125,- Euro Entlastungsbetrag – theoretisch gut, praktisch schlecht umzusetzen

  • Was ist der zusätzliche Entlastungsbetrag?
  • Wofür kann ich ihn einsetzen?
  • Kann er ausbezahlt werden?
  • Wer kann ihn abrechnen?

Seit 01.01.2017 haben alle Patienten mit anerkanntem Pflegegrad, zusätzlich zu ihrem Pflegegeld, den Anspruch auf 125,- Euro Entlastungsbeitrag der Pflegekasse.

Der Betrag kann monatlich, wie auch das Pflegegeld, in Anspruch genommen werden. Er ist für kleine Hilfen im Alltag gedacht, wie beispielsweise Betreuung und Aktivierung des Patienten, Einkäufe, hauswirtschaftliche Verrichtungen oder Fahrt- und Begleitdienste.

Er kann, im Vergleich zum Pflegegeld nicht anteilig ausgezahlt werden sondern ist zweckgebunden.

Der Betrag lässt sich auf dem Konto der Pflegekasse ansparen und sollte unbedingt bis zum 30.06. des Folgejahres über einen Abrechnungspartner der Kassen, wie einen ambulanten Pflegedienst, in Anspruch genommen werden, da er sonst verfällt.

Man kann den angesparten Betrag auch für die Zuzahlung für den Eigenanteil der Kurzzeitpflege anrechnen lassen, was sich anbietet, wenn sonst während des Jahres keine Unterstützung durch kleine Alltagshilfen benötigt wird.

Es ist auch möglich, wenn eine Tagespflegeeinrichtung in Anspruch genommen wird, diesen mit den Fahrt- oder Essenskosten verrechnen zu lassen.

WICHTIG:

Der Entlastungsbetrag kann nicht für die Unterstützung bei der Körperpflege genutzt werden.

Problematisch seit der Einführung dieses Entlastungsbetrags ist, dass ambulante Pflegedienste extrem viele Anfragen für hauswirtschaftliche Tätigkeiten bekommen, da sehr viele Patienten in Pflegegrad 1 eingradiert werden und damit Anspruch auf die damit verbundenen 125,- Euro haben. Diese können den hohen Nachfragen aus Kapazitätsgründen oft gar nicht nachkommen, da die bestehenden Patienten auch Anspruch auf hauswirtschaftliche Versorgung haben und damit bevorzugt behandelt werden. Sie finden schlicht kein Personal für diese niedrigschwelligen Tätigkeiten. Da ambulante Pflegedienste primär Pflegehilfs- und Pflegefachkräfte beschäftigen und nur wenige Hauswirtschaftskräfte, kann dies schon mal frustrierend für den jetzt Pflegegrad 1 Besitzenden sein, da er sich durch etliche Pflegedienste telefonieren muss und meistens zu hören bekommt, dass niemand Kapazitäten hat. Deswegen auch die Überschrift des Artikels; theoretisch gut – praktisch schlecht umzusetzen.

Sollten Sie Fragen zum Einsatz des Entlastungsbetrag haben, kontaktieren Sie uns auf gewohntem Weg per Telefon oder über das Kontaktformular auf unserer Homepage.

 

Ihre Deutsche Pflegeberatung Matheis

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