Pflegeberatung München Pflegegrad Antrag & Widerspruch MDK

Tipps | Demenz & Partnerschaft

Probleme die durch die Demenz Ihre Partnerschaft beeinträchtigen


In unserer individuellen Beratung zu pflegerrelevanten Demenz Problemen für pflegende Angehörige taucht auch immer die Problematik auf, daß sich das Beziehungsleben durch die Erkrankung des Partners massiv verändert. Dies führst zu zusätzlicher Frustration, Rollenverhältnisse verändern sich, man fühlt sich unverstanden, nicht mehr gesehen, funktioniert nur noch für den anderen.

Wir möchten Ihnen im folgenden Beitrag Informationen zu folgenden, immer wieder auftauchenden Fragen geben.

  • Wie gehe ich mit meinem privaten Umfeld um?
  • Kann ich meinen Partner überhaupt noch anderen Menschen zumuten?
  • Welche Unterstützungsangebote gibt es in der Partnerschaft für Menschen mit Demenz?
  • Was mache ich wenn ich an Grenzen bei der Versorgung stoße?
  • Wie erreiche ich meinen an Demenz erkrankten Angehörigen, wenn die bisherige Kommunikation scheitert?

Partnerschaft Demenz


Wie gehe ich mit meinem privaten Umfeld um?


Versuchen Sie mit offenen Karten zu spielen, sprechen Sie offen mit Freunden, Bekannten, Nachbarn und der Familie über die Diagnose. Verheimlichen Sie nicht die Demenz Diagnose Ihres Angehörigen. Niemand ist schuld, auch nicht der Mensch mit Demenz, daß Sie in Ihrer Partnerschaft als pflegender Angehöriger die Verantwortung für einen Menschen mit Demenz übernommen haben. Sind Sie stolz auf sich & wachsen Sie durch Wissen & Aufgeklärtheit an dieser Herausforderung.

Die Diagnose zu verheimlichen, führt über kurz oder lang in die soziale Isolation. Es ist leichter mit seinen Problemen, Sorgen & Ängsten verstanden zu werden und Unterstützung zu erfahren bzw. zu bekommen. Alleine und ohne Unterstützung ist dies nicht zu leisten. Alleine in Deutschland zählen wir ca. 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, Sie sind mit Ihrem Problem nicht alleine, das ist gut zu wissen.


Kann ich meinen Partner mit Demenz überhaupt noch anderen Menschen zumuten?


Aktuell wird viel über eine Gesellschaft, die offener für Menschen mit Demenz werden muss, gesprochen. Es sinnvoll integrativ vorzugehen, den Betroffenen nicht auszuklammern, ihn in Tätigkeiten und den Alltag zu integrieren, ihn teilhaben zu lassen. Wenn Sie sich fragen wie das geht, ohne ständig negativ aufzufallen, haben wir einen Tipp für Sie.

Nutzen Sie kleine gedruckte oder beschriebene Visitenkarten, mit der Notiz „Mein Partner hat eine Demenz Erkrankung“. Diese sind leicht zu erstellen oder können gedruckt, auch im Internet, für Sie individuell erstellt werden & kosten nicht viel.

Dies wirkt für Sie selbst erklärend, beispielsweise im Café, im Supermarkt oder in Geschäften. Es erspart Ihnen mühsames Erklären und Sie müssen sich in Ihrer Partnerschaft in der Öffentlichkeit nicht schämen und stellen Ihren Partner auch nicht vor fremden Menschen direkt bloß.

 


Welche Unterstützungsangebote gibt es in der Partnerschaft für Menschen mit Demenz


Wenn Sie ihren Angehörigen mit Demenz zu Hause pflegen, gibt es natürlich die Möglichkeit sich Hilfe & Unterstützung durch niedergelassene, ambulante Pflegedienste zu holen. Diese übernehmen die Körperpflege, unterstützen im Haushalt. Der Umfang des Unterstützungsbedarfs wird individuell mit Ihnen abgesprochen. Zusätzlich können für eine stundenweise Betreuung über ambulante Pflegedienste sogenannte Betreuungskräfte gestellt werden, die sich um Beaufsichtigung und Beschäftigung kümmern, wenn Sie selbst etwas zu erledigen haben oder mal eine kurze Auszeit für sich selbst benötigen. Abrechenbar sind Betreuungskräfte über den zusätzlich von der Pflegeversicherung zur Verfügung gestellten monatlichen Entlastungsbetrag von 125,- Euro. Unsere unabhängige Pflegeberatung berät Sie hierzu gerne.

Eine weitere Möglichkeit ist das dem Pflegesachleistungsbetrag zugrunde liegende, monatliche Budget für die Nutzung einer Tagespflegeeinrichtung. Diese stellt sicher, daß Ihr Angehöriger für ca. acht Stunden am Tag beaufsichtigt, beschäftigt und versorgt ist, wenn Sie eventuell noch Ihrem Beruf nachgehen müssen oder auch tagsüber Zeit zum Abschalten und für sich nutzen möchten.

Es bietet sich immer an, Leistungen der Pflegeversicherung, die zur Entlastung pflegender Angehöriger dienen, zu kombinieren!

