Welche Problematiken entstehen durch Personal aus dem Ausland?

Problematisch an diesem Beispiel ist, das es zu erkennen gibt in welchem Zwiespalt unser Gesundheitssystem steckt.

Wir sind auf der einen Seite jetzt schon nicht mehr in der Lage uns um die bestehende Patientenzahl zu kümmern, benötigen auf der anderen Seite dringend Unterstützung durch ausländische Fach- und Hilfskräfte, jedoch fehlt es an einem angemessenen Konzept zur Zusammenarbeit in einem interkulturellen Team.

Die neueingestellten Mitarbeiter werden schnellstmöglich oberflächlich eingearbeitet um unsere personellen Lücken zu kompensieren, sind aber oft unsicher und auf sich allein gestellt, überfordert mit unseren Gegebenheiten.

Sie sind andere Strukturen aus ihren Ländern gewohnt, andere Standards und andere Hyrachien. Sie werden zum sofortigen Einsatz als Lückenfüller unseres Personalsystems eingesetzt.

Dies führt, fern von der eigenen Familie und von Freunden, fremd in einem neuen Land und Kulturkreis oft zu Frustration & Desillusion der neuangeworbenen Pflegekraft. Zusätzlich haben sie es oft durch fehlende Dankbarkeit und Anerkennung durch Angehörige und Patienten zusätzlich schwer bei uns anzukommen.

Die Patienten sind oft sehr anspruchsvoll, möchten nicht von ausländischem Personal versorgt werden, dies ist bereits bei der Versorgung durch hiesige Pflegekräfte ein Problem, da Männer und Frauen eine gleichgeschlechtliche Versorgung bevorzugen und dies oft am Personalschlüssel der jeweiligen Schicht scheitert.

Aus eigener Erfahrung sind ältere Patienten aufgrund ihrer Kriegs- & Lebenserfahrung nicht bereit sich von Pflegefach- oder Hilfskräften aus anderen Ländern, Kulturen oder auch anderen Religionszugehörigkeitäen versorgen zu lassen. Sie streiken schlicht und äußern den Wunsch einer personellen Änderung.

Die Idee mit Pflegeräften aus anderen Ländern zusammen zu arbeiten ist grundsätzlich gut, stösst jedoch oft auf Problematiken.

Es Bedarf intensiver Schulungen und transparenter Aufklärung aller Beteiligten, auch der Patienten, um auf diese Notwendigkeit aufmerksam zu machen, sonst werden wir diese Möglichkeit der Personalakquise aus dem Ausland nicht lange aufrecht erhalten können und die neuangeworbenen Kräfte gehen zurück in ihre Länder zu ihren Familien und Freunden, frustriert, unverstanden und enttäuscht von uns.

Nachfolgend der Link zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 01.03.2019

https://sz.de/1.4349314

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