Prinzip der Selbstbestimmtheit des Menschen mit Demenz oder Alzheimer hat in der Demenz-WG oberste Priorität. Druck und sachliche Diskussionen bringen bei diesem Krankheitsbild nichts. Im Gegenteil rufen wir Aggressionen und Mißtrauen hervor. Der Betroffene zieht sich zurück, fühlt sich nicht verstanden und respektiert in seinen Wünschen und Vorstellungen.

Das Gremium – die Bewohnervertretung


Das Konzept der ambulant betreuten Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz sieht ein Gremium vor. Diese Angehörigenvertretung trifft sich zu regelmäßigen Sitzungen. Demenz-WG interne Aufgaben sind unter den Mitgliedern verteilt. Beispielsweise kümmert sich eine Person um die Einkäufe, ein weiterer um kleine Reparaturen, Feste sind zu organisieren, Gelder zu verwalten. Für alle Bewohner besteht ein Gemeinschaftsmietvertrag mit dem Vermieter. Der ambulante Pflegedienst hat damit nichts zu tun. er hat nur ein sogenanntes Gastrecht für die Versorgung der Bewohner.

Wenn ein Bewohner ausscheidet sorgt das Gremium für einen neuen Interessenten für die Nachbesetzung. Das Gremium wählt auch einen Sprecher, der als Ansprechpartner für den versorgenden ambulanten Pflegedienst dient. Probleme, Anregungen und Verbesserungen, die in einer Sitzung besprochen wurden, werden durch ihn weitergetragen. Anschaffungen, die Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz betreffend, tätigt das  Gremium. Elektrogeräte, Mobilar, Küchenbedarf und Dekorationsgegenstände gehören damit der Allgemeinheit. Es werden monatliche Rücklagen für Reparaturen oder Neuanschaffungen geschaffen. Die Angehörigen kümmern sich auch um die Reinigung der Wohngemeinschaft. Dies kann vom Gremium, über eine angestellte Reinigungskraft oder in Absprache über eine Haushaltshilfe des ambulanten Pflegedienstes erfolgen.

Wohngemeinschaft Demenz Pflege WG

Die Kosten für einen WG Platz in der Wohngemeinschaft

Zusätzlich zu den Pflegekosten (ca. 2000,- – 2500,- Euro montalich), die individuell nach Pflegeaufwand variieren, kommen Pauschalen für Miete, Verpflegung und Rücklagen für die Demenz-WG. Die Mietkosten des Objekts sind durch die Anzahl der Bewohner geteilt. Eine Verpflegungspauschale liegt etwa bei 200,- – 300,- Euro monatlich. Die Pauschale für die Rücklagen ist individuell geregelt. Sie haben Anspruch auf den Wohngruppenzuschlag der Kasse von aktuell monatlich 214,- Euro, zusätzlich zum Pflegesachleistungsbetrag, je nach Pflegegrad.


Fazit:

Was ist eine Demenz Wohngemeinschaft

Eine alternative Möglichkeit, in einer kleinen Wohngruppen von 8 -12 Menschen mit Demenz, über 24 Stunden von einem ambulanten Pflegedienst der das Personal stellt, als Betroffener zu leben, beaufsichtigt & gepflegt zu werden.


Demenz Wohngemeinschaft Pflege WG

Wir blicken auf jahrelange Erfahrung als Leitung mehrerer ambulant betreuter Demenz Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz oder Alzheimer zurück & beantworten Ihnen gerne weitere Fragen zur Pflege WG.

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