Selbsthilfegruppen und individuelle Schulungen für pflegende Angehörige eines Menschen mit Demenz vermitteln Ihnen das nötige Fachwissen, geben Ihnen die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Betroffenen & erklären Ihnen wie sich, in einer Partnerschaft lebend, mit dieser Problematik zurecht finden können. Wir bieten diese Schulungen in der Häuslichkeit an. Es wird individuell auf Ihre Fragen, Probleme und Sorgen eingegangen. Dieses Angebot wird über einen Gutschein der Kasse, für einen begrenzten Zeitrahmen, einmalig beantragt oder je nach Bedarf individuell gegen Privatrechnung über unsere Pflegeberatung gebucht.

Es gibt im Buchhandel Literatur, um sich selbst über den Umgang, die Kommunikation oder Themen wie Validation bei Demenz einzulesen. Besorgen Sie sich Informationsbroschüren im Internet beispielsweise unter folgendem Link:

https://www.zqp.de/

Bestellen Sie diese oder laden Sie diese direkt als PDF-Datei herunter.

In unserem Blog auf unserer Homepage, unter der Kategorie Demenz, erhalten Sie zusätzlich viele kostenfreie Beiträge zum Thema Demenz. Es gibt Podcasts im Internet, wie unseren „Tipps für pflegende Angehörige“ die Ihnen viele Ratschläge und Informationen gratis zur Verfügung stellen.

Partnerschaft Demenz


Was mache ich wenn ich an Grenzen bei der Versorgung stoße

Nicht jeder Tag ist gleich gut, in der Partnerschaft, mit und ohne Demenz. Ständiges erklären und wiederholen kostet Nerven & raubt unsere Energie. Geplante Auszeiten für die eigene Selbstfürsorge sind essentiell und wichtig. Die Grundvoraussetzung für die Pflege eines Menschen mit Demenz ist Verständnis und Wissen über die Erkrankung. Man lernt über den Verlauf der Erkrankung, nimmt die Wesensveränderung des Menschen mit Demenz an, verstehst Zusammenhänge und lernt auf den betroffenen Partner einzugehen. Aus Situation buchstäblich heraus zu gehen, wenn eine Situation eskaliert, ist sinnvoll. Gehen Sie nicht mit der „Brechstange“ vor. Verstehen Sie, daß die Sachebene immer mehr schwindet. Die Emotionsebene funktioniert jedoch noch immer sehr gut. Ihren Partner steuern und erreichen Sie darüber am besten. Stellen Sie ihre eigene Sichtweise und Kommunikation um. Reflektieren Sie Ihren Tag abends in einer ruhigen Minute, überlegen Sie in welcher Situation war ich überfordert. Was war der Auslöser dafür. Wie kann ich besser mit dieser Situation umgehen und wie verhalte ich mich beim nächsten Mal anders.


Wie erreiche ich meinen an Demenz erkrankten Angehörigen, wenn die bisherige Kommunikation scheitert?

Menschen mit Demenz sind sehr sensibel. Sie spüren Stress, Hektik und Veränderung. Behalten Sie gewohnte Strukturen bei. Geben Sie zumutbare Aufgaben & greifen Sie nur bei auftretender Überforderung ein. Schaffen Sie positive Momente durch Anerkennung und Lob für Ihren betroffenen Partner. Jeder benötigt Bestätigung für sein Tun. Die Kommunikation auf kurze, verständliche Sätze umzustellen ist wichtig. Verdeutlichen Sie diese durch Gestik und Körpersprache, denken Sie an die Mimik. Holen Sie sich Rückmeldung und Bestätigung, ob Sie verstanden wurden.

Überfordern Sie Ihren Partner nicht, achten Sie auf die Tagesform und Ermüdungszeichen. gönnen Sie ihm Pausen, er ist nicht mehr so leistungsfähig wie bisher, vor der Demenz-Erkrankung. Das Gehirn ist schneller überfordert und erschöpft. Oft werden Ersatzworte verwendet, lernen Sie diese zu deuten und zu erkennen. Ihr Partner kommuniziert mit Ihnen so gut er es noch kann.

Vermeiden Sie unbedingt Diskussionen, die führen zu nichts und überfordern den betroffenen Menschen. Sie müssen lernen zu verstehen, daß kein Lerneffekt, wie bei Kindern in der Erziehung, mehr eintreten wird. Wiederholung ist nicht zielführend, diese wird im Kurzzeitgedächtnis, nicht mehr oder nur noch bedingt, wie früher als Gelerntes abgespeichert!

Nehmen Sie Ihren Partner mit seinen Eigenheiten an, akzeptieren Sie die Veränderungen und stellen Sie sich auf ihn und seine Demenz Erkrankung ein. Ihn in das Hier und Jetzt zurück zu holen ist ein energieraubender, nicht zielführender Versuch, der zum Scheitern verurteilt ist.



Kontaktieren Sie uns bei allen pflegerelevanten Fragen und Problemen, wie beispielsweise Demenzberatung, Pflegegrad beantragen und Unterstützung beim Widerspruch eines abgelehnten oder nicht angemessenen Pflegegrads.

Weitere interessante Beiträge, nicht nur zu Demenz & Partnerschaft, sondern wissenswertes & informatives der Pflegeberatung, finden sie im Blog-Bereich in Kategorien für Sie geordnet.

Zusätzlich veröffentlichen wir regelmäßig den Podcast „Tipps für pflegende Angehörige“, zu hören auf unserer Startseite der Homepage sowie allen gängigen online Podcast Plattformen mit interessanten Beiträgen und Interviews!

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über Ihren Beitrag!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